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Studie über Bundesbürger: Wir Jammer-Deutschen
dapd

Deutschland steht trotz Euro-Krise gut da. Aber eine Studie zeigt: Die Bundesbürger leiden trotzdem an Existenzangst und zweifeln an sich selbst. Sie ziehen sich ins Private zurück und engagieren sich immer weniger für die Gemeinschaft. Rheingold-Studie über deutsche Zweifel und Ängste - SPIEGEL ONLINE

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charlesamannub 25.09.2012, 16:03
230. Die Jammerdeutschen.

Es ist wirklich zum Jammern, solch eine armselige Studie, mit solch einem armseligen Ergebnis in solch einer armseligen Zusammenfassung hier lesen zu müssen. Gewiß soll ja stets der pädagogische Zeigefingen hochgereckt werden, damit das blöde Volk aufgerüttelt wird, aber was soll denn dieser bescheidene Artikel aussagen. Nein, nicht die Deutschen, denen es gut geht, ist zum Jammern zu Mute, sondern eben dem inzwischen auf ein Millionenheer von 25 % der arbeitnehmenden Menschen angewachsenen, die unterhalb von 9, 80 € /Arbeitsstunde bezahlt werden. Also unter 1600,- € Brutto soll neben den eigentlichen „Betriebskosten“ für das täglich teurer werdende Leben, auch noch Eigenvorsorge für Rente und Krankenkasse, aufgebracht werden. Von der Idee von diesem Einkommen auch noch eine Familie, gar mit Kindern, zu gründen kommen ja deswegen zusehends mehr ab. Die 10 % der Bevölkerung denen zwei Drittel aller Vermögenswerte der Republik gehören können nun gar nicht nachvollziehen, daß ein Teil der Armut letztendlich aus ihrem Wohlstand geschaffen wird. Ihre anstrengungslosen Einnahmen aus Unternehmens-Renditen, aus Immobilienvermietung oder noch schnöder aus Spekulationsgewinnen sind die letzten 10 Jahre derart exorbitant angestiegen, weil eben bei einem guten Drittel der arbeitenden Bevölkerung die Löhne und Gehälter bei gleichzeitig steigenden Abgaben und Kosten, erkennbar gesunken sind. Selbst im bislang doch stets optimistischen Amerika glaubt heute kaum mehr jemand an die „alles-wird-gut“-Versprechungen der Klientelpolitiker und Wirtschaftsmagnaten. Jammern ist kein beklagenswertes Luxusphänomen sondern leider eine allzu realistische Systembeschreibung !

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kalle_lutz 25.09.2012, 16:04
231.

Zitat von havau
... keiner tut was und steht von Sofa auf. Es war ja mal wirklich gut in Deutschland aber was jetzt daraus geworden ist ist in vielen Bereichen nichtmal mehr EU-Durchschnitt. Resigniert von Politikmarionetten- und Politikschauspielern, verblödet und manipuliert von.......
Das die Leute aufstehen, ist nur noch ein Frage der ZEIT. Warum wohl wird der Einsatz der Bundeswehr im Innern vorbereitet

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Drunken Masta 25.09.2012, 16:05
232. Ist das ein Wunder?

Es liegt in der Natur unserer Medien das Negative wesentlich deutlicher darzustellen als das Positive. Krieg, Katastrophen und seit einigen Jahren die Eurokrise sind doch die beherrschenden Themen. Ist es da so verwunderlich, dass immer mehr Deutschen der Optimismus abhanden kommt bei einer gefühlten Dauerkrise?
Des Weiteren sind die Deutschen vermutlich nichtmehr ganz so dumm, wie zu Zeiten als es beispielsweise hieß "die Renten sind sicher". Viele sehen wo das Milliardenverschleudern hinführen kann und machen sich sorgen um die Zukunft. Wenn nicht um ihre, dann um die ihrer Kinder. Dem gegenüber stehen Politiker, die nur auf kurzfristigen Stimmenfang aus sind und ihr Fähnlein zu gern in den Wind hängen. Wo soll denn eine positive Aufbruchstimmung, vor allem in einer orientierungslosen Mittelschicht herkommen?
Ich finde es da verständlich, dass man sich auf seine eigenen Angelegenheiten kozentriert und Probleme und Missstände ausblendet. Finde es fraglich ob man jemandem diese Art Selbstschutz vorwerfen kann.

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Tahlos 25.09.2012, 16:06
233. optional

Eine von einer Brauerei in Auftrag gegebene Studie, die 200 Leute befragt und bei 1060 "überprüft" hat?
Das ist doch nicht ihr Ernst, das so ein Blödsinn mit dem Reifenhändler dem ein Bewerber Schwarzarbeit in der gleichen Branche gestanden hat, wirklich als repräsentativ genannt wird?
Das nimmt ja schon eine Dimension von RTL-Doku-Soaps an.
Das allerdings 70% sagen, das Deutschland "den Bach runtergeht" ist halbwegs realitstisch, wenn man mal die täglichen Meldungen in den Medien ansieht. Da hilft dann auch kein gespielter Zweckoptimismus ala UvdL, der Bundesverkündigungs- und Grinseministerin.
Fazit: Eine durch und durch unsinnige "Umfrage", deren Kosten man sich gut hätte sparen können. Andererseits wohl ein gutes Ergebnis für die Brauerei, die nun vermutlich hofft, an die depressiven Kunden noch mehr Bier liefern zu können. In dieser Hinsicht kann man sicherlich vermelden: "Mission erfüllt!"

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perlhuhn. 25.09.2012, 16:06
234. da ist was dran...

Allmorgentlich auf dem kleinen Rundgang mit meinem Hund, schau ich mir die Gesichter (hätte gerne einen anderer Ausdruck parat gehabt) , der zur Arbeit fahrenden Menschen in Bus und Auto an. Da kann ich nur sagen, Edward Hopper hätte wahrscheinlich 'nen Malrausch bekommen, bei soviel Tristesse und Erbärmlichkeit der ins Leere Blickenden.
Könnte ansteckend werden, wenn ich nicht schon den guten Kaffeeduft von zuhause in der Nase hätte.

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singlesylvia 25.09.2012, 16:08
235. Genauso ist es

Zitat von mxmx
Wenn man versucht sich zu engagieren und überall gegen Wände rennt, dann ist man das ganze irgendwann Leid und zieht sich zurück. So geht es vielen viel zu oft.
Ich denke, dass es viele Deutsche gibt, die was im Kleinen oder Großen ändern würden, sie haben nur die Probleme oder Ängste,
- dass zu Wenige mitmachen,
- dass sie sofort von Gegengruppierungen unterwandert, bespitzelt und ausgehöhlt werden,
- dass sie sich wie die Piratenpartei in Strukturgerangel aufreiben,
- dass für legale Änderungen die Restlebenszeit nicht reicht,
- dass die Gegner (Staat, Europa) zu groß sind,
- dass man gegen zu viel Lobbyismus gegenanrennen muss,
- dass man ein System friedlich nur dadurch ändern kann, indem man in das System einsteigt, um dessen Strukturen kennenzulernen, mit dem System verwachsen muss, um aufsteigen und Veränderungen herbeiführen zu können, dabei im System aufgeht und am Ende genauso mitmacht wie die, gegen die man ja ursprünglich angehen wollte.
- dass für gewalttätige Veränderungen das Frustpotential noch nicht groß genug ist,
- dass nicht mit offenen Karten gespielt wird,
- dass der alltägliche Respekt vor den Mitmenschen - gelinde gesagt - flöten gegangen ist,
- dass es an charismatischen Führungspersönlichkeiten fehlt,
- dass man gegen staatliche Terrorismus-Paranoia angehen muss,
- dass zu Wenige über die nötige Intelligenz verfügen, um mit ihnen eine friedliche Revolution erfolgreich durchführen zu können,
- dass die Meisten sagen "Für Veränderungen sind die in Berlin zuständig, die wurden dafür von uns beauftragt, die werden dafür von uns bezahlt",
- dass die Meisten sagen "Ich habe mit meinem eigenen Kram genug um die Ohren, danke"
- dass die wenigsten von uns als Helden taugen,
- dass ... "Nöh, bei dem schönen Wetter gehe ich lieber schwimmen"
- dass sie sofort als nicht grundgesetzkonform eingestuft werden, nur weil sie ihre Rechte wahrnehmen.

Habe ich was vergessen?

Aber wir jammern ja nicht, und ehrlich, bei dem Schietwetter heute bleibe ich auch lieber zu Hause.

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Waldbahner2 25.09.2012, 16:13
236. Volksempfinden präziser als die Politiker

Zitat von sysop
Deutschland steht trotz Euro-Krise gut da. Aber eine Studie zeigt: Die Bundesbürger leiden trotzdem an Existenzangst und zweifeln an sich selbst. Sie ziehen sich ins Private zurück und engagieren sich immer weniger für die Gemeinschaft.
Der Staat verschuldet sich immer weiter, der Mittelstand wird immer
ärmer, wir haben immer mehr Niedriglöhner, die Reichen werden
immer reicher.
Wo soll da denn ein Problem sein? Es sei denn man ist nicht reich.
Ich habe von den 10% Reichen noch niemanden jammern gehört.

Dass man durch Arbeit nicht reich werden kann sollte mittlerweile
bekannt sein. Ab in die Bank oder in die Politik da fließt Geld
bis zum Abwinken ob man Verluste macht oder nicht.
Es gibt also keinen Grund depressiv zu sein.

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mr_shoke 25.09.2012, 16:13
237. Oje

Zitat von Dosenpirat
nur unser politisches System der Parteiendemokratie stinkt zum Himmel.! Ist ja auch aus dem 19 Jhr., daher der Modergeruch!
Ach Herrje! Mit Verlaub, das einzige was zum Himmel stinkt, ist Ihr Beitrag!
Leuten wie Ihnen kann man ganz schnell beikommen, wenn man die Frage stellt, wie die Alternative aussieht?

In Deutschland haben wir die Erfahrung mit vielen unterschiedlichen System (Monarchie, direkte Demokratie, Diktatur, Sozialismus), keines dieser Systeme hat sich durchgesetzt! Also Sie Allwissender, bitte nennen Sie eine Alternative zur parlamentarischen Demokratie!
Das genau Gegenteil ist nämlich der Fall: Die parlamentarische Demokratie ist anderen Systeme deutlich überlegen! In den USA, das ja angeblich so heterogene System, gibt es nur zwei Parteien! Ende! Das unterscheidet die USA nciht groß von einem Ein-Parteien-System wie in China oder der Ex-DDR.

Das Land vollzieht dann gerne einmal 180° Wendungen. Ein Konsens ist fast unmöglich, siehe Schuldenbremse, siehe Gesundheitssystem, siehe aktuellen Wahlkampf! Was zählt sind Personen, nciht aber Ideen! Schauen sie sich doch den Wahlkampf in den USA an. Ein Graus! Das soll das modernste Land der Welt sein? Oje, sag ich dazu nur!
Klar gibts aáuch bei uns Lobbyismus, Parteigeschachere, Polemik, aber am Ende zählen immer noch Ideen!Nehmen Sie unserer System: Agenda 2010 von der SPD, Erneuerbare Energien von den Grünen, Mindestlohn von der Linke. All das wäre ohne eine parlamentarische Demokratie nur schwer vorstellbar!

Bei den erneuerbaren Energien bspw. ist Deutschland Vorreiter. Die Welt schaut weiterhin auf Deutschland, ob ein industralisiertes Land die Energiewende schafft. Andere Länder ziehen nach, aber Deutschland war ganz klar Vorreiter.

Das ist ein ganz anderes Bild, dass der Spiegel hier zeichnen will. Sich dabei auf eine Studie zu berufen - ohne eine sachliche Erörterung - ist einfach schwacher Journalismus. Dabei gehen doch die schlechten Nachrichten gar nciht aus, siehe EURO! Und wie wir ja wissen, bringen schlechte Nachrichten Auflage!

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petsy157 25.09.2012, 16:14
238.

Zitat von Haarspalter
Mittlerweile sollen 60% der Amerikaner nicht mehr an den amerikanischen Traum glauben, also vom Tellerwäscher zum Millionär. Und warum hat sich eigentlich Romney so schwer getan seine Steuererklärung zu veröffentlichen? Weil sich dann mancher wohl doch fragen würden, warum der Typ so wenig Steuern zahlt?
Da sind sie aber genau auf dem falschen Weg, ein Amerikaner glaubt immer an amerkanischen Traum, denn er ist immer möglich und wird durch das System sogar unterstützt.
Die Steuerfrage ist hier immer ein Thema, warum Herr Romney seine nicht veröffentlicht ist ganz einfach, es gibt auch hier Steuerflüchtlinge. Davor hat er Angst, es könnte jemand hinter seine Anlagestrategie kommen. Die Höhe seiner Steuerlast interessier hier die wenigsten, denn Steuern werden hier generell kritisiert.
Ich gebe ihnen gerne einen hiesigen Spruch mit.
Das Geld liegt auf der Strasse, man darf sich nur nicht zu fein sein sich zu bücken und es aufzusammeln.

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Bezahler 25.09.2012, 16:15
239. Wunder oh Wunder

Zitat von sysop
Deutschland steht trotz Euro-Krise gut da. Aber eine Studie zeigt: Die Bundesbürger leiden trotzdem an Existenzangst und zweifeln an sich selbst. Sie ziehen sich ins Private zurück und engagieren sich immer weniger für die Gemeinschaft.
Tausende Ursachen für unsere Staatsverdrossenheit liesen sich hier auflisten.
Die Leute spüren einfach das Sie von dem System ausgebeutet werden.
Vom einfachen Mauerer welcher nach 50 Beitragsjahren Seine Rente vom Sozialamt aufbessern lassen muß bis zum Selbstständigen welcher nach 15 Jahren mit 60+Stundenwoche den Restkredit von Seinem Häuschen umschulden muß.
Die Leute spüren einfach das hier eine ganz große Verlade läuft.
Die andere Hälfte der Gesellschaft faselt derweil von Solidarität und Gemeinwesen während die Pründe aus der Staatlichen Umverteilung immer ungehemmter in deren Taschen fließt.
Mich wundert hier gar nichts mehr.
Oben der Artikel mit den Unverschämtheiten eines "Steuergewerkschafters"welchem erlaubt wird völlig offen über das Zahlvieh herzuziehen.
Hier die große Verwunderung darüber ,das jeder für sich versucht sich der Ausbeutung durch unsere Transverempfänger zu entziehen.

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