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Trotz Bologna-Reform: Und ewig bummelt der Langzeitstudent
Florian Generotzky/ UNI SPIEGEL

Langzeitstudenten? Die sollte es nach der Umstellung auf das Bachelor-Master-System eigentlich nicht mehr geben. Aber: von wegen. Und die Langstreckler sind orientierungsloser denn je.

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joris_bln 01.01.2017, 19:31
10.

Leider habe ich sehr wenig Verständnis für Studenten, die der Gesellschaft, die das Studium ja letztendlich bezahlen, unmäßig auf der Tasche liegen. Zumeist geht es den Studenten ja auch darum, z. B. ein günstiges Semesterticket für den ÖPNV zu bekommen. Deshalb:
- Studiengebühren bei schuldetem Überschreiten der Regelstudienzeit;
- Rechtzeitige und regelmäßige Pflichtberatung bei der Studienberatungsstelle;
- Zwangsexmatrikulation bei Überschreitung der doppelten Regelstudienzeit.

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die-metapha 01.01.2017, 19:32
11.

Zitat von wahrsager26
Was sollen Theater und Medienwissenschaften ?Als Vater würde ich über Islamwissenschaften mein ganzes Gewicht bei Sohn und Tochter einsetzen.....damit es nicht dazu kommt-schließlich liegen einem die Kinder dich am Herz-auch in diesen Lebensjahren ist elterliche Beratung angebracht.Danke
Fein - das dürfen Sie auch auch. Sollte es eines Ihrer Kinder es trotzdem "wagen", was würde es dann für Sie oder Ihre Kinder zur Konsequenz haben?
Und - was das mit dem eigentlichen Thema hier zu tun hat, erschließt sich sicher nicht jedem hier.

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noalk 01.01.2017, 19:37
12. Kein Grund zur Aufregung

Zitat von Phil2302
... Kritisieren sie weiterhin in Artikeln Eltern, die ihren Kindern den optimalen Lebensweg ermöglichen wollen (erst die Tage hier gelesen). Zumindest kann man bei den Kindern dann davon ausgehen, dass nicht 15 Semester und mehr bis zum Bachelor benötigt werden. Wie lange wollen die Menschen eigentlich bis zur Rente arbeiten? Man ich könnte mich hier endlos aufregen.
Ich kenne genügend solcher Sprösslinge mit "optimal ermöglichtem Lebensweg", die auch nicht weniger als 15 Semester bis zum Bachelor gebraucht haben oder gänzlich gescheitert sind, sogar als Sozio- oder Psychopathen endeten.

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mr.gamer 01.01.2017, 19:50
13. Genau, laßt Euch nicht stressen.

Zitat von
"Unter dem Druck, bei der Fächerwahl schnell zugreifen zu müssen, um nicht auf der Strecke zu bleiben, greift man daneben - und dann dauert alles länger."
Ja, sowas passiert. War zu meiner Zeit nichts ungewöhnliches.

Zitat von
Allgemein sollte die Uni Raum für "Entfaltung und Persönlichkeitsbildung" bieten, findet er. Wer sich an die Regelstudienzeit halte, sei nur damit beschäftigt, von Klausur zu Klausur zu hecheln. Es bleibe, anders als etwa bei ihm, wenig Zeit, über den Berufswunsch und den Weg nach der Uni nachzudenken.
Ja, solche "Absolventen" bekommen wir inzwischen häufiger und die machen in der Einarbeitung unterm Strich mehr Arbeit als jemand, der zwar länger gebraucht hat, aber eine gewisse charakterliche Reife mitbringt.
Über fehlendes Praxiswissen, eine gewisse Arroganz und allgemeine Anpassungsschwierigkeiten bei Leuten frisch von Uni, FH, BA usw. sehe ich die ersten 6 bis 8 Monate dabei sowieso hinweg -natürlich nicht ohne gutgemeinte Kritik.

Aber mir ist jemand lieber, der -auch wenn er vieles noch nicht weiß- im Stande und gewillt ist, selber zu denken und jemand der Iniatitive zeigt. Und genau daran hapert es bei diesen "Turbostudenten" oft.

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wang_hiper 01.01.2017, 20:38
14.

Die Bachelorstudienzeiten liegen zum Teil deutlich über der Regelstudienzeit - klar, die Bachelorstudenten können ja auch schon Veranstaltungen aus dem Master besuchen, dort Prüfungen ablegen und sich später im Master wieder anrechnen lassen. Was in konsekutiven Studiengängen zählt, ist also die Gesamtstudienzeit Bachelor+Master! Und da lagen bereits die alten Diplomstudiengänge nicht schlecht. Was sollte Bologna - Akkreditierung, Modularisierung und Leistungspunkte - daran ändern? Und wieso zwingt Bologna zu einem verschulteren Studium? Das sind Vorurteile, die in den Medien stets wiedergekäut werden und kaum mehr aus der Welt zu schaffen sind.

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diderot_2013 01.01.2017, 20:44
15.

Aristoteles hat 40 Semester lang studiert, und es hat ihm und der Menschheit nicht geschadet.

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Horst-Güntherchen 01.01.2017, 21:33
16.

Ich muss an dieser Stelle einmal rieschen zur Seite springen: Die Schule gaukelt den Schülern tatsächlich häufig ein Talent vor, was entweder gar nicht besteht oder "brotlos" ist. Gerade im kompetenzorientiertem Fachunterricht liest sich eine Schülerbeurteilung wie ein Portfolio eines Doktoranden. Wenn diese theoretischen Fähigkeiten dann aber auf die Realtität treffen, dann "prost Mahlzeit".
Übrigens: Die Kritik an den digitalen Medien kann ich durchaus verstehen: Viele Schüler missverstehen das Daddeln auf dem Smartphone mit zielgerichtetem Arbeiten am Text.

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artivo 01.01.2017, 22:05
17. die Mehrheit...

... der Kommentatoren scheint die Sache schon längst kapiert zu haben. Schade, dass Einige ihre subjektive Beobachtungen auf die Allgmeinheit schließen und alle Studenten als faul hinstellen wollen. Sowas kann nur von jemandem kommen der selber nie an der Uni war. Stichwort: verschultes Bologna-System. Ich möchte mal wissen wer das Gerücht gestreut hat. Das stimmt hinten und vorne nicht. Verschult ist nur eine FH - nicht aber eine Uni. Damit hat Bologna rein gar nix zu tun. Die Gründe der längeren Regelstudienzeit wurden schon vielfältig aufgelistet, welche ich alle bestätigen kann. Eins noch, ein Student lernt nicht nur Studieninhalte sondern auch Lebenserfahrung. Und genau dieser ist es geschuldet, dass die Sache eben auch etwas länger dauern kann. Und (!) dass die Akademiker die Lenker und Denker in unserem Staat sind !

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MartinS. 01.01.2017, 22:39
18. ...

Zitat von artivo
... der Kommentatoren scheint die Sache schon längst kapiert zu haben. Schade, dass Einige ihre subjektive Beobachtungen auf die Allgmeinheit schließen und alle Studenten als faul hinstellen wollen. Sowas kann nur von jemandem kommen der selber nie an der Uni war. Stichwort: verschultes Bologna-System. Ich möchte mal wissen wer das Gerücht gestreut hat. Das stimmt hinten und vorne nicht. Verschult ist nur eine FH - nicht aber eine Uni. Damit hat Bologna rein gar nix zu tun. Die Gründe der längeren Regelstudienzeit wurden schon vielfältig aufgelistet, welche ich alle bestätigen kann. Eins noch, ein Student lernt nicht nur Studieninhalte sondern auch Lebenserfahrung. Und genau dieser ist es geschuldet, dass die Sache eben auch etwas länger dauern kann. Und (!) dass die Akademiker die Lenker und Denker in unserem Staat sind !
Naja, das mit der Lebenserfahrung lernen ja nicht nur Studenten, sondern so ziemlich alle (sollten sie zumindest) - und nur die wenigsten müssen bzw. können dafür eine Auszeit von allem anderen nehmen.

"Lebenserfahrung lernt" man auch während einer Berufsausbildung, während der Arbeitslosigkeit, beim Bund, in sozialen Einrichtungen, Vereinen, in der Schule (überraschenderweise sogar ganz unabhängig von der Schulform) - das mit den Erfahrungen ist schlicht und einfach das, was man in seinem Leben immer mitnimmt. Nicht jeder nimmt das gleiche mit, nicht alle Erfahrungen können überall gemacht werden.... aber damit ist ein jeder Mensch sein ganzes Leben beschäftigt. Aber bislang gibts wohl nur wenig Fälle, wo man wirklich gerechtfertigt sagen kann, dass man gerade seinen Pflichten nicht nachkommen kann, weil man noch Lebenserfahrung sammeln muss.
Bei allem Verständnis und bei allen individuellen und unterschiedlichen Situationen - DAS ist halt einfach nur Unfug.
Manchmal muss man nur den Arsch hochbekommen.... ja, das klingt auch gelegentlich einfacher, als es ist, und nicht immer muss das Studium tatsächlich die oberste Priorität im Leben haben. (wozu auch? Das darf zum Glück noch jeder selbst für sich bestimmen)
Aber wegen der Lebenserfahrung, die man als Student ja auch noch lernt, braucht man nun wirklich nicht länger....

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ericstrip 01.01.2017, 22:42
19. Vielleicht...

...haben wir auch einfach zu viele Studiengänge (gerade in den Geisteswissenschaften!), die niemand braucht. Und den Leuten wird suggeriert, daß man darauf eine berufliche Existenz gründen könnte - schließlich hat man ja studiert! Dabei sind viele Studiengänge als Hobby bestimmt ganz nett und man kann sich ein paar Jahre damit beschäftigen, das böse Erwachen kommt dann, wenn der Arbeitsmarkt dieses nutzlose Wissen dann partout nicht würdigen will. Ich bin vor 20 Jahren selbst darauf reingefallen, der ganze Unsinn hat mich viele Beitragsjahre gekostet und nun kann ich mich auf Grundsicherung im Alter freuen. Immerhin hat mir mein Jodeldipolm die Türen zu nicht-akademischen Jobs geöffnet. Ich habe Arbeit, unbefristet - mit meinem Studium hat diese allerdings nicht das Geringste zu tun. Jungen Leuten rate ich daher dringend, erst einmal eine Ausbildung zu machen. Studieren kann man immer noch, vielleicht will man es aber auch gar nicht mehr. Verpaßt hat man dadurch rein gar nichts!

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