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Unis in Ostdeutschland: Warum die Wessis wegbleiben
DPA

Im Westen sind die Hörsäle voll, im Osten ist noch jede Menge Platz. Doch die West-Abiturienten bleiben lieber daheim. Warum wollen auch 27 Jahre nach der Einheit so wenige in den Osten?

Seite 19 von 21
Kiesch 31.12.2017, 12:07
180. Teil 3

Was lernen wir? Ob der Effekt echt ist - keine Ahnung. Die Modellierung bleibt in nem Rahmen wo der Effekt wahrscheinlich signifikant genug ist. Allerdings bietet a) eine potentielle Erklärung die zu einer Nullhypothese führt die ähnliche Studentenzahlen liefert wie in der Studie offenbar gefunden.
Mit anderen Worten: Ich hoffe mal (ganz ernsthaft) dass sich die Studienautoren Gedanken gemacht haben über das gleiche wie ich hier aufgeschrieben habe und das dementsprechend diskutiert haben. Ansonsten kann ich die Studie nicht ernst nehmen. Wenn dabei ein Netto Effekt rauskommt - okay super. Methodisch vernünftig gearbeitet.
Hier im Spiegel dann jegliche Diskussion und EINORDNUNG der 5% und 35% (nichts anderes habe ich gemacht) zu unterlassen und die Zahlen einfach so in den Raum zu stellen ist fahrlässig, aber scheints generelle Pressepraxis (insbesondere in Blättern wie der Bild). Vom Spiegel (ja das meint auch SPON auch wenn SPON schon immer mehr Boulevard als der Spiegel hatte) erwarte ich da eigentlich mehr Substanz im Artikel.

tldr: Man sollte erstmal (ernsthaft) prüfen und diskutieren ob der Effekt überhaupt echt ist statt reißerisch Zahlen zu publizieren und dann direkt nach den Ursachen zu fragen.

P.S: Blöde Zeichenbegrenzung :D

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ansv 31.12.2017, 12:12
181.

Zitat von Killertomate001
... fällt mir auf, dass viele der Kommentierenden doch gar nicht so anders sind, als die oft erwähnten AFD'ler hier in der Gegend. Genau die gleiche Schwarz-/Weißmalerei und Vorurteile... Wenn man die Adressaten dieser mal außen vor lässt. Viele von euch waren sicher noch nie im Osten oder haben die wirklichen "Ossi's" kennengelernt. Bei uns haben 3/4 der Wähler eben nicht die AFD gewählt. Und ein Großteil der AFD-Wähler ist sicher auch nicht der typische Rechte. Diese gehören übrigens auch nicht zum Stadtbild. Nach dem Studium in entspannter, offener und doch familiärer Atmosphäre und mit guter Qualität konnte ich mich vor Jobangeboten kaum retten. Bei 4 Euro Miete pro qm stört mich mein Einkommen auf "Ost-Niveau" übrigens überhaupt nicht. Aber mit euren Vorurteilen kann ich hier sowieso nicht aufräumen, dass ist wie bei den "richtigen" AFD-Wählern"... Baut euch nur weiter eure eigene Wahrheit zusammen.
So lange man gedanklich in "ihr" und "uns" unterteilt, hegt und pflegt man die ewige Struktur der "zu kurz gekommenen" immer weiter. Aber ich gratuliere Ihnen zu den zahlreichen Jobangeboten - auch wenn ich darauf tippe, dass diese eher dem klug gewählten Studienfach zu verdanken sind.

Und in den Bundesländern, in denen REP und NPD gar nicht mehr antreten bzw. keine Rolle spielen, sammeln sich die typischen Rechten durchaus in der AfD - mangels anderer Interessenvertretung. Eine Ausnahme war in der Vergangenheit sicher Bayern, dort galt der Satz "rechts von der CSU darf es keine Parteien geben" - doch egal wie weit sich die CSU aus dem Fenster hängt, es passt halt immernoch etwas daneben. Doch dies wird dann nicht so präsent-aufdringlich vor sich hergetragen, da ist bei Trachtenjanker und Gamsbart schon eine Grenze erreicht.

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stefan taschkent 31.12.2017, 12:20
182. Nord/Süd

Zitat von lachina
Kann über die MINTfächer nix sagen, aber bei vielen Geisteswissenschaften sieht es so aus: - 1. Heidelberg 2. Freiburg 3. Tübingen 4. München 5. eventuell die A. von Humboldt; wie soll jemand den Osten auf dem Radar haben, wenn es nicht mal der Norden ist?
Bei den Geisteswissenschaften gehört die FU Berlin definitiv noch mit auf die Liste, aber im Grunde ist der Trend schon ablesbar. Allerdings deutet das eben auch auf ein starkes Nord-Süd-Gefälle hin. Wäre sicher mal interessant zu erfahren, wie die Nord/Süd-Wanderungen in der Studentenschaft aussehen.

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erlenstein 31.12.2017, 13:31
183. Vorurteile?

Zitat von Killertomate001
... fällt mir auf, dass viele der Kommentierenden doch gar nicht so anders sind, als die oft erwähnten AFD'ler hier in der Gegend. Genau die gleiche Schwarz-/Weißmalerei und Vorurteile... Wenn man die Adressaten dieser mal außen vor lässt. Viele von euch waren sicher noch nie im Osten oder haben die wirklichen "Ossi's" kennengelernt. Bei uns haben 3/4 der Wähler eben nicht die AFD gewählt. Und ein Großteil der AFD-Wähler ist sicher auch nicht der typische Rechte. Diese gehören übrigens auch nicht zum Stadtbild. Nach dem Studium in entspannter, offener und doch familiärer Atmosphäre und mit guter Qualität konnte ich mich vor Jobangeboten kaum retten. Bei 4 Euro Miete pro qm stört mich mein Einkommen auf "Ost-Niveau" übrigens überhaupt nicht. Aber mit euren Vorurteilen kann ich hier sowieso nicht aufräumen, dass ist wie bei den "richtigen" AFD-Wählern"... Baut euch nur weiter eure eigene Wahrheit zusammen.
Ist doch wunderbar für Sie. Man kann sicher davon ausgehen, dass Sie als studierter Ossi nicht nur über den richtigen "Stallgeruch" verfügen, sondern auch über ein entsprechendes Bio-Äußeres. Schon von daher sind Sie vor den üblen Erfahrungen gefeit, die andere machen mussten bzw. immer noch machen. Und offenbar sind Sie auch insoweit empathiebefreit, so dass Sie andere Erfahrungen und berechtigte Ängste trotz glaubhafter Berichte als Vorurteile abtun können.

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selbständigdenkender 31.12.2017, 13:55
184. @120

Haben Sie und die anderen der hier so zahlreich vertretenen „toleranten“ Foristen sich schon einmal über den Prozentanteil der AFD bei der Bundestagswahl in ihrem Altbundesland informiert? Liegt zw. 7,4 und 12,4 % .....
Gehen Sie mal in z. B. Frankfurt a Main, Hamburg oder in weiten Teilen Bayerns ins Wirtshaus o. diskutieren Sie über Themen wie Ausländer, Migranten etc. Was glauben Sie, was Sie im Gegensatz zu pegida / AFD zu hören bekommen?
Sich selbst belügen hilft nicht, wen man selbst im Glashaus sitzt

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Vex 31.12.2017, 14:13
185.

Zitat von auch nur...
In verschiedenen Beiträgen wird geschrieben, dass die Studenten der alten Bundesländer nicht in den neuen Bundesländer studieren wollen, weil dort eine rechte politische Kultur herrscht! Diese Meinung wird an den Ergebnissen der AFD bei der letzten Bundestagswahl festgemacht. Ja, die AFD wurde zu einem hohen Prozentsatz in den neuen Bundesländern gewählt. Aber die Ergebnisse der AFD sehen in den alten Bundesländern nicht deutlich besser aus! Also die ganze BRD erlebt einen erheblichen Rechtsruck! Von den in meinem Bekanntenkreis bekennenden AFD-Wähler kommen alle aus den alten Bundesländern und das sind Leute die das Rentenalter erreicht haben und sich finanziell keine garantiert keine Sorgen machen müssen! Und zum Studienstandort Greifswald (MV) möchte ich anfügen: Wer nach Greifswald studieren geht weint zweimal! Das erste mal, wenn man dorthin muss und ein weiteres Mal, wenn man Greifswald verlässt. Es ist für die math-nat-Fächer eine zu empfehlende Uni.
Ja sie haben recht es gibt auch im Westen Regionen wo die AfD 15% oder mehr hat aber mit dem grossen Unterschied das man das nicht so offen auf der Strasse sieht.
Ob das besser oder schlechter ist sei mal dahingestellt ich möchte jedenfalls nirgends leben wo Rechtsradikalismus so offen ausgelebt wird.

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steffen.ganzmann 31.12.2017, 14:21
186. Nur eines:

Zitat von Flugzeugfreak1
Kenne ich. Die Tochter einer guten Freundin meiner Mutter macht momentan ihre Facharztausbildung zur Endokrinologin in der Schweiz. Sie kann es mir nur empfehlen, sagt sie. Ich spiele auch mit dem Gedanken, aber ich bin ja gerade erst im Beginn.
Die Arbeitsbedingungen sind in der Schweiz nicht besser! Kann aber auch sein, weil meine Abteilung unbedingt trotz der Kleinheit des Spital die volle Weiterberechtigungsberechtigung behalten wollte. So waren 13 h Tage die Regel. Aber: Man darf viel früher und viel mehr operieren als hier. Man bekommt viel mehr Verantwortung übertragen. All das relativiert die Arbeitszeit! Und, wichtig!: Meiden Sie bloss die Grenzkantone Aargau und Thurgau, dort mag man Deutsche nicht. In der Westschweiz hingegen nimmt man uns gerne ...

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HLM 31.12.2017, 14:45
187. der schöne Osten

" West-Abiturienten bleiben lieber daheim" .... warum??? Sowohl vor 10 Jahren als auch immer noch heute muss man einfach feststellen, dass viele "Wessis" nicht über den Tellerrand hinausschauen können. Man bleibt immer noch lieber im " gelobten Wessiland" und nimmt lieber die Vorurteile der Eltern oder Freunde gegenüber den Ostens an, als sich selbst mal zu informieren. Ich bin "Wessi" und habe mich bewusst für ein Studium in Greifswald entschieden und ich muss sagen, dass war die beste Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen habe.
Ich habe unter besten Bedingungen studieren können, habe viele Ossis kennen und lieben gelernt, die fast alle kaum das leidliche Thema " Westen-Osten" in den Mund genommen haben. Ich habe die schönste Zeit in meinem Leben dort verbringen dürfen und erinnere mich gerne noch an die Zeit zurück. Viele meiner Kollegen, die an Unis wie Freiburg, Heidelberg,Frankfurt... studiert haben, können das leider überhaupt nicht behaupten. Im Nachhinein räumen viele meiner Kollegen auch ein, sich in der damaligen Phase der Studienorientierung nie wirklich über verschiedene Unistädte im Osten informiert zu haben. Ich appelliere vor allem an die Eltern heutiger Abiturienten, mal einen Urlaub im Osten zu machen, um vielleicht auch mal die Kinder zu ermutigen, den Schritt zu wagen, dass Wessihaus zu verlassen. Denn letztendlich habe ich vor allem wenig Unterstützung von älteren Generationen erhalten. Seid mutig und bildet eure eigene Urteile, denn dann könnt ihr wirklich mitreden!!!!!!!!!!

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wekru 31.12.2017, 15:51
188. meine Erfahrung mit dem Osten

Wer dort mit Ortsansässigen unterwegs ist, hat nichts zu befürchten. Bewegt man sich jedoch als Wessi alleine etwa in Dresden, wird man schnell mit Leuten konfrontiert die noch eine Rechnung offen haben mit dem Westen und ihren Hass ungeniert bei jeder sich bietenden Gelegenheit adressieren. Man muss schon gute Nerven haben um bereitwillig für das, was bei der Wiedervereinigung falsch gelaufen ist, als Besucher oder Student persönlich den Kopf hin zu halten. Die genannten Vorteile weniger ausgelasteter Studienorte können die Beeinträchtigung des Sicherheitsempfindens nicht ausgleichen. Ein nicht geringer Anteil der Bevölkerung verhält sich nicht kooperativ und nach den Regeln einer sozialen Gemeinschaft, auf die man sich in anderen Orten verlassen kann, und das ist mehr als problematisch.

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newest_2 31.12.2017, 18:06
189. Heuchelei

Die Weesis beklagen 30% AfD-Wähler im Osten, dabei gibt es in westdeutschen Uni-Städten seit. Jahren 30% und mehr-Grünenwähler...
Die haben mehr miteinander gemein, als ihnen lieb ist: Hauptsache Einheitsdenken, und Toleranz gaanz groß: für den, der sowieso meiner Meinung ist . Wenn das die deutsche Studentenschaft ist: na vielen Dank!

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