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Streit über Reichtumsbericht: So arm ist Deutschland wirklich
DDP

Die Reichen werden reicher, die Armen rutschen ab - so wird im Arbeitsministerium der neue Armutsbericht zusammengefasst. Das Wirtschaftsministerium widerspricht; alles werde besser. Wer hat Recht? Klar ist: Die Ungleichheit in Deutschland wächst, die Zustimmung zu Umverteilung auch. Debatte über Armuts- und Reichtumsbericht - SPIEGEL ONLINE

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NewHuman 20.09.2012, 21:02
110. Der Weg in eine dysfunktionale Gesellschaft

Eine zunehmende Einkommensungleicheit in einer Gesellschaft führt generell zu einem stärkeren Gegeneinander und einem schwächeren Miteinander. Das Vertrauen der Menschen zueinander und die Bereitschaft zu wohlwollendem Verhalten nehmen ab, das Mißtrauen und die Mißgunst wächst. In der Spirale des Mißtrauens und der Mißgunst schwindet mehr und mehr die Bereitschaft, den am stärksten benachteiligten gesellschaftlichen Gruppen zu helfen, bis diese Gruppen schließlich von den Tätern zu Tätern gemacht werden.

Vergleichende Untersuchungen von einer Vielzahl von Demokratien zeigen, dass Einkommensungleichheit die Zufriedenheit mit der Demokratie, das Vertrauen in die Politik, die Lebenserwartung, das Bildungsniveau und die soziale Mobilität reduziert. Zugleich steigt die Kindersterblichkeit, die Anzahl Übergewichtiger, psychisch Erkrankter, Inhaftierter und Ermordeter.

Ungleiche Gesellschaften zerstören sich ab einem bestimmten Grad selbst.

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marcuspüschel 20.09.2012, 21:04
111. Maden

Zitat von mundi
Nas Niveau der Armut wächst ja auch in den Jahren nach Gründung der Bundesrepublik. Helmut Schmidt erzählte aus seiner Hamburger Nachkriegszeit. Da gab es keine Waschmaschine, keinen Kühlschrank und keinen Fernseher. 2-3 Familien teilten sich in einer großen Wohnung die Küche und Toilette. Heute gehören Kühlschrank und Kommunikationsmittel und eine angemessene, beheizte Wohnung zur Mindestanforderung für ein Existenzminimum. So gut wie heute, ging es den „Armen“ nie. (...)
Die Kommunikationsmittel laufen beim Amt unter der Überschrift: Marktstabilisierung. Soll heissen die Hilfskraft soll erreichbar sein für den Fall eines akuten Bedarfs. Der Fernseher ist offenbar erwünscht. Zumindest soll man ja in Zukunft TV-Steuer bezahlen - ob man nun Konsument ist oder nicht. Der Kühlschrank macht ja nun wirklich Sinn. Er ermöglicht sparsames Haushalten. Bleibt die Waschmaschine und Wärme im Winter - total überflüssig ;)

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axth 20.09.2012, 21:04
112. und hier ist die Lösung!

Zitat von u.loose
Wie viel zahlt denn eine durchschnittliche Familie so an Einkommensteuer? Nur damit ich mich auch mal über die Reichen die ja weniger zahlen sollen ärgern kann...
... 6 bis 10 Tsd. €, natürlich je nach Verdienst, und ganz wichtig: Verheiratet oder nicht - Kinder zählen ja nicht ...

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betasheet 20.09.2012, 21:04
113. kommentar

Absolute Armut in Deutschland oder ist es nicht viel eher relative Armut? Jeder Hartz-4 Empfänger hat eine eigene Wohnung, hat Essen, hat Strom, Gas etc. dazu kommen dann auch noch Luxusgüter wie Fernsehen, PC, Internet, Handy etc.
Wirkliche Armut sieht man in Afrika, in Deutschland weiß die Mehrheit nicht wie gut es ihr geht, weil sich jeder immer an denen orientiert, die noch deutlich mehr haben.
Dabei kann JEDER gebildete mit guten unternehmerischen Kenntnissen in Deutschland reich werden, es bedarf nur Ehrgeiz, Fleiß und eben vor allem "Köpfchen".

Wenn ich von meinem Vermögen ausgehe, kann ich mich wohl gut zu den oberen 10% zählen. Allerdings sieht man nicht, wie viel Arbeit und Zeit es mich kostete. Als ich meine erste Firma gründete, war ich 22 Jahre alt. Davor hat ich 2 Jahre lang nach dem Abitur gejobbt, 16-18 Stunden täglich, um so viel Geld wie möglich zu verdienen. Ausgegeben hab ich so gut wie nichts, alle 2 Tage gab es Nudeln, Auto hatte ich auch keins, bin immer mit dem Fahrrad gefahren. Ich hatte keine Freizeit und keine Zeit mehr für Freunde, dass alles nur um meine Firma gründen zu können und meine Idee umzusetzen. Als es dann soweit war, hatte ich dutzende schlaflose Nächte und mir war ständig übel, weil einfach alles auf dem Spiel stand und das Risiko des Totalverlustes mir ordentlich zusetzte. Letztlich hat sich die Idee bewährt, ich habe Investoren gefunden und bin an Risikokapital gekommen, der start up war erfolgreich. 7 Jahre später verkaufte ich das ganze Unternehmen und wurde damit reicher als ich es mir je erträumt hätte. Arbeiten müsste ich nicht mehr, tue es aber als Unternehmensberater trotzdem weiterhin.

Was ich damit sagen will ist, es ist für andere immer sehr einfach mehr von anderen zu fordern, aber selber erst einmal so viel zu erreichen, ist etwas ganz anderes. Mag sein, dass es Leute gibt die große Vermögen einfach ererbt haben, aber von Umverteilungsprozessen sind eben alle Wohlhabenden betroffen und daher wehre ich mich dagegen. Ich habe für mein Geld hart gearbeitet und deshalb gebe ich es nicht leichtsinnig aus bzw. will ein zusätzlichen Teil einfach so dem Staat überlassen, der bekanntermaßen am Schlechtesten mit Geld umgehen kann.
Der Staat soll dafür sorgen, dass die Arbeitnehmer durch Mindestlöhne anständig bezahlt werden und das sich niemand um seine Steuerabgaben drückt, noch mehr umzuverteilen sehe ich aber nicht als Lösung, sondern eher als Kriegserklärung an das Leistungsprinzip.

PS: In Frankreich wurde ja die Reichensteuer mit 75% für Einkommen über 1 Mio € eingeführt. Selbst Präsident Hollande hat inzwischen zugegeben, dass diese ein eher symbolische Geste für Solidarität sei und ansonsten die Mehreinnahmen überschaubar bleiben. Der reichste Franzose und LVMH Chef hat übrigens die belgische Staatsbürgerschaft beantragt.

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u.loose 20.09.2012, 21:05
114. Auch prozentual gesehen

Zitat von merkela.angel
Kommen Sie, sie wissen doch ganz genau wie der wehrte Forist das meint.
ist das FALSCH... Vermutlich sogar unter Einbeziehung der Verbrauchssteuern... Jedenfalls dann, wenn der "Reiche" auch ordentlich konsumiert - was er ja wohl muss, wenn man die Aufmacherphotos in der Sache so sieht...

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rdressler 20.09.2012, 21:05
115. ?

Zitat von tkrampitz
Aber nur, weil ein gewisser Teil der Gesellschaft glaubt, dass ihm irgendetwas zustehen würde. Das ist sozialistische Erpressung, aber wer wirklich glaubt, dass er mit Gewalt etwas an den Eigentumsverhältnissen verändern würde, muss sich eben auch auf eine ebenso gewaltvoller Antwort einstellen.
Welchen Teil der Gesellschaft, der sich bei uns (als Gesamtgesellschaft) mit Gewalt etwas nimmt, meinen Sie?

Träumen Sie?

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Klopsdrops 20.09.2012, 21:08
116.

Zitat von tkrampitz
Und was ist mit den ganzen Arbeitsunwilligen aus den Jahrzehnten davor? Die liegen nun der deutschen Rentenkasse auf der Tasche.
Wieso? Wenn die nie gearbeitet und keine Beiträge gezahlt haben, kriegen sie doch auch keine Rente. Aber schön, dass Dummheit noch einen Namen hat: tkrampitz.

Ich hab mir mal so ihre Beiträge hier durchgelesen. Und ich bin immer wieder erstaunt, welch geistige Krüppel sich so entwickeln können, wenn jemand wie Sie weder Freunde, noch Familie hat und sein ganzes Leben lang innerlich vereinsamt. Denn eins können Sie mir nicht erzählen ... dass es irgendeinen Menschen auf der Welt gibt, der es auch nur einen ganzen Tag zusammen mit Ihnen aushält.

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CancunMM 20.09.2012, 21:08
117.

Zitat von mundi
Nas Niveau der Armut wächst ja auch in den Jahren nach Gründung der Bundesrepublik. Helmut Schmidt erzählte aus seiner Hamburger Nachkriegszeit. Da gab es keine Waschmaschine, keinen Kühlschrank und keinen Fernseher. 2-3 Familien teilten sich in einer großen Wohnung die Küche und Toilette. Heute gehören Kühlschrank und Kommunikationsmittel und eine angemessene, beheizte Wohnung zur Mindestanforderung für ein Existenzminimum. So gut wie heute, ging es den „Armen“ nie. Wozu dann auf die Reichen schielen. Sie haben ja den Reichtum doch nicht geklaut.
Doch genau das haben einige von Ihnen gemacht. Geld in die Schweiz transferiert und somit dem Staat und der Allgemeinheit entzogen. Also geklaut.
Niveau der Armut wächst ? wi ist Ihnen denn das eingefallen.
Sie machen Armut an der Anzahl der Kühlschränke und Toiletten fest ?
Denn könnten Sie auch sagen, dass die Leigeigenen im Mittelalalter gar nicht so arm waren, denn Sie hatten ja im Gegensatz zum Steinzeitmenschen das Feuer.
Schon mal was von Menschenwürde gehört ? Dazu gehört durch Arbeit für sich und seine Familie sorgen zu können.

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Bergunfall 20.09.2012, 21:09
118.

Zitat von Epaminaidos
Unsere Eltern haben noch jahrelang für ihren ersten Fernseher gespart. Heute bekommt jeder Hartz IV-Empfänger einen.
Ja, das ist der technische Fortschritt. Viele Leute arbeiten daran, Technik erschwinglich zu machen.

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u.loose 20.09.2012, 21:10
119. Hört sich ja vernünftig an

Zitat von Zereus
Natürlich wäre ich dadurch nicht direkt reicher, ich will das auch nicht, um mich persönlich zu bereichern. Aber der Staat könnte davon durchaus sinnvolle Dinge tun, z.B. seine Schulden reduzieren. Davon abgesehen macht eine moderate Vermögensabgabe nun wirklich niemanden arm oder investitionsunfähig, der ein wirklich großes Vermögen hat.
Dann muss ja nur noch über den Begriff Moderat diskutiert werden...

Also ich finde die Schweiz hat das moderat geregelt - die Nr 1 im weltweiten "Reichtumsranking" - 20% Spitzensteuersatz + max. 3 Promille Vermögenssteuer + 8% Rentenversicherung für Alle...

Was bedeutet für Sie denn der Begriff Moderat?

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