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Streit über Behandlungsfehler: Kliniklobby zerpflückt Todesfälle-Report der AOK
DPA

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft attackiert die AOK für deren Report über Behandlungsfehler. Die Zahl von 19.000 vermeidbaren Sterbefällen sei maßlos übertrieben, das Verhalten der Kasse ungeheuerlich. Die verteidigt sich mit einer "Faustformel". Kliniklobby kritisiert AOK für Report über Behandlungsfehler - SPIEGEL ONLINE

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quark@mailinator.com 24.01.2014, 11:27
1. Piepegal

Ist doch egal, wieviele es genau sind. Jedenfalls offenbar mehr als die Opfer des deutschen Straßenverkehrs. Das kann man nun auf zwei Weisen sehen. Entweder man sagt, daß dies beim aktuellen Stand der Medizin und ihrer Finanzierung in der realen Welt unvermeidbar ist, oder es wäre eben doch vermeidbar. In letzterm Fall wären dann die Schuldigen auch haftbar zu machen. Doch da ist es wie oft bei der Polizei - Kollegen schützen sich gegenseitig. Und das ist es, was die Leute aufregt. Die genaue Zahl der Opfer ... zweitrangig. Laßt uns lieber am Problem arbeiten, statt abzulenken.

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Vito.Andolini 24.01.2014, 11:34
2. Unverschämtheit

Das Verhalten der AOK kann wirklich nur als unseriös und unverschämt bezeichnet werden. Ohne konkrete Tatsachengrundlage behauptet sie, daß die Klinikärzte jährlich 19.000 Patienten töten und bezeichnet dann die die Empörung der Ärzte als "schwer nachvollziehbar". Mit solchen Rechenspielchen und "Schätzungen" hilft man den Patienten überhaupt nicht. Vielmehr werden sie dadurch nur verunsichtert und verlieren jedes Vertrauen. Das dürfte ihre künftigen Behandlungen nicht gerade erleichtern und fördern.
Im Übrigen sind nicht einmal die von dem MDK der Krankenkassen mitgeteilten Zahlen hinreichend belastbar. Denn dieser arbeitet im Interesse der Kassen und stellt oft genug Behandlungsfehler fest, die sich vor Gericht nicht bestätigen. Damit treiben sie die Patienten in unnötige Prozesse und verfälschen die Statistik.
Und bevor hier Vermutungen angestellt werden: Nein, ich bin kein Arzt.

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DirkBergmann 24.01.2014, 11:36
3. Ja ja

Die Kliniklobby.

Jeder weiß doch, dass schon Unterschiede zwischen Kassenpatienten und Privatpationten gemacht werden. Und da meine ich nicht die Einbettzimmer und die Chefarztbehandlung. Vielmehr Umfang und Qualitiät der Maßnahmen. Ist doch auch logisch. Wenn die Kassen nicht so viel bezahlen, dann wird eben weniger gemacht. Und wenn die Anzahl der Tage nicht bezahlt werden, dann müssen eben die Patienten eher nach Hause.

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bohrendeworte 24.01.2014, 11:36
4. Des Kaisers Bart

Wir brauchen eine Diskussion über Fehlermanagement in den Krankenhäusern. Vorbild sollte die Luftfahr sein. Über Zehnerpotenzen zu streiten ist nicht zielführend und daher überflüssig. Unstrittig ist, dass es in deutschen Kliniken keine angemessene Fehlerkultur gibt. Stattdessen Vertuschungsstrategien.

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s.4mcro 24.01.2014, 11:37
5. Behandlung in Kliniken

...jeder kennt eine oder zwei "berüchtigte" Kliniken, in die man besser nicht geht. Natürlich ist die "Lobby" nicht begeistert davon, dass dies öffentlich so hohe Zahlen zugeordnet bekommt, aber wen interessiert das außer die Lobby selbst!?

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günterjoachim 24.01.2014, 11:44
6. Skandalös...

Die Stimmungsmache der AOK gegen die Krankenhäuser ist absolut skandalös. Mit "Faustformeln" zu argumentieren und zu operieren ist nur ein schlechter Witz. Die Verantwortlichen bei der AOK gehören gefeuert.

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Jerome E. Gruber 24.01.2014, 11:46
7. Wenn man nur die Fälle zählt, in denen Mediziner und Krankenhausleitung

Fehler zugeben und sich bei Patienten entschuldigen, sind es wohl nur eine Hand voll. Ein Freund durfte vor nicht allzu langer Zeit einige Zeit in Krankenhäusern verbringen. Und was er da bezüglich hygienischer Zustände erlebt hat, war atemberaubend. Beispielsweise ist das Desinfizieren der Hände und der Umgang mit Gummihandschuhen sowie dem Set zum Blutdruckmessen, die Ablegepraxis von Bettdecke und Kopfkissen sowie der Überzüge völlig abhängig von der Lust und Laune des Personals.
Wie da Zertifizierungen zustande kommen... offensichtlich durch Würfeln.
Eine wohltuende Ausnahme war da eine Onkologie-Station einer Uni-Klinik. Aber nur diese Station. Es geht also.
Die Aufnahme an dieser Uni-Klinik hätte aber aus medizinischer und hygienischer Sicht absurder nicht sein können.

Solange in Deutschland Hygienemaßnahmen nicht wie in Holland betrieben werden, werden holländische Kliniken einen Patienten, der aus einer deutschen Klinik kommt, zuallererst auf Krankenhauskeime testen.

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ohjeee 24.01.2014, 11:46
8.

Zitat von quark@mailinator.com
Ist doch egal, wieviele es genau sind. Jedenfalls offenbar mehr als die Opfer des deutschen Straßenverkehrs.
Nein, es ist nicht egal. 19.000 zu 122 ist schon ein bisschen mehr als eine zu vernachlässigende Unschärfe. Und ich bin mir sicher, dass es mehr als 122 Todesopfer im Straßenverkehr in Deutschland gibt.

Zitat von
Laßt uns lieber am Problem arbeiten, statt abzulenken.
Genau, in dem Sie einfach eben mal ein Medizinstudium absolvieren und alles besserm achen :-)

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grommeck 24.01.2014, 11:46
9. Die Darstellung der AOK ist schon glaubwürdig...

wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Selbst das Klinikpersonal sagt es sei unverantwortlich, dass es nur ums Geld geht bei den "Krankenhausunternehmen", denn mehr sind sie nicht mehr. Ärzte die kaum deutsch sprechen, manch einer kann seine eigene Schrift nicht mehr lesen, nachdem der übliche Fragebogen ausgefüllt wurde. Als Patient muss ich auf eine Thrombose hinweisen und daß es der Behandlung bedarf, zur Belohnung habe ich nun länger etwas davon, auch Kosten für die Gemeinschaft. Ein Hinweis an den entsprechenden Arzt wird nur mit einem dummen Lächeln beantwortet. Im Arztbericht steht ein Ultraschall das nie gemacht wurde, erst auf mein Drängen hin usw. usw. Solch ein Unternehmertum, wie es sich nicht nur im Gesundheitswesen sondern in allen Sozialbereichen breit gemacht hat und abzockt, muß schnellstens unterbunden werden. Nicht nur die Kosten explodieren deshabl, sondern es sterben Menschen, was den Aktionären und Aufsichträten und Investoren völlig egal ist. Die Verantwortung tragen unsere korrupten Politiker aller Parteien.

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