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Trennungsdrama: Vater, Mutter, drei Kinder; acht Aktenordner; lauter gebrochene Herze
Patrick Runte/ DER SPIEGEL

Thomas Wolters hat drei Kinder, als seine Ehe scheitert. Je mehr seine private Welt in Unordnung gerät, desto mehr vertraut er darauf, dass der Staat für Ordnung sorgt. Die Geschichte einer Enttäuschung.

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steueragent 01.12.2016, 17:38
1. was soll denn die Justiz da machen?

Wenn die Eltern das nicht geregelt bekommen, kann es die Justiz auch nicht richten. Wie soll denn das auch funktionieren? Da könnte noch eher ein Psychologe helfen und selbst das ist zweifelhaft. Jedenfalls unsinnig, so viel Geld für die Juristerei auszugeben.

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notenbuch 01.12.2016, 18:16
2. Leider einseitig

wenngleich Spon das selbst konnotiert. Bemerkungen wie: ..einer muss tanzen... dürften an der Realität vorbeigehen, das lässt sich auch bei einseitiger Darstellung sagen. Das erstaunen, dass Persönlichkeitsrechte der Mutter vorgehen, wirft ein Bild auf ein geradezu vorsintflutliches Mutter(wunsch)bild. Natürlich sind die Rechte und Gesundheit der Mutter unverhandelbar: eine Mutter,die NICHT im Vollbesitz ihrer Kräfte ist, kann ihre Zwerge nicht gut schützen und betreuen. Zu vermuten ist, dass die leider nicht zu Wort kommende Frau in die Stadt ihrer Großeltern wegen erwartbarer sozialer Unterstützung gezogen ist. Soweit, so nachvollziehbar. Mit "Haus bauen und alles berechnen" ist es nicht getan für eine Familie. Mich hätte in dem Beitrag auch interessiert, was der betroffene Vater GEBEN möchte, dass er teilHABEN möchte, wird dagegen deutlich. Alle Eltern sollten das Gleichnis vom Kaukasischen Kreidekreis verinnerlichen.

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blueyes1 01.12.2016, 18:17
3. Gleiches habe ich auch erlebt

und hatte zum Schluß Glück, dass das Gericht erkannt hat, dass es meiner Ex-Frau nicht um das Kindeswohl ging, sondern möglichst maximalen emotionalen Schaden anzurichten. Schlußendlich hat sie Teile des Sorgerechts verloren.

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hinnimann 01.12.2016, 18:24
4. Aus eigener Betroffenheit

und Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, Ratschlägen oder Kommentaren zu folgen, wenn man sich als Scheidungsopfer sieht. Ich mach es trotzdem. Vom Staat kann Mann hier nichts erwarten. Je eher man sich damit abfindet, desto leichter lebt es sich. Die Kinder interessiert der Streit zwischen den Eltern nur insoweit, als dass sie sich selbst schuldig daran fühlen. Die Unterlagen in den Aktenordnern werden sie nicht lesen, jetzt nicht und später auch nicht. Ein Gericht sorgt nicht für Gerechtigkeit, es fällt ein Urteil. Nirgends geht es ungerechter zu als auf der Welt. Loslassen lernen, Verbissenheit führt zu nichts. Der Blick nach vorne macht frei und man wird vom Opfer zum Akteur. Die Wut,den Ärger und die Verzweiflung versuchen, in positive Energie umzuwandeln. Hilfe in Anspruch nehmen zur seelischen Unterstützung. Klingt alles gut, oder? Ist aber alles machbar, manches schnell, anderes langsam. Vor allem: das Leben geht weiter und alles gleicht sich irgendwann aus. Meine Exfrau ist vor ein paar Monaten an Krebs gestorben, keine 60. Was hat sie von dem ganzen Stress gehabt?

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rolandharry 01.12.2016, 18:39
5. Manches wäre einfach zu lösen:

1. zuständig ist und bleibt das Gericht des letzten gemeinsamen Wohnsitzes
2. Übergabeort für den Umgang ist und bleibt die Gemeinde des letzten gemeinsamen Wohnsitzes

Wenn ein Elternteil dazu nicht in der Lage ist oder es verhindert, wird dem anderen Elternteil das Aufenthaltsbestimmungsrecht übertragen.

Wenn sich beide Elternteile so sehr streiten, dass das Kindeswohl gefährdet ist, werden die Kinder zeitweilig bei Dritten untergebracht und beide Elternteile zahlen gleich anteilig die Kosten.

Viele Kinder, bereits ab Schulalter, wird nach einer Karenzzeit sehr wohl sagen wollen und können, bei wem sie die meiste Zeit verbringen wollen.

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vito 01.12.2016, 18:44
6. ein MutterStaat

kann diese Leidensgeschichte komplett nachvollziehen. Der Beitrag von #steueragent ist nicht sehr hilfreich und zeugt von völliger Unkenntnis solcher einschneidenden Lebenssituationen; bin seit 17 Jahren geschieden, ebenso 3 Kinder und kompletter Abbruch der Beziehung zu den Kindern weil die Mutter keinen Kontakt wollte. ZigTausend Euro für Rechtsstreite um Umgang, Sorgerecht, Unterhalt etc. ausgegeben; bezüglich Unterhalt Zahlmeister bis zum heutigen Tage........für die Justiz in diesem Staat ist die Mutter per se immer die Gute, als Mann muss man erst einmal beweisen dass ER gut ist! da ist ja auch vielleicht aus den 30iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts so eine schwer greifbare Mütterverehrung in den ehrwürdigen Hallen deutscher Gerichte hängengeblieben. Eine Mutter kann sich Alles erlauben vor Gericht, Sie hat vor Gericht die emotionale Lufthoheit. Ich habe in unzähligen Prozessen nicht einen Richter/und Richterin schon gar nicht/ erlebt, die die Mutter meiner Kinder mal darauf verwiesen hätte, dass auch Sie z.B. Pflichten im Bereich der Gestaltung des Umgangs hat. Nein, das durfte ich nicht erleben. Man wird als Vater "entsorgt", genau wie im Artikel beschrieben und die Justiz hilft diesen Müttern mit einer Impertinenz, die schwer zu ertragen ist. Aber wehe, wir zahlen zu wenig Unterhalt, nicht weil wir nicht wollen, sondern weil wir nach jahrzehntelangen Rechtsstreiten emotional und finanziell kurz vor dem Kollaps stehen! Da schau an!.......dann spüren wir die volle Härte des bundesdeutschen Rechtstaats, wir werden zum Straftäter (Verletzung der Unterhaltspflicht gemäß § 170 StGB).......und MutterStaat schaut lächelnd zu!!

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Papa schreibt 01.12.2016, 18:57
7. Auch betroffen

Bin auch davon betroffen und kann den Artikel nur bestätigen. Das Familienbild ist heutzutage noch altmodisch und wenn man als Papa nach der Trennung für sein Kind da sein möchte, stehen viele Hindernisse im Weg, gerade wenn der andere Elternteil nicht mitzieht. "Kindeswohl" ist der am häufigsten strapazierte und hohle Begriff in dem ganzen Kontext. Nach allen gemachten Erfahrungen kann ich allen Papas die vor einer Trennungssituation stehen nur den Rat geben, "Schnapp dein Kind, und dreh den Spieß" um, ansonsten hast du keine Chance. Es ist traurig das sagen zu müssen, es darf nicht der Elternteil bestimmen bei dem das Kind gerade ist, denn was passiert, wenn auf einmal viele Männer das Kind zu sich nehmen und sagen "Es ist zum Wohl des Kindes und nach dem Besuch bei der Mutter ist das Kind total verstört". Dann ist auf einmal die Mutter in der Situation, in der sich viele Väter befinden. Kinder haben Mama und Papa.

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querollo 01.12.2016, 19:16
8.

Zitat von vito
bezüglich Unterhalt Zahlmeister bis zum heutigen Tage...
Was erstaunlich viele Eltern nicht verstehen: So ein Kind hat Anspruch auf eine ganze Menge mehr als nur Geld: Liebe, Zuneigung, Rat, Trost, Hilfe, das Gefühl, sich immer auf die Eltern verlassen zu können. Geld ist doch nur das Minimum, um die Grundbedürfnisse Essen, Kleidung, Wohnen, Bildung abzudecken. Wenn von Ihnen nur noch eins erwartet wird, dann heißt das, dass Sie in allem anderen so grundlegend versagt haben, dass man da schon keine Erwartungen mehr an Sie stellt. Wer seinen Kindern vorwirft, dass sie immer nur Geld haben wollen, der übersieht, dass es mal eine Zeit gab, als sie noch viel, viel mehr wollten, das aber nicht gekriegt haben.

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nordkodo 01.12.2016, 20:06
9. Schutz des Vaters lt. Grundgesetz

Grundgesetz Artikel 6 Absatz (4)
Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.
Ich suche vergeblich einen Absatz, wo das über Väter geschrieben steht.
Was also haben Richter letztendlich für Möglichkeiten, Vätern den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft zu zu gestehen?
Außer Mut?

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