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Steile These: Die Menschen werden dümmer
Corbis

Wann erreichen die Menschen ihren intellektuellen Zenit? Ein US-Forscher hat eine provokante Theorie: Es war schon vor mehreren tausend Jahren, seitdem befinden wir uns im Sinkflug. Als Erklärung dienen neben den Genen frühzeitliche Jäger - und Banker-Boni. Steile These von Gerald Crabtree: Die Menschen werden immer dümmer - SPIEGEL ONLINE

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Whitejack 13.11.2012, 15:04
20.

Habe mir das Ganze mal eben angeschaut. Der Artikel ist immerhin in einem Journal mit Impact Factor 9000 angesiedelt.

Dennoch: Auf so spekulativer Basis hätte ich ein solches Ergebnis nicht veröffentlicht. Die Logik ist an sovielen Punkten angreifbar, dass es eine reine Raterei ist.

Da ist bereits die Frage, ob (analytische) Intelligenz wirklich ein Überlebensfaktor in der Wildnis ist. Ebenso polemisch wie der Autor der Studie könnte ich hier die Frage aufwerfen, wer länger in der Wildnis überlebt: Der hyperintelligente Computernerd oder der durchschnittlich intelligente Soldat. Dagegen spricht auch, dass es bei vielen Lebewesen keinen Trend zu immer höherer Intelligenz gegeben hat.

Dann ist nicht klar, ob gesellschaftliche Tendenzen wirklich keinen positiven Effekt auf die genetische Intelligenz haben. Um bei dem Banker zu bleiben: Dieser hat sich zwar vielleicht verzockt, aber immerhin trotzdem mit hoher Wahrscheinlichkeit einen deutlich überdurchschnittlichen IQ (schon allein um Abitur und Studium zu schaffen), auch wenn es da immer wieder mal unrühmliche Ausreißer nach unten geben mag. Aber wie man in der aktuellen Krise sieht, schützt IQ nicht vor Totalverlust. Die Gegenthese lautet also, dass mit der Attraktivität von Geld und Macht auch Bildung und Intelligenz zumindest zum Teil (soweit diese eben auf dem Weg zur Macht helfen) gefördert werden. Es gibt also durchaus auch einen gesellschaftlichen Selektionsdruck in Richtung mehr Intelligenz. Ob dieser jetzt stärker als die genetische Diffusion zu mehr Dummheit ist, ist vollkommen unklar. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass es noch eine Vielzahl anderer Attraktivitätsfaktoren gibt und nicht der reichste Knacker auch die meisten Kinder hat.

Und drittens ist genetisch verankerte Intelligenz zunächst einmal - nichts. Man kann die Intelligenz gewissermaßen wie einen Topf verstehen (je größer, desto größer der Topf), aber ohne Inhalt ist auch der größte Topf leer. Wir können aber zwangsläufig nur den Topfinhalt messen und nennen dies dann Intelligenz, unter der sehr vereinfachten Annahme, dass Topfinhalt und Topfgröße zueinander proportional sind. Und da sich seit der Antike die Inhalte zweifellos vergrößert haben durch vermehrtes Wissen und Lernen, lässt sich nicht mehr auf die Topfgröße zurückrechnen. Besonders extrem fällt dies beim Flynn-Effekt auf, wo mit der Zeit immer höhere IQ-Werte gemessen wurden, und zwar über einen Zeitraum weniger Jahrzehnte, wo Evolution als Ursache komplett ausfällt.

Wenn aber alle Rahmenbedingungen derart wackelig sind, dann ist die Veröffentlichung eines Schlusses daraus ein glatter Schuss ins Blaue. Mein Chef hätte mir so eine Veröffentlichung direkt zurückgegeben mit dem Kommentar "Kaffeesatzleserei".

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yast2000 13.11.2012, 15:06
21. optional

Würde gern ausführlich referieren, muss aber jetzt leider schnell noch für meine Frau einen Fuchs jagen. Bald ist ja Weihnachten...

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Willi Wacker 13.11.2012, 15:06
22. stimmt

Zitat von janne2109
stimmt, müssen sich ja auch nicht mehr anstrengen, steht alles im Internet! Meinen die Menschen leider.
"...frühzeitliche Jäger - und Banker-Boni"

Was sind Jäger-Boni?

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tart 13.11.2012, 15:07
23. der grosse vorteil des menschen

...ist, dass seine Intelligenz nicht nur von den Genen abhängig ist. Ich bin mir sicher dass sich bei optimaler Erziehung und Förderung der Durchschnitts- IQ enorm steigern lassen würde.

Das die westliche Gesellschaft mom. durchaus eine Phase der Verblödung durchmacht kann durchaus sein,-)))

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El_Lutzo 13.11.2012, 15:09
24.

Überschrift: "Die Menschen werden dümmer".
Aus dem Text: "Das intellektuelle Fundament der Gesellschaft [ist] stabil".
Ein Widerspruch!
Setzen, sechs!

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rennix 13.11.2012, 15:09
25. Nun, zumindest im SPON Forum

sind sich alle ja immer darüber einig, dass die werten Mitmenschen völlig willenlose, grenzdebile Konsumschafe sind. Ausgenommen natürlich die Elite des menschlichen Intellekts, welche im SPON Forum postet.

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Willi Wacker 13.11.2012, 15:10
26. Kants Gedankengängen

Zitat von s.n.a.f.u
...ich habe es schon seit längerem Vermutet. Wir bauen massiv ab. Ich dachte ja unser Zenit war im 17 Jh. im Zenit der Aufklärung. Mit solchen Genies wie Mozart, B eethoven und Adam Weishaupt... ;) Wenn diese These stimmt, kann ich die Entwicklungen, vorallem in der westlichen Welt, umso besser nachvollziehen...
kann heute kein Gymnasiast folgen.

Das wäre ein Spaß: in der Abitursprüfung einen Kantschen Absatz vorlegen und ihn mündlich referieren lassen.
Gut, aber für die Prüfer wäre es nicht lustig. Drei Wochen Einarbeitung.

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wahrsager23 13.11.2012, 15:12
27.

Zitat von lennybruce
Und kann ich nur bestätigen: Nach meiner Erfahrung sind die Menschen alleine schon in den letzten 30 Jahren unsäglich viel dümmer, naiver und einfältiger geworden.
So, so, wer ist denn dem GröFaz und seiner Knalltütencharge hinterhergelaufen? Das sind jetzt diejenigen, die über die Jugend schimpfen.

Einfach mal diesen vermeintlichen, früher war alles besser-Mist nicht glauben.

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diedahinten 13.11.2012, 15:13
28. Evolution

Zitat von sysop
Wann erreichen die Menschen ihren intellektuellen Zenit? Ein US-Forscher hat eine provokante Theorie: Es war schon vor mehreren tausend Jahren, seitdem befinden wir uns im Sinkflug. Als Erklärung dienen neben den Genen frühzeitliche Jäger - und Banker-Boni.
Die Evolution schlägt halt immer zu, egal wie sehr man versucht sie auszutricksen. Hat man keinen natürlichen Feind mehr, wird die eigene Dummheit zum Feind ;) Das System ist nahezu perfekt - und funktioniert!

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loeweneule 13.11.2012, 15:13
29.

Zitat von s.n.a.f.u
...ich habe es schon seit längerem Vermutet. Wir bauen massiv ab. Ich dachte ja unser Zenit war im 17 Jh. im Zenit der Aufklärung. Mit solchen Genies wie Mozart, B eethoven und Adam Weishaupt... ;) Wenn diese These stimmt, kann ich die Entwicklungen, vorallem in der westlichen Welt, umso besser nachvollziehen...
Sie haben sich um ein Jahrhundert vertan.

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