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Studie: Atomkatastrophe würde Deutschlands Helfer überfordern
dapd

Für einen Atomunfall wie in Fukushima ist Deutschland nicht gewappnet. Eine Studie des Bundesamts für Strahlenschutz belegt nach Informationen des SPIEGEL: Die mit radioaktiven Stoffe verseuchten Flächen wären weitaus größer als bislang angenommen, ganze Städte müssten evakuiert werden. Studie: Atomkatastrophe würde Deutschlands Helfer überfordern - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft

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villa flores 17.03.2012, 20:25
20. Haftungsfrage

Zitat von Bln79
Ja, genau das ist der Grund. Sie schließen ja auch eine Haftpflichtversicherung ab, damit Sie im Schadensfall selbst auf den Kosten sitzen bleiben. *lol* Wenn man schon AKW-Kritiker ist, dann sollte man bitte auch entsprechende Logik anwenden. Ohne Haftpflichtversicherung sind die Betreiber nämlich selbst haftbar.
Das Problem ist schlicht, dass es keine Versicherung weltweit gibt, die ein Kernkraftwerk versichern würde. Bei einem Gau in Deutschland haftet erst einmal der Anlagenbetreiber, aber sehr interessant ist dazu folgendes aus der Drucksache 17/2682 vom 27. 07. 2010 des Deutschen Bundestags.
Zitat:"Der zu erwartenden Schadenssumme steht eine deutlich niedrigere Deckungs- vorsorge der Kernanlagenbetreiber gegenüber, die gerade einmal auf 2,5 Mrd. Euro begrenzt ist. Hiervon sind etwa 256 Mio. Euro durch die Deutsche Kern- reaktor-Versicherungsgemeinschaft (DKVG) versichert. Die restliche Summe in Höhe von etwa 2 244 Mio. Euro ist im Rahmen eines Solidarvertrages der Obergesellschaften der Kernkraftwerksbetreiber durch testierte, innerhalb eines Jahres liquidierbare finanzielle Sicherheiten abgedeckt, die dem zweifachen Betrag der Garantiezusagen, also rund 4 489 Mio. Euro entsprechen. Über diese Beträge hinaus haften die Kernanlagenbetreiber (d. h. z. B. die Kernkraftwerk Krümmel GmbH & Co. oHG im Fall von Krümmel oder die RWE AG im Fall von Biblis) mit ihrem Vermögen prinzipiell unbegrenzt. Ob die im Falle eines nuklearen Ereignisses betroffenen Unternehmen oder ihre Muttergesellschaften in den Fällen, in denen diese aufgrund von Patronatserklärungen o. Ä. mithaften, tatsächlich über die 2,5 Mrd. Euro Deckungsvorsorge hinaus zum Schadenersatz beitragen können, ist fraglich, da der Unternehmenswert nach dem nukle- aren Ereignis vermutlich drastisch unter dem Wert liegen dürfte, den das Unternehmen noch am Tag vor dem nuklearen Ereignis gehabt hatte."
Für noch mehr Informationen hier der Link http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/026/1702682.pdf

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Altesocke 17.03.2012, 20:27
21.

Zitat von Bln79
Ja, genau das ist der Grund. Sie schließen ja auch eine Haftpflichtversicherung ab, damit Sie im Schadensfall selbst auf den Kosten sitzen bleiben. *lol* Wenn man schon AKW-Kritiker ist, dann sollte man bitte auch entsprechende Logik anwenden. Ohne Haftpflichtversicherung sind die Betreiber nämlich selbst haftbar.
Was im Falle eines Unfalls dann eh egal ist! In dem Fall ist insolovent dann insolvent!
Aber eine HaftPflicht haette das Maerchen des billigen Stromes von Anfang an ausgebremst. Oder welches Versicherungsunternehmen haette das fuer 'Kleingeld' gemacht, so sie denn dazu haetten gezwungen werden koennen?

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TS_Alien 17.03.2012, 20:28
22. .

Zitat von atherom
Vielleicht sollte man den Lesern kurz vor den Augen führen, weshalb Japan vor einer Woche trauerte: es trauerte um über 20.000 Menschen, die einer Naturkatastrophe zu Opfer fielen. Bei dem daraus resultierenden Gau in Fukushima gab es bisher keinen einzigen Toten. Diese 20.000 fanden in Deutschland kaum Beachtung, die Katastrophe in Fukushima führte aber dazu, dass einer gelernten Physikerin, quasi über Nacht, die Gefahr der Atomenergie bewusst wurde und diese (überhaupt nicht populistisch) den sofortigen Ausstieg aus der preiswerten und bisher auch saubersten Energie einleitete. Bei der Windenergie spricht man bisweilen über die hässlichen Windmühlen. Die Tausenden Vögel, die tagtäglich von den Mühlen geschlachtet werden, spricht man noch nicht.
Der AKW-Unfall von Fukushima hat bereits Tote gefordert. In den evakuierten Gebieten hat es keine Suche nach verschütteten Menschen gegeben.

Sauber sind AKWs nun wirklich nicht. Allein die Uranerzförderung und die Herstellung der Brennelemente ist ein ziemlich dreckiges Geschäft. Das, was Wiederaufbereitung genannt wird, ist mindestens genauso dreckig. Und preiswert sind AKWs auch nicht. Die grossen Posten auf der Endabrechnung für den Rückbau und die Endlagerung sind ja noch gar nicht bekannt.

Lesen bildet! Ein gutes und aktuelles Buch zu diesem Thema ist z.B. "Fukushima lässt grüssen".

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allereber 17.03.2012, 20:30
23. Teufelswerk

Zitat von futaba
Der Spiegel wird schon wissen, warum er die Studie nur in Bruchstücken zitiert. Völlig unverständlich bleibt der Hinweis darauf, dass in Deutschland höhere Eingreifwerte gelten würden als in Japan. Heißt das, in Japan wurde mehr evakuiert als nach deutschen Maßstäben notwendig? Insgesamt drängt sich der Verdacht auf, dass anlässlich der bevorstehenden Evakuierungsaufhebungen in Japan dringend ein Ablenkungsmanöver der Anti-Atomlobby in Ministerien und Medien gestartet werden muss. Da ist es kein Zufall, wenn das grüne Umweltministerium Röttgens eine angeblich geheime Studie der dienstbeflissenen Presse zuspielt.
Dieses Teufelswerk würde jeden Menschen überfordern.
Nur Vollidioten haben es angestiftet.
Auch eine Art Massenmord.

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Altesocke 17.03.2012, 20:31
24.

Zitat von Herr Bayer
Keine Versicherung versichert AKW-Unfälle (Schadenshöhe zu groß). Die Betreiber haften nur bis zu einer festgelegten Obergrenze. Grenzüberschreitende Haftung gibt es nicht Meine Gebäudeversicherng (wie alle anderen auch) schließen Schäden durch AKW-Unfälle von der Versicherung aus.
Richtig. wir (alle betroffenen Staaten) zahlen z.B. immer noch fuer Tschernobyl . Neuer Sarkophag auf Ruine ohne nennenswerte strahlende Materialien, weil angenommen werden kann, das es bei der Explosion in die Luft gepustet worden ist!

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vostei 17.03.2012, 20:33
25. hmmm

Zitat von futaba
Der Spiegel wird schon wissen, warum er die Studie nur in Bruchstücken zitiert. Völlig unverständlich bleibt der Hinweis darauf, dass in Deutschland höhere Eingreifwerte gelten würden als in Japan. Heißt das, in Japan wurde mehr evakuiert als nach deutschen Maßstäben notwendig? Insgesamt drängt sich der Verdacht auf, dass anlässlich der bevorstehenden Evakuierungsaufhebungen in Japan dringend ein Ablenkungsmanöver der Anti-Atomlobby in Ministerien und Medien gestartet werden muss. Da ist es kein Zufall, wenn das grüne Umweltministerium Röttgens eine angeblich geheime Studie der dienstbeflissenen Presse zuspielt.
Weil in Japan der Staat selber, Polizei - Militär - der Zivilschutz ist. Das hat Nachteile, wie die Beben in Kobe 1995 und auch Niigata 2004 zeigten, auch Fukushima war inklusive der von der Welle verwüsteten Gegenden zäh im Anlauf, das AKW die Maßnahmen mau. Bei uns gibt es mehr organisierte Instanzen NRO. Aber die Studie soll ja kein Vergleich sein und ich bezweifle sie insofern, als das man scheinbar nur national rangeht. Würde in Bayern ein AKW durchgehen, wären auch Österreich und die Schweiz da...

In Marcouille, wo neulich der Ofen explodiert ist, wurde vor kurzem ein IT_system zur besseren Orga des Zivilschutz vorgestellt, Atomkraftgegner waren da und ein Landrat - Desinteresse bei denen, für die es gedacht war. Die Ausstattung und der Organisationsgrad - da muss Interesse dahinter stehen - das Ergebnis dieser Studie - sollte es tatsächlich so schlecht sein, wäre dann der Atomkraftriege und deren Abwiegeln zuzuschreiben.

An die veehrten Atomisten: THW DRK nehmen gerne Spenden und Technik an - also ran, es scheint Bedarf zu bestehen.... ^^

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Misha 17.03.2012, 20:34
26. Titellos ... was sonst!

Zitat von XMey
Aber die Macht erhalten meist nur die, die sie begehren - und diejenigen sind alles andere als weise. Die Grundsätzlichen Probleme bleiben über die Jahrtausende gleich - und so ist es auch mit Atommüll. Der Mensch sollte einfach von allem, was ihn überdauern kann, die Finger lassen - Kinder eingeschlossen ;-) - dann wäre alles viel einfacher. Aber da es ja nicht so einfach ist, müssen sich unsere Nachkommen mit dem rumschlagen, was wir verbrechen. Schulden sind der geringste Teil, denn sie sind ein soziales Konstrukt. Aber KK - Kernkraft ist ja keine intersubjektive Gegebenheit, sondern knallhartes physikalisches Faktum.
Also: AKW sind erstmal keine Machtfrage an sich. Das wurde erst durch die Umweltbewegung in den siebzigern so postuliert und hat sich so eingebrannt.

Zum Anderen:
Der Abbau von radioaktiven Stoffen läßt die Hintergrundstrahlung, die von den Gesteinen kommen, sinken.
Wenn wir das durch kerntechnische Verfahren beschleunigen, haben wir sowohl Strom wie auch weniger Radioaktivität.

Klingt ein wenig schräg, ist nach etwas Überlegung tatsächlich so.

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mrsa 17.03.2012, 20:36
27. Saubere Asse

Zitat von atherom
Vielleicht sollte man den Lesern kurz vor den Augen führen, weshalb Japan vor einer Woche trauerte: es trauerte um über 20.000 Menschen, die einer Naturkatastrophe zu Opfer fielen. Bei dem daraus resultierenden Gau in Fukushima gab es bisher keinen einzigen Toten. Diese 20.000 fanden in Deutschland kaum Beachtung, die Katastrophe in Fukushima führte aber dazu, dass einer gelernten Physikerin, quasi über Nacht, die Gefahr der Atomenergie bewusst wurde und diese (überhaupt nicht populistisch) den sofortigen Ausstieg aus der preiswerten und bisher auch saubersten Energie einleitete. Bei der Windenergie spricht man bisweilen über die hässlichen Windmühlen. Die Tausenden Vögel, die tagtäglich von den Mühlen geschlachtet werden, spricht man noch nicht.
Na ja, wenn Sie Dreck darüber definieren, dass man ihn sieht, haben Sie sicherlich recht. Schicken wir doch einfach ein Gebäudereinigunsteam mit ein paar Staubtüchern und Wischeimern in die Asse, dann wird es dort auch wieder sauber. Vielleicht zahlts ja auch die Krankenkasse als gesundheitsförderne Maßnahme :-). O.k. ab einer bestimmten Höhe der Strahlung wird tatsächlich alles rein, nämlich klinisch rein. Nur gibt es einige Leute, die nicht unbedingt von der Strahlung gesäubert werden möchten, damit andere sich vorher eine goldene Nase verdienen.
In Bezug auf Fukushima waren die Auswirkungen der Welle und des Erdbebens landesweit und unmittelbar tatsächlich weitaus größer als die des Supergaus. Aufgrund der Windrichtung wurde aber der Großraum Tokyo weitgehend verschont. Bei vielen europäischen Meilern fehlt allerdings das Meer, auf das der Dreck geweht werden könnte.

Und um die Vögel machen Sie sich mal keine Sorgen, die sind lernfähig. Ähnliche Argumente gabs seinerzeit schon beim Ausbau der Hochspannungsleitungen, um z.B. die sauberen AKWs ans Netz zu bringen. Diese Leitungen sollen damals auch ein paar Vogelleben gekostet haben.

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TS_Alien 17.03.2012, 20:38
28. .

Zitat von futaba
Geben Sie sich keine Mühe. Der Mythos von der Haftungslosigkeit von Atomkraftbetreibern ist integraler Bestandteil Zivilgesellschaftsreligion. Tatsächlich haften AKW Betreiber im Gegensatz zu Betreibern von regenerativer Energiegewinnung, z.B. Staudämmen, sogar dann, wenn höhere Gewalt vorliegt.
Die AKW-Betreiber haften bis zu einer Obergrenze, die deutlich unter 10 Milliarden Euro liegt. Sollte ein AKW-Unfall in Deutschland ganze Landstriche verseuchen, dann ist man schnell bei weit über 1000 Milliarden Euro an Schadenssumme angelangt.

Raten Sie einmal, wer das dann bezahlt?

Ähnlich ist es mit dem Rückbau. Ich warte nur darauf, dass die AKW-Betreiber kurz vor dem Beginn oder während der Rückbauphase pleite gehen.

Raten Sie einmal, wer das dann bezahlt?

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sample-d 17.03.2012, 20:39
29. |||||

Zitat von Hannovergenuss
Und der Hauptteil der Erneuerbaren Biomasse, also quasi Brot ist, das man eigentlich essen sollte...
Der fette Deutsche - Welt - Tagesspiegel

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