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Überfremdungsangst im Kiez: Hass auf die Schwaben

Woher kommt der hässliche Deutsche? Glaubt man den Bewohnern von Großstadtvierteln wie dem Prenzlauer Berg, ist die Antwort eindeutig: aus Baden-Württemberg. Überfremdungsängste sind kein Privileg von Nationalisten. Was dem Rechten der Muslim, ist dem Linken der Schwabe. Die Schwabenverächter von heute sind oft die Schwaben von gestern - SPIEGEL ONLINE

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BlakesWort 03.01.2013, 21:54
520.

Zitat von zaunkoenig1982
Genau das ist Berlin leider eben häufig nicht, wie Thierses Ausfälle gegen Schwaben mal wieder zeigen. Mit welchem Recht besteht er auf 40 Jahre Unveränderbarkeit in seinem Kiez? Das Problem in Berlin ist, dass es leider kaum Berliner gibt. Sondern Prenzlberger, Weddinger, Lichtenberger, Kreuzberger, Steglitzer, Spandauer etc etc etc. Jeder bleibt immer schön in seinem kleinen Kiez (freundliches Wort für Kaff). Alles drumrum is Terra Incognita und interessiert ihn nicht. Ich war vor kurzem beim Auschecken in einem Hotel am Flughafen Tegel. Vor mir ein Gast fragt an der Reception wie er zum Berliner Dom kommt. Receptionistin: "Dom? Sie meinen die Gedächtniskirche?". Er: "Nein den Dom". Sie: "Es gibt keinen Dom in Berlin". Ich mischte mich ein und zeigte den Dom auf dem inzwischen ausgebreiteten Stadtplan. Er: "Na, da ist er doch der Dom". Sie: "Ach in Ostberlin? Da kenne ich mich nicht aus". Das ganze passiert im Jahr 2011.
Sie sagen es. Der Stadtteilbewohner ist im tiefsten Herzen ein kleinbürgerlicher Spießer der sich für Veränderungen fürchtet und sich seine Feindbilder selbst sucht. Bisher haben sich die Berliner Stadtteilbewohner herzlich untereinander gehasst. Der Kreuzberger hasste den Spandauer usw. Nun sieht man sich im Hass auf die Schwaben geeint, was eigentlich alle Menschen einschließt, die irgendwie seltsam sprechen.

Dabei ist das Problem ein anderes. Es sind die steigenden Mieten und die einhergehende Veränderung eines einst ziemlich anarchischen Fleckens, in der Hundescheiße der zweite Straßenbelag ist und Graffiti wie alte Tapete an den Wänden klebt.

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proanima 03.01.2013, 21:55
521. ?

Zitat von sysop
Woher kommt der hässliche Deutsche? Glaubt man den Bewohnern von Großstadtvierteln wie dem Prenzlauer Berg, ist die Antwort eindeutig: aus Baden-Württemberg. Überfremdungsängste sind kein Privileg von Nationalisten. Was dem Rechten der Muslim, ist dem Linken der Schwabe.
Ob Herr Thierse in seiner bundesweit bekannten Beschränktheit weiß, dass auch Einstein ein Schwabe war?

Ob er wohl auch weiß, dass die Schwaben und Badener schon für die Freiheit gekämpft haben - Köhler Bande, Badischer Aufstand usw. - als Berlin noch immer eine Provinzstadt war?

Dass ohne die Schwaben und Badener die Berliner heute noch mit Pferdedroschken fahren würden, oder woher kommen Fahrrad und Auto?

Natürlich haben die Schwaben auch die RAF, Die Grünen, Joschka Fischer, die Geschwister Hans und Sophie Scholl (Weiße Rose) usw. hervorgebracht und Schiller hatte dem Ober-Casanova Goethe erst den Geist eingehaucht, eine kplt. Aufzählung würde Bibliotheken füllen.

Die Schwaben sind ganz bestimmt froh, dass Thierse kein Schwabe ist und brauchen sich deshalb auch nicht schämen!

Also friss deine Schrippen, bleibe wo Du bist und halte Deine Kl…pe!

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Jesuis 03.01.2013, 21:58
522. Mit den eigenen

Wow, Jan Fleischhauer hat wohl die Nase voll von "linker" Polemik und mischt jetzt nochmal richtig mit, indem er noch viel alberner polemisiert...mich freuts, macht er sich und seine krude "Linkenkritik" doch ziemlich lächerlich...und dabei dachte ich, er wäre wenigstens (trotzdem) halbwegs helle...naja..getäuscht..kann ich zu stehen..

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James Agee 03.01.2013, 22:00
523. das ende der kindheit

fleischhauer, wann ist es mit dem "zwei rechts, zwei links, ein fallen lassen" endlich vorbei? ich kann diese öffentliche trauma-aufarbeitung wirklich nicht mehr ertragen. ihre kindheit ist nicht mehr zu ändern, aber bitte lassen sie den öffentlichen raum damit in ruhe!

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Peter-Lublewski 03.01.2013, 22:02
524. Steilvotlage

Zitat von luny
Jedenfalls scheint Schwanshaxe irgendwie dazu zu gehören....
Dat möchte ich aber nich essen :-)

Sorry, der (vermutlich unbeabsichtige) Schreibfehler war eine zu schöne Steilvorlage.

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machinista 03.01.2013, 22:03
525. 55 - Besser 'd Gosch Halde Als's Maul Verreisse

Zitat von husker
In Stuttgart gibt es Bauernmärkte, Flohmärkte, kein Rauchverbot auf Plätzen, Nachtclubs und ganz sicher keine Sperrstunde.
Aso?
Am Karlsplatz gibt's so gut wie keine Anwohner, also au koine Händel.

Rauchverbot besteht in Ba-Wü grundsätzlich in jeder Kneipe (mit den bekannten Ausnahmen) und wird im Vergleich zum Rest des Landes (wo oft schlicht wie in B jeder machen kann, was er will) in Stuttgart ziemlich restriktiv gehandhabt.
Rauchverbot auf Spielplätzen soll dieses Jahr kommen, ist bisher nur am Haushaltsplan gescheitert, weil keine Kohle für die nötigen Verbotsschilder da war.

Bier kaufen nach 22 Uhr ist verboten, trinken in der Straßenbahn auch.
Die Polizei ist immer und überall.

Nachtclubs und Szene in Stuttgart sind eine Karikatur ihrer selbst, zu 90% überall das gleiche affektiert-aufgsetzte Durchschnitts Chichi.
So wirds in Berlin allerdings auch bald aussehen, wenn die Entwicklung so weitergeht.

Und daß es keine Sperrstunde gäbe ist schlichtweg gradeaus gelogen.

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Hagen_von_Tronege 03.01.2013, 22:04
526. Neuordnung Deutschlands

Um es klar zu sagen: Was Herr Thierse von sich gegeben hat ist „saudomms Lettegschwätz“ - für die Leute aus der Gegend von Hannover: „unreflektiertes Gerede“.
Es geht vielmehr darum:
Zitat von Hagen_von_Tronege
... Wir haben zu viele Bundesländchen, die meinen, sie müssen sich ein eigenes Nationalgefühl leisten, ohne das nötige Kleingeld dafür zu haben. Die ganze Diskussion um den Länderfinanzausgleich wäre Makulatur, wenn wir anstatt der 16 Bundesländer nur 8 hätten. Mit der richtigen Größe.
Und um diese Antwort:
Zitat von boblinger
Sehr richtig! Identität gibts zuküntig nur noch für Leute, die sie sich finanziell leisten können. Am besten, die "Geberländler" machen gleich noch ein paar Vorschläge, was ihrer Meinung nach so passen könnte.
So ist es.
Denn im Gegensatz zum Verständnis von vielen Badenern ist Baden kein Volksstamm sondern ein politischer Begriff. Südlich der Linie Dinkelsbühl – Ludwigsburg – Rastatt sind die Leute Schwaben, nördlich sind sie Franken. Dieses arme geschlagene Volk der Franken lebt auf viele Bundesländer verteilt. Sie haben sich damit abgefunden und in allen diesen Bundesländern Spitzenpositionen in der Politik errungen.

Deshalb hier der Vorschlag eines Franken (Geberland) zur Neuordnung Deutschlands und Bildung einer finanziell abgesicherten Identität – mit der magischen Zahl 7:

Im Gegenuhrzeigersinn:
1.Bayern
2.Baden-Württemberg
3.Nord-Franken (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen)
4.Nordrhein-Westfalen
5.Niedersachsen (inklusive Stadtstaat Bremen, Schleswig-Holstein)
6.Nord-Staat (Stadtstaat Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern)
7.Sachsen (inklusive Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Stadtstaat Berlin)

Wir haben mit weitem Abstand die höchste Politikerdichte auf der Welt – die könnte man bei der Gelegenheit auch runterbringen.

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Peter-Lublewski 03.01.2013, 22:06
527. Spaßbremsen

Zitat von rabe7
....nun aber laufen ihm die tränen und er weint bitterlich, weil andere kommen, die noch ein wenig mehr kohle haben, vermutlich auch noch selbst verdient, und sich seine nächtlichen gitarrenversuche mit verstärker nicht mehr anhören wollen. echt cool und kreativ der typ.
Gibt's ein Bundesland nur für Spaßbremsen?

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rabe7 03.01.2013, 22:10
528.

1. vielfach gebrachtes Argument: die armen Berliner, nur deswegen keine Industrie und Arbeitsplätze mehr, weil von den bösen Russen besetzt und demontiert: ja, aber von wem gingen denn die größenwahnsinnigen Einmärsche nach Russland aus?
Doch nicht von den Schwaben. Adolf ist nur ein einziges Mal in Stuttgart aufgetreten, da hat ihm einer mit der Axt das Verstärkerkabel fürs Mikro durchgehauen, da hatte er keine Lust mehr.
Grölereien wie im Volkspalast gab es hier nicht.
Zuvor haben die Preussen natürlich den Schwaben und Badenern
übel mitgespielt un sie ins großdeutsche Reich mit Waffengewalt inkorporiert.
Den Schwaben ist Russland und überhaupt Ostelbien ziemlich schnurz.

2. Die spiessigen Schwaben haben als erstes Bundesland ein grün-rote Regierung installiert. Die merken nämlich, wenn was zum Himmel stinkt und der - im übrigen nicht vom Volk gewählte - Landesfürst nichts taugt.
In Berlin scheint es auszureichen, wenn der OB schwul und Partylöwe ist. Oder bekommt der sonst noch was geregelt?
Den Berliner ist es auch egal, wie die Kohle im Flughafen versenkt wird, zahlen tun ja eh die anderen.

3. Stuttgart ist die deutsche Großstadt mit dem höchsten Ausländeranteil und vergleichsweise sehr friedlich. Berlin hat einen vergleichsweise niedrigen, aber so gut wie gar nicht integrierten Ausänderanteil. Hat bestimmt mit der weltbekannten Beliner Toleranz zu tun.

4. Jeder sanierte Altbau schaftt in Berlin mehrere Arbeitsplätze bei Handwerkern, Bauunternehmen. Aber "malochen" - das
scheint offensichtlich den selbsternannten "eingeborenen" PBlern nicht wirklich zu behagen. Warum auch, wenn man von Transferleistungen
billig im Altbau hausen und seiner Umwelt auf den Keks gehen kann.

5. Der Schwabe, so Thierse, sei nur das Symbol für alles, was ihm nicht passt. Ja, das war bei den Nazis der Jude auch. Als Bundestagsvize sollte er doch eigentlich in der Lage sein, die Probleme direkt zu artikulieren und Lösungen politisch umzusetzen.

6. Wenn die Schwaben im Ländle nichts werden, sind sie immer noch gut genug, in Berlin einen ganzen Stadtteil wieder bewohnbar zu machen. Beneiden tut die hier keiner. Nur ne alte Tradition, sowie die Donauschwaben den halben Balkan urbar gemacht haben und der alte Fritz die Hugenotten zu den Preussen geholt hat, damit die Preussen nicht völlig ins Hintertreffen geraten

7. Also liebe Berliner, seid nett zu euren Entwicklungshelfern, sonst holen sie die Schwaben wieder heim ins Reich und Ihr könnt Euch eure ranzigen Bouletten gegenseitig um die Ohren hauen und wieder vorm etagenklo anstehen und euch alle gegenseitig wahnsinnig sexy finden.

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bloßmolwassage 03.01.2013, 22:10
529.

Zitat von brandmeister
Tja, dann kennen Sie wohl nicht meinen sprichwörtlichen Langmut. Der Kompromiss mit den anderen Wirten ist der Gestalt, daß nach 22 Uhr (ist auch die offizielle Sperrstunde für Außengastronomie) keine Bestellungen für draußen mehr aufgenommen werden und auch keine Gläser mehr von den Gästen mit raus genommen werden. Dafür können alle in Ruhe austrinken. Wenn wenn´s dabei ab und zu mal lauter wird laufen wir auch nicht gleich auf´s Amt oder zur Polizei, sondern sagen einfach direkt Bescheid. Ich bedau´re wirklich, daß Sie so stark in Ihren eigenen Ressentiments gefangen sind.
In unserem Dörflein hinter den sieben Bergen wird in der Mitte der Ortschaft ein Bistro mit Außenbewirtung betrieben.

Um 22:00 Uhr nehmen wir unsere Gläser und gehen rein.

Falls der Wirt den Eindruck hat, einer der Gäste bewege sich im Grenzbereich, gibt es für diesen keinen Alkohol mehr.

Vor 0:00 Uhr ist da nie Schluss. Und das funktioniert.

Bei uns werden keine Gehsteige verk***t, nicht in Hauseingänge gepinkelt.

Aber wir sind ja nur Provinz.

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