Forum: Blogs
Umstrittene OLG-Entscheidung: Fahrrad-Club wehrt sich gegen Helm-Urteil
DPA

Der Streit um das Fahrradhelm-Urteil geht weiter. Ein Gericht hatte entschieden, dass Radfahrer ohne Helm eine Mitschuld tragen, wenn sie sich bei einem Unfall mit einem anderen Verkehrsteilnehmer am Kopf verletzen. Gegen diese Rechtsprechung will die Radler-Lobby nun vorgehen. Fahrrad-Club wehrt sich gegen Helm-Urteil des OLG Schleswig-Holstein - SPIEGEL ONLINE

Seite 2 von 81
eigenform 19.06.2013, 14:51
10. Mitschuld gilt auch für Fußgänger

Warum nicht auch Helmpflicht für Fußgänger ?

Beitrag melden
Geographus 19.06.2013, 14:51
11.

Zitat von stefansaa
Fahren unter Alkoholeinfluss, egal wie gering, führt im Ergebnis auch immer zu einer Teilschuld. Egal ob Sie etwas getan haben oder nicht was falsch war. Selbst unter der 0,5er Marke. Damit ist das ganze wohl eher vergleichbar.
Im Gegensatz zur Tragen von Helmen ist das aber alles im Gesetz verankert und somit geltendes Recht. Es gibt aber kein Gesetz, welches eine Teilschuld beim Nichttragen von Helmen rechtfertigt.

Beitrag melden
steve_burnside 19.06.2013, 14:52
12. @FrankH,

der Unterschied ist doch, dass der Gurt gesetzlich vorgeschrieben ist, der Helm aber nicht. Die Fahrradfahrerin hat sich völlig gesetzteskonform verhalten.

Beitrag melden
caesar-59 19.06.2013, 14:53
13. 1:0 für die Versicherungen

um es mal auszuschmücken...:
1. Ich fahre mit dem Fahrrad zu schnell, komme von der Straße ab und breche mit ein paar Knochen - Glück gehabt, weil die Krankenkasse das übernimmt.
2. Ich fahre mit dem Fahrrad über die Kreuzung und mir wird von einem Auto die Vorfahrt genommen. Ich habe viele blaue Flecken, aber eine größere Kopfverletzung. Pech gehabt... ich hatte ja keinen Helm auf.
--> stellen sich das die Gerichte so vor?

Beitrag melden
frank1980 19.06.2013, 14:54
14. als nächstes

bekommt dann ein Fußgänger bei einem Unfall Mitschuld, er hätte unter Umständen ja mit einem Helm die Verletzungen reduzieren können. Überhaupt ist er mithin selbst Schuld wenn er umgefahren wird, warum ist er überhaupt auf der Straße / dem Bürgersteig unterwegs ? Er hätte bei anderem Verhalten (zu Hause bleiben) den Unfall verhindern können.

Beitrag melden
mbler 19.06.2013, 14:54
15. Wenn der Helm keine Pflicht ist,

dann kann doch daraus auch kein wirtschaftlicher Schaden für den Radfahrer entstehen, wenn er ihn nicht trägt. Die logische Konsequenz aus dem Urteil ist, dass ein Fußgänger ebenso einen Helm tragen müsste, da er sich ja auch bei einem Unfall mit einem Auto eine schwere Kopfverletzung zuziehen könnte.
Meines Erachtens ist die Logik des Urteils nicht ganz nachvollziehbar. Aber ich bin auch kein Anwalt oder Richter.
Mit freundlichen Grüßen

Beitrag melden
henryb_de 19.06.2013, 14:54
16. Falsch!

es gibt eine Gurtpflicht aber keine Helmpflicht ... verstehen Sie den Unterschied?
Man könnte ja dann auch argumentieren, dass ein Helm immer (bei jeder Gelegenheit) vor Kopfverletzungen schützt. Daher hat jeder eine Teil der Kosten jedweiliger Kopfverletzungen zu tragen wenn er bei dem Ereignis keinen Helm getragen hat.
Liese sich auf jede Verletzungsart und jeweilige mehr oder minder geeignete Schutzmassnahmen erweitern.

Und der ganze Prozess war sicher nur von Versicherungen getrieben, die Geld sparen wollen. Dass heisst, das eine Versicherung, sprich auch soetwas Elementares wie eine Haftpflicht, Opfer Ihrer VN gern im Regen stehen lässt, um Ihre Gewinnsituation zu verbessern. Das ist die schöne neue Welt der Allmachtsgelüste der Finanzwirtschaft. Dass Richter dieses Spiel mitspielen ist bedenklich und in seiner ganzen Konsequenz (nicht nur Radfahrer mit/ohne Helm als Geschädigter) noch garnicht zu erfassen.
Viele Grüße
Zitat von FrankH
Es spielt doch gar keine Rolle, ob sie jetzt gegen einen Fußgänger, anderen Fahrradfahrer oder Auto gefahren ist, wieso dieses dumme Stärkere/Schwächere-Klischee? Es ist wie beim Autofahren: Gurt hilft gegen Verletzten beim Unfall = bei Nichtanlegen muß man zumindest einen Teil eventueller Verletzungen selbst tragen. Fahrradhelm hilft gegen Kopfverletzungen - bei Nichanlegen muß man zumindest einen Teil eventueller Verletzungen selbst tragen. In beiden Fällen spielt die Schuldfrage keine Rolle. Aber nein, Fahrradfahrer brauchen eine Sonderrolle...

Beitrag melden
sobejufe 19.06.2013, 14:54
17. FrankH

Sie vergessen was: Wir haben eine gesetzliche Gurtpflicht für Autofahrer, aber eben keine Helmpflicht für Radfahrer. Man kann aber niemanden dafür bestrafen, dass er einer Empfehlung (deren Sinnhaftigkeit nach diversen Studien mehr als fraglich ist) nicht folgt. Sonst können Sie in Zukunft jeden Fußgänger, der über den Haufen gefahren wurde, dafür zur Kasse bitten, weil er dunkle Kleidung getragen hat oder schräg die Straße gequert hat... Dank also an den ADFC, dass er diesen Fall unterstützt.

Beitrag melden
tmp 19.06.2013, 14:54
18. Klares Fehlurteil (ct.

Entschuldigung, FrankH, der Unterschied zwischen Sicherheitsgurt und Fahrradhelm macht gerade deutlich, warum wir es mit einem Fehlurteil zu tun haben: Es gibt nämlich eine gesetzliche Gurtpflicht für Autofahrer, aber eben gerade keine gesetzliche Helmpflicht für Radfahrer. Wenn es letztere gäbe, wäre das Urteil berechtigt. Solange es aber keine gesetzliche Helmpflicht für Radfahrer gibt, können Radfahrer, die sich nicht per Helm schützen, auch nicht für die Folgen eines fremdverschuldeten (!) Unfalles haftbar gemacht werden, selbst wenn diese durch das Tragen eines Helmes hätten gelindert werden können. Ansonsten könnte man auch denjenigen haftbar machen, der versäumt hat, einen Helm zu tragen, obwohl er damit den Schaden, den ihm sein Nachbar mit einem Hammerschlag auf den Kopf zugebracht hat, hätte mindern können. Denn der gesunde Menschenverstand sagt uns auch im Falle des Hammerschlags, dass ein Helm dagegen hätte schützen können. Nach dieser Logik könnte man im Endeffekt alle Freiheitsspielräume einschränken, die das Gesetz eigentlich zusteht. Ob nicht eine Helmpflicht für Radfahrer eingeführt werden sollte, ist eine ganz andere Frage.

Beitrag melden
oilenspiegel 19.06.2013, 14:55
19. Der Richter muss ein Autofahrer sein,

denn sonst ist diese Grausamkeit der "Rechtssprechung" nicht erklärbar. Genauso wie sie fahren, urteilen sie über Radfahrer, die sich ihrer Meinung nach durch sie, die Autofahrer, in Gefahr bringen. Radfahrer sind weder haftpflicht- noch unfallversichert, und es gibt kein Gesetz zur Helmpflicht. Was ist denn mit Arm- und Beinbrüchen, mit Querschnittslähmung und Hautverlust, mit denen uns die brutale Autofahrerkultur bedroht? Sollen wir da auch risikobeteiligt werden? Sollen wir in Karbonkleidung radeln? Nein, Autofahrer gehören in den Knast, wenn sie fahrlässig Radfahrer verletzen oder töten, anders lernen sie es nicht. Bußgelder sollen für den Radverkehr eingesetzt werden. Und Radfahrer müssen entschädigt werden, doppelt und dreifach, weil der Kampf gegen den Terror ist uns heilig!

Beitrag melden
Seite 2 von 81
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!