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Umstrittene Uni-Gruppe in den USA: Nur für Weiße, sorry
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Rassistisch? Wir doch nicht! Eine Hochschulgruppe in den USA nimmt nur hellhäutige Mitglieder auf und will die "euro-amerikanische Kultur zelebrieren". Jetzt gibt es Proteste gegen die "White Student Union" - auch weil ihr Gründer Kontakte zu Rechtsextremen pflegt. USA: White Student Union löst Proteste aus - SPIEGEL ONLINE

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NickCourtier 02.12.2013, 11:05
40. Titel

Zitat von psychologiestudent
Zu den Kommentaren 1 und 2: Es ist ein Unterschied, ob man sich als Nachfahren der Sklaven nach Jahrhunderten der Unterdrückung zusammen tut, um zu zeigen, dass auch Schwarze etwas wert sind und stolz auf sich sein können, oder ob die Nachfahren der Sklavenhalter sich zusammen tun, um zu feiern wie toll weiß sein doch ist. Das haben sie die letzten paar hundert Jahre schon gemacht. Sorry, ist einfach so.
Sorry, ist einfach nicht so. Diskriminierung ist Mist, egal wer wen diskriminiert. DAS ist einfach so. Sorry.

Verbrechen und Gemeinheiten aufrechnen und damit irgendjemandem ein "Kontingent" an Gemeinheiten zuteilen, das er jetzt noch aufbrauchen darf, damit die Summe über die Jahrhunderte auf allen Seiten gleich wird, ist doch wohl der allerletzte Blödsinn.

Bei der konkreten Vereinigung soll man sich in aller Ruhe ansehen,was sie wirklich machen: Wollen die einfach nur zusammen Kuchen essen und Kuckucksuhren reparieren, dann ist das absolut ok. Wenn die dort eine hübsche Fassade zimmern, um dahinter braunen Mist anzurühren, dann gehört der Verein dichtgemacht.

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Malshandir 02.12.2013, 11:21
41. Warum ist weiss immer schlecht?

Also irgendwie ist die Debatte leicht absurd.
Gruppen nur für Schwarze, Hispanos, Asiaten ist okay.
gruppe nur für Weisse nicht.
Das ist Doppelmoral. Entweder alle Beschränkungen fallen oder alle Beschränkungen sind erlaubt.
Diese Quotierung usw. ist inzwischen eher eine Bevorzugung.
Es sollte nur die Leistung zählen.

Ich möchte mal sehen, was passiert, wenn ein Weisser sich in eine schwarze Gruppe einklagt, da wird hier nicht berichtet.

Bis vor kurzem war es okay, wenn ein Schwarzer einen anderen Schwarzen Nigger genannt hat. hier hat zum Glück endlich ein Gericht gleichgezogen und darauf abgestellt, dass es genauso zu behandeln ist wie bei Weissen.

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TooSmart 02.12.2013, 11:41
42. Wie auch immer

Ob dies nun ein relevantes Beispiel für den herrschenden Rassismus in den USA ist oder nicht - fest steht : Er existiert und ist in deiner Auswirkung heute fataler, dramatischer als es noch in den 70'er, 80'er oder 90'ern war. Damals gab es für die Diskriminierten noch Jobs und die Gefängnisse waren noch keine Profitmaschinen für (natürlich weisse) Unternehmer auf Kosten der Minderheiten.
Auch hier hat sich alles was es an guten Vor- und Ansätzen in den USA gab, ins Gegenteil gewandt.
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - forget it. Gier und Klassenkampf von oben, dafür steht "god's own country" heute.

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rotertraktor 02.12.2013, 11:55
43. Erben der Sünde

Zitat von perspective
"mal quitt wären" ... hmmm ... das heißt dann wohl, hier geht es um Rache, nicht um Gerechtigkeit. Halte ich für fragwürdig. Ich würde es mit der folgenden Situation vergleichen: Person A schlägt Person B ohne Grund zusammen, Person A sollte dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn Person A allerdings schon lange tot ist oder nicht verfügbar ist, dann kann man nicht den Sohn oder die Tochter von Person A zusammenschlagen damit man "mal quitt" ist. Hautfarbe sollte keine Rolle spielen, aber wenn sie von Gruppen -- selbst früher stark benachteiligten Gruppen -- zum Thema gemacht wird, dann sollten auch Gegenbewegungen möglich sein. Ah, und kaum eine Gruppe ist super-homogen. Es gibt genug "Weiße" in ärmlichen Verhältnissen, die halt nicht in "Saus und Braus" leben.
Ihr Vergleich mit dem Verprügeln hinkt, weil darin der Profit-Faktor nicht enthalten ist. Mir erwächst im Gegensatz zur Sklavenhaltung keinerlei Vorteil daraus, wenn ich jemanden zusammenschlage.

Auch sind nicht alle Weißen reich und schon gar nicht alle frühere Sklavenhalter, aber wenn man als Sprössling einer Sklavenhalterfamilie heute aufwächst, dann hat man beste Chancen, sehr wohl in Saus und Braus zu leben. Solange Vater oder Großvater das Vermögen nicht verzockt oder verjubelt haben, profitieren die Erben auch heute noch vom vergangenen Unrecht.

Daraus entspringt nicht nur mehr Reichtum und Lebensqualität für die Erben der Sklaventreiber, sondern oftmals auch wirtschaftliche oder gar politische Macht, die gerade in den USA traditionell in den Händen schwerreicher Familiendynastien liegt.

Mir geht es dabei auch keineswegs um Rache, sondern nur um ein Contra zu den Behauptungen, dass es heutzutage keinerlei Diskriminierung von Schwarzen mehr gäbe und alles vergangene Unrecht schon längst abgegolten sei. Dem ist nicht so, genauso wenig wie es Zufall ist, dass das reichste 1% fast nur aus Weißen und die meisten Gefängnisinsassen aus Schwarzen bestehen.

Dieses gesellschaftliche Erbe ist die direkte Folge der früheren Verbrechen und gerade das Erbschaftsrecht, das dafür sorgt, dass die Profite daraus bis heute weiterflorieren, führt dazu, dass diese Erbsünde noch lange nicht getilgt ist.

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schutzpatron 02.12.2013, 12:37
44. Eigentlich

Zitat von regentrude
Eigentlich ist es einfach: Bestimmte "Quantenzahlen" wie Rasse, Geschlecht, soziale Herkunft dürfen bei der Teilnahme an gesellschaftlichen Aktivitäten *nicht abgefragt werden*. Alles andere -- alles! -- ist Rassismus/Sexismus/Diskriminierung. Also gibt es keinen positiven Rassismus (Gruppen für Schwarze). -- Wenn trotzdem eine Gruppe bevorzugt scheint (lauter weiße Männer an den Unis), ist es gerechtfertigt, die offensichtlich benachteiligten Gruppen mittels affirmative action gleichzustellen. Nur gleich. Nicht zu bevorteilen.
Eigentlich zum Lachen, wenn es nicht zum Heulen wäre.

Schlimme Sachen:
Beim Frauenfussball dürfen nur Frauen mitspielen.
Im Männergesangverein singen nur Männer.
Bei den Anonymen Alkoholikern dürfen nur Alkoholiker Mitglied sein.

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OHCRIKEY 02.12.2013, 12:56
45. ...

Zitat von 0xd00faffe
Der zeigt sich in der Praxis, mit ihrer theoretisch / historischen Betrachtungsweise kommen sie da nicht weiter. Es gibt eben auch erfolgreiche, schwarze Mittel- und Oberschichtamerikaner die sich dem Mainstream anpassen, die diese amerikanische Interpretation......
Ich würde das nicht vermischen. viele Black Unions erlauben auch Weißen und Asiaten den Beitritt, es geht vornehmlich um die Afro-Amerikanische Kultur. Dass die keinen ansatzweise so starken Pull hat wie die Euro-Amerikanische Kultur ist natürlich richtig.
Allerdings gibt es auch Black Unions, in denen rassistisches Gedankengut vorherrscht. Niemand käme aber auf die Idee, von diesen auf alle Black Unions zu schließen.

Wieso sollte man für White Unions einen anderen Maßstab anlegen? Da wird mir einfach zu viel durcheinander geworfen, die Anklage des Rassismus liegt immer irgendwie in der Luft. Und da setzt halt die in meinen Augen heutzutage fehlerhafte historische Betrachtung an. Schwarze hatten auch immer Weiße an ihrer Seite, die mit ihnen gegen Rassismus kämpften. Es gibt genügend gute Argumente gegen Rassismus, da muss man nicht immer in Schwarz/Weiß spalten.

Ich gebe Ihnen in Ihrem Argument recht, aber was bedeutet das in der Realität? Soll man die im Artikel angesprochene Vereinigung für Schwarze und Asiaten öffnen? Was haben die davon?
Wäre ich bespielsweise ein Schwarzer mit Interesse an solch einer kulturell fokussierten Vereinigung, dann wäre die Anwesenheit vornehmlich rassistischer Mitglieder dennoch ein Grund für mich, dort nicht einzusteigen, sollten die zu einer Öffnung gezwungen werden. Ich würde mir eine Gruppe suchen, deren Mitglieder mich nicht als minderwertig einstufen.
Sollte die Mehrzahl der Mitglieder nicht rassistisch sein, dann können sie auch selbst konstruktiv über die Aufnahmeregeln diskutieren und ggf ändern.
Verbote und Zwänge bringen hier in meinen Augen gar nichts.

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bonnerinmünster 02.12.2013, 13:29
46. merkwürdige Weltsicht

Wenn weiße Studis einen Club für weiße aufmachen, und wegen der entsprechenden Hautfarbe farbige Studis nicht aufnehmen - dann sei das Rassismus; wenn sich Black Unions bilden, die keine Mitglieder anderer Hautfarbe aufnehmen, dann sei das legitim, denn die entsprechenden Minderheiten versuchten lediglich, Nachteile gegenüber der dominierenden Gruppe aufzuholen. Dieses Argument halte ich für absoluten Quatsch, denn es handelt sich natürlich um Rassismus - und zwar in beiden Fällen und gleich schwerwiegend.

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gruenerfg 02.12.2013, 13:40
47. Deswegen

Zitat von lavieenrose
Helmut Schmidt??? Wie kommen Sie dazu gerade Helmut Schmidt als Beispiel für so eine Gurkentruppe zu nennen? Ich glaube selbst jemand wie Alfred Dregger hätte noch so viel demokratischen Grundverstand gehabt, um so einem Unsinnsverein nicht beizutreten!!!
Die Atlantik-Brücke darf man doch wohl als Pro-amerikanisch verstehen, oder?

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gruenerfg 02.12.2013, 13:42
48. Unterschied

Zitat von BeatDaddy
wenn Schwarze eine Studentenvereinigung gründen, dann ist das absolut in Ordnung, wenn keine Weißen aufgenommen werden. Das ist dann kein Rassismus... Wacht endlich auf, Ihr Pseudo-Gutmenschen!
Der Unterschied ist doch wohl leicht auszumachen. Schwarze müssen in den USA eigene Verbindungen gründen, weil sie in die der Weißen nicht aufgenommen werden.

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0xd00faffe 02.12.2013, 15:20
49.

Zitat von OHCRIKEY
was bedeutet das in der Realität? Soll man die im Artikel angesprochene Vereinigung für Schwarze und Asiaten öffnen? Was haben die davon? Wäre ich bespielsweise ein Schwarzer mit Interesse an solch einer kulturell fokussierten Vereinigung, dann wäre die Anwesenheit vornehmlich .....
Die eine Sache ist, ob man eine Gesellschaft per Dekret diskriminierungsfrei bekommt, da gebe ich Ihnen Recht. Die andere, welches Verhalten eine Uni von Ihren Studenten fordert.

Man wird ja auch keine Kreuzverbrennung des Klu Klux Klan auf dem Uni-Campus dulden, auch wenn der in den USA zehnmal legal ist.

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