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Ungewöhnliche Direktkandidaten: Werben um die Erststimme fürs Grundeinkommen

Das bedingungslose Grundeinkommen wird seit Jahren diskutiert, von den meisten Parteien aber abgelehnt. Drei Hamburger möchten das Thema nun konkret wählbar machen - sie treten als parteilose Direktkandidaten bei der Bundestagswahl an. Direktkandidaten für Bedingungsloses Grundeinkommen - SPIEGEL ONLINE

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montecristo 25.09.2013, 10:17
470. Unwesentlich

Zitat von regreub
Den Feld hätten Sie dann gehabt, wenn Sie probeweise das BGE eingeführt hätten. "Wenn ich vom Dreimeterbrett springen würde, gäb's garantiert keinen Bauchklatscher" - ist diese Aussage ein Versuch? Nö, dazu müßte ich dann wirklich mal springen.
Auf das Unwesentliche gehen Sie ein.
Nennen Sie es von mir aus eine Umfrage oder sonst wie.

Gehen Sie doch auf das wirkliche Problem ein. Wie wollen Sie das lösen?
Oder ist das egal, dann macht das Café halt zu, hauptsache BGE wird eingeführt? Das Studenten/Schüler die Arbeit einstellen ist ja auch in Ordnung, oder wie?

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Leblanc 25.09.2013, 14:39
471. Beitragsqualität?

Zitat von holyfetzer86
Schwachsinn. So ein infantiler Irrglaube. Also verdient dann die Klofrau auf einmal fast soviel wie ein Facharbeiter und die Welt ist wieder in Ordnung. Es zeigt vor allem, was der wirkliche Antrieb der Befürworter ist. Einfach mehr Geld von "denen da oben" (= in der Hauptsache Mittelstand, Akademiker etc.) abpressen und selbst mehr bekommen, ohne was konkret dafür zu tun. Das Grundeinkommen ist das mit Abstand unsozialste Werkzeug der aktuellen politischen Diskussion.
Auch in diesem Blog wieder mehrfach erwähnt, aber von Ignoranten ignoriert: Einer der großen und ersten Vordenker ist Hr.Werner als Eigner der DM-Marktkette,
Passt wohl nicht ganz in Ihr Denkmuster-

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Leblanc 25.09.2013, 15:03
472. Die Denke kommt nicht DURCH das BGE...

Zitat von TheBear
Dann müsste es aber schon sehr niedrig sein. Ich habe aber kein grosses Vertrauen in die heutigen Standardbürger, weil wir eben in einer völlig verzerrten Welt leben, in der nicht nur ein Mensch im wesentlichen nach seinem Einkommen beurteilt wird, sondern - und das ist ja das eigentlich Problem - das Einkommen fast völlig unabhängig vom wirklichen Wert der Arbeit geworden ist, für die es bezahlt wird. Ja noch schlimmer: Gerade die Leute, die Arbeit mit einem negativen Wert machen, werden besonders gut bezahlt. Ich sehe wirklich nicht, wie die korrekte Bewertung der Arbeit durch ein BGE gefördert werden könnte. ... aber es gäbe mehr Chancen, dass die Ausführenden ihre Einschätzung zum Wert der Arbeit einbringen könnten; Dass die Nutznießer den Wert nicht kennen bzw. akzeptieren würden, glaube ich nicht: Beispiel: Wenn Straße fegen teurer bezahlt werden muss, weil es keiner mehr aus wirtschaftlichem Druck machen MUSS, glauben Sie nicht, dass der Dreck über die Bürger dann doch genügend Druck aufbaut? Glauben Sie wirklich, man würde den Dreck hinnehmen, weil ja jetzt Straßenfeger richtig hohe Löhne bekämen? Ich glaube auch, dass sich mehr neue Straßenfeger finden werden, wenn nämlich die Wertschätzung ihrer Arbeit tatsächlich erkennbar wird.... und es gibt tausende von Beispielen von heute so "niederen" Jobs.... Erzieher, Lehrer, Krankenpfleger.... und die arbeiten am/mit MENSCHEN! Vergessen Sie bitte nicht, dass viele dieser notwendigen und wertvollen Arbeiten eben nicht erbracht werden, weil der Nutzen dieser Arbeit nicht so direkt bei dem Nutzniesser ankommt (ist ja viel für das "Gemeinwohl"). Wenn der Staat nun keine Mittel mehr hat, weil alles fürs BGE draufgeht, kann er ja noch weniger als jetzt höhere Lohnforderungen erfüllen, selbst wenn die Verantwortlichen eine Umbewertung (höhere Bezahlung für höherwertige Arbeit) vorgenommen haben. In einem Oelstaat, in dem das Geld für ein BGE vorhanden ist, könnte es funktionieren, bei uns nicht.

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Leblanc 25.09.2013, 15:17
473. Denke kommt nicht DURCH das BGE-

... aber es gäbe mehr Chancen, dass die Ausführenden ihre Einschätzung zum Wert der Arbeit einbringen könnten;

Dass die Nutznießer den Wert nicht kennen bzw. akzeptieren würden, glaube ich nicht: Beispiel: Wenn Straße fegen teurer bezahlt werden muss, weil es keiner mehr aus wirtschaftlichem Druck machen MUSS, glauben Sie nicht, dass der Dreck über die Bürger dann doch genügend Druck aufbaut? Glauben Sie wirklich, man würde den Dreck hinnehmen, weil ja jetzt Straßenfeger richtig hohe Löhne bekämen? Ich glaube auch, dass sich mehr neue Straßenfeger finden werden, wenn nämlich die Wertschätzung ihrer Arbeit tatsächlich erkennbar wird.... und es gibt tausende von Beispielen von heute so "niederen" Jobs.... Erzieher, Lehrer, Krankenpfleger.... und die arbeiten am/mit MENSCHEN!

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singlesylvia 25.09.2013, 16:07
474. Was ist hieran falsch, sysop?

(oder sitzt warholandy bei euch?)

Zitat von warholandy
Das BGE soll Leute in die Lage versetzen selbst, jeder für sich ein bisschen mahr als heute, zu entscheiden was nützlich und was unnütz ist.
Kann ich jetzt auch schon, mache ich sogar aufgrund limitierter monetärer Resourcen bei jedem Einkauf. Das wird sich nach Einführung eines BGE nicht ändern, es findet nur auf einem anderen Level statt.

Zitat von warholandy
Frage: Wo würden sie lieber leben - in einem Land indem einige Wenige entscheiden was nützlich ist und die anderen zwingen sich entsprechend zu verhalten (z.B. Hartz4 Sankionen), oder lieber in einem Land, in welchem sie durch ein BGE befreit werden von dem Diktat dieser Weniger und SELBST ein Wörtchen mitreden wenn es darum geht wie sie ihr Leben gestalten? Das eine nennt man Diktatur, das andere Demokratie.
Mit einer Einführung eines BGE werden nicht automatisch und sofort alle Gesetze verschwinden. Platt ausgedrückt, wurden Gesetze von den Leuten verabschiedet, die wir irgendwo gewählt haben. Gesetzesmacher sind nie zufrieden und erfinden immer neue Gesetze, wenn nicht hier, dann in der EU, die wir zum Teil auch wählen (nächstes Jahr wieder Europawahl) Somit sind wir an unserer/m Misere/Wohlbefinden selbst schuld. Es gibt da nicht das Diktat der Wenigen. Im übrigen ist der Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie u.a. nicht, wer und wieviele das Sagen haben, sondern welche Rechtsmittel mir zur Verfügung stehen, mich dagegen zu wehren, und wie unabhängig die Gerichte sind.

Der Deutsche ist bürokratisch und redet ungern ein Wörtchen mit. Bei Einführung eines BGE würde es für ein offenes Wort keine ökonomischen Sanktionen mehr geben wie jetzt, aber deswegen wird der Deutsche nicht mehr Wörtchen mehr mitreden, sondern sich aus satter Zufriedenheit auf Buchstaben beschränken; Öh? Nö! Jo!


Zitat von warholandy
Das BGE soll einfach nur etwas mehr Demokratie (Mitbestimmung) bringen - kann doch nicht so schlimm sein ....
Wenn man für Demokratie ein BGE braucht, ist aber was ganz anderes furchtbar im Busch.

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regreub 25.09.2013, 17:29
475. Das wirkliche Problem

Zitat von montecristo
Gehen Sie doch auf das wirkliche Problem ein. Wie wollen Sie das lösen? Oder ist das egal, dann macht das Café halt zu, hauptsache BGE wird eingeführt? Das Studenten/Schüler die Arbeit einstellen ist ja auch in Ordnung, oder wie?
Sie wissen doch gar nicht, ob das wirklich so eintritt, wie es ohne vorhergehende nähere Auseinandersetzung mit dem Thema mal schnell so dahingesagt wurde.

Antworten im Konjunktiv (wenn... dann würde ich...) sind sowieso schon mit Vorsicht zu genießen; wenn es dann noch Ad-hoc-Antworten sind, kann man da erst recht nicht viel drauf geben.

Wie war überhaupt die exakte Fragestellung? Auch die hat Einfluß auf die Antworten.

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LT_Lt_Smash 25.09.2013, 21:39
476.

Zitat von montecristo
wie sollen die Mitarbeiter dazu gebracht werden, mit bisherigen Lohn weiterzuarbeiten? Das würden diese nämlich nicht! Gastronomie ist ein Personalintensives Gewerbe. Würden die Löhne exorbitant steigen (wie im realen Beispiel), wären die Preise des Cafés unmöglich ausrecht zu halten!
Ihr "reales" Beispiel ist ein Befragung über ein "Was -wäre-Wenn" Frage, die so nicht eintreffen wird, da durch BGE die Marktgesetze nicht augehebelt werden, sondern sich eher an ein "freie" (also ohne Zwang) Marktwirtschaft annähern (soweit das möglich ist)
Zitat von montecristo
Das Gastgewerbe lebt häufig davon, dass Schüler/Studenten dort arbeiten. Wenn Sie mal gekellnert haben, wüssten Sie, dass das ein körperlich anstrengender Job ist. Das macht kein Schüler/Student weiter, wenn er monatlich 1.000 Euro in die Tasche gesteckt bekommt. Für weitere 200 - 400 Euro stellt sich da keiner mehr hin.
Und DAS ist die Legitimation zur Ablehnung? Das ihr Kaffee teurer wird, weil Jungendliche/junge Leute nicht mehr gezwungen sind für einen Hungerlohen ein anstrengende Arbeit durchzuführen, die sie nur deswegen ausführen, weil sie beim Geburtslotto nicht das Große Los gezogen haben? Wäre es nicht gesamtwirtschaftlich nicht besser wenn diese sich um ihre Ausbildung kümmern? Warum arbeiten sie nicht mal günstiger, damit andere in den Genuß ihrer Leistung kommen?
Zitat von montecristo
Und "Gerecht" ist weder Hartz 4 noch das BGE. Es ist sozial. Und das bin ich gerne, solange der betroffene den Allerwertesten hoch bekommen muss, um anderen eben nicht auf der Tasche zu liegen.
Was ist am BGE ungerecht? Hat nicht jeder grundsätzlich den gleichen Anspruch auf die Ressourcen (Land und Rohstoffe) unseres Landes? Und ist es da nicht gerecht, das die Nutznießer, einen Teil ihrer Einkünfte weitergeben?
Was ist gerecht daran, das ihnen diejenigen mit Kapitalertägen (Geld arbeitet nicht) auf der Tasche liegen, aber diejenigen die evtl. Pech hatten dürfen dies nicht?
Um mal eine "reale" Befragung an ihnen durchzuführen, wie wäre denn ihre Meinung zum BGE, wenn sie arm und berufsunfähig geboren worden wären oder maximal ne Hilfsarbeit durchführen könnten und ihnen das Amt mitteilen würde, das sie jeden auch noch so schlecht bezahlten Job annehmen müssten, da ihnen sonst die Leistungen gestrichen werden?

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warholandy 26.09.2013, 23:08
477. hmm

Zitat von Steve Holmes
Wer heute weniger bekommt, bekommt in Zukunft mehr ohne es zu brauchen.
Ich glaube da haben sie den Begriff Grundeinkommen nicht ganz ... verstanden? Niemand soll mehr erhalten als ein Grundeinkommen, wer mehr will muss schon den A.... hochkriegen (das lässt sich doch hören, oder?) ;)

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warholandy 26.09.2013, 23:37
478. hmm

Zitat von singlesylvia
Ja, aber nur für die tatsächlich Bedürftigen und Rentner. Wenn jetzt alle ein BGE bekommen, sagen wir mal überschlägig 80 Millionen Bürger und jeder 1000 EUR im Monat, dann haben Sie auf Schlag einen 80-Milliarden-Sozialbudget-Bedarf, und zwar jeden Monat.
[QUOTE=singlesylvia;13829784]
Richtig, so wie jetzt auch.

Zitat von singlesylvia
Wie hoch müssen Sie die Preise für Dientstleistungen und Produkte taxieren, damit das in etwa reinkommt?
Genau so hoch wie sie jetzt sind ....manche teuerer, manche günstiger.

Zitat von singlesylvia
Selbst wenn nur die Hälfte, also 40 Millionen (und das ist sehr optimistisch geschätzt), das BGE in Anspruch nimmt, ist der Bedarf noch gewaltig.
So viel wie heute eben...

Zitat von singlesylvia
Welches Steueraufkommen gegenüber heute erwarten Sie, wenn Dienstleisungen zugunsten des BGE nicht mehr durchgeführt werden (Warum soll ich bei jemand die Läuse auf dem Kopf waschen, wenn ich das BGE so kriegen kann und das auch noch viel mehr ist?)
Das Steueraufkommen müsste in Höhe der bisherigen Sozialabgaben zzgl. der bisherigen Steuern ausfallen.

Irgendwie logisch, weil man Geld ja zwar backen kann, es dadurch aber nicht wertvoller wird.

Wenn sie seriös bilanzieren wollen müssen sie beide Effekte einkalkulieren, nämlich die Arbeit, die teurer wid gegen Dienstleistungen, die günstiger werden aufrechnen. Das kann heute natürlich niemand komplett durchrechnen - völlig unmöglich. Aber eine einseitige Betrachtungsweise bringt uns inhaltlich nicht weiter - also bitte beide Effekte ansehen. Ich habe darüber hier schon sehr viel geschrieben - einfach nachlesen, wenns interessiert.

Ihre Kritik beinhaltet ja zwei unausgesprochene Voraussetzungen:
Die Eine lautet: Dienstleistungen sind per se nützlich. (Da darf ich widersprechen)

Die Andere lautet: Das eine negative Dienstleistungsbilanz eintreten würde UND dies schädlich für die Volkswirtschaft wäre.

Ich darf sie an Umweltprobleme, Nahrungsverschwendung, Energieverschwendung, Bürokratieauswüchse etc. erinnern. Zum Gesundheitswesen habeich mich schon geäußert....

Zitat von singlesylvia
Wollen Sie dann den Leuten vorschreiben, dass sie jeden Monat ein bestimmtes Einkaufsvolumen (Ust) zu absolvieren haben, eine bestimmte Anzahl von km mit dem Auto zurücklegen müssen (Mineralölsteuer), Mindest-Quoten für Alkohol und Rauchwaren vorschreiben (Branntwein- und Tabaksteuer) (weitere Steuerarten dürfen sie nach eigener Fantasie hinzufügen)? Da wird das B in BGE aber arg strapaziert.
Wäre mal ne Idee ;) Aber ernsthaft - ein BGE ist ja genauso abhängig von der Gesamtwirtschaftslage wie heutzutage die Steuereinnahmen (ihre oben genannten Forderungen könnte man ja genauso heute stellen um Einnahmen zu generieren).

Und ein BGE in einem Land zu implementieren, dass insgesamt zuwenig Grundeinkommen (BIP) hat, so naiv bin ich nun wieder nicht.

Deshalb findet übrigens die Debatte in der Gegenwart und in Mitteleuropa statt und nicht während einer Hungersnot woauchimmer...

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warholandy 26.09.2013, 23:38
479. hmm

Zitat von singlesylvia
Wie sieht das übrigens mit Polizei, Bundeswehr und anderen Einsatzkräften aus, die sich in Lebensgefahr begeben, nervige Schichten fahren und eigentlich so richtig auch keine Lebensqualität haben? Wieviel werden bei angebotenem BGE schön zu Hause bleiben? Ach, es wird gesetzlich geregelt, dass diese Kräfte trotz BGE ihren Job nicht verlassen dürfen, damit Aufmärsche in schönen geordneten Bahnen ablaufen, für Aufmarschopfer medizinisches Personal bereit steht? Und bei Feuer stehen auch weiterhin genügend qualifizierte Abwehrkräfte zur Verfügung? Da bekommt das B in BGE ganz schön Bauchweh.
Sehr lustig, haben sie mal gezählt wieviele Leute heute zuhause bleiben und NICHT zur Polizei und NICHT zur Bundeswehr gehen ;)))

Ganz ehrlich - was soll ich denn mit solchen Sprüchen anfangen?

Ob Leute zur Polizei gehen oder niciht ist doch deren Sache - so wie heute auch. Alle ihre Befürchtungen sind doch völlig spekulativ.

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