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Umstrittene Uni-Gruppe in den USA: Nur für Weiße, sorry
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Rassistisch? Wir doch nicht! Eine Hochschulgruppe in den USA nimmt nur hellhäutige Mitglieder auf und will die "euro-amerikanische Kultur zelebrieren". Jetzt gibt es Proteste gegen die "White Student Union" - auch weil ihr Gründer Kontakte zu Rechtsextremen pflegt. USA: White Student Union löst Proteste aus - SPIEGEL ONLINE

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cato. 01.12.2013, 15:10
10. ...

Zitat von regentrude
Eigentlich ist es einfach: Bestimmte "Quantenzahlen" wie Rasse, Geschlecht, soziale Herkunft dürfen bei der Teilnahme an gesellschaftlichen Aktivitäten *nicht abgefragt werden*. Alles andere -- alles! -- ist Rassismus/Sexismus/Diskriminierung. Also gibt es keinen positiven Rassismus (Gruppen für Schwarze). -- Wenn trotzdem eine Gruppe bevorzugt scheint (lauter weiße Männer an den Unis), ist es gerechtfertigt, die offensichtlich benachteiligten Gruppen mittels affirmative action gleichzustellen. Nur gleich. Nicht zu bevorteilen.
In ihrer Argumentation gibt es ein erhebliches Problem, was sie aus gutem Grund als "affirmative action" benennen hat noch einen anderen Namen positive discrimination ... und da sie ja bereits festgestellt haben, dass es keinen positiven Rassismus/Sexismus und keine positive Diskriminierung gibt, scheidet dieses Mittel eigentlich aus. Insbesondere weil sich Antidiskriminierungsgesetze explizit gegen den Staat richten (Gleichheit vor dem Gesetz). Erst in jüngster Vergangenheit hat der Staat dieses fundamentale Prinzip einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung zu Gunsten von Ungleichheit vor dem Gesetz aufgehoben, zum Zweck der Beseitigung von tatsächlicher Ungleichheit.

Leider öffnet dieses eigentlich ehrenwerte Ziel staatlicher Willkür Tür und Tor und führt unweigerlich zu Diskriminierung.

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LDaniel 01.12.2013, 15:52
11. Mhh

Also gut finden muss man es ja nicht. Aber ich finde es nicht schlimmer als Clubs nur für Schwarze

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unisolo35 01.12.2013, 15:54
12.

Zitat von gribofsky
Nein, es macht keinen Unterschied. Leute wie sie glauben an eine Weitervererbung der "Schuld". Ich sage Schuld/Verantwortung ist eine persönliche Sache und betrifft nur den Menschen der die Tat begangen hat. Nur weil ein Vorfahr etwas getan hat kann das mich nicht einschränken. Solang ich mich an Gesetzte halte kann ich machen was ich will, ungeachtet der Taten der Menschen vor mir.
Das ist eine etwas eigene Sicht. Schulden (nicht Schuld) sind sehr wohl erblich (wenn auch ablehnbar). Und es gibt durchaus noch einiges an wirtschaftlichem Vorteil, den die Nachfahren der Sklavenhalter gegenueber den Nachfahren der Sklaven haben.

Darueber hinaus muss man einige Foristen vielleicht daran erinnern, dass die Situation in den USA etwas komplexer ist. Schliesslich geht es nicht nur um Wiedergutmachung fuer die Sklaverei, sondern auch die bis tief ins 20. Jhd. andauernde Benachteiligung, Pogrome etc.

Das Argument, das alles sei vorbei, die Sklavenhalter schliesslich tot und jetzt muesse auch mal gut sein mit Geschichtsaufarbeitung, ist kurzsichtig, historisch falsch und zeugt selbst von einem latenten Rassismus. Wie gesagt, einige direkte Opfer der Diskriminierung leben sogar noch, von "vorbei" kann da schlicht nicht die Rede sein. Auch dass gleiche Chancen hergestellt worden seien (was allerdings nicht nur Rassismus betrifft; es gibt durchaus auch weisse Opfer vergangenen Unrechts) kann mitnichten behauptet werden. Zudem zeigt sich bei fast jeder sich bietenden Gelegenheit, dass die der Rassismus auf Seiten der Profiteure (der "Sklavenhalternachfahren") durchaus noch vorhanden ist (wenn z. B. wieder "voter registration laws" ohne rot zu werden aus der Klamottenkiste geholt werden).

Gleichberechtigung waere sicherlich ein wuenschenswerter Zustand; allein, erreicht ist sie noch lange nicht. Wer das Gegenteil behauptet, hat eine etwas eigene Sicht. Es darf allerdings durchaus bezweifelt werden, inwiefern die USA auf einem guten Weg sind bzw. die richtigen Massnahmen ergreifen bzw. ergriffen haben, um dieses Ziel zu erreichen.

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nota.bene 01.12.2013, 16:23
13. Alles rein privat

Zitat von sysop
Rassistisch? Wir doch nicht! Eine Hochschulgruppe in den USA nimmt nur hellhäutige Mitglieder auf und will die "euro-amerikanische Kultur zelebrieren". Jetzt gibt es Proteste gegen die "White Student Union" - auch weil ihr Gründer Kontakte zu Rechtsextremen pflegt.
Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, handelt sich um eine rein private Gruppierung, die nicht offiziell anerkannt ist und keine staatliche Unterstützung erhält. Wer oder was also sollte dieser Gruppe verbieten, die Mitgliedschaft auf bestimmte Personen zu begrenzen?

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Krakz 01.12.2013, 17:37
14.

Daran wird man sich wohl gewöhnen müssen. Acuh "weiss und mainsteam" ist letztlich nur eine Gruppe - und wird in Zukunft aller sog Minderheitenrechte auch für sich reklamieren.

Und wenn es Stipendien für nur Black gibt - warum dann nicht nur für White?

Schön ist das nicht, aber wenn "die" Gesellschaft in Interessensgruppen zerfällt, warum sollte sich die größte Gruppe nicht organisieren?

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petrapanther 01.12.2013, 18:00
15.

Zitat von ijf
Einerseits stellen sich auch mir direkt die nackenhaare auf, wenn ich lese "nur fuer weisse" und "sharp fiel bereits mit rechtsextremem Kommentaren auf". Andererseits stimme ich den anderen foristen hier zu: es gibt an dieser Uni offensichtlich weitere Gruppierungen, die ebenfalls entsprechende Mitgliedsbeschraenkungen haben ("Hochschulgruppen fuer Schwarze"). Rassismus und Diskriminierung funktionieren in all diesen Gruppierungen, unabhaengig von Hautfarbe, Geschlecht, Glauben. Wir, "die Menschen", koennen nur wachsam sein und fuer Gegengewichte sorgen...
Ich glaube, Sie missverstehen da etwas. Gruppen "für Schwarze" sind normalerweise nicht exklusiv, denn es geht nicht um Abgrenzung, sondern darum, sich gegen Diskriminierung einzusetzen. Normalerweise sind auch Nicht-Schwarze in solchen Gruppen willkommen, ebenso wie Männer in feministischen Vereinigungen - sie sind nur meist in der Minderheit.

Im Gegensatz dazu geht es bei dieser "weissen" Gruppierung offenbar um Abgrenzung, wie dieses Geschwafel von "weisser Identität" zeigt. (Welche Identität übrigens? Britisch? Irisch? Deutsch? Italienisch? Russisch? Jüdisch? Katholisch? Puritanisch?)

Die Implikation, dass Louis Armstrong, Ray Charles oder Miles Davis nicht zur "euroamerikanischen Kultur" beigetragen hätten ist bizarr.

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Dr.Fuzzi 01.12.2013, 19:31
16. Och Joh!

Das diese Gruppierung rechtslastig ist, finde ich persönlich für fragwürdig, jedoch ist dies von der kruden amerikanischen Verfassung genauso abgedeckt, wie die dortigen diversen Reproduktionen nationalsozialistischer Devotionalien z.B. dem Nachdruck von "Mein Kampf".

Hinsichtlich der Beschränkung der Gruppenmitglieder, kann ich nichts besonderes feststellen. Ich kann ja auch als Mann nicht in einen Frauenfitnessklub Aufnahme finden!

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titoandres 01.12.2013, 19:38
17. Vollkommen legitim

Meines Erachtens haben diese Herrschaften jedes Recht, in einer geschlossenen Gruppe die Bedingungen zu äußern, nur weiße seien willkommen. Muss man das gut finden? Nein, besser nicht. Muss man das hinnehmen. Ja! Dafür kann man sie als Rassisten ansehen, verabscheuen, etc. Ich finde es besser, einige unterdurchschnittlich intelligente Menschen tun sich zusammen und gründen eine Gruppe für Weiße, anstatt dass sich Rassisten überall verstecken müssen und so unsichtbare Barrieren aufbauen. Wenn jeder sich offen zeigt? weiß man mit wem es zu tun hat.

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vitalik 01.12.2013, 19:57
18. Museen

Zitat von ambulans
herrschaften, die ihr euch hier über den mit-foristen >psychologiestudent echauffiert - vielleicht macht es doch einen nicht ganz so kleinen unterschied, ob man sich als kaum (wo, seit wann, wie?)betroffener "weißer" oder als "nachfahre" (vielleicht heute noch betroffen) von definitiv nicht freiwillig in die USA gelangten menschen äußert. wenn hier alle gleich gemacht werden sollen, bitte schön: dann verbitte ich mir aber auch alles genörgele von "heimatvertriebenen" (in x-ter generation), flüchtlingen (nach WK II), sogenannte heimat-, herkunfts- und anderer art museen, weil die ja auch dadurch bevorzugung ("affirmative action"), also vorteile gegenüber anderen erreichen wollen ...
Achso, in einem Museem dürfen also nur Menschen arbeiten, die direkt etwas mit dem Themengebiet des Museum zu tun haben? Und Walforscher dürfen nur Wale werden oder wie?
Es ist doch eine Sache ein geschichtliches Ereigniss zu durchleuchten und die Relikwien aus jener Zeit aufzubewahren und eine Gruppe gründen, bei der man die Mitglieder nach bestimmten äußerlichen Kriterien aussortiert.

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Michi2010 01.12.2013, 20:02
19. Die Opfer des Bürgerkrieges

waren wohl vergebens!
Die Musterdemorkratie der Welt ist ein kulturelles Armenhaus ... da hilft auch ein dunkelpigmentierter Präsident nichts.

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