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Ungewöhnliche Direktkandidaten: Werben um die Erststimme fürs Grundeinkommen

Das bedingungslose Grundeinkommen wird seit Jahren diskutiert, von den meisten Parteien aber abgelehnt. Drei Hamburger möchten das Thema nun konkret wählbar machen - sie treten als parteilose Direktkandidaten bei der Bundestagswahl an. Direktkandidaten für Bedingungsloses Grundeinkommen - SPIEGEL ONLINE

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Steve Holmes 24.09.2013, 17:22
450.

Zitat von rudyf
diese Sichtweise sei Ihnen unbenommen, Sie verschweigen hier elegant Mises und Sie verschweigen hier elegant Hayek, und noch andere die nicht der Sicht von Keynes anhingen :) aber ein Grundeinkommen ebenfalls vorsahen (!)
Ich beziehe mich grundsätzlich nie auf Wirtschaftswissenschaftler denn Wirtschaft ist keine präzise Wissenschaft mit der sich Prognosen oder politische Handlungsanleitungen erstellen lassen. Bei diesen „Wissenschaftlern“ findet sich immer für Alles eine These und immer auch fürs Gegenteil. Und wenn einem der Bezug auf Wirtschaftswissenschaftler nicht reicht, dann bezieht man auch noch Aliens mit ein, wie der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman, wenn er Ausgabenprogramme rechtfertigen will.

Ich denke lieber selber und beobachte was in der Praxis funktioniert und was nicht. In der Praxis funktioniert eine Mischung aus Druck und Belohnung am besten, um die höchste Leistung zu erzielen. Ein Blick in den Leistungssport ist da hilfreicher als zu den Wirtschaftswissenschaften.

Zitat von rudyf
Aber sei's drum Sie verteidigen ein Modell bei dem die Lohnkosten sozialisiert werden und das man nur als Sklaverei bezeichnen kann das Druckmittel hierzu Hartz 4 das in wesentlichen Zügen und nach dem Stand der neuesten Gutachten verfassungswidrig ist und war (!)
Ich halte Hartz IV tatsächlich für eine sehr gute Lösung die sich in der Praxis bewährt hat um Menschen in Not zu helfen ohne den Druck von ihnen zu nehmen, damit sie sich nicht in der sozialen Hängematte ausruhen.

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Steve Holmes 24.09.2013, 17:23
451.

Zitat von rudyf
Kommen wir einmal zu der technische Seite wir leben in der digitalen Epoche diese Epoche ist nicht umkehrbar (!) und das bedeutet das immer mehr Arbeiten von immer weniger Menschen gemacht wird die Seite der Reproduktion verbleibt aber immer (!) da diese immer vorhanden ist (!) egal wie weit sich Technik auch entwickeln mag (!)
Sie bauen ihre Thesen auf einer falschen Grundannahme auf und kommen damit zwangsläufig zu falschen Schlussfolgerungen. Trotz, oder wie ich meine gerade wegen, der zunehmenden Digitalisierung gibt es heute mehr Lohnarbeit als jemals zuvor. Das gilt für Deutschland, Europa und den Rest der Welt. Das gilt auch für den Lebensstandard der durch diese Wertschöpfung erreicht wird.

In Deutschland gibt es viele unbesetze Arbeitsplätze und Ausbildungsstellen. Das zieht Menschen aus anderen europäischen Ländern an.

Zitat von rudyf
Von den vorhandenen Arbeitsmöglichkeiten kann der Mensch kein bestreitbares Einkommen mehr erzielen, diesen Fakt haben wir seit nun mehr über 20 Jahren und benötigt von daher schon mehr als einen Job (!) 30 Prozent aller Erwerbstätigen betrifft das de facto und de jure schon jetzt (!)
Es ist doch schön wenn Menschen und Systeme flexibler werden. Statt einer Vollzeitstelle verschiedene Teilzeitjobs macht das Leben bunter. Was an Sicherheit weg fällt gewinnt man an Erfahrung.

Zitat von rudyf
Arbeit zieht zudem immer mehr um den Globus, sprich es wird zudem da produziert, wo es den meisten Profit abwirft (!) fast 60 Millionen erwerbsfähige Menschen nur hier in Deutschland (!) können aber nicht zu Nomaden werden und von Deutschland nach Rumänien von Rumänien nach Indien und von Indien nach Burma ziehen.
Diese Flexibilisierung begrüße ich ausdrücklich. Wenn Deutsche Ingenieure nach Indien gehen und indische SW-Entwickler nach Deutschland fördert das nicht nur die Wirtschaft sondern auch den kulturellen Austausch.

Ich habe schon in vielen Ländern gelebt und gearbeitet und habe das nie bereut.

Zitat von rudyf
zu Ihrer Kenntnis es gab auch mal Weber (!)
Deutschland war einmal der größte Textilexporteur der Welt. Heute ist Deutschland Textilimporteur. Trotzdem beschäftigt die Deutsche Exportwirtschaft heute mehr Menschen als damals und erwirtschafte damit viel mehr Wohlstand.

Zitat von rudyf
Arbeit als Prozess heute (!) benötigt aber immer weniger Einsatz von Humankräften aber nur dahin muss die Rendite daraus fließen (!)
Die Rendite muss nirgends hin fließen. Wie die verteilt wird entscheiden die Märkte.

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Steve Holmes 24.09.2013, 17:26
452.

Zitat von spiegelleser987
Der Industrie geht es sicher gut. Ich habe vorhin mit jemandem telefoniert. Der hat mir das bestätigt, was ich in den letzten 12 Monaten festgestellt habe. Hat man einen großen Namen, weil man ein großer Konzern ist, ist man ein namhaftes Institut, kriegt man vom Staat immer mehr bedingungsloses Grundeinkommen, sprich Subventionen.
Daher muss es unser Ziel sein Subventionen abzubauen und nicht durch ein BGE auszudehnen.

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regreub 24.09.2013, 17:31
453. Wer eine Familie hat

Zitat von Steve Holmes
Das wäre kein Problem wenn man die Spieleinsätze entsprechend steuersparend als Investitionen verrechnen könnte.
Dann warte ich nur noch auf den ersten Finanzberater, der den Kauf von Lottoscheinen empfiehlt.

Zitat von
Wer eine Familie hat verdient ja sein Geld nicht nur für sich selbst sondern für alle Familienmitlieder. Dieses Geld bleibt beim Tod des Hauptverdieners einfach beim Rest der Familie wo es auch schon vorher war. Jedes Familienmitglied hat ja auch daran Mitgewirkt das der Hauptverdiener seiner Tätigkeit nachgehen kann indem sie ihn unterstützt.
Oder auch nicht. Es gibt auch Familien, in denen die Kinder ihre Eltern höchstens beim Geldverpulvern unterstützen. Und dann gibt es noch die Erbschaften aus dem weiteren Umfeld, wo Leute plötzlich ein paar Häuser von kinderlosen Verwandten erben, die sie nie lebend gesehen haben.

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Steve Holmes 24.09.2013, 17:34
454.

Zitat von rudyf
zuerst mal muss man wissen was Staatssouveränität bedeutet um den radikalen Ansatz zu folgen den ich nur mal vorstelle aber nicht unbedingt teile: Jeder souveräne Staat der Welt kann eine Komplementärwährung einführen ( die Schweiz hat eine nennt sich WIR ) Jeder Staat kann daraus folgend selbst Geld schöpfen er lässt es einfach drucken (!) über seine Nationalbank oder alternativ einer Bank die ein souveräner Staat dazu gründet das obliegt alleine seiner Hohheit (!) So der Staat legt den Wechselkurs fest z.Bsp 1 zu 1 zum Euro ( in der Schweiz ist das grob so (!) ) Diese Währung ist eine sog.Inlandswährung ( schützt vor Spekulation ) den Umlauf und die Zirkulation bestimmt die Wirtschaftsleistung (!) So die eingerichtete Bank ( oder vorhandene Bank ) druckt das Geld und der Souverän bekommt das auf sein Konto überwiesen ..... Feierabend (!) geht nicht und ob das geht (!) nur das ist nicht gewollt so einfach ginge das ......
Wer sollte denn so etwas wollen? In einer Demokratie müsste es zumindest die Mehrheit sein. Aber selbst das ist noch keine Garantie, dass es funktioniert. Wenn auch nur eine ausreichend große Minderheit sich dieser Währung verschließt und sie international nicht anerkannt wird dann hat die Währung keinen Wert, wie das bei der DDR-Mark der Fall war. Die feinen Dinge des Lebens konnte man nur mit Devisen kaufen.

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regreub 24.09.2013, 18:24
455. Was in der Praxis funktioniert

Zitat von Steve Holmes
Ich denke lieber selber und beobachte was in der funktioniert und was nicht. In der Praxis funktioniert eine Mischung aus Druck und Belohnung am besten, um die höchste Leistung zu erzielen. Ein Blick in den Leistungssport ist da hilfreicher als zu den Wirtschaftswissenschaften.
Ein Blick in den Leistungssport hilft schon deshalb nicht wirklich, weil die Motivationsfaktoren von Leistungssportlern nicht 1:1 mit denen vom Rest der Menschheit übereinstimmen.

Grundsätzlich ist die Förderung der intrinsischen Motivation erfolgversprechender als der Aufbau von Druck; in der Praxis wird nur gerne deshalb viel mit Druck gearbeitet, weil ein hoher Anteil der Führungskräfte nicht vernünftig motivieren kann. Druck machen können hingegen auch mittelmäßige Führungskräfte; das ist keine Kunst und wird notfalls einfach qua Amtsautorität praktiziert.

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warholandy 24.09.2013, 18:41
456. hmm

Zitat von der_joerg
Danke, mein Geld fließt jetzt schon viel zu reibungsarm von mir weg. Das muß nicht noch beschleunigt werden.
Ich geh mal davon aus, dass die Bemerkung polemisch zu verstehen ist.

Dennoch, weil ich ihnen einfach mal ehrliches Interesse am Thema unterstelle: mit Reibung meinte ich Bürokratismen der unnützen Art. Wenn sie hierfür plädieren wollten würde ich mich sehr wundern.

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warholandy 24.09.2013, 18:57
457. hmm

Zitat von der_joerg
Ja aber, es gibt ja nun in dem Etat nicht nur Arztkosten, sondern auch Medikamentenkosten. Die sind dann mit dem BGE auch abgegolten?
Jaaaaa, das Sozialbudget ist doch in jedem, ich betone JEDEM Produkt und JEDER Dienstleistung eingepreist. Wenn sie dieses nun durch ein BGE ersetzen ändert sich preislich erstmal gar nichts. Was das BGE ändern soll spielt sich, gesamtwirtschaftlich betrachtet, NICHT im pekuniären Bereich ab.

Zitat von der_joerg
Und die Rentner bekommen nicht ihre heutige Rente, sondern die ist mit im Topf für alle, aus dem sie dann ihr BGE bekommen? Rein rechnerisch aber weniger?
Niemand bekpommt mehr und niemand weniger! Herrrrschaft ;) Schauen sie doch mal auf ihren Lohnzettel und sehen sie nach wieviel Geld sie für sozialausgaben bezahlen - dann schauen sie nach wieviel ihr Arbeitgeber drauflegt, dann schauen sie sich mal ihren Steuersatz an und dann sagen sie mir, dass die Finanzierung (gesamtwirtschaftlich besehen) problematisch ist.

Die Rentenansprüche sollten, wie alle anderen Ansprüche natürlich übergeführt werden in das BGE System, so dass die Sparer nichts verlieren.

Zitat von der_joerg
Entschuldigung, wenn ich immer wieder auf der Finanzierbarkeit herumreite. Ich würde nur gern abschätzen, was mich bei dem Modell erwartet.
Sagen wir mal so: Hat sich das Internet für ALLE IMMER als nützlich erwiesen? Natürlich nicht, aber unterm Strich ist es natürlich ein Riesenschritt für die MEISTEN MEISTENS.

Weil es ein Strukturelement ist, dass über alle Schichten kreative Kräfte freisetzt und mobilisiert, die derzeit nicht zum Ausdruck kommen können, weil sie in hemmende Strukturen eingebunden sind.

Davon würden wir alle gegenseitig profitieren, nicht immer aber eben unterm Strich.

Zitat von der_joerg
Ich glaube, ich gehöre dabei nicht zu den Gewinnern. Das allein würde mich noch nicht davon abhalten, mitzumachen. Aber das Gefühl, zu den Verlierern zu gehören und von den Gewinnern als ignorant bezeichnet zu werden, hält mich schon davon ab.
Ich glaube sie gehörten auch zu Gewinnern.

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warholandy 24.09.2013, 19:02
458. hmm

Zitat von der_joerg
Gerade die unnützen Aktivitäten sind es doch, die das Leben lebenswert machen. Haareschneiden lassen - unnütz Rasieren - unnütz Kindererziehung - na ja Urlaub mit der Familie - schafft keine Werte - unnütz Handy - unnütz PS3 (4567 usw) - unnütz Auto - unnütz Eichensarg - unnütz (zugegebenermaßen nicht lebenswert) Wer will festlegen, was nützlich ist und was unnütz?
Das BGE soll Leute in die Lage versetzen selbst, jeder für sich ein bisschen mahr als heute, zu entscheiden was nützlich und was unnütz ist.

Frage: Wo würden sie lieber leben - in einem Land indem einige Wenige entscheiden was nützlich ist und die anderen zwingen sich entsprechend zu verhalten (z.B. Hartz4 Sankionen), oder lieber in einem Land, in welchem sie durch ein BGE befreit werden von dem Diktat dieser Weniger und SELBST ein Wörtchen mitreden wenn es darum geht wie sie ihr Leben gestalten? Das eine nennt man Diktatur, das andere Demokratie. Das BGE soll einfach nur etwas mehr Demokratie (Mitbestimmung) bringen - kann doch nicht so schlimm sein ....

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warholandy 24.09.2013, 19:07
459. hmm

Zitat von der_joerg
Aufgrund meiner Erfahrung weiß ich, dass ich nicht der Nabel der Welt bin und nicht im Besitz der absoluten Weisheit. Daher maße ich mir z.B. nicht an, die Arbeit anderer Leute als unnütz zu bezeichnen. Wie gesagt, es ist ein kurzer Weg von unnützer Arbeit zu unnützen Leuten. Agrarstaat - Pol Pot. Manchmal kann man gar nicht so blöd denken wie es dann kommt.

Sehe ich ähnlich - ich möchte ja nur, dass die Leute ihren Mund aufmachen können und Kritik offen äussern. Was glauben sie wieviel Kritik in Unternehmen und in der Gesellschaft nicht geäußert wird aus Angst anzuecken oder wirtschaftlich ruiniert zu werden.

Dann hätten wir eine seriöse Debatte darüber was unnütz oder sinnvoll ist - dass diese Debatte kontrovers bleibt ist doch klar! Aber sie wird ja gar nicht ernsthaft geführt. Bzw. sie wird oft geführt, aber die Leidtragenden von Missständen haben nicht die Möglichkeit die Konsequenzen zu ziehen - z.B. einfach den Job, den sie Gemeinwohlschädlich finden zu kündigen.

Das Beispiel Gesundheitssystem habe ich schon erwähnt.

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