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Trotz Bologna-Reform: Und ewig bummelt der Langzeitstudent
Florian Generotzky/ UNI SPIEGEL

Langzeitstudenten? Die sollte es nach der Umstellung auf das Bachelor-Master-System eigentlich nicht mehr geben. Aber: von wegen. Und die Langstreckler sind orientierungsloser denn je.

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rieschen 01.01.2017, 17:27
1. Wer bin ich eigentlich?

Wie die hier dargestellte Studentin gibt es viele! Jahrelang damit beschäftigt das Smartphone zu bedienen, stehen sie nach dem Abitur plötzlich vor der Frage: welcher Beruf könnte wohl zu mir passen? Dabei haben sie aber weder von sich, noch von der Berufswelt viel Ahnung. Und unser Bildungssystem gauckelt ihnen auch immer mehr vor, dass es schon reicht zu atmen, um voran zu kommen. Also brechen wir Studiengänge ab, wählen irgendwas neues, das spannend oder up-to-date klingt und greifen wieder ins Klo. Und es stehen tausende weiterer solcher 'Ahnungslosen Überforderten' in den Startlöchern! Jedes Jahr durchlaufen sie zu Hauf das deutsche Abitur und sind voller Kompetenzen angeblich.... welche das sein sollen, ist aber kaum noch festzustellen, wenn es nicht um mobile Endgeräte, soziale Netzwerke oder In-wear geht! Rosige Aussichten wahrlich!

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hemithea 01.01.2017, 17:40
2. nicht immer die Stundenten schuld

Wir haben bei uns das Problem, dass für Praktika im Bachelorstudiengang einfach nicht genug Betreuer gibt,ob Doktoranden oder Masteratudenten. Deswegen werden gerade mal 30% der benötigten Plätze angeboten, in zwei Phasen. Das reicht trotzdem bei Weitem nicht. Alle Studenten, die nicht rein kommen, müssen auf das nächste Jahr warten. Denn bei uns werden die Veranstaltungen nur jedes 2.Semester wiederholt.

Da aber Klausuren nur mit einem bestandenen entsprechenden Praktikum geschrieben werden dürfen, haben Studenten halt Pech und müssen die Klausuren verschieben.

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Phil2302 01.01.2017, 17:50
3. Jeder so wie er mag

Aber es erfüllt mich mit Wut, mir vorzustellen, dass es diese Leute sind, die mir später sagen wollen, wie unfair unsere Gesellschaft ist und das andere zuviel Geld verdienen. Ich war auch kein Vorzeigestudent, aber so stark habe ich es nicht schleifen lassen. Mein Bruder hatte mit 27 bereits sein Prädikatsexamen in der Tasche und war auf dem Weg zum Doktor. Und da soll ich Mitleid mit Leuten haben, die nur den Mindestlohn verdienen? Jeder ist seines Glückes Schmied! Also reinhauen und was leisten und Geld verdienen, oder locker machen und sich nicht beschweren. Dabei meine ich natürlich insbesondere die oben angesprochene Studentin und weniger den Studenten, der nebenher seine eigene Firma aufbaut. Ach ja, nicht zu vergessen: Kritisieren sie weiterhin in Artikeln Eltern, die ihren Kindern den optimalen Lebensweg ermöglichen wollen (erst die Tage hier gelesen). Zumindest kann man bei den Kindern dann davon ausgehen, dass nicht 15 Semester und mehr bis zum Bachelor benötigt werden. Wie lange wollen die Menschen eigentlich bis zur Rente arbeiten? Man ich könnte mich hier endlos aufregen.

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wahrsager26 01.01.2017, 18:07
4. Nun ja.......

ich sehe zuallererst die Elternhäuser dieser Studenten in der Pflicht.Es reicht als Elternhaus nicht,nur Speis und Trank auf den Tisch zu stellen.....ab der Pubertät sind auch ernsthafte Erwachsenengespräche von Nöten!Da können Neigungen ,beobachtet von den Eltern,besprochen werden und ja,gewarnt werden von brotloser Kunst.Was sollen Theater und Medienwissenschaften ?Als Vater würde ich über Islamwissenschaften mein ganzes Gewicht bei Sohn und Tochter einsetzen.....damit es nicht dazu kommt-schließlich liegen einem die Kinder dich am Herz-auch in diesen Lebensjahren ist elterliche Beratung angebracht.Danke

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zeichenkette 01.01.2017, 18:15
5. Verschwendete Zeit ist das nur

wenn man dann irgendwann ohne Abschluss abbricht. Und die Aufregung über Langzeitstudenten ist rational auch schwer nachvollziehbar: Die sitzen ja nicht 20 Semster lang jeden Tag an der Uni und nehmen anderen den Platz weg. Die studieren oft jahrelang nur auf dem Papier (weil sie arbeiten). Und? Wer nicht schon vom Elternhaus auf Schiene gesetzt und unterstützt wird, hat es manchmal gar nicht so leicht. Besser schonmal gearbeitet und dafür länger studiert als vier Jahre nach dem Abi Akademiker sein wollen.

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midnightswim 01.01.2017, 18:16
6. Ich bin ich!

Ich habe kaum Studierende kennengelernt, die die Regelstudienzeit überschritten und dabei nichts sinnvolles getan haben (inklusive mich selbst). Sie gehen arbeiten, finden heraus, was aus Ihrem Leben werden soll und kümmern sich um andere. Ehrlich gesagt, mir sind diese Menschen liberal Menschen, die schon mit 18 genau wissen, was sie werden wollen und mit 21/23 auf den Arbeitsmarkt als fertige Akademiker ausgespuckt werden - die dann erst mal lernen müssen, in der Gesellschaft zu bestehen.
@Rieschen: Ich hoffe für Sie, dass sie genau wissen, wie Ihr Leben sein soll/wird. Bis dahin möchte ich aber vorschlagen, weniger Vorurteile mit sich zu tragen.

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polgo 01.01.2017, 18:43
7. die Studenten sind nicht schuld....

Ich habe eine Ausbildung gemacht, anschließend im Außendienst als Servicemonteur gearbeitet und meine Fh-Reife nebenher an der Abendschule gemacht. Nun bin ich schon ein bisschen älter und studiere im 5. Semester. Zum Studium kann ich folgendes sagen:
1. Geld: Das Bafögamt hat bei mir teilweise 4 Monate gebraucht bis ich eine Bafögzusage und Geld bekommen habe. In dieser Zeit musste ich nebenher arbeiten gehen und mein Studium schleifen lassen müssen.
2. allgemein: da ich schon gearbeitet hatte und wusste was ich studiere hatte ich keine Probleme. Dies sieht aber bei 17 jährigen ganz anderst aus. Nach der Wahl eines Studiengangs ist es schwer diesen wieder erfolgreich zu wechseln. Es wird als Lebensentscheidung einfach hingenommen und man muss sich in dem alter teilweise damit abfinden.
3. Studentenalter: Mit dem G8 kommen immer jüngere ins Studium. Im täglichen Kontakt mit meinen Kommilitonen habe ich festgestellt, dass viele junge Leute noch ganz große Tagträume haben und nicht mal richtig im Leben stehen können. Dies soll nicht negativ aufgenommen werden, denn diese hat jeder, der mal jung war. Damit will ich behaupten, dass ein Studium doch größten Teils realitätsfremd und nicht sehr praxisnah durchgeführt wird. Es werden Themenbereiche sehr intensiv durchgenommen, welche doch eher unrelevant sind, aber andere welche man doch für das leben braucht werden nur angeschnitten.
4. Alltag:
ich musste komplette Skripte auswendig lernen und diese in der Prüfung 1:1 wiedergeben. z.B. eine ausgefüllte Folie im Skript wurde bei der Prüfung ohne Wörter dargestellt. Diese mussten 1:1 hingeschrieben werden und wenn man ein Wort vergessen hat wurde die komplette Aufgabe gestrichen.... Was soll man dazu noch sagen?!

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CobCom 01.01.2017, 19:00
8.

Wie kommt der Verfasser eigentlich dazu, Dominik einen Bummler zu nennen? Die Begründung mit der Praxis ist nachvollziehbar und parallel Firmen aufbauen, ist auch was. Erfahrungen sammeln und sich im Fach umschauen zum Erwerb fundierten Wissens und Fähigkeiten war eigentlich mal der Sinn eines Studiums... und nicht die heutige Druckbetankung nach Art einer Gänsestopfmast.
Ich würde so einen jedenfalls einem Regelzeit-Scheinstudenten eher vorziehen, wenn es sonst auch passt.

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MartinS. 01.01.2017, 19:30
9. ...

Zitat von rieschen
Wie die hier dargestellte Studentin gibt es viele! Jahrelang damit beschäftigt das Smartphone zu bedienen, stehen sie nach dem Abitur plötzlich vor der Frage: welcher Beruf könnte wohl zu mir passen? Dabei haben sie aber weder von sich, noch von der Berufswelt viel Ahnung. Und unser Bildungssystem gauckelt ihnen auch immer mehr vor, dass es schon reicht zu atmen, um voran zu kommen. Also brechen wir Studiengänge ab, wählen irgendwas neues, das spannend oder up-to-date klingt und greifen wieder ins Klo. Und es stehen tausende weiterer solcher 'Ahnungslosen Überforderten' in den Startlöchern! Jedes Jahr durchlaufen sie zu Hauf das deutsche Abitur und sind voller Kompetenzen angeblich.... welche das sein sollen, ist aber kaum noch festzustellen, wenn es nicht um mobile Endgeräte, soziale Netzwerke oder In-wear geht! Rosige Aussichten wahrlich!
Holla - am 1. Januar schon so voller Empörung... und das wegen nem kurzen Artikel. Sowas kann ja nicht unbedingt gut für den Blutdruck sein.

Ich bin ja selbst ganz gerne dabei, mich über den Mangel an Disziplin und Durchhaltevermögen von so dem einen oder anderen Studenten zu lustig zu machen.
Bei solchen Kommentaren wie dem ihren, habe ich allerdings ein wenig das Gefühl, dass der Gaul mit ihnen durchgegangen ist.
Ja, es gibt diejenigen, die einen Studiengang abbrechen und dann doch lieber was anderes machen... es gibt sie, die Studenten, die sich 10 Jahre und mehr an den Unis rumtreiben (oder eben auch nicht) - aber weiß Gott nicht so viele, dass man deshalb so einen Sermon ablassen muss.
Wer zur Hölle weiß denn mit 16-18, wenn man üblicherweise von der Schule kommt, was man mit seinem Leben machen will? Ich zumindest wusste es nicht - ist zwar schon ne ganze Weile her, aber ich hatte ehrlich gesagt keinen blassen Schimmer. Man lernt halt mal nen Beruf, geht arbeiten und stellt einige Jahre später fest, dass das nicht die Erfüllung ist und geht nochmal zur Schule. Kann man machen, aber retrospektiv hätte ich einiges anders machen können, wenn ich nur meinen faulen Arsch hochbekommen hätte.

Wie sie hier den Brückenschlag zu sozialen Netzwerken und Smartphones schlagen, eröffnet sich wohl auch nur ihnen. Im Artikel zumindest war davon mit keinem Wort die Rede.
(und solche Aussagen sind doppelt merkwürdig, wenn sie ausgerechnet in der Kommentarsparte bei SPON auftauchen.... etwas, das einem dieser bösen "sozialen Netzwerke" schon irgendwie recht ähnlich ist... aber doof ists scheinbar immer nur, wenns die anderen machen)

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