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Unis in Ostdeutschland: Warum die Wessis wegbleiben
DPA

Im Westen sind die Hörsäle voll, im Osten ist noch jede Menge Platz. Doch die West-Abiturienten bleiben lieber daheim. Warum wollen auch 27 Jahre nach der Einheit so wenige in den Osten?

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rob74 30.12.2017, 21:56
150. Überschrift

Ich hab als Schwabe ab 1998 in Leipzig mehrere Jahre Medizin studiert und habe nur gute Erfahrungen gemacht. Die Uni ist hervorragend, die Kommillitonen waren grandios, es haben sich wunderbare Freundschaften entwickelt, welche bis heute Bestand haben. Ich empfinde es als eine Ehre in einer der ältesten Unis Deutschlands meine Ausbildung erfahren zu haben und kann LE nur weiterempfehlen....eine freie und liberale Studentenstadt...obwohl in Sachsen ;)

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Alfred +1 30.12.2017, 22:04
151. Nur eine Frage:

Wie weit entfernten sich denn die bundesdeutschen Studenten bis 1990 von ihren Heimatorten (Nord-Süd)? Diese Frage wird im Artikel gar nicht erst berührt. Der Vergleich wäre interessant gewesen. Ansonsten zeigt sich in den meisten Forenbeiträgen eine alarmierende Unkenntnis über die tatsächlichen ostdeutschen Verhältnisse bei gleichzeitiger Schönfärberei der eigenen. Schaut mal auf die Wahlergebnisse der AfD in den ach so westlichen Bundesländern! Und wahrscheinlich ist jeder Andersfarbige in Dortmund sicherer als in Dresden aufgehoben.

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spiegel_fechter 30.12.2017, 22:06
152. Beste Argumente?

Zitat von sametime
Unbewohnte oder nahezu unbewohnte Orte und die Rechtsradikalität sind die besten Argumente, dort weder zu studieren noch zu arbeiten.
Aha - welche Uni domiziliert in den östlichen Bundesländern denn bitte in einem "unbewohnten oder nahezu unbewohnten Ort" ?
In welchem nahezu unbewohnten Ort haben Sie den Abitur gemacht, um mit solch "besten" Argumenten zu brillieren?
BTW - auch im Westen gibt es etliche Unistandorte, die nicht unbedingt dafür bekannt sind, dass dort der Bär steppt.

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laribum 30.12.2017, 22:11
153. Und inwiefern ist ihr Heimweh relevant?

Zitat von lorgar
Unabhängig von der wuchernden Fremdenfeindlichkeit im Osten ist Jena ein denkbar schlechtes Beispiel für eine studentenfreundliche Stadt mit günstigen Mieten, wo es unter den Top 20 der teuersten Städte Deutschlands liegt. Ich selbst habe ein Jahr in Jena an der Universität gearbeitet und ich muss sagen: Ich bin teilweise entsetzt über den Zustand im Osten so viele Jahre nach der Wiedervereinigung. Die Straßen sind teilweise so schmal, dass man annehmen muss, dass sie definitiv noch für Trabbis gebaut wurden. Auch dem Schmuddelimage wird die Umgebung Jenas gerecht. In nur wenigen Minuten mit dem Auto entfernt findet man Randbezirke, wo nach wie vor Plastikstraßenlaternen stehen (kein Witz), die doch so langsam schmuddelig aussehen (wie etwas, was zu lange vor sich hingegammelt hat). Und das, obwohl Milliarden über Milliarden in den Osten gepumpt wurden. Die Stadt ist in meinen Augen einfach nur hässlich. Ich bin froh, dass ich dort nicht mehr bin, sondern wieder in Westdeutschland. Zwar ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt, aber irgendwie fühle ich mich hier heimischer. Meine Erfahrungen in Jena haben mir vor Augen geführt, dass mir Familie und Freunde doch wichtiger sind, als ich vorher angenommen hatte. Vielleicht ist das auch bereits die simple Erklärung, weswegen "Wessis" so selten nach Ostdeutschland wollen. Ich selbst hab auch immer die "kalte Kotze" gekriegt, wenn ich gesehen hab, dass ich noch 400km vor mir hatte, bevor ich "zu Hause" war. Ich habe mich dort nie heimisch gefühlt (und nein, es lag nicht an den Menschen, bevor sich hier jemand am Ende ungerechtfertigterweise angegriffen gefühlt. Ich habe mich einfach im Osten nicht "heimisch" gefühlt, auch das ist natürlich rein subjektiv).
Angeblich enge Straßen als Beispiel für den schlimmen Zustand im Osten? Laternen, die Ihnen nicht gefallen? Ist das Ihr Ernst? Abgesehen davon, dass ich Ihren "Erfahrungsbericht" reichlich oberflächlich und in weiten Teilen vor allem ziemlich lächerlich finde, sagen Sie nur eines:
Sie hatten offenbar Heimweh, warum auch immer.

Es ist ja völlig in Ordnung, wenn Sie sich in Ihrer Heimatstadt wohler fühlen. Schön für Sie, dass sie dort wohnen können.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es - egal wo - kaum möglich ist, sich in einer anderen Stadt oder einer anderen Region heimisch zu fühlen, wenn man ständig 400 km "nach Hause" pendelt.

Dafür kann aber Jena oder "der Osten" nichts, das ist ihr Problem.

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vonDroi. 30.12.2017, 22:13
154. Für südländisch Aussehende nicht zu empfehlen

Es ist wichtig, zwei Szenarien zu unterscheiden:
1. Student aus dem Westen sieht „deutsch“ aus: Die beschriebenen Vorteile eines Studiums im Osten treffen zu.
2. Student sieht nicht so aus, wie sich der sächsische Hinterwäldler einen Deutschen vorstellt: Ich kann dringend raten, diese Region zu meiden, besonders wenn am Wochenende besagte Spezies nach Leipzig oder Dresden einfällt. Dumme Sprüche und Anpöbeleien von tarnhosentragenden Prachtexemplaren müssen einkalkuliert werden. Dieser Hass bleibt wenigstens dem „Deutschaussehenden“ zum Glück erspart, allerdings mit dem Nachteil, dass diese Problematik mangels eigenen Erlebens in Medien, Studienberatung etc. nicht entsprechend gewürdigt wird.

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lachina 30.12.2017, 22:22
155. Schlechte Erfahrungen

Junge Doktorandin in Sachsen, wurde so übel gemobbt, dass sie nun wieder in Kiel ist. Hatte das Gefühl, die Ossis wollten unter sich bleiben.

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spon_12 30.12.2017, 22:24
156.

Zitat von rob74
Ich hab als Schwabe ab 1998 in Leipzig mehrere Jahre Medizin studiert und habe nur gute Erfahrungen gemacht. Die Uni ist hervorragend, die Kommillitonen waren grandios, es haben sich wunderbare Freundschaften entwickelt, welche bis heute Bestand haben. Ich empfinde es als eine Ehre in einer der ältesten Unis Deutschlands meine Ausbildung erfahren zu haben und kann LE nur weiterempfehlen....eine freie und liberale Studentenstadt...obwohl in Sachsen ;)
Gäbe es Leipzig nicht, könnte man Sachsen auch meistbietend verscherbeln. Da ist sonst nicht mehr viel, bissl Dresden vielleicht - aber da geht man ja lieber auch nicht mehr hin.

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ralphfischer.1 30.12.2017, 22:41
157. Sollten wirklich

einige der Foristen, die hier ungebremst ihre Abscheu und Vorurteile gegenüber dem Osten und seinen Bewohnern freien Lauf lassen, studiert sein oder noch studieren wollen, kann man sich (als "Wessi") nur noch kopfschüttelnd abwenden. Angesichts der Art und Weise ist es unnötig, sich über die geistige Zukunft dieses Landes Gedanken zu machen. Es lohnt sich einfach nicht mehr.

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lachina 30.12.2017, 22:55
158.

Kann über die MINTfächer nix sagen, aber bei vielen Geisteswissenschaften sieht es so aus:
- 1. Heidelberg
2. Freiburg
3. Tübingen
4. München
5. eventuell die A. von Humboldt; wie soll jemand den Osten auf dem Radar haben, wenn es nicht mal der Norden ist?

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skr72 31.12.2017, 23:22
159. Meine Meinung, meine Sache

Zitat von Zaunsfeld
Ganz ehrlich? Wäre ich Ihr Geschäftsführer und Sie würden mir irgendwas von alten weißen Männern vorfaseln und dass Sie ein schlechtes Gefühl dabei haben, in einem ganzen Land (aha, und anderen werfen Sie Verallgemeinerung und Hetze vor ...) etwas zu kaufen und deswegen stattdessen den Auftrag an eine schlechter qualifizierte und womöglich auch noch teurere Firma in einem anderen Land vergeben wollen, würde ich Sie hochkant rausschmeißen.
Machen sie sich um meine beruflichen Entscheidungen und die Konsequenzen daraus keine zu großen Sorgen. Meine Entscheidungen kann ich von meinen Meinung abhängig machen und die haben ja oftmals was mit Empfindungen zu tun. Mittelfristig hab ich auch bei den Ösis ein schlechtes Gefühl, da man nicht weiß, inwieweit die alten weißen Männer in Österreich ebenso runterwirtschaften, wie die Brexiter oder der Orangefarbene.

Überall wo rechts gewählt wird, besteht ein großes Risiko, dass die Ängste alter Männer eine politische Situation völlig unnötig eskallieren. Ich glaub nicht, dass ich mich dabei täusche. Wieviel hat Pegida Dresden mittlerweile schon gekostet? Allein dadurch, dass der studentische Nachwuchs fehlt ist mittelfristig eine Katastrophe für die Entwicklung dieser Region.

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