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Unis in Ostdeutschland: Warum die Wessis wegbleiben
DPA

Im Westen sind die Hörsäle voll, im Osten ist noch jede Menge Platz. Doch die West-Abiturienten bleiben lieber daheim. Warum wollen auch 27 Jahre nach der Einheit so wenige in den Osten?

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Killertomate001 30.12.2017, 20:06
120. Wenn ich als studierter "Ossi" die Kommentare hier lese...

... fällt mir auf, dass viele der Kommentierenden doch gar nicht so anders sind, als die oft erwähnten AFD'ler hier in der Gegend. Genau die gleiche Schwarz-/Weißmalerei und Vorurteile... Wenn man die Adressaten dieser mal außen vor lässt.
Viele von euch waren sicher noch nie im Osten oder haben die wirklichen "Ossi's" kennengelernt. Bei uns haben 3/4 der Wähler eben nicht die AFD gewählt. Und ein Großteil der AFD-Wähler ist sicher auch nicht der typische Rechte. Diese gehören übrigens auch nicht zum Stadtbild. Nach dem Studium in entspannter, offener und doch familiärer Atmosphäre und mit guter Qualität konnte ich mich vor Jobangeboten kaum retten. Bei 4 Euro Miete pro qm stört mich mein Einkommen auf "Ost-Niveau" übrigens überhaupt nicht. Aber mit euren Vorurteilen kann ich hier sowieso nicht aufräumen, dass ist wie bei den "richtigen" AFD-Wählern"... Baut euch nur weiter eure eigene Wahrheit zusammen.

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steffen.ganzmann 30.12.2017, 20:06
121. Tja.

Zitat von Flugzeugfreak1
Leider muss ich um Medizin zu studieren ins Ausland. NC Gründe. Aber das ist halt so, dann braucht aber Deutschland mich nicht als fertigen Arzt. Dafür bieten dann andere sehr viel mehr.
Ich studierte in Deutschland und machte dennoch ohne jegliches schlechtes Gewissen meinen Facharzt in der Schweiz! Dabei hätte ich einen unbefristeten Arbeitsvertrag einer Klinik mit voller Ausbildungsberechtigung in Deutschland wahrscheinlich sogar lieber angenommen - was im Nachhinein ein grosser Fehler gewesen wäre! Aber Jahres- oder gar noch kürzere Verträge? Ein absolutes no-no ...

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selbständigdenkender 30.12.2017, 20:09
122. Wachsender Nationalismus

und politischer Rechtsruck sind bei Betrachtung der politischen Entwicklungen alleine in Europa sicher kein Alleinstellungsmerkmal für die neuen Bundesländer.

AFD Ergebnisse bei der diesjährigen Bundestagswahl zwischen knapp 8 und 13 % in den alten Bundesländern entlarven viele der hiesigen Foristenmeinungen als Heuchelei. Oder waren das auch die verbitterten Ostdeutschen, die heimlich in Bayern, BAden-Württemberg, Hessen etc. nochmal gewählt haben???
Man kann nicht immer nur von anderen Toleranz gegenüber Andersdenkenden einfordern. Das fängt immer bei einem selbst an.

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bloke 30.12.2017, 20:11
123. Verstehe ich nicht...

Zitat von Illya_Kuryakin
Mitteldeutschland ist Hessen! Die "neuen" Bundesländer sind Ostdeutschland.
Warum ist dann der GEZ bezahlte Rundfunk in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt bekannt unter MDR, was wohl für MittelDeutscherRundfunk steht.
Auszug Wiki: "Seit der deutschen Einheit 1990 gibt es Bestrebungen, das Attribut Mitteldeutschland zunehmend den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, als „Kerngebiet“ zusammengefasst, zuzuordnen."
Entweder haben sie was verpasst, oder all die anderen :)

Grüße

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Cardio84 30.12.2017, 20:19
124. Anders rum wird ein Schuh daraus

Die Frage ist doch nicht warum zu wenig Wessis zum studieren in den Osten gehen, sondern warum nicht genug junge Ostdeutsche nach dem Abitur in ihrer Heimat bleiben und auch dort studieren. Ich bin Bayer, hab hier immer gelebt, studiert und arbeite jetzt auch hier. Was soll schlecht daran sein dort leben zu wollen wo die eigenen Wurzeln sind und man sich wohl fühlt?

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Thomas 30.12.2017, 20:22
125. Zurück in den Westen

Nach 8 Jahren in Dresden bin ich zurück in den Westen; eben weil die Vorurteile bezüglich pediga&co eben stimmen. Ich jedenfalls hatte keine Lust mehr; es sind da keine Einzelfälle: der dumpfe Mop bestimmt die Stummung in Politik und Gesellschaft. Meine Firma baut entsprechend den Standort in Dresden zurück - zugunsten der Standorte im Westen. Für Kollegen aus dem Ausland, ist es tatsächlich schwierig im Osten zu arbeiten.

Und mein Sohn wird in diesem Jahr vor der Entscheidung stehen, wo er studiert. Ich rate Ihm sehr davon ab, das im Osten zu tun.

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quark2@mailinator.com 30.12.2017, 20:23
126.

Saß letztens im Zug von Berlin nach Cottbus mit ner Studentin aus Frankfurt am Main ... war lustig und interessant, was sie so zu berichten hatte. Über die Uni hatte sie nur Gutes zu berichten, sowohl fachlich als auch sonst. Aber natürlich ist Cottbus mittlerweile ein Nest und sie hätte gern nen ICE nach Berlin. Hätte ich auch gern, oder halt nach Leipzig. Sie meinte, hier machten die Läden immer um 2..3h nachts zu, wo sie es doch gewohnt wäre Mitternacht loszuziehen und dann bis zum Brunch zu feiern ... :-). Abgesehen mal davon kam eigentlich keine Kritik, insbesondere auch nicht an der Mentalität oder etwa politischen Einstellung. Ist ja auch nicht so, wie man nach Zeitungsberichten annehmen könnte, daß hier nur Looser rumlaufen und Nazisch*** gröhlen, oder sowas. Es fiel aber auf, daß die durchaus ziemlich intelligente junge Frau eher wenig Vorstellung vom "Osten" hatte, bevor sie hier aufschlug ... war wohl schon fast sowas wie ein Auslandsstudium. Das kommt eben davon, wenn man ganze Landstriche ihres Besten (gute Leute gehen dahin, wo tolle Arbeit ist) beraubt und nur negativ berichtet. So wie es im Moment läuft, wird das alles mal ein toller Naturpark, nur halt mit paar armen Räubern im Wald ;-) ... Um es klar zu sagen: Industrie siedelt sich da an, wo Infrastruktur und Leute sind. Das kann man nur mit Geld schaffen, nicht mit Rumreden. Diese ganze Region hier hat eher nichts abbekommen.

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akerensky 30.12.2017, 20:38
127.

Zitat von badenerin
77% der Studierenden aus Brandenburg studieren also in anderen Bundesländern, gleichzeitig „suchen“ die Unis in Brandenburg nach Studenten. ? Warum wohl?
Vielleicht weil 38% der Brandenburger Bevölkerung im Berliner Speckgürtel wohnt und damit die Berliner Unis näher sind als die Brandenburgischen. Aber ich vermute mal Sie haben eine einfachere Antwort erwartet?

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steffen.ganzmann 30.12.2017, 20:43
128. Nungut

Zitat von TomRohwer
Das ist für Universitätsabsolventen dann schon ein bißchen peinlich. Große Universitätsstädte sind Durchlauferhitzer - die ganze Leute, die in Heidelberg oder Freiburg oder Kiel oder Erlangen studieren, bleiben doch nicht dort. Sonst wären das längst Millionenstädte [...]
Gerade in Freiburg kannte ich in der späten 1990ern zig Akademiker, die lieber in Freiburg arbeitslos waren, als irgendwo anders zu arbeiten! Und ich war eigentlich nicht viel besser, meine Arbeitsstellen waren maximal 300 km von Freiburg entfernt, da ich wenigstens mein Wochenende mit meiner wunderschönen, wunderbaren Ex-(leider!)Ehefrau verbringen wollte! Nun ein einziges Mal war ich derart irrsinnig, mich in Kirkenes/Norwegen zu bewerben ...

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Ökofred 30.12.2017, 20:49
129. Ach ja toll..

Zitat von Titanus
Ich selbst habe zwar im Westen studiert (NC-bedingt), wäre aber auch gerne in die Mitteldeutschen Länder zum Studium gegangen. Mittlerweile lebe ich in Berlin (ehemaliger Ostteil) und habe einen Teil meiner Weiterbildung am Uniklinikum Leipzig absolviert. Eine sehr schöne Stadt, viel studentisches Leben, hübsche Frauen, günstige Mieten und Lebenshaltungskosten sowie ein niedriger Migrantenanteil mit dementsprechender niedriger Kriminalitätsrate. Habe mich sehr wohl gefühlt dort und würde - bei sich bietender beruflicher Perspektive - auch dorthin zurück kehren.
Leipzig liegt in der Dt. Kriminalstatistik auf Platz 8 (2014), Berlin auch nur auf Platz 3. https://www.welt.de/politik/deutschland/article128615931/Das-sind-die-gefaehrlichsten-Staedte-Deutschlands.html
Der Unterschied auch nur 1 % punkt.
Aber egal, mit Ihrem mitteldeutschen Aussehen haben Sie sicher kein Problem mit evtl auftauchenden Bomberjacken. (Mein Sohn aber sicher, was ihn leider für ein Studium in Ostdt. disqualifiziert)

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