Forum: Blogs
TV-Debatte bei Jauch: Der schlimme Schein
AP

Das Projekt "Offshore-Leaks" bringt sie an den Tag, die Geldverstecke der Reichen. Jetzt waren die Steuerschlupflöcher Thema in der Talkrunde bei Günther Jauch - und siehe da: Ist ja alles gar nicht so verwerflich, wie der brave Steuerzahler denkt. Günther Jauch: TV-Debatte um Offshore-Leaks - SPIEGEL ONLINE

Seite 4 von 24
gfh9889d3de 08.04.2013, 08:56
30.

Zitat von sysop
Ist ja alles gar nicht so verwerflich, wie der brave Steuerzahler denkt.
Wenn man als Deutscher Supersportler auf der ganzen Welt aktiv ist, ist man unter ziemlich klaren Bedingungen (mindestens 183 Tage im Ausland, keine Inlandsumsätze) nicht gezwungen, in Deutschland Steuern zu bezahlen. Das klappt auch ziemlich gut, wenn man nicht doof und der heimischen Scholle verbunden ist (Boris Becker). Wenn dann also z.B. der Schumi aus der Schweiz seine Kohle bei der https://www.credit-suisse.com/gi/de/ parken würde, wäre das völlig legal.

Wo ist das Problem?

Beitrag melden
curti 08.04.2013, 09:00
31. Richtig, kann.....

Zitat von Koana
Längst hat sich die finanzfeudale Schicht vom Volk abgekoppelt und die Politmarionetten sind ihnen willig zu Diensten, da sie sich ja eher bei dieser Gruppe der vermeintlich, glücklichen Halbgötter verortet, als bei jenen die sie in die Parlamente wählen. Wir sind nicht aus dem Mittelalter herausgekommen, sozial stecken wir da noch mittendrinn, lediglich sind aus den Adeligen die Plutokraten.....
...ich nur bestätigen, kenne das rat race in allen Facetten - weniger ist mehr, wobei es zunächst der Abnabelung von der konsumorientierten Orientierung bedarf um dies zu erkennen und dann einem gesunden Ego weiter Stand zu halten. Was aber wirklich schwer fällt zu kompensieren sind die gesellschaftlichen/politischen Erkenntnisse, die man dann mittels klarem Blick erkennt. Auch und gerade soweit man Kinder hat.

Indes - im Regelfall steckt man dermaßen im System/Druck, daß kaum Zeit zum richtigen Atmen bleibt. Und so aufgestellt kommt man noch nicht einmal ansatzweise in die Reichweites des NAchdenkens. Erst bei Ausfall setzt die Möglichkeit ein umzuschwenken, die aber auch nur geringfügig genutzt wird. Die Verlockungen des mehr und mehr, des höher weiter, schneller etc. sind da wohl zu verlockend. Zudem sind viele verstreckt in allerlei Verpflichtungen für Dinge, die sachlich betrachtet überflüssig sind.
Alles Gute auf dem weiteren Weg!

Beitrag melden
happy2010 08.04.2013, 09:01
32.

Zitat von agitate
Statt darüber zu debattieren Steueroasen auszumerzen sollte vielleicht darüber nachgedacht werden weswegen solche Oasen existieren. Wäre es vielleicht nicht zielführender mal in dem jeweiligen Vorgarten zu prüfen, weswegen das vorherrschende Steuersystem solchen Oasen die Grundlage ihrer ....
Bezahlte Meinungsäusserung aus Steueroasen?
A: Bei Nichtselbständigen sind die Steuerquoten in den Steueroasen Schweiz oder Lux ähnlich hoch wie hierzulande!
B: Hohe Steuern verstärken zwar die Steuervermeidungsanstrengungen, nur sind Unternehmen eigentlich erst ab Null Steuer zufrieden
In Russland bei 12% Steuern wandern Firmen ab
In der Schweiz wandern bei selbigen Sätzen Unternehmen ab
Wir haben bei uns einen Schnittsteuersatz von 23%, dennoch wandern Firmen ab

Solange es keinen Mindeststeuersatz auf jede Art von >Einkommen gibt, solnge wird dieses Versteckspiel und das Ausnutzen weitergehen

Und genau so lange werden Lemminge die Ursache für die Steuerflucht in den Hochsteuerländern suchen, als Momentaufnahme und ohne Hintergrundwissen sogar nachvollziehbar

Beitrag melden
burgundy2 08.04.2013, 09:01
33.

Zitat von sysop
Das Projekt "Offshore-Leaks" bringt sie an den Tag, die Geldverstecke der Reichen. Jetzt waren die Steuerschlupflöcher Thema in der Talkrunde bei Günther Jauch - und siehe da: Ist ja alles gar nicht so verwerflich, wie der brave Steuerzahler denkt.
Das Schlimme ist doch, dass die Gesetze bereits so gemacht werden, dass man in bestimmten Einkommensklassen der Steuer praktisch nicht entweichen kann - im Sinne des zumindest steuerlich und warenkorbmässig gläsernen Bürgers - , ohne dabei kriminell zu sein. Lediglich für bestimmte, insbesondere die betuchten Bevölkerungsgruppen werden die entsprechenden Schlupflöcher geradezu geschaffen, um das Geld am Fiskus beiseite zu schaffen. Hier stellt sich dann in der Tat die Frage nach der Kriminalität, wenn schon die Gesetzesgrundlagen kriminelle Energie beinhalten, womöglich schon mit krimineller Energie - dabei ganz legal - geschaffen wurden. Diesem Phänomen kann man nicht mit weiteren Gesetzen beikommen, die ja von demselben Interessentenkreis verabschiedet werden, sondern nur mit Ethik. Aber da ist es ja leider auch nicht weit her.

All dies könnte man akzeptieren, wenn es nicht die falschen Moralapostel unter den Politikern und Eliten gäbe, die - im Gemeinwohl - Wasser predigen, aber selbst Wein saufen. Schlimm ist ja nicht die Kriminalität, die ist dem Menschen quasi inherent, wohl mehr als das Gute. Schlimm ist die Doppelmoral.

Beitrag melden
Spiegelkritikus 08.04.2013, 09:06
34. Legal und legitim

Zitat von sysop
Das Projekt "Offshore-Leaks" bringt sie an den Tag, die Geldverstecke der Reichen. Jetzt waren die Steuerschlupflöcher Thema in der Talkrunde bei Günther Jauch - und siehe da: Ist ja alles gar nicht so verwerflich, wie der brave Steuerzahler denkt.
Diese beiden Begriffe bedeuten zunächst beide "gesetzlich" bzw. "rechtmässig". Umgangssprachlich wird jedoch ein gewisser Unterschied gemacht: Der Ausdruck legitim wird im Sinne von moralisch berechtigt verstanden. Hier scheint also eine Differenz zwischen Recht und Moral auf, nicht alles, was gesetzlich erlaubt ist. ist auch richtig, gerecht und akzeptabel für das moralische Empfinden.

Wenn reiche Bürger ihrer Steuerpflicht durch trickreiche Konstrukte entgehen, so ist das keinesfalls legitim. Sie entziehen sich, indem sie ihr Kapital in einen anderen Rechtsraum verfrachten, in dem Steuern minimiert sind. Gerecht wäre es, Reiche generell in dem Land zu veranlagen, in dem sie leben, so dass Steuerschlupflöcher ihren Sinn verlieren würden. Die Umsetzung freilich ist nicht ganz einfach im globalisierten Finanzkapitalismus.

Die Nutzung von Steueroasen hat ebenso wie die Drohung, Arbeitsplätze bei höherer Besteuerung ins Ausland zu verlegen dazu geführt, dass die Politik erpressbar wurde. Motto: Geht ihr uns ans Kapital, ziehen wir es ganz ab. In der Konsequenz wurden und werden die reichen Unternehmer und Kapitaleigner geschont, was natürlich ein unhaltbarer Zustand ist und die Spaltung der Gesellschaft in arm und reich forciert.

Steueroasen müssen ausgetrocknet werden, was nur in konzertiertem, möglichst globalem politischem Vorgehen zu bewerkstelligen ist. Weil das Kapital die Politik fast überall dominiert, ist es sehr schwierig, diesen Weg zu gehen. Die benachteiligten Bürger müssen ihren Politikern unbedingt Beine machen, ansonsten tut sich kaum etwas.

Beitrag melden
dagwil 08.04.2013, 09:06
35.

Na, das ist ja interessant.
Legales Mitspracherecht mit Steuerpflicht verbinden?
Die Deutsche Steuerbehörde Brandenburg zieht momentan Steuern auf
deutsche Rentenzahlungen ein - mit Nachzahlung über die letzten
7 Jahre.
Und das bei Deutschen, denen das Wahrecht entzogen wurde, weil sie
permanent im aussereuropäischen Ausland leben.
Und das bei Deutschen, die freiwillige Beitragszahlungen aus
versteuertem Guthaben geleistet hatten.

Beitrag melden
gazettenberg 08.04.2013, 09:08
36.

Zitat von Zaphod
Tatsächlich ist gerade nicht alles legitim, was legal ist.
Wenn nicht mehr demokratisch beschlossene Gesetze, sondern gefühlte Gerechtigkeit das Maß der Dinge ist, öffnen Sie der Willkür Tür und Tor.

Denn wer entscheidet denn, was moralisch legitim ist? Die Kirche, die sich gegen Schwulenehe und uneheliche Geburt ausspricht? Ihr weniger verdienender Nachbar, der Ihr Einkommen zu hoch und deswegen illegitim findet? Der Misanthrop von nebenan, der Ihre Kinder nicht im Treppenhaus hören möchte?

Beitrag melden
wally1 08.04.2013, 09:13
37. Regierungen die Milliarden zum Fenster hinausschmeissen

siehe z.B. Berliner Flughafen, haben nicht das Recht anderen Bürgern vorwürfe zu machen auf welchen Konten sie ihr versteuertes Geld lagern!
Erst wenn Steuerverschwendung ebenso hart bestraft wird wie Steuerhinterziehung (hier geht es ja nur um die Erträge aus dem auf ausländischen Konten deponierten Guthaben) erst dann kann man auf dieses Geld schielen

Beitrag melden
entspannt 08.04.2013, 09:16
38.

Zitat von agitate
Statt darüber zu debattieren Steueroasen auszumerzen sollte vielleicht darüber nachgedacht werden weswegen solche Oasen existieren. Wäre es vielleicht nicht zielführender mal in dem jeweiligen Vorgarten zu prüfen, weswegen das vorherrschende Steuersystem solchen Oasen die Grundlage ihrer Daseinsberechtigung bietet!
Ihr Argument scheint vordergründig valide. Mit gleiche Recht könnten Sie aber auch fordern, dass deutsche Löhne auf ostasiatischem Niveau einpendeln müssen. Beides wird so nicht funktionieren.
Der Großteil unserer Steuern geht nun mal in das Sozialsystem, für das wir uns entschieden haben. Die damit verbundenen hohen Kosten haben Steueroasen in aller Regel eben nicht.

Beitrag melden
albrechtstorz 08.04.2013, 09:18
39. Volkssport Steuerbetrug???

Zitat von joe49
Steuerbetrug ist Volkssport und damit von der Mehrheit zumindest geduldet. Das Betrug eben Betrug bleibt wird dabei gerne vergessen wo doch jeder versucht ein paar Euro rauszuhohlen und bei der Steuererklaerung gerne mal was vergisst oder etwas steuermindernd erfindet. Wenn Firmen und .....
Woher wissen Sie denn das mit dem Volkssport Steuerbetrug? Würde mich wirklich interessieren wie man an solche, naturgemäß unerhebbaren Informationen gelangt. Insiderwissen?

Aber mal was anderes: Unser Staat erhebt regelmäßig vom Bürger mehr Steuern, als dem Saat in legitimer Weise zusteht. Der Bürger hat seine Last und Müh mittels Einkommenssteuererklärung wenigstens einen Teil dessen, was ihm eigentlich in unrechtmäßiger weise abgezogen wurde zurückzuholen. Das wird leider als selbstverständlich angesehen. Ich möchte nicht wissen, wieviel mehr Steuereinnahmen Vater Staat hat, weil nicht jeder bereit, fähig oder informiert genug ist, seine Steuerüberzahlungen zurückzuholen. Für mich ist es ein Skandal, dass ich automatisch enteignet werde und mit Müh und Not, das, was mir zusteht, zurückholen muss.

Das ganze Thema ist eine Farce. Wie schon von anderen Foristen geschrieben, wäre die Problematik relativ einfach zu lösen: indem die Steuergesetzgebung radikal vereinfacht würde. Die Einkommensteuererklärung auf dem Bierdeckel von mir aus. Aber: das wird von niemandem der Einfluß hat gewollt. Die schönen Sonntagssprüche der Politiker in den Talkshows auf der einen Seite - die Steuerrealität auf der anderen Seite: das sagt alles.

Beitrag melden
Seite 4 von 24
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!