Forum: Blogs
Undercover in iPhone-Fabrik: "Ich konnte mich kaum noch aufrecht halten"
DEJIAN ZENG

Das Vorstellungsgespräch dauerte 30 Sekunden, dann hatte Dejian Zeng den Job: als Fließbandarbeiter in einer iPhone-Fabrik in Shanghai. Dort erlebte der US-Student, wie gnadenlos Apple Menschen ausbeuten lässt.

Seite 4 von 37
mat_82 26.08.2017, 21:13
30.

Abgesehen, davon dass die Arbeitsbedigungen sonst nicht in Ordnung sind....
Aber: Alle 23 Sekunden eine Schraube mit einem E-Schrauber? Da schafft ein europäischer Arbeiter locker 4 Schrauben in der selben Zeit.
Oder es ist ein Fehler in dem Bericht...

Beitrag melden
ArRah 26.08.2017, 21:15
31.

Zitat von axel_roland
"China Labour Watch an, einer amerikanischen NGO" ahsoso. Alles klar. Aber davon Mal abgesehen: Klar sind das miese Jobs, aber sie sind eben für jeden ungelernten vom Land machbar und werden daher gerne genommen - anders kommt man nicht an 70.000 Angestellte. Eine Alternative wäre das ganze zu automatisieren, was automatisch passiert wenn die menschliche Arbeit besser bezahlt werden muss - dann sind die miesen Arbeitsplätze keine Arbeitsplätze mehr.
Das was in ihrer Rechnung nicht steht: Wenn die Arbeitsbedingungen besser sind, also auch die Arbeitszeiten ähnlich wie im Westen sind, dann kann trotz Automatisierung die Anzahl der Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Hier findet doch ein Konkurrenzkampf des Unmenschlichen statt. China hat ein Interesse daran Arbeitskraft so billig wie möglich anzubieten, da sonst ein Teil der Produktion in andere Länder abwandert. Derjenige der seine Bevölkerung am meisten ausbeutet gewinnt. Das gleiche gilt für Unternehmen. Wer am besten ausbeutet hat die größten Gewinne und ist somit am besten für den Konkurrenzkampf aufgestellt. Ich denke man kann weder den Unternehmen noch den Ländern wirklich einen Vorwurf machen, moralische Kategorien existieren in der Welt des Kapitalismus nicht. China und Apple handeln rational. Das heißt aber nicht, dass wir das hinnehmen müssen. Als Kunden haben wir die Möglichkeit Druck auszuüben und die Regierungen der importierenden Länder haben diese Möglichkeiten ebenfalls. Dies ist nicht nur moralisch geboten sondern auch wirtschaftlich in unserem Interesse. Der Billiglohn und die Ausbeutung in anderen Ländern schadet uns wirtschaftlich. Wir können viel durch gute Bildung, Infrastruktur, etc. ausgleichen aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt.

Beitrag melden
hkostal 26.08.2017, 21:16
32. Apple?

Bei Foxconn lassen ALLE namhaften Hersteller produzieren.

Beitrag melden
arghh 26.08.2017, 21:18
33. Ein Skandal! Apple produziert bei Firma mit Topgehalt!

Mehrfach im Artikel darauf hingewiesen, dass die Firma mehr Gehalt als andere Firmen in dieser Region bezahlt.
Genauso, wird mehrfach darauf hingewiesen, dass es sehr viele Arbeitnehmer gibt die für diese Firma arbeiten wollen.

Was ist jetzt das Problem des Autors? Dass eine Firma in einer Provinz in China nicht den selben Standard wie eine Firma in Europa oder den USA hat?
Naiver geht es aus meiner Sicht kaum noch.

Natürlich finde ich es nicht gut, dass Apple aus Gier seine ziemlich teuren Produkte in China fertigen lässt!

Aber in Anbetracht der Menge an Unternehmen (auch der hochpreisigen) die in China produzieren lassen – scheint Apple noch der Engel unter den gierigen zu sein!

Man kann die Globalisierung verteufeln, oder doof finden, verachten oder andere negative Synonyme dafür verwenden – sie ist aber ein Fakt. Und dass die Firmen, die offensichtlich höhere Gehälter als es ortsüblich ist Zahlen, hier so negativ dargestellt werden verstehe ich nicht. In anderen Fällen würde man das als Entwicklungshilfe bezeichnen!

Beitrag melden
acitapple 26.08.2017, 21:18
34.

Zitat von resomax
Es sind keine iPhone-Fabriken, sondern Foxconn und Pegatron. Und diese Firmen bauen auch fast alle anderen Handys. Also SPON: hört mir dieser Doppelmoral-Berichterstattung auf.
Das wundert mich dann doch. Ist man ja stets bemüht den investigatorischen Journalismus und den Kampf für die Gerechtigkeit raushängen zu lassen, so lässt man manchmal gewisse Fakten auffällig unter den Tisch fallen. Hätte in der Schlagzeile "HTC" statt "Apple" gestanden, vermutlich hätte es nicht mal 10% der Klicks gegeben.

Beitrag melden
JKStiller 26.08.2017, 21:19
35. Die Opfer von Schöner Leben, aber ich zuerst

Die Industrienationen benutzen ihren ökonomischen und technologischen Vorsprung nur allzu gerne als Legitimation für ihre Regiearbeit in der Welt. Nur weil man etwas tut, ist man allerdings noch lange nicht qualifiziert dafür. Eine solche Qualifikation müsste erst noch erbracht werden, wobei uns jedoch die eigene Ignoranz im Wege steht, die wir einfach mit Gewalt fleißig weiter zu Fakten betonieren ohne die überall locker am Wegesrand unseres Aufstiegs verstreuten Leichen auch nur eines Blickes zu würdigen. Aber auch wenn man sie nicht sieht, sie nicht nebenan verrecken und zu riechen beginnen, sind sie doch hier und bei und mit uns. Sie stapeln sich unter unseren Füßen, die täglich über gereinigte Straßen laufen. Wir laufen auf ihnen und fühlen uns wohlig weich im Recht. Keiner will es gewesen sein. Die Sonnenbrille hilft gegen den Moder, das Blut, die ungeschminkten Bilder. Tote ohne Totmacher, Erledigte scheinbar ohne Auftrag, zufällige Opfer als Statisten im Todesfernsehen, wenn denn da mal berichtet wird. Was für eine ekelhafte Angelegenheit. Ich glaube nicht, dass der angeblich demokratische Mensch noch viel tiefer sinken kann. Der Kapitalismus ist vielleicht nicht schlecht. Was wir daraus gemacht haben, ist es allerdings.

Beitrag melden
B!ld 26.08.2017, 21:23
36. Danke für den Bericht

Nun interessiert mich brennend, welche Smartphones zu menschlicheren Bedingungen hergestellt werden. Apples Konkurrenten lassen doch in den selben Fabriken fertigen, oder nicht?

Beitrag melden
at.engel 26.08.2017, 21:26
37.

Absolut lobenswerte Intiative... Man fragt sich ja, warum Jouranlsiten nicht öfter mal auf solche ideen kommen. Und warum gerade Apple und in China. Eine ganze Reihe europäischer Unternehmen lagern z.B. ihre Betriebe nach Polen aus, um da dann... Ukrainer zu beschäftigen, weil die noch für Löhne arbeiten, für die kaum mehr Polen zu haben sind. In der Slowakai (auch EU-Mitglied!) traf zumindest noch vor ein paar Jahren Unternehmen, die fast ausschließlich Nordkoreanerinnen beschäftigten; die kosteten damals 400€ pro Monat - sie selbst bekamen 200€ und weitere 200€ gingen direkt an den nordkoreanischen Staat. Usw. Kurz, wenn Journalisten hier noch glaubwürdig sein wollen, dann sollten sie nicht nur alle sechs Monate irgendeinen Pflichtartikel veröffentlichen, sondern bei solchen Geschichten einfach nicht mehr locker lassen, bis sich kein Verantwortlicher mehr sehen lassen kann. Dieses systematische Lohndumping macht nämlich die EU langsam kaputt. Und viele "Exits" wird die EU nicht mehr überleben - und das sollte es doch den Journalisten wert sein.

Beitrag melden
Rinaldo R. 26.08.2017, 21:28
38. Immer

Zitat von aschie
Das ist so nicht richtig es gäbe Möglichkeiten. 1) Maschienen Steuer 2) Sozial-, Umweelt-, Arbeitsicherheits -Standarts Gesetzlich festlegen und kontrolieren bei nicht achtung harte Sanktionen
wieder höre/lese ich von der naiven Vorstellung einer Maschinensteuer.

Ihnen ist aber schon klar, dass man Maschinen überall auf der Welt aufstellen kann und es immer Länder geben wird, die gerne bereit sind, diese aufzunehmen, egal ob Nordkorea, Mali, Kambodscha oder Turkmenistan. Und wenn alle Stricke reißen bleibt noch der Mond.

Und gleichzeitig wären solchen Ländern Ihre vorgeschlagenen Standards vollkommen egal, denn die Gier kennt keine Grenzen und die Geiz ist geil Gesellschaft beflügelt das Ganze noch.

Beitrag melden
artikel-5-gg 26.08.2017, 21:28
39. Geahnt

hat man das natürlich. Verhält sich wohl ähnlich wie mit der Fleischindustrie.
Danke für das Veröffentlichen dieser investigativen Reportage. Das traurige ist, dass sowohl Apple als auch Samsung die sehr hohen Gewinnmargen nicht nutzen, um etwas zu ändern. Stattdessen liegen 80% der Gewinne ungenutzt herum (Kapitalmärkte) und werden wohl nie reinvestiert, um nicht zu einem Übernahmziel zu werden. Wenn das alle so machen dann gute Nacht... schlimm dass es so viele gibt, die es unterstützen

Beitrag melden
Seite 4 von 37
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!