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Studie: Atomkatastrophe würde Deutschlands Helfer überfordern
dapd

Für einen Atomunfall wie in Fukushima ist Deutschland nicht gewappnet. Eine Studie des Bundesamts für Strahlenschutz belegt nach Informationen des SPIEGEL: Die mit radioaktiven Stoffe verseuchten Flächen wären weitaus größer als bislang angenommen, ganze Städte müssten evakuiert werden. Studie: Atomkatastrophe würde Deutschlands Helfer überfordern - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft

Seite 10 von 76
Promethium 17.03.2012, 22:32
90.

Zitat von sysop
Für einen Atomunfall wie in Fukushima ist Deutschland nicht gewappnet.
Brauchen wir auch nicht! Wir haben nämlich keine Tsunamis....

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fludd 17.03.2012, 22:51
91. Haftungsgrenze

Zitat von futaba
Falsch! AKW Betreiber haften mit ihrem gesamten Vermögen,...
Es klingt zunächst toll, dass der AKW-Betreiber mit seinem ganzen Vermögen haftet. Was diese Betreiber-Haftung bringt, zeigt das Beispiel TEPCO recht anschaulich: TEPCO ist Pleite, bevor auch nur über Haftung nachgedacht werden konnte.

Der Sinn der HaftPFLICHTversicherung ist wohl eigentlich, dass jemand, der anderen möglicherweise mehr Schaden zufügt als er selbst ersetzen kann, über die Versicherung absichert, dass ein Schaden in jedem Fall ersetzt wird.

Es ist doch blanker Hohn, wenn in diesem Forum in heroischen Worten von Betreibern berichtet wird, die "SOGAR SELBER HAFTEN" (müssen) (weil den Versicherungen, deren tägliches Geschäft die Risikobewertung ist, das klitzelkeine, niedliche RESTRisiko von AKW zu groß ist)

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Ing. Hans Maulwurf 17.03.2012, 22:53
92.

Zitat von Bln79
Ja, genau das ist der Grund. Sie schließen ja auch eine Haftpflichtversicherung ab, damit Sie im Schadensfall selbst auf den Kosten sitzen bleiben. *lol* Wenn man schon AKW-Kritiker ist, dann sollte man bitte auch entsprechende Logik anwenden. Ohne Haftpflichtversicherung sind die Betreiber nämlich selbst haftbar.
Naja, darum geht es ja gar nicht. Es geht eher darum, dass der Betreibedie Kosten ja garnicht stemmen kann.

Sie haben ja eine KFZ-Haftpflicht (sofern sie ein KFZ haben). Klar, ist ja sinnvoll, sie fahren ihrem Vordermann hinten drauf, die Versicherung zahlt die paar tausend Euro und ihre Finanzplanung ist nicht auf Jahre geschädigt. Klar, kann man aber stemmen.

Naja, wenn sie jetzt aber einen Unfall mit einem Bus verursachen und dann nicht 20 Tote sondern 20 lebenslange Pflegefälle, dann sind nicht sie das Problem ( nämlich auf Lebenszeit pleite), sondern eher die Opfer, denen dann niemand eine Entschädigung zahlt, weil sie es schlichtweg nicht können.

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W. v. Ockham 17.03.2012, 22:54
93. Leider nein!

Zitat von agua
Im Artikel steht,dass die Grenzwerte in Deutschland hoeher sind,als in Japan?Sind sie nicht niedriger, weil selbige doch in Japan noch hochgesetzt wurden,um wieder im "gruenen Bereich" zu sein.
Kommt darauf an, welche Grenzwerte gemeint sind - leider enthält der Artikel dazu keine verwertbare Information.

Was bestimmte Lebensmittelarten angeht stimmt der Artikel leider. Die EU(!) hat NACH(!) dem Atomunfall in Japan die Grenzwerte für AUS JAPAN STAMMENDE Lebensmittel ERHÖHT!

Politik: EU erhöht Strahlungs-Grenzwerte - Newsticker - sueddeutsche.de

Mit der Folge, dass bestimmte - in Japan nicht mehr verkehrsfähig belastete - Lebensmittel problemlos in die EU exportiert werden können. Und das ist auch gewünscht, weshalb sonst hätte man in einer solchen Situation die Grenzwerte erhöhen sollen?

Liegt aber sicher nur an den krankhaft übervorsichtigen Japanern, die EU-Grenzwerte sind natürlich die richtigen. Eine Gesundheitsgefahr hat nie bestanden und wird es nie geben!

Guten Appetit!

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hirsnemehism 17.03.2012, 22:57
94. Größenordnungen

Zitat von Vergil
Wenn der Staudamm eines großen Wasserkraftwerks durch einen terroristischen Anschlag bersten sollte oder wenn es in einem Chemieunternehmen einen großen Unfall mit hochgiftigen Chemikalen geben sollte, können auch extrem hohe Schäden auftreten, die kein Unternehmen mehr schultern kann.
Mag sein, aber diese Szenarien wären nach spätestens zehn Jahren überwunden,...
...nicht erst nach zehn Jahrtausenden!

Außerdem wäre (zumindest beim Staudammszenario) die Belastung eher lokaler Natur (beim Chemiewerk vielleicht regional).

Erinnern Sie sich?
Selbst 2010 wurde noch immer vor dem Verzehr von in Bayern gewachsenen Pilzen gewarnt (Eventuell Neueres ist mir zumindest nicht bekannt).
Verseucht durch den Tschernobyl-GAU!
...und das ist ja nicht gerade um die Ecke...

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Havenpirat 17.03.2012, 22:58
95.

Zitat von Vergil
Soso. Es kommt aber nicht auf kurzfristige Zeiträume an, sondern auf langfristige Abläufe. Und auf längere Zeiträume gesehen ist Deutschland zum Stromimporteur gewesen - und zwar zum Atomstromimporteur. Das hat vor allem damit zu tun, dass der ausländische Atomstrom sehr billig ist.
Das ist ja schonmal falsch,in Summe ist D-Land Exporteur.Und es wird auch kein Atomstrom an sich importiert sondern der Mix der im jeweiligen Land geproddet wird.Mit dem Preis hat es was zu tun,aber nicht weils hier sooo teuer ist sondern weil Strom teilweise verramscht wird. Zitat von
Das Problem bei den erneuerbaren ist aber doch vor allem: Was tun, wenn kein Wind weht? Die Windkraft ist die wesentliche Komponente, fällt sie kurzfristig aus, müssen andere - konventionelle - Lösungen einspringen oder es muss sofort Strom importiert werden. Wir brauchen also für den Fall der Windstille konventionelle Kraftwerke in der herkömmlichen Größenordnung, die zudem von jetzt auf sofort einspringen können. Wir sparen daher mit den erneuerbaren Energien keine Kraftwerke ein.
anscheinend ja doch
und EE besteht tatsächlich nicht nur aus WKAs
Zitat von
Sonnenkraft kann man ohnehin vergessen. Die großzügige Förderung der Solarenergie war und ist eine Bescheuertheit größeren Ausmaßes. In Deutschland scheint einfach nicht genug Sonne. Was in Norwegen Sinn hat - Wasserenergie - oder in Afrika - Sonnenenergie -, hat in Deutschland noch lange keinen Sinn. Der Anteil der Sonnenenergie am Gesamtenergieaufkommen ist trotz Milliardenförderung immer noch im Promillebereich.
Trotz aller Unkenrufe ist PV im %Bereich und gestern zur tageszeit lieferte PV ganze 15,8GW,mehr als genug um die blödsinnigen Kernkraftwerke mit dem Strom zu versorgen den die brauchen damit die nicht abfackeln. Zitat von
Hinzu kommen die Stromspitzen. Weht nämlich viel Wind, entstehen plötzlich Überspannungen, die vom Netz aufgefangen werden müssen. Deutschland nutzt hierfür auch die polnischen u.a. Stromnetze. Die Polen wehren sich hiergegen bereits, weil durch diese Vorgehensweise ihren eigenen Netzen der Kollaps droht.
was ja nun totaler Blödsinn ist,wie oft soll noch die Mähr vom Kollaps erzählt werden?
Die Netzbetreiber haben gepennt und diese alten Netze hätten schon längst erneuert werden müssen.Nicht nur wg.EE!
Aber offensichtlich hat es keinen der vielen angekündigten Blackouts gegeben.
Zitat von
Speicherlösungen müssen her. Doch das wird dauern, wenn es überhaupt klappt. Vielfach wird vorgeschlagen, norwegische Wasserkraftwerke bzw. Seen als Zwischenspeicher zu nutzen. Doch abgesehen von dem dafür erforderlichen intelligenten und ausgebauten Stromnetz - was nicht vorhanden ist und noch Jahre oder Jahrzehnte dauern wird -, hat auch noch niemand daran gedacht, einmal Norwegen zu fragen, ob es seine Wasserkraftwerke - die es ja selbst braucht - überhaupt Deutschland als Zwischenspeicher zur Verfügung stellen will.
Und wieder die angebliche Unmöglichkeit von irgendwas,bis vor kurzem hat auch keiner geglaubt das EE eklatant zur Energieversorgung beitragen kann.
UNMÖGLICH haben die alle geschrien....
Zitat von
Ich bin nicht gegen den Ausstieg aus der Atomkraft. Aber ich ärgere mich, dass so viele Naivlinge die Augen vor den immensen Problemen verschließen, die der Ausstieg aus der Atomenergie mit sich bringt.
Das sind keine immensen Probleme sondern immense Chancen die der Ausstieg aus der Dinosauriertechnologie bringt!

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harald_töpfer 17.03.2012, 22:58
96. ...

Zitat von Promethium
Brauchen wir auch nicht! Wir haben nämlich keine Tsunamis....
Es gibt noch mehr Möglichkeiten, warum eine Kühlung ausfallen kann.

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7eggert 17.03.2012, 22:59
97.

Zitat von Promethium
Brauchen wir auch nicht! Wir haben nämlich keine Tsunamis....
Und die Japaner hatten keine Graphitreaktoren, so daß dort die Kraftwerke nicht wie in Tschernobyl explodieren konnten.

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opar 17.03.2012, 22:59
98. Was eine Haftung der AKW Firmen nutzt sieht man in Japan.

Zitat von Bln79
Ja, genau das ist der Grund. Sie schließen ja auch eine Haftpflichtversicherung ab, damit Sie im Schadensfall selbst auf den Kosten sitzen bleiben. *lol* Wenn man schon AKW-Kritiker ist, dann sollte man bitte auch entsprechende Logik anwenden. Ohne Haftpflichtversicherung sind die Betreiber nämlich selbst haftbar.
Tepco hat gerade etliche Milliarden Euro vom Staat bekommen, um damit die Schadensersatzansprüche abdecken zu können.

Der Punkt ist der, dass eine Haftpflichtversicherung unbezahlbar wäre. Und deshalb hätte man dieses Atomabenteuer eigentlich nie starten dürfen. Wenn nämlich etwas passiert, kann das keiner bezahlen.
Und nur zu hoffen, dass nie nie etwas passiert, finde ich eine reichlich verwegene Basis, unser aller Leben auf so etwas zu bauen.

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7eggert 17.03.2012, 23:04
99.

Zitat von Vergil
Das Problem bei den erneuerbaren ist aber doch vor allem: Was tun, wenn kein Wind weht? Die Windkraft ist die wesentliche Komponente, fällt sie kurzfristig aus, müssen andere - konventionelle - Lösungen einspringen oder es muss sofort Strom importiert werden. Wir brauchen also für den Fall der Windstille konventionelle Kraftwerke in der herkömmlichen Größenordnung, die zudem von jetzt auf sofort einspringen können. Wir sparen daher mit den erneuerbaren Energien keine Kraftwerke ein.
Kraftwerke nicht, aber wenn man die Kraftwerke je nach Wetterbericht einsetzt, um Solar- und Windstrom zu ergänzen, dann spart man Energie ein. An Tagen mit schwankendem Wetter wird es vorerst günstiger sein, neben Biomasse auch mehr konventionelle Energie einzusetzen, bei stetigem Wind und Sonnenschein übernehmen dann die Windräder und Solarkraftwerke mehr.

Auf mittlere Sicht muß dann, wie Sie richtig schrieben, mehr Speicherkapazität geschaffen werden. Das wird noch ein gutes Stück Arbeit.

PS: Extrembeispiel, wie es funktionieren kann:
Samsø - Wikipedia, the free encyclopedia

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