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Unis in Ostdeutschland: Warum die Wessis wegbleiben
DPA

Im Westen sind die Hörsäle voll, im Osten ist noch jede Menge Platz. Doch die West-Abiturienten bleiben lieber daheim. Warum wollen auch 27 Jahre nach der Einheit so wenige in den Osten?

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patrick_uhlmann 30.12.2017, 19:36
110. Wirklich ???

Zitat von sametime
Unbewohnte oder nahezu unbewohnte Orte und die Rechtsradikalität sind die besten Argumente, dort weder zu studieren noch zu arbeiten.
Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber so wie du schreibst warst noch nie im "Osten".

Ich bin da aufgewachsen und blieb da bis ich 20 war, danach hab 16 Jahre im "Westen" gelebt und hab auch schon fast überall in Deutschland immer selbst organisiert Urlaub gemacht... ich würde behaupten ich kenne beide Seiten von Deutschland recht gut und ich kann dir sagen... die Mauer und die Unterschiede bestehen NUR und ausschliesslich NUR im Kopf der Menschen.

Kleinere und fast unbewohnte Orte gibt es überall in Deutschland, ebenso Rechtsradikalismus.... manchmal verdeckt, manchmal etwas mehr offen, öfters auf dem Land, weniger in den Städten... aber es ist überall gleich.

Schade das du mit deinem Kommentar genau in die gleiche unbelehrbare und besserwisserische Schneise schlägst wie viele andere in Deutschland.

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bauklotzstauner 30.12.2017, 19:36
111.

Es ist so einfach: Vorurteile!

Im Artikel ist von einem "Schmuddel-Image" des Ostens die Rede. Richtig! Das wird auch konsequent gepflegt! Und zwar von Uni-Profressoren wie Wirtschaftsvertretern im Westen, die nunmal bis heute toangebend sind. Das hat zwei Folgen:

Studienbewerber glauben es, und versuchen deshalb einen Studienplatz im Westen zu bekommen. Lieber im Westen ein, zwei Jahre warten, als im Osten sofort zu studieren.

Denn was macht man dann mit dem im Osten erworbenen Abschluß? In jedem Bewerbungsgespräch bei überwiegend westdeutschen Arbeitgebern steht der Ausbildungsort in der Bewerbungsmappe! Und auch die haben das Vorurteil tief verinnerlicht vom ostdeutschen Entwicklungland, wo man die "deutschen Bimbos" vor 27 Jahren erst mal mit Bananen von den Bäumen holen mußte, und vorher nix war. Wer mit einem Abschluß von dort kommt, dem haftet der Makel an, daß seine Noten wohl nicht gut genug waren, um im Westen genommen zu werden.


Vorurteile, die sich tief eingegraben haben in dieser westlich dominierten Gesellschaft. Und auch Studienanwärter, die sich informiert haben, und daher genau wissen, daß die Hochschulen im Osten sehr viel besser sind als ihr Ruf - ja gerade wegen der Leere sich dort oft sogar besser studieren läßt, als an vielen "Elite-Unis" im Westen, schrecken davor zurück, aus Angst, sich damit die berufliche Zukunft zu verbauen. Besser ein später und schlechter Abschluß mit dem Stempel "München" als ein schneller und guter mit "Rostock" in der Mappe.

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bernd80b 30.12.2017, 19:36
112. Da sieht

man wieder deutlich, wie von den Medien manipuliert wird. Kaum einer der Studenten weiß überhaupt wie es dort ist, aber er weiß dass er nicht hin will. Ich war 17 Jahre beruflich in Chemnitz, bin jetzt 8 Jahre zurück im Westen und werde bald wieder dorthin zurückgehen. Ich höre hier nichts als Vorurteile. Das geht bis zur Behauptung, dass in den östlichen Bundesländern der Soli nicht bezahlt werden braucht und vieles andere mehr.

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auch nur... 30.12.2017, 19:45
113. Nicht nur im Osten wurde AFD gewählt!

In verschiedenen Beiträgen wird geschrieben, dass die Studenten der alten Bundesländer nicht in den neuen Bundesländer studieren wollen, weil dort eine rechte politische Kultur herrscht! Diese Meinung wird an den Ergebnissen der AFD bei der letzten Bundestagswahl festgemacht. Ja, die AFD wurde zu einem hohen Prozentsatz in den neuen Bundesländern gewählt. Aber die Ergebnisse der AFD sehen in den alten Bundesländern nicht deutlich besser aus! Also die ganze BRD erlebt einen erheblichen Rechtsruck! Von den in meinem Bekanntenkreis bekennenden AFD-Wähler kommen alle aus den alten Bundesländern und das sind Leute die das Rentenalter erreicht haben und sich finanziell keine garantiert keine Sorgen machen müssen!
Und zum Studienstandort Greifswald (MV) möchte ich anfügen: Wer nach Greifswald studieren geht weint zweimal! Das erste mal, wenn man dorthin muss und ein weiteres Mal, wenn man Greifswald verlässt. Es ist für die math-nat-Fächer eine zu empfehlende Uni.

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Zaunsfeld 30.12.2017, 19:47
114.

Zitat von skr72
Ich bin mal gespannt, wie es sich in Österreich verhalten wird. Ich kenne viele Leute, mich eingeschlossen, die lieber wo anders Urlaub machen, weil sie sich in einem Land in dem jeder zweite rechts gewählt hat unwohl fühlen. Ich muss auch zugeben, dass ich einen Auftrag, den eine Firma in Wien eigentlich schon in der Tasche hatte, jetzt doch lieber an ein eine weniger qualifizierte deusche Firma vergeben habe, da ich mit dem rechten Mist nicht konfrontiert werden möchte, obwohl der Partner eigentlich nichts damit zu tun hat. Aber das Unterbewußtsein trifft ja bekanntlich viele Entscheidungen..II
Ganz ehrlich? Wäre ich Ihr Geschäftsführer und Sie würden mir irgendwas von alten weißen Männern vorfaseln und dass Sie ein schlechtes Gefühl dabei haben, in einem ganzen Land (aha, und anderen werfen Sie Verallgemeinerung und Hetze vor ...) etwas zu kaufen und deswegen stattdessen den Auftrag an eine schlechter qualifizierte und womöglich auch noch teurere Firma in einem anderen Land vergeben wollen, würde ich Sie hochkant rausschmeißen.

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gluecklich_woanders 30.12.2017, 19:50
115. Extreme politische Ansichten spielen im Alltag sehr wohl eine Rolle!

Es stimmt nicht, dass die deutlich weniger weltoffene Einstellung vieler Menschen in Ostdeutschland im Alltag kaum eine Rolle spielt. Ich komme aus dem Westen und habe in Köln studiert, hatte dort einen vielfältigen, multikulturellen Freundeskreis und habe auch zeitweise in einer WG mit einer Muslima gelebt. Wir sind natürlich auch zusammen ausgegangen - war dort alles kein Problem. Jetzt lebe ich in einer ostdeutschen Großstadt, womit ich an sich kein Problem habe. Abgesehen von Nazis, die den Eingang von Lidl "bewachen", alten Damen, die mich und meinen ausländischen Lebensgefährten beim Abendessen im Lokal anpöbeln, weil wir nicht Deutsch miteinander sprechen, und Pegidisten, die meiner biodeutschen Mutter in der Innenstadt Schläge angedroht haben... Ich kann verstehen, dass gerade weltoffene junge Leute - oft auch aus dem Ausland - auf sowas keinen Bock haben. Schöne Altstädte und niedrige Mietpreise sind eben oft nicht das einzige Kriterium für die Wahl des Studienplatzes.

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flosse66 30.12.2017, 19:50
116.

Ich habe, aus Hessen kommend in Münster und Aachen studiert. Als ich anfing, stand die Mauer noch, aber selbst heute würde ich einen Studienplatz im Osten nicht geschenkt nehmen. Image ist wichtig, aber auch Atmosphäre. Es kommt nicht von ungefähr, dass viele Ostdeutsche im Westen studieren oder in NRW ihr Referendariat machen, denn hier gibt es in dr Regel mehr Stellen. Kenne viele, die aus Ostberlin oder Thüringen nach NRW gekommen sind, weil sie im Osten weniger Chancen haben.
Was nützen niedrige Lebenshaltungskosten, wenn es öd ist? Was nützt die individuelle Betreuung an einer kleinen unbedeutenden Uni, wenn man mit Studium an einer renomierten Uni punkten kann?

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Lipper in Wien 30.12.2017, 19:53
117. Felix Bloch

Zitat von Hippolais
Wer ist Ihrer Meinung nach Felix Bloch? Vielleicht etwa der frühere Kumpel von Franz Mayer, dem berühmten Germanisten? Schaut wenigstens in Wikipedia nach, bevor Ihr Bildunterschriften wie 7 von 9 verfasst.
Meine Güte, schauen Sie doch bitte selbst erst einmal in der Wikipedia nach, wer Felix Bloch war. Ich erklär's Ihnen lieber gleich einmal hier: Felix Bloch war u.a. Physik-Nobelpreisträger (1952) und war Anfang der 1930er Jahre Assistent von Werner Heisenberg an der Uni Leipzig, er hat dort auch habilitiert. Ernst Bloch hat nie in Leipzig studiert, auch dies könnte man mit ein bisschen Recherche schnell herausfinden. Ansonsten ein schönes Beispiel für den Dunning-Kruger-Effekt.

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tomleipzig 30.12.2017, 20:01
118. Viel zu pauschal - und Hoffnung auf einen Politikwechsel in Sachsen

Osten ist nicht gleich Osten, genauso wenig wie Westen gleich Westen, etc.
Es kommt wie immer auf den Einzelnen an, wann und wo er leben und studieren will.
An der Uni Leipzig ist es im übrigen so, dass sich für das aktuelle Wintersemster weit über 40.000 Abiturienten beworben haben und 7000 ihr Studium aufnehmen durften. Leider soll nach dem Willen der Landesregierung die Anzahl der Studienplätze reduziert werden, insbesondere in Leipzig. Dies ist vor dem prognostizierten Bevölkerungsschwund in Ostdeutschland eine erstaunliche Festlegung, solange die Nachfrage nach Studienplätzen an Leipziger Hochschulen (Uni Leipzig, HTWK (Fachhochschule), Musikhochschule (HMT), ...) zu hoch ist und die Hochschulen junge, motivierte Erwachsene in die Region locken, die nach dem Studium (zum Teil) auch bleiben würden. Leipzig ist attraktiv, aber auch andere Standorte in den neuen Bundesländern.
Man kann nur hoffen, dass mit dem neuen Ministerpräsidenten die Hochschulpolitik in Sachsen überdacht und geändert wird.

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frankfurt/international 30.12.2017, 20:04
119. No way

Solange der Nazimob in vielen ostdeutschen Städten derart wütet, Menschen beleidigt und ermordet, verstehe ich jeden jungen Menschen, der da nicht hin möchte!
Etliche Freunde und Bekannte von mir haben die Erfahrung gemacht und sagen: selbst für 0€ Miete würde ich da nicht hin wollen!
Hass, Beleidigungen und tätliche Angriffe sind speziell in Sachsen an der Tagesordnung, dazu die Afd als stärkste Partei bei der BTW, vielen Dank!

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