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Steuer-Affäre: Hoeneß nimmt sich neuen Anwalt
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Uli Hoeneß hat einen neuen Rechtsanwalt. Der Promiverteidiger Hanns W. Feigen soll den Bayern-Präsidenten vor Gericht verteidigen. Die Liste seiner bisherigen Mandanten liest sich wie das Who is Who der deutschen Wirtschaft: Klaus Zumwinkel, Wendelin Wiedeking, Jürgen Fitschen. Steuer-Affäre: Promianwalt Feigen soll Hoeneß rausboxen - SPIEGEL ONLINE

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hefe21 10.12.2013, 07:32
50. Sag mir, woher die Millionen sind

Denn das ist ja wohl die interessante Frage. Und was geschah nach dem Ableben des "Darlehensgeber" Dreyfuss. Hat Hoeneß das "geliehene" Geld in die Erbmasse gemeldet? Oder hat er mit den Erben des Adidaschefs eine "aussergerichtliche" Einigung erzielt. Viele Anführungszeichen und bisher keine Erkenntnisse in dieser Richtung. Ich hoffe, wenigstens die Staatsanwaltschaft interessiert sich dafür.

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enivid 10.12.2013, 08:34
51.

Als ob Herr Hoeneß verurteilt werden würde... Das wird in diesem Land nicht geschehen, denn "Gerechtigkeit" ist hier vom sozialen stand abhängig.

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TooSmart 10.12.2013, 08:56
52. Die Wahrheit, nichts als die Wahrheit

Und die ist nicht : "Vorliebe für schwere Fälle"
Die Wahrheit ist : Vorliebe für fette Honorare von ertappten Halbgöttern

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ksh67 10.12.2013, 09:18
53.

Zitat von to5824bo
Wenn ich das versuche, dann kann ich zumindest verstehen, dass dem Mann nur noch nach Weinen zumute war und seine Emotionen nicht geschauspielert waren. Der Mann hat mit seinen Taten ein glänzendes Lebenswerk vor die Wand gefahren bzw. an den Rand des Abgrunds manövriert. Da würde ich an seiner Stelle auch Rotz und Wasser heulen.
Nein, ich sehe die Tränen von Hoeneß auch weiterhin nicht als das, was sie vorgeben zu sein und was die Medien (und vor allem die Fans des FC-Bayern) daraus machen. Es waren bestimmt keine Tränen der Reue, der Scham über das persönliche Scheitern.
Für mich waren das waren Tränen des puren Selbstmitleids, Tränen der Wut über den Maulwurf bei der Staatsanwaltschaft, der die Affäire öffentlich machte, über die "Amigos" aus der Politik, die ihm nicht halfen und die tiefe Verbitterung über die Strafverfolgungsbehörden, dass die es wagten, ein Strafverfahren gegen jemanden eröffnen, der sich nicht nur als Nelson Mandela und Mutter Theresa vom Tegernsee feiern läßt, sondern längst davon überzeugt ist, genau das auch zu sein.
Dieser UH hat geweint, weil er sich von der Welt zutiefst ungerecht behandelt fühlt, das war es auch schon.
Und über die vor Schnulzigkeit triefenden Solidaritätskundgebungen derer, die er für seine letzten Verbündeten hält, diese oberflächliche, billige Rührung über seine letzten, verbliebenen "Freunde" mögen tatsächlich die einzigen, halbwegs ehrlichen Tränen von Hoeneß gewesen sein.
Deshalb hat er sein weiteres Schicksal auch in die Hand dieser Jubelperser der Hauptversammlung gelegt, und nicht etwa an das Urteil der Strafkammer gebunden.

Ansonsten sieht sich Hoeneß bis heute als das Opfer widriger politischer Umstände (gescheitertes Steuerabkommen mit der Schweiz), seiner Spielsucht, der Medien, der Staatsanwaltschaft und seiner Berater, die die Selbstanzeige nicht gebacken bekamen. Und natürlich seiner Anwälte, die die Eröffnung des Strafverfahrens nicht verhindern konnten. Deshalb jetzt der Pferdewechsel in der Zielgeraden.
Nein, ich sehe im ganzen Verhalten dieses Mannes nicht einen Hauch von ehricher Aufarbeitung und echtem Bedauern über seine Tat.






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huggi 10.12.2013, 10:39
54. Titel

Zitat von rotfront
wenn man sieht,wer da im Aufsichtsrat sitzt.... Eine Krähe und so weiter. Also hat die Kassiererin einfach nur Pech gehabt und Herr Hoeneß als Wohlhabender Glück. So kann man es ja auch sehen. Was ich damit meinte,ist eben genau dieses.Die Verkäuferin hatte keine prominenten Fürsprecher.
... Sie dürften sich irren. Der Sachverhalt ist so, dass Herr Hoeness von seinem Arbeitgeber wegen seiner Arbeitsergebnisse geschätzt wird, die Verkäuferin offensichtlich nicht.

Falls ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer entlassen will - aus welchen Gründen auch immer - so stellen sich oft Fragen nach Abfindungen, sozialer Auswahl und noch weiteres. Insofern ist davon auszugehen, dass der Arbeitgeber der Kassiererin die Mitarbeiterin eigentlich nur entlassen wollte, da dies aber eben trotz klarer Arbeitsverträge oft ein riesen Theater ist sucht man sich einen Grund der justiziabel ist.

Wäre es nun so, dass Herr Hoeness von seinem Arbeitgeber nicht mehr geschätzt wäre - was übrigens oft sehr schnell gehen kann - würde man sehr rasch einen Weg finden sich zu trennen. Mit der zugegebenen Steuerhinterziehung hat das erst einmal nicht allzuviel zu tun.

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huggi 10.12.2013, 10:59
55. Titel

Zitat von Octavio
Solange die Herren Winterkorn und der Herr von Audi im Aufsichtsrat dem Treiben Hoeneß Generalabsolution erteilen,sollte man Käufe von Audis und VWs möglichst vermeiden.
... genau, dann doch lieber einen Dacia, der passt dann auch besser in das Budget von Zeitgenossen Ihrer Art.

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huggi 10.12.2013, 11:06
56. Titel

Zitat von Bunma
würde mich auch interessieren.Geschäfte in der Schweiz machen und die Gewinne dort lassen.Ist dann der deutsche Fiskus überhaupt zuständig,wenn nichts nach DE transferiert wird?
... das ist eine Frage der Gestaltung. Wer in der Schweiz eine AG etabliert und das erwirtschaftete Geld dort belässt ist erst einmal hier nicht steuerpflichtig. Wer als Steuerpflichtiger in Deutschland andernorts Gewinne erwirtschaftet ist hier natürlich erst einmal steuerpflichtig. Doppelbesteuerungsabkommen sorgen gegebenenfalls dafür, dass man nicht an beiden Orten besteuert wird.

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huggi 10.12.2013, 11:20
57. Titel

Zitat von dhanz
Quatsch. Der Normalbürger wird i.d.R. erst garnicht erwischt. Ein paar Kilometer mehr Fahrweg zur Arbeitssstelle, die Restaurantrechnung, das Fachbuch, die Arbeitskleidung usw. Abgesehen davon läßt man sich auch gerne vom poln. Handwerker das Bad fliesen. Natürlich ohne Rechnung... Steuerhinterziehung ist Volkssport geworden. In allen Bevölkerungsschichten.
... absolut richtig, zumal die Beträge um welche es im Einzelfall geht überhaupt nicht geeignet sind ein Verfahren anzustrengen. Die Summe macht es aber und diese ist erheblich.

Dennoch bin ich der Meinung die Kirche im Dorf zu lassen. Es gibt kein System welches Steuerhinterziehung völlig vermeiden kann, vor allem ist ein solches System auch nicht erstrebenswert.

Wenn die bisher im Falle Hoeness öffentlich gewordenen Sachverhalte zutreffen sollten, so ist es so, dass er über 90% seiner Steuern bezahlt hat und eine Selbstanzeige erstattet hat. Die Sache hätte nie an die Öffentlichkeit kommen dürfen wären die gesetzlichen Grundlagen eingehalten worden. Die Möglichkeit der Selbstanzeige ist seit etwa 100 Jahren im Steuerrecht etabliert und ein Mittel welches dem Fiskus erhebliche Einnahmen beschert. Ob der Staat besonders gut beraten ist dieses Mittel durch eine stringentere Auslegung für Steuerhinterzieher unattraktiv zu machen lasse ich einmal dahingestellt.

Die Steuerhinterziehung ist in Deutschland gemessen an vergleichbaren Staaten eher gering, sie weiter zu drücken wird keinen sinnvollen zusätzlichen Nutzen in Form höherer Einnahmen mehr bringen.

Nur damit mich niemand falsch versteht, ich rede einer Steuerhinterziehung keineswegs das Wort.

Im Übrigen ist die Diskussion, dass dem Staat durch Steuerhinterziehung dramatisch viele Mittel fehlen würden verfehlt. Der Staat richtet seine Steuergesetzgebung und die damit verbundenen Einnahmen an der Ausgabenstruktur aus und bei höheren Einnahmen werden nur die Ausgaben - auch in Form von Wahlgeschenken - erhöht.

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to5824bo 13.12.2013, 05:04
58. Nochmal zu Uli Hoeneß' Emotionen

Zitat von ksh67
Nein, ich sehe die Tränen von Hoeneß auch weiterhin nicht als das, was sie vorgeben zu sein und was die Medien (und vor allem die Fans des FC-Bayern) daraus machen. Es waren bestimmt keine Tränen der Reue, der Scham über das persönliche Scheitern. (...)
Mag alles sein, aber wem steht es zu, das zu beurteilen?
Das müsste schon, wie Immanuel Kant es nannte, ein "Herzenskündiger" sein. Ein solcher sind Sie und ich ganz sicher nicht.

Aber dass man aus Ärger/Wut/Verzweiflung und meinethalben auch "Selbstmitleid" über den Scheiß, den man gebaut hat, auch mal die Fassung verlieren kann, halte ich für menschlich.
Und das sollte man auch einem Promi wie U.H. auch nicht absprechen.

Noch einmal C.-F. von Weizsäcker:
Wie ginge es denn Ihnen und mir in Herrn Hoeneß' Situation, die er sich natürlich selber eingebrockt hat und auslöffeln muss?

Und falls Sie jetzt sagen würden, das könne Ihnen und mir nicht passieren, dann fiele mir in der Tat nichts mehr ein, außer dass man schon Pferde vor der Apotheke hat kotzen sehen...

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