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Staatsbesuch in Israel: Der unbequeme Freund
dapd

Zweifel an der deutsch-israelischen Freundschaft? Bundespräsident Gauck sieht dazu keinen Anlass - und spricht die heiklen Themen Siedlungsbau und Iran anspricht. Beim langen Meinungsaustausch mit Premier Netanjahu einigte man sich auf die Formel: ein Dissens unter Freunden. Gauck wirbt bei Netanjahu in Israel für Friedensprozess - SPIEGEL ONLINE

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threadneedle 30.05.2012, 21:02
1. Man darf sagen dass Herr Gauck ein guter Griff war!

Ehrlich, mir gefällt was er tut. Er ist eben kein Politiker sondern Staatsmann. Diesen Unterschied hätte sein Vorgänger, dieser wieheissternochgleich, nie begriffen.

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Klaschfr 30.05.2012, 21:06
2. Gemeinsamer Wertekanon

Zitat von sysop
Zweifel an der deutsch-israelischen Freundschaft? Bundespräsident Gauck sieht dazu keinen Anlass - und spricht die heiklen Themen Siedlungsbau und Iran anspricht. Beim langen Meinungsaustausch mit Premier Netanjahu einigte man sich auf die Formel: ein Dissens unter Freunden.
Das sollte der Bundespräsident einmal näher erklären! Aber er bleibt ja auch sonst vage. Und die dumme These von der "Staatsräson" muss nicht von Mißfelder verteidigt werden um in ihrem Unbedacht noch deutlicher zu werden. Außer den allgemeinen Worthülsen hat der Besuch Gaucks nichts gebracht. Wie sollte er auch. Dazu hätte er Vieles deutlicher sagen müssen. Aber da hat er dieselbe "Feigheit vor dem Freund" wie Merkel. Probleme hat das noch nie gelöst.

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bertholdalfredrosswag 31.05.2012, 02:22
3. optional

Ein Freund ist in keinem Falle ein Freund, wenn er unfaires Verhalten seines Freundes nicht ernstlich anspricht. Ich wünsche dass Herr Gauck diesen Besuch überdenkt, wo es um der Freundschaft willen nötig gewesen wäre noch direkter auf das hinzuweisen was eine echte Freundschaft erfordert. Diesen dummen abgehobenen und selbstherrlichen Satz mit der Staatsräson möchte ich Frau Merkel um die Ohren hauen und dem Nachschwätzer Mißfelder doppelt. Hoffentlich begreift unsere Elite das Denken und Empfinden von Herrn Gauck und öffnet sich dieser Weitsicht und Ehrlichkeit. Herr Gauck hat diese Tür der Ignoranz jetzt einen kleinen Spalt geöffnet, doch ist die Tür noch mehr zu als offen und daran muss gearbeitet werden. Den Israelis bin ich von Herzen zugetan. Netanjahu und die Orthodoxen Wahnsinnigen muss jedoch die Luft zum atmen abgestellt werden. Diese sind die aktuellen Feinde des Staates Israel und in der Lage mit Gewalt ihren Wahn von einem heiligen Land zu verwirklichen. Auch wenn die ganze Welt dabei in Flammen aufgehen und Millionen Goims umkommen würden. Ihr Gott wird alleine sie beschützen.

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sarandanon 31.05.2012, 07:52
4. Feigheit

Zitat von Klaschfr
Das sollte der Bundespräsident einmal näher erklären! Aber er bleibt ja auch sonst vage. Und die dumme These von der "Staatsräson" muss nicht von Mißfelder verteidigt werden um in ihrem Unbedacht noch deutlicher zu werden. Außer den allgemeinen Worthülsen hat der Besuch Gaucks nichts gebracht. Wie sollte er auch. Dazu hätte er Vieles deutlicher sagen müssen. Aber da hat er dieselbe "Feigheit vor dem Freund" wie Merkel. Probleme hat das noch nie gelöst.
Tja, meine lieber Mitforist, anscheinend haben Sie eine andere ("typisch-grundsätzlich-linke-dagegen") Sicht der Dinge. Waren Sie eigentlich schonmal persönlich in Israel und haben mit den Menschen dort geredet? Mich würde interessieren, wie Sie dort auftreten würden, ohne die von Ihnen gegenüber dem BP unterstellte Feigheit.

Gauck ist nicht nur meiner Meinung nach, diplomatisch ziemlich geschickt und mit viel Empathie in Israel aufgetreten. Eine Eigenschaft, die bei uns im Lande scheinbar aufgrund der zugegeben nicht unbegründeten Politik- und Politikerverdrossenheit vielen abgeht. Die nach Ihrer Meinung "allgemeinen Worthülsen" sind von ihm wohlbedacht an der richtigen Stelle angewandt worden. Der richtige Umgangston unter Menschen (auch unter Staaten) ist durchaus bestimmend und richtungsweisend. Das werden Sie selbst im Umgang mit Ihren Mitmenschen bestimmt schon einmal festgestellt haben. Es sei denn, Sie gehören zu der Spezies Mensch, die meinen, seinem gegenüber immer die "eigene subjektiv wahrgenommene Wahrheit" an den Kopf zu knallen. Probleme mögen Worte nicht immer lösen, sie tragen aber durchaus zu einer besseren und wichtigen Verständigung bei. Wenn Sie aber meinen, Sie fänden bessere Worte, dann seien Sie nicht feige und reisen nach Israel und bringen diese an.

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sarandanon 31.05.2012, 08:03
5. Ignoranz

Zitat von hydrocotyle
Jetzt ist es also schon "Ignoranz", wenn man die Meinung der herrschenden politischen Kaste nicht zu teilen gewillt ist. Was für ein Glück, dass der BP (Bundes-Pastor) den Ungläubigen noch nicht mit dem Fegefeuer droht ...
Es ist nicht nur jetzt schon, es war vorher schon Ignoranz. Was hierzulande viele, offensichtlich auch Sie, nicht machen ist, wirklich empathisch abzuwägen. Verraten Sie doch mal, wie Sie in Israel auftreten würden? Waren Sie eigentlich schonmal dort?

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irgendwer_bln 31.05.2012, 09:43
6. ?

Zitat von sarandanon
Es ist nicht nur jetzt schon, es war vorher schon Ignoranz. Was hierzulande viele, offensichtlich auch Sie, nicht machen ist, wirklich empathisch abzuwägen. Verraten Sie doch mal, wie Sie in Israel auftreten würden? Waren Sie eigentlich schonmal dort?
Ohne mich einmischen zu wollen...

Erklären Sie mir doch mal, wieso ein Besuch in diesem (oder jenem) Staat nötig ist, um die diplomatische Herangehensweise unseres Staatsoberhauptes kritisch zu betrachten?
Man muss doch auch nicht in Weißrussland gewesen sein, um dort nicht hinzuwollen...

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conny2 31.05.2012, 10:10
7. Was wollen Sie?

Zitat von Klaschfr
Das sollte der Bundespräsident einmal näher erklären! Aber er bleibt ja auch sonst vage. Und die dumme These von der "Staatsräson" muss nicht von Mißfelder verteidigt werden um in ihrem Unbedacht noch deutlicher zu werden. Außer den allgemeinen Worthülsen hat der Besuch Gaucks nichts gebracht. Wie sollte er auch. Dazu hätte er Vieles deutlicher sagen müssen. Aber da hat er dieselbe "Feigheit vor dem Freund" wie Merkel. Probleme hat das noch nie gelöst.
Die Mehrheit der Israelis denkt pro-national, pro-militärisch und pro-religiös. Die Mehrheit der Deutschen denkt nicht national, nicht militärisch und nicht religiös. Beste Voraussetzungen also für eine innige Freundschaft unter zwei Völkern, wobei es - natürlich - auch mal einen kleinen verbalen Dissens geben darf, wie er schließlich in den besten Familien vorkommt.

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HaPeGe 31.05.2012, 10:17
8. Gut so Herr Gauck !

Zitat von sysop
Zweifel an der deutsch-israelischen Freundschaft? Bundespräsident Gauck sieht dazu keinen Anlass - und spricht die heiklen Themen Siedlungsbau und Iran anspricht. Beim langen Meinungsaustausch mit Premier Netanjahu einigte man sich auf die Formel: ein Dissens unter Freunden.
Unser Bundespräsident hatte den Mut das heikle Thema Siedlungsbau anzusprechen. Endlich hat es ein deutscher Politiker gewagt, auch einmal Kritik an der israelischen Politik zu üben ! Die wachsende Israel-Kritik sollte ihn nicht irritieren, wenn er sich mit der Meinung der Bevölkerung beschäftigen würde. Schon 2003 hatte eine EU-Umfrage festgestellt, dass die Bürger in der EU Israel nicht gerade als einen friedlichen Staat einstufen. Und eine neueste Umfrage unter den Bundesbürgern zeigt, dass 59 % Israel als agressiv einstufen. Vielleicht sollte man das auch einmal den israelischen Politikern sagen, ganz freundschaftlich.

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sarandanon 31.05.2012, 10:41
9. So, So...

Zitat von irgendwer_bln
Ohne mich einmischen zu wollen... Erklären Sie mir doch mal, wieso ein Besuch in diesem (oder jenem) Staat nötig ist, um die diplomatische Herangehensweise unseres Staatsoberhauptes kritisch zu betrachten? Man muss doch auch nicht in Weißrussland gewesen sein, um dort nicht hinzuwollen...
...bevor ich Ihnen irgendetwas erkläre, was Ihnen im Übrigen selbst klar sein sollte, machen Sie sich doch erstmal Gedanken darüber, ob man Weißrussland und Israel vergleichen kann. Wenn man die Art und Weise kritisiert, wie der BP seine Worte gegenüber seinen Gastgebern in Israel wählt, sollte man die Erfahrung in diesem Land schon mal selber gemacht haben. Das mag auch für Weißrussland gelten, welches baer bekanntlich und nachweislich eine totalitäre Diktatur ist und zudem von keinem Nachbarn ernsthaft bedroht wird. Wenn Sie andere Meinung sind, ist das Ihr Problem.

Darüberhinaus ist Israel allemal eine Reise wert.

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