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Sven Regener zum Urheberrecht: "Man pinkelt uns ins Gesicht!"
DDP

Sven Regener hat eine klare Meinung zum Urheberrecht im Netz - und brachte sie in einer Radiosendung deutlich zum Ausdruck. Youtube? Piratenpartei? Beides nicht so toll. Hören Sie hier die Brandrede des Schriftstellers und Element-of-Crime-Frontmanns in voller Länge. Sven Regener zum Urheberrecht: "Man pinkelt uns ins Gesicht!" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

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dale_gribble 22.03.2012, 20:10
50.

Zitat von rakatak
Was soll das denn für ein "Vertriebskanal" sein, der kostenpflichtige Inhalte umsonst unter die Leute bringt? Hauptsache kostet nix, Geiz ist geil.
Wer veraltete Konzepte hat, geht pleite. Ganz einfach. Wenn die Contentleute nicht bald eine vernuenftige Moeglichkeit schaffen, legal an Inhalte in Form einer Flatrate heranzukommen dann haben sie eben Pech gehabt.
Es wird niemals funktionieren, der Internet-Gemeinde ein schlechtes Gewissen beim entgeltlosen Konsumieren von Inhalten im Web anzuerziehen.
Das hat bei den Kassettenkopierern in den 70ern auch nicht funktioniert.
Das Mitleidsgetue und Gewese der "Kulturschaffenden" ist mittlerweile wirklich schwer zu ertragen.

Wenn das Elektroauto kommt, dann muss ich mich als Betreiber einer Autowerkstatt fuer Verbrenner auch anpassen.

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stukenbrok 22.03.2012, 20:12
51.

Zitat von thana
Und dafür, daß die "Großindustrie" immer mehr in der Schiene "schnelles Geld" arbeitet und kaum noch Künstler produziert, die man auch in 10 oder 20 Jahren noch kennen wird, liegt auch nicht am bösen Publikum, sondern an der Gier von Bohlen und Co. Genau dieser verordnete Massengeschmack funktioniert aber immer weniger, und dann wundern sich die Firmen, wenn die Leute den Dreck nicht mehr so oft kaufen.
Aha. Und was haben Element of Crime mit Massengeschmack zu tun?

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Cotti 22.03.2012, 20:12
52.

Zitat von rakatak
Und Ihrem Beitrag merkt man an, dass Sie von heute sind: Sellbst kein Urheber sein, sondern ein Leecher, der lieber umsonst abgreifen will, anstatt die Rechte der Urheber zu achten. Sehr modern, sehr modern ...
Der ist mindestens "Urheber" seiner Postings hier im Forum - aber da er hier seine Gedanken ohne Not verbreitet, kann er nicht erwarten, Geld dafür zu erhalten. Würden die "Künstler" nicht so viele Tonträger in bester Qualität unters Volk bringen, müsste man in die Konzerte gehen, wenn man ihre Kunst hören wollte. Stattdessen könnten die doch Reklamediscs mit gekürzten Liedversionen kostenlos verbreiten und wer mehr haben will, geht ins Konzert. Sobald eine neue "Platte" vollgesungen worden ist, könnte man die abgenudelten Lieder dann als vollständige Fassung verbreiten - und noch einmal mitnehmen, was man geschenkt kriegt.

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thana 22.03.2012, 20:13
53. ...

Zitat von rakatak
Dann scheuen Sie doch mal in die Geschichte, wer alles total verarmt gestorben ist. Von den Musikern sei an prominentester Stelle Wolfgang Amadeus Mozart genannt. Was ist daran "Kulturförderung", wenn nach 25 Jahren das geistige Eigentum herrenlos auf der Straße liegt?
Mozart wurde gut bezahlt, er konnte nur mit dem Geld nicht umgehen bzw. hat sich mit Extravaganzen selber um Aufträge gebracht. Musik war damals reines Mäzenatengeschäft - wes Brot ich freß, des Lied ich sing. Aber das ist ja mit Plattenfirmen auch nicht anders.

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dale_gribble 22.03.2012, 20:13
54.

Zitat von quoddeus
Bis jetzt habe ich noch keine E.O.C.-Platten, aber das muss ich jetzt ändern. Wir Zeit, dass den Geiz-ist-geil-Piraten mal jemand zeigt, wie man die Fünf-Prozent-Hürde von unten anschaut.
Wenn man noch mehr derart substanzloses Gejammer liest dann kommen die eher auf 50 Prozent...

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knuty 22.03.2012, 20:14
55.

Zitat von redhead72
Die "Umsonstkultur" bei Musikprodukten ist keine "Erfindung" des digitalen Zeitalters, die gab es auch schon in meiner Jugend. Analog, versteht sich. Die Allerwenigsten in meinem Freundeskreis hatten damals genug Taschengeld-Kohle, um sich ständig die allerneuesten Singles und LP´s zu kaufen. Was hat man also getan? Man saß in versammelter Runde vor dem Ghettoblaster, und wenn dann z.B. im Radio Falcos "Jeanny" lief (u.a. von BR und NDR zensiert - das waren noch Zeiten!!), dann hat man die RECORD-Taste gedrückt und das Ganze auf MC aufgenommen. Kostenlos natürlich. Niemanden hat es interessiert, auch nicht die Content-Industrie!!
Das war und ist ja auch ganz legal. Das dürfen Sie auch heute noch machen.

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Hagbard 22.03.2012, 20:14
56. .

Zitat von redhead72
Die "Umsonstkultur" bei Musikprodukten ist keine "Erfindung" des digitalen Zeitalters, die gab es auch schon in meiner Jugend. Analog, versteht sich. Die Allerwenigsten in meinem Freundeskreis hatten damals genug Taschengeld-Kohle, um sich ständig die allerneuesten Singles und LP´s zu kaufen. Was hat man also getan? Man saß in versammelter Runde vor dem Ghettoblaster, und wenn dann z.B. im Radio Falcos "Jeanny" lief (u.a. von BR und NDR zensiert - das waren noch Zeiten!!), dann hat man die RECORD-Taste gedrückt und das Ganze auf MC aufgenommen. Kostenlos natürlich. Niemanden hat es interessiert, auch nicht die Content-Industrie!!
Die "Content-Industrie" hätte sich allerdings dafür interessiert, wenn Sie ihre Mitschnitte dupliziert und verkauft hätten.

Das, was Sie beschreiben war damals legal und ist es auch heute noch.

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Muellller 22.03.2012, 20:18
57. geistiges Eigentum

Hier die beiden absurdesten Gedanken, die ich je im SPON-Forum gelesen habe (sinngemäß, nicht wörtlich):

„Eigentumsrechte darf es für Musik nicht geben, denn Musik entsteht erst im Kopf des Hörers.“

„Es verstößt gegen das Gerechtigkeitsempfinden eines jeden Menschen, zweimal für eine bereits erbrachte Leistung abzukassieren. Wieso soll ich für Beatles-Songs zahlen, für die bereits in den 60er Jahren Geld geflossen ist?“

Die Mehrheit hat vermutlich eine ähnlich Auffassung von geistigem Eigentum. Wenn man diese Auffassung auf materielles Eigentum überträgt, kommt folgendes dabei heraus:

Faire Preise sind die schärfste Waffe im Kampf gegen Autodiebstahl. 2000 Euro für einen 7erBMW sind OK, mehr auf keinen Fall. Autoklau ist ein legitimer Protest gegen die Abzockerpreise der Hersteller-Mafia. Hätten diese Dinosaurier und Evolutionsbremsen ihre Autos früher zu vernünftigen Konditionen angeboten statt zu Phantasiepreisen, wäre es niemals zum Massenklau gekommen.

Diebstahl ist eine gesunde Marktbereinigung, denn Pleite gehen nur diejenigen Hersteller, die minderwertige Autos fabrizieren und die früher vom Markt mitgetragen worden sind. Für diese Minderleister und Trittbrettfahrer habe ich kein Mitleid übrig. Die wirklich guten Hersteller verdienen weiterhin prächtig, da machen wir uns mal nichts vor. Mag sein, dass der ein oder andere Ingenieur nicht mehr von seiner Arbeit leben kann. Aber niemand hat ein Anrecht auf Alimentierung seiner Hobby-Hampelei, und schon gar nicht auf Kosten des Konsumenten. Jeder denkt nur noch ans Geld, dabei sollte doch die Begeisterung für Technik der Grund sein, Autos zu konstruieren.

Wer sagt denn, dass man nur über den VERKAUF Geld verdienen kann?? Hersteller können auch mit Inspektion, Tuning oder der Reparatur Geld verdienen!

Es ist Unsinn, dass durch den Klau von Neuwagen ein wirtschaftlicher Schaden entsteht, denn es ist ja nicht gesagt, dass jeder Dieb das Modell auch GEKAUFT hätte, wenn sich nicht die Gelegenheit zum Klau geboten hätte.

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mixolydisch 22.03.2012, 20:18
58.

Zitat von schoppenhauer
Dann soll er das Musikmachen doch sein lassen, wenn es ihm keinen Spaß macht. Wer Mukke nur wegen der Kohle macht, ist in meine Augen ein armes Würstchen, für dass ich einerseits Mitleid, andererseits Verachtung empfinde.
Schoppenhauer? Sogar das Image eines intelligenten Menschen, der Sie offensichtlich selber nicht sind, klauen Sie! Wie sind Sie überhaupt drauf? Sie müssen ja ziemlich kaputt sein, um so zu denken

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knuty 22.03.2012, 20:18
59.

Zitat von mister-brian
Selten musste ich solch einen verklärten Schmarrn lesen. Herrn Regener ist wohl nicht bewusst, dass in Wahrheit die parasitären Multilabels ihnen "ins Gesicht pinkeln", und nicht die ach so bösen Internetpiraten, zu deren Kernthema es gehört, das Urheberrecht zu Gunsten von Kunden UND Künstler umzuändern.
Und wie wollen die Piraten das machen, wenn sie eine Beschneidung des Urheberrechts wollen und weil sie sich nicht an die Rechte der Vermarkter trauen?

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