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Türkisches Modemagazin "Âlâ": Hoher Absatz, keuscher Blick

Das erste Modemagazin für Frauen mit Kopftuch ist in der Türkei ein Verkaufserfolg. "Âlâ" zeigt urbane Musliminnen, die konservativ bleiben, aber mit dem Trend gehen wollen. Die westlich gesinnten Großstädter entsetzt die Rückschrittlichkeit des Heftes - die streng Religiösen seine Freizügigkeit. Türkisches Modemagazin "Âlâ": Hoher Absatz, keuscher Blick - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

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VirgoA 27.01.2012, 11:49
1. Aha

Sehen wir der Wahrheit ins Auge: Die überwältigende Mehrheit der Türkinnen leben nicht in Metropolen wie Istanbul und Izmir, sondern in religiösen Städten wie Konya. Klar, dass sich das Heft so gut verkauft.

Sollen sie auch ruhig, in der Türkei. Kopftücher machen jede Frau unglaublich hässlich und lässt jeden Sexualtrieb sofort erlöschen.

Die Gehirnwäsche ist eine andere Sache, warum liebt Gott/Allah die Frauen mehr, wenn sich so einem Kleidungsdiktat unterwerfen??

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Atheist_Crusader 27.01.2012, 11:54
2.

Modezeitschrift plus Verhüllung... bin ich der Einzige, dem diese Kombination suspekt vorkommt? Denn von Kopftuch allein kann man da nicht reden; bei den Damen auf den Bildern ist alles außer Gesicht und Händen verhüllt. Normale Modemagazine propagieren doch eigentlich nur das Verhüllen von Nachteilen und das Boosten von Stärken.
Klingt ein bisschen wie "Falschparker sind böse... außer denen, die immer brav ihren Müll trennen."


Zitat von sysop
"Das Kopftuch ist nicht nur ein Lifestyle, sondern vom Koran vorgeschrieben, eine Pflicht für jede gläubige Muslimin. Es ist eine Sünde, wenn sie es nicht trägt."
Ich muss zugeben, ich habe den Koran nicht gelesen... aber wenn er der Bibel auch nur ein bisschen ähnlich ist, ist sowieso alles zwischen Einatmen und Ausatmen Sünde.

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super_nanny 27.01.2012, 12:00
3.

Hab vor ein paar Tagen erst eine junge Dame gesehen mit Kopftuch zusammen mit kurzem Rock und High-Heels im Domina-Look. Für mich scheint das ein (vielleicht unbewußter) Protest gegen das Kopftuchgebot zu sein, nach dem Motto: Meine Haare darf ich nicht zeigen, dann zeige ich eben meinen Hintern und meine Beine.

Ich denke, das ist eben evolutionär programmiert, dass Frauen zeigen was sie haben (um an möglichst viel und hochqualitatives Genmaterial zu kommen) - während Ehemänner durch die Evolution darauf getrimmt sind, darauf zu achten, dass ihre Frau sich eben nicht sexy kleidet, damit sie nicht fremdgeht und ihnen womöglich ein Kuckucks-Ei unterschiebt.

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markus-f 27.01.2012, 12:02
4. Eine Nation - zwei Welten

Zitat von sysop
Das erste Modemagazin für Frauen mit Kopftuch ist in der Türkei ein Verkaufserfolg. "Âlâ" zeigt urbane Musliminnen, die konservativ bleiben, aber mit dem Trend gehen wollen. Die westlich gesinnten Großstädter entsetzt die Rückschrittlichkeit des Heftes - die streng Religiösen seine Freizügigkeit.
Dieseer Artikel spiegelt sehr gut die aktuelle Situation in derr Türkei wider.

Vorallem in Istanbul kann man deutlich die Existenz von zwei Paralellgesellschaften erkennen. Da sind zum einen die Wohn- und Büroviertel mit westlich/europäischem Appeal, zum anderen Gegenden wie Fatih, die eher den Charme des Gazastreifens haben - mit all den damit verbundeenen Konsequenzen.

Diese neuen, eheer "kalvinistisch" geprägten islamischen Eliten versuchen nun mit Koran und Kopftuch den Sprung in die chice, urbane Welt der säkularen Eliten von einst, mit teilweise skurilen Folgen. Da werden nun in größeren Eigentumswohnungsanlagen Swimming Pools in Zierteiche umgewandelt, um der guten Sitten wegen oder in Hallenbädern nach Geschlechtern getrennt gesschwommen.

Die Klientel der Zeitschrift lebt in einem andauernden Konflikt zwischen dem, was sie gerne möchte und dem, was der Islam - respektive der Mann/die Familie - erlaubt. Das ist das Dilemma speziell junger Frauen in der gesamten muslimischen Welt.

Solange das Ziel derr totalen Islamisierung der Türkei nicht erreicht ist, wird man diese Zeitschrift und ihre Leserinnen gewähren lassen. Aber das wird sich ändern, und irgendwann wird dann geblasen, zur Hexenjagd auf die "Ketzerinnen".

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Emil Peisker 27.01.2012, 12:04
5. Aus modischen Motiven

Zitat von sysop
Das erste Modemagazin für Frauen mit Kopftuch ist in der Türkei ein Verkaufserfolg. "Âlâ" zeigt urbane Musliminnen, die konservativ bleiben, aber mit dem Trend gehen wollen. Die westlich gesinnten Großstädter entsetzt die Rückschrittlichkeit des Heftes - die streng Religiösen seine Freizügigkeit.
Die Aussage des Gründers der Zeitschrift, dass es Sünde sei, kein Kopftuch zu tragen, ergibt sich jedenfalls nicht aus dem Koran.

Zusammenfassend bietet keine der drei in Frage kommenden Koranverse einen eindeutigen Anhaltspunkt, dass Frauen ein Kopftuch oder einen gesichtsverhüllenden Schleier tragen sollen,
jedoch beharren viele klassische Koraninterpreten darauf, dass es eine religiöse Pflicht für Musliminnen zum Tragen eines Kopftuches oder einer anderen Verschleierung (Hijab) gebe.

Kopftuch

Aus modischen Motiven, oder aber, um sich den Gepflogenheiten einer Familie oder eines Clans zu fügen, ist das Kopftuch in der Türkei in den letzten 20 Jahren wieder stärker ins Blickfeld gerückt.

Meine Mutter trug in den 50ern ein zurückgebundenes Kopftuch, weil sie sich morgens die Mühe sparen wollte, eine Stunde in die Form der Haare zu investieren. Bei 6 Kindern war das schon verständlich.

Es gab aber keinen Pfarrer, der ihr das vorschrieb, oder das Weglassen als Sünde bezeichnete.

Ich denke, der Herausgeber der Zeitschrift unterstützt mit dieser aussage nur sein Geschäftsmodell.

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antalya1977 27.01.2012, 12:06
6. Bin kein prophet

Zitat von VirgoA
Sehen wir der Wahrheit ins Auge: Die überwältigende Mehrheit der Türkinnen leben nicht in Metropolen wie Istanbul und Izmir, sondern in religiösen Städten wie Konya. Klar, dass sich das Heft so gut verkauft. Sollen sie auch ruhig, in der Türkei. Kopftücher machen jede Frau unglaublich hässlich und lässt jeden Sexualtrieb sofort erlöschen. Die Gehirnwäsche ist eine andere Sache, warum liebt Gott/Allah die Frauen mehr, wenn sich so einem Kleidungsdiktat unterwerfen??
aber das ist ja auch eine Sache Angebot-Nachfrage, wenn alle glücklich sind warum nicht.

Bezüglich Ihrer feststellung - jede Frau - und hässlich, kann ja nur eine ideologische sichtweise sein. Es gibt wunderschöne Frauen mit und ohne Kopftuch...

Dsa mit dem Kleidungsdiktat!

Es ist zum eine eine freiwillige hingabe, meistens jedenfalls. Gottliebt nicht Frauen die Kopftücher trager mehr, da kann ich Ihnen eher die `Taqwa` anbieten.

Gehirnwäsche ? Na klar:

Frauentausch. Bauer sucht Frau, Bachelor etc.. , gibts auf allen seiten...

Doch die Mehrheit ist ja freiwillig so, wie sie ist, auch der Polizist mit dem Kleidungsdiktat, der Banker, Pilot, stewardess , Arzt etc....

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jehudi 27.01.2012, 12:09
7.

Was für eine perverse Auslegung des heiligen Qurans.
Das Kopftuch ist kein Selbstzweck sondern vielmehr die Methodik der Frau, sich den gierigen unkeuschen Blicken der Männerwelt zu entziehen. Sich gleichzeitig wieder mit Attraktionsmerkmalen auszustatten ist wie ein Tarnzelt mit pinken Farben anzumalen....
....Passt aber irgendwie zu dieser skrulien Religionsauslegung...Am besten noch Minirock und Kopftuch als Kombination....

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donbilbo 27.01.2012, 12:10
8. Oha

Oha, schon wieder so viele Muslime, die den Koran nicht verstanden haben. Oder etwa doch?

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ladywanda 27.01.2012, 12:13
9. Ziemlich unterirdisch...

...was frau hier von manchen Vorpostern zu lesen bekommt. Ich habe den Eindruck, dass es sich bei der Mehrzahl der Leser um schwanzgesteuerte Triebgeschöpfe handelt, die eine Wahnsinns-Angst vor selbstbewussten Frauen haben, die mit ihrer Sexualität selbstbestimmt umgehen.
Aber mal ganz unabhängig von von dieser reichlich testeroson-vernebelten Sicht auf die Realität:
ich finde die Fotos sehr schön - die Mode bezaubernd - und manches Modell hat im kleinen Finger mehr Erotik als sämtliche Hungerharken in den westeuropäischen Modemagazinen zusammen genommen.

Im übrigen laufen an meinem Arbeitsplatz einige sehr selbstbewusste junge Damen mit Migrationshintergrund herum, die ihr Kopftuch mit sehr viel Chic zu tragen wissen...

Ein bisschen weniger Dogmatik, ein bisschen mehr Großzügigkeit in JEDER Hinsicht - und die Erkenntnis, dass Erotik nicht unbedingt heißt, dass man gleich alles was man hat auf dem Silbertablett serviert - könnte uns in unserer westeuropäischen Restkultur nicht schaden.

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