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Stiller Karfreitag: Kampf dem Tanzverbot
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Keine Chance für Partylöwen: Wie an allen "stillen Feiertagen" gilt in Deutschland an Karfreitag ein strenges Tanzverbot. Doch Studenten und junge Feierwütige wehren sich gegen das Gesetz. Tanzdemos sind allerdings nicht erlaubt - das versuchen sie kreativ zu umgehen. Studenten protestieren gegen Tanzverbot an Karfreitag - SPIEGEL ONLINE

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Ghede 29.03.2013, 17:45
150.

"Dann müssten sie allerdings nicht gegen das Tanzverbot, sondern für die Abschaffung aller kirchlichen Feiertage einschließlich Weihnachten, Ostern Pfingsten kämpfen. Das wäre dann allerdings unerwünscht, weil man dann ja auch an diesen Tagen nicht tanzen könnte, sondern schlicht arbeiten müsste."

Der Vergleich wird auch durch ständiges Wiederholen nicht weniger bekloppt. Ich bin zwar dafür, dass man sämtliche kirchlichen Feiertage tatsächlich abschafft und durch Urlaubstage oder staatliche Feiertage ersetzt, aber:
Gesetzlich verordnete Feiertage sind kein Eingriff in Ihre Persönlichkeitsrechte, solange Sie theoretisch arbeiten dürfen und sichergestellt ist, dass eine solche Arbeitserlaubnis den Feiertag nicht unterläuft. Das Tanzverbot ist indes ganz eindeutig ein Eingriff in Ihre Persönlichkeitsrechte. Was gibt's da überhaupt zu diskutieren?

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makromizer 29.03.2013, 17:46
151.

Zitat von TirolerBracke
Wer gegen das Tanzverbot ist der sollte dann auch konsequent sein und die Abschaffung des Feiertages fordern und arbeiten gehen. Karfreitag ist ein religiöser Feiertag. Natürlich darf jeder gegen religiöse Traditionen sein. Aber dann sollte man nicht nur die Vorteile der religiösen Traditionen in Anspruch nehmen wollen.
Ich bitte geradezu darum. Diese zwangsdatierten Urlaubstage sind für mich eine gänzlich sinnlose Gängelung bei der Arbeits-und Freizeitsgestaltung.

Von mir aus soll man jedem ein Recht zugestehen, ein paar Tage im Jahr festzulegen, an denen sie Urlaubsgarantie bekommen und christen könnten dann z. B. einen solchen Tag auf den Karfreitag legen, Muslime auf Anfang Ramadan oder was auch immer.

Von mir aus soll jeder an noch so ausgefallene gedankliche Konstrukte glauben und man soll auch niemanden dafür diskriminieren, aber wenn Anhänger solcher Glaubensgemeinschaften anfangen, mit ihre Vorstellungen die Lebensgestaltung durch staatliche Repressalien Anderen aufzuzwängen, hat das mit einer freiheitlichen Gesellschaft wenig zu tun.

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mrsa 29.03.2013, 17:46
152.

Zitat von sedierung@googlemail.com
Der eine oder andere Forist hat es schon geschrieben: wer das Tanzverbot ablehnt, der soll gefälligst auch auf die anderen Feiertage verzichten. Richtig. Trennung von Staat und Kirche, richtig gemacht, bedeutet auch: keine kirchlichen Feiertage mehr. Damit ist dann allen gedient: den Christen, den Juden, den Moslems, alle können ihre Feiertage begehen, keine Religion wird bevorzugt, und die Volkswirtschaft hat auch noch was davon, da mehr Arbeitszeit auch mehr Produktivität bedeutet.
Aber hallo, da möchte ich doch direkt mit einem Song-Zitat aus den 80ern kontern: "ja, ja, ja, jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt..."

Mag ja sein, dass Sie kein Bedürfnis haben, soziale Kontakte zu pflegen, dann brauchen Sie auch die allgemeinen Feiertage und Wochenenden nicht. Möchten Sie aber mal Freunde und Verwandte treffen und einladen, ist es ungemein nützlich, wenn diese nicht vorher Urlaub nehmen müssen. Es ist bedauerlich genug, dass einige Berufsgruppen hier außenvor bleiben, aber es gibt keinen Grund, allen diese Möglichkeit zu verwehren.
Ob die Feiertage religiös oder sonstwie begründet sind, ist mir dabei ziemlich egal.

Außerdem würde es mich ziemlich nerven, wenn an "meinem privaten" Feiertag der Nachbar nebenan gerade mal die Handwerker zur Kernsanierung ordert, da diese "ihre" Feiertage an anderen Tagen haben.

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apira 29.03.2013, 17:46
153.

Zitat von rotweisser
Denn wer feiern kann, der kann auch arbeiten gehen!
Nö, kann ich nicht. Deswegen gehe ich an Werktagen arbeiten, und an Wochenenden und vor Feiertagen feiern. So einfach ist das.

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Die-extreme-Mitte 29.03.2013, 17:47
154.

Für Bewohner an Grenzen ist das ganz einfach:

Ich bin auch nicht so der feierwütige Mensch, aber gestern hat man die letzte Klausur dieses Semesters geschrieben und darauf musste dann doch mal angestoßen werden.

Als Aachener Student leiht man sich dann ganz einfach ein Auto und fährt nach Lüttich ins schöne Belgien.

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wastl300 29.03.2013, 17:47
155. Populistisch

Zitat von clauswillypeter
Wem es schwer fällt, Karfreitag auf's Tanzen zu verzichten, der sollte dann auch konsequent auf die Osterfeiertage verzichten und arbeiten.
wie wenn ich die Wahl hätte [Augenverdreh]

Ich will auf die Feiertage verzichten! Ich darf nur nicht!

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andrews45 29.03.2013, 17:48
156.

Zitat von Buerste
Die Initiatoren des "Hasenfests"machen es sich entschieden zu einfach: Nicht "Ich lass dich beten - lass du mich tanzen!" müsste ihr Credo lauten, sondern "ich lass Dich beten- lass Du mich arbeiten!". Wer nicht bereit ist, den religiösen Hintergrund christlicher Feiertage zu respektieren, der kann genauso gut seinen alltäglichen Verrichtungen nachgehen. Aber vielleicht ist das alles ja auch nur ein grosses Missverständnis, weil "Feiertag" so schön nach Party klingt....
Nee, nee. Religion ist Privatvergnügen. Wenn Sie beten wollen, können Sie das gerne tun. Aber dafür extra Feiertage bekommen, die Nichtgläubigen verwehrt werden, lässt sich wohl kaum rechtfertigen. Mir wäre egal wann meine Enkel Ostereier suchen und wann ich ein verlängertes Wochenende habe. Muss nicht mit der Karwoche zusammenfallen. Aber mehr Feiertag nur für Religiöse, nee danke. Da wäre ich zur Klage bis vors BVerfG bereit.

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flaschenöffner 29.03.2013, 17:48
157.

Manche unreligiöse "Kultur- oder Geistesmenschen" pflegen seit Generationen am Karfreitag beispielsweise in Wagners Parsifal zu gehen. Es hat sich längst durchgesetzt, dass der Karfreitag kein Tag ist, an dem alles anders ist. Ich - Katholik! - habe am Karfreitag auch schon Verdis La Traviata im Opernhaus gesehen. Eigentlich finde ich das - als Katholik - geschmacklos, aber was solls, ab und an springt man über den eigenen Schatten und jeder soll das Recht für derartige Vergnügungen haben. Ich finde es richtig, dass der Karfreitag im Prinzip ein "stiller Feiertag" ist. Jahrmarktrummel sollte da wirklich nicht stattfinden. In geschlossenen Räumen tanzen soll meinetwegen dürfen, wer es nicht lassen kann. Dennoch: die grellen, provokativen Kampagnen der diversen antireligiösen Gruppierungen gegen den "stillen" Karfreitag und die Gefühle gläubiger Christen finde ich geschmacklos und auch intolerant. Sie verfolgen ein "größeres" Ziel als die Durchsetzung eines Rechts auf uneingeschränkten öffentlichen Vergnügungswahns. Bezweckt ist meiner Meinung nach vor allem ein Angriff auf die Wurzeln der christlich-jüdischen (!) Kultur in Europa.

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leomunich 29.03.2013, 17:48
158. Alle kirchlichen Feiertage

abschaffen, arbeiten gehen, und danach kann getanzt werden. Achso, ist ja blöd wenn man am nächsten Tag schon wieder arbeiten muss. Tja....

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WernerGg 29.03.2013, 17:48
159. Armer schwarzer Kater!

Zitat von discordia13
Ich wiederhole: Es sind durchaus ein paar Tage im Jahr, zumindest in BaWü. Und ja, ich würde wirklich viel lieber heute arbeiten gehen, denn was zum Henker bringt mir dieser freie Tag, wenn eigentlich alles, was Spaß macht, verboten ist? Nichtmal das Wetter ist gut, so dass sich Spaziergänge nicht lohnen. Im Fernsehen kommt der selbe ausgelatschte Feiertagsschund wie jedes Jahr. Ich sitze den ganzen Tag rum und langweile mich. Ich hätte lieber heute den ganzen Tag gearbeitet, wäre später mit meinen Freunden weggegangen und hätte meinen Ausgleichsurlaubstag irgendwann anders genommen.
Jemand hat dir also verboten, heute zu arbeiten. Alles was Spaß macht, noch dazu. Kein Sex, kein Bordeaux, kein gutes Buch, nichts zu essen. Nicht mal deine Freunde darfst du treffen.

Du bist echt ein armes Schwein.

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