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Urteil: Katholische Schule darf muslimischen Jungen ablehnen
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Über diesen Fall wurde heftig gestritten: Ein muslimischer Junge wollte eine katholische Grundschule besuchen - aber nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Der Schulleiter weigerte sich, die Eltern reichten Klage ein. Nun hat das Oberverwaltungsgericht Münster ein Urteil gefällt. OVG Münster: Bekenntnisschule darf muslimischen Schüler ablehnen - SPIEGEL ONLINE

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FKassekert 05.09.2013, 10:47
140. Soviel zur Trennung von

Staat und Kirche in Deutschland! Und was sagt das Grundgesetz - Richter sind eben auch nicht, leider, unfehlbar!

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Juro vom Koselbruch 05.09.2013, 10:47
141.

Zitat von jüttemann
Aber da so eine Schule dann immerhin noch zu 20 % von der Kirche finanziert wird, hat die ein wenig Mitspracherecht, was in dieser Schule geschehnen soll, oder etwa nicht?
Ja, ein Mitspracherecht hat sie. Deshalb sollte diese Schule auch nicht als Opfer ganz normaler Regeln dargestellt werden. Sie ist nicht Opfer, sondern missachtet ihren allgemeinen Auftrag, zu dem sie verpflichtet ist. Die Erfüllung des allgemeinen Bildungsauftrags ist Voraussetzung für die staatliche Anerkennung der Schule. Der allgemeine Bildungsauftrag wird nicht definiert durch zwei Unterrichtsstunden je Woche. Zukünftige Regelungen werden das berücksichtigen.

Es ist der Schule selbstverständlich unbenommen, ihren Religionsunterricht zu machen, aber sie darf nicht einen Schüler anderen Glaubens zum christlichen Religionsunterricht zwingen oder ihn abweisen. Das geben die 20 % eben nicht her. 20 ist nicht 80.

Ihre Argumentationslinie kann darauf hinauslaufen, Religionsunterricht im Sinne einer Trennung von Staat und Kirche grundsätzlich aus der Schule zu nehmen und einen allgemeinen Ethikunterricht verpflichtend eingezuführen mit klarer Unterrichtung über religionsgebunden und religionsfreie Weltdeutungen.

Zitat von jüttemann
Warum ist es nicht nachzuvollziehen, wenn z.B. katholische Krankenhäuser ärztliche Behandlungen mit den Krankenkassen abrechnen? Ist ein Krankenhausträger neuerdings zur kostenlosen Unterbringung, Pflege und Behandlung von Patienten verpflichtet? Ich verrate Ihnen was: Wenn die Kommune oder der Staat als Träger auftritt, lassen die sich die Kosten sogar zu 100 % von den Sozialkassen und den Patienten erstatten.
Wie Sie schon schreiben, der Krankenhausträger ist letztlich nicht kirchlich sondern weltlich. Niemand verlangt von den Kirchen, z.B. die ärztliche Behandlung bezahlen. Wie kommen Sie denn darauf?

Kann aber sein, dass der Stat tatsächlich die vollen 100% übernimmt. Krankenpflege ist eben nicht katholisch oder evangelisch. Wenn der Staat ohnehin das Meiste zahlt, sollten religiöse Dogmen nicht mehr geltend gemacht werden dürfen für die Arbeitnehmer. Es geht um weltlich finanzierte Krankenhäuser, nicht im die Haushälterin des Pfarrers.

Zitat von jüttemann
Wenn jemand wie Sie meint, die katholische Kirche und ihre Einrichtung sofort mit Kinderschändern in Verbindung bringen zu müssen, der muss sich den Hinweis nun mal gefallen lassen,, dass es in den RKK-Einrichtungen eben keine signifikante Häufung solcher Fälle im Vergleich zu anderen Religionsgemeinschaften gibt und die Fallquote sogar noch deutlich unter den Vorkommnissen in öffentlichen Einrichtungen liegt.
Laut Lehre der katholischen Kirche dürfte es überhaupt keine Fälle dieser Art in der Kirche geben. Das ist der Punkt. Die katholische Kirche will nicht weniger ungut sein als andere sondern schlichtweg das Gute an sich.

Der entscheidende Punkt ist auch lediglich, dass Bekenntnisschulen als der Hort der Seligkeit dargestellt werden, sind sie aber nicht. Dafür sind sie aber weitgehend fremdfinanziert von Leuten, die dem Bekenntnis fernstehen.

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Jurx 05.09.2013, 11:01
142. Bildung gegen Bibeltreue

Diese konfessionsgebundenen Schulen gehören in NRW und Niedersachsen genau so abgeschafft wie in allen anderen Bundesländern. Für die Kinder gilt Schulpflicht, dann sollte für die Schulen auch Aufnahmepflicht innerhalb des Einzugsbereichs bestehen. Wenn das mit konfessionsgebundenen Schulen nicht machbar ist - weg damit!

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neeanders 05.09.2013, 11:03
143. Zum Märtyrer völlig ungeeignet

Zitat von Joachim Baum
Einrichtungen, in egal welcher Trägerschaft, die der Grundversorgung dienen - und das sind die allermeisten - haben grundsätzlich für alle da zu sein.
Korrekt, so ist das grundsätzlich.
Aber die Nichtaufnahme im vorliegenden Fall erfolgte nun einmal nicht aufgrund des religiösen Bekenntnisses des Schülers, sondern nur deshalb, weil sich die Eltern nicht der Schulordnung unterwerfen wollten.
Und das Gericht gab dem katholischen Schulträger recht, weil die Eltern die Aufnahme ihres Sohnes in genau dieser Schule zu ihren eigenen Bedingen erzwingen wollten, obwohl in zumutbarer Nähe auch öffentliche Grundschulen für das Kind zur Verfügung standen.

Die Einzelheiten des vorliegenden Falles sind wirklich nicht für Rechts- und Katholikenschelte geeignet, da der klagende Vater sogar Schulpflegschaftsvorsitzende dieser Bekenntnisschule war, einen Vergleichsvorschlag des Gerichtes und der Schule ablehnte und stattdessen einen Musterprozeß führen wollte, der die bislang von der Schule großzügigst gemachten (und dem Vater für seinen Sohn auch angebotenen) Einzelfall-Ausnahmen (von der bereits die Schwester profitierte) jetzt zur allgemein gültigen Schulregel machen sollte.

Letztlich kann sich der Junge also allein bei seinem profilierungssüchtigen und unnachgiebigen Vater bedanken, dass er nicht auf diese Schule kann.

Ein muslimischer Schulanfänger, der eine katholische Grundschule besuchen möchte | Rechtslupe

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klein-ida 05.09.2013, 11:09
144. ...

In meiner katholischen Grundschule gab es in meiner und der Parallelklasse je ein muslimisches Kind. Die haben am Reliunterricht teilgenommen, aber musste trotzdemnicht alles mitmachen in der Stunde. Ihre Eltern haben sie bewusst bei uns angemeldet. Im selben Gebäude war nämlich eine Gemeinschaftsgundschule, auf die bereits viele muslimische Kinder gegangen sind.

Auf dem katholischen Gymnasium waren keine Muslime. Die meisten ausländischen Schüler waren Italiener, Spanier, Kroaten, Polen und Koreaner. Reli war Pflicht bis zum Abi, der Gottesdienst bis zum Ende der Mittelstufe. In jedemm Raum hin ein Kreuz, außer in der Sporthalle. Das hat nicht immer allen gefallen. In unserer Stadt gab es aber fast 20 andere Gymnasien. Zu denen hätte man also wechseln können. Problematisch ist es natürlich, wenn man in ländlichen Gegenden keine Wahl hat. Ein Großteil der Eltern haben ihre Kinder auch nicht aus religiösen Gründen an dieses Schule geschickt. Ihnen war es wichtig, dass die Schule einen guten Ruf und eine gute Ausstattung hatte. Dafür haben sie alles andere im Kauf genommen. Für die war das eine Art Geschäft: Man genießt die Vorteile, arrangiert sich aber mit den vermeintlichen Nachteilen. Was mich immer gewundert hat: Wenn das Land wirklich 90 Prozent der konfessionellen Schule finanziert, ist es wirklich erstaunlich, was die anderen 10 Prozent ausmachen.

Man muss konfessionelle Schulen nicht für richtig halten. Aber es ist der totale Wahnsinn, was für Vorstellungen Leute oft davon haben. Meistens lass ich sie ihre Klischees ausbreiten. Wenn ich dann kurz erwähne, dass ich selbst auf einer solchen Schule war, sind sie meistens still. Offenbar passe ich in diese Schublade nicht rein.

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nochmehrunsinn 05.09.2013, 11:13
145.

Zitat von Juro vom Koselbruch
Ja, ein Mitspracherecht hat sie. Deshalb sollte diese Schule auch nicht als Opfer ganz normaler Regeln dargestellt werden. Sie ist nicht Opfer, sondern missachtet ihren allgemeinen Auftrag, zu dem sie verpflichtet ist. Die Erfüllung des allgemeinen .....
Es gibt so vieles was an normalen Schulen nichts zu suchen Religionsunterricht/Islamunterricht, Muttersprachlicher Unterricht (sollte Deutsch sein) Ernährungskunde, Ethikunterricht, Ausländerbeiräte (Schließlich gibt es Elternvertreter), ausnahmen beim Schwimmunterricht etc.,Aushänge in div. Sprachen, statt Sozialarbeiter mehr Lehrer usw..
Anstatt sich auf Ihre Aufgaben zu konzentrieren, verzetteln sich gerade Schulen in Problembezirken darin es jedem Recht zu machen anstatt das wesentliche zu Unterrichten (Deutsch/Mathe und nochmal Deutsch/Mathe/Englisch etc.). Das ist das einzige was den Kindern egal mit welchem Kulturellen/Religiösen Hintergrund was bringt.
;-)

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Juro vom Koselbruch 05.09.2013, 11:14
146. Eine Frage des Verstandes *g*

Zitat von lollopa1
unterbringen möchte darf m.E. die Schule auch bestimmte Dinge voraussetzen, in diesem Fall Bekenntnis zum katholischen Glauben. Wenn ich bei der katholischen Kirche arbeiten möchte wird dies auch vorausgesetzt. Das ist keine Diskriminierung sondern ganz einfach eine Frage des Verstandes.
Sie verwechseln das was oder sind uninformiert. Deshalb bewegen Sie sich auch, zurückhaltend formuliert, auf dünnem Eis. Es ist ja nicht so, dass Andersdenkende keinen Verstand hätten. :-)
Wenn ich als Lehrer, auch als Religionslehrer, an einer konfessionell gebunden oder Privatschule oder auch "rein" staatlichen Schule arbeite, dann ist mein Arbeitgeber weder Kirche noch Privatverein sondern der Staat.

Bei meiner 16jährigen Arbeit an einer Privatschule war ich vom Staat an diese Schuile beurlaubt worden, wobei der Staat die Zahlung meines Gehaltes übernahm. Die Zahlung der Religionslehrer an meiner jetzigen staatlichen Schule übernimmt also ebenso der Staat. Wenn also diese Religionslehrer offiziell und nominell bei einer Landeskirche beschäftigt werden, bekommt diese das Gehalt vom Staat erstattet.

Das hängt auch damit zusammen, dass der Hauptauftrag der Schule die Vermittlung von Wissen und Bildung ist, nicht aber das Lehren einer Religion. Diese Verpflichtung korrespondiert mit der Einführung der Schulpflicht. Wenn ich diese festlege, muss ich auch zahlen. Die Kirchen oder andere Religionen kommen in diesen Zusammenhängen gar nicht vor.
Das ist eine ganz normale einfache Ableitung nüchterner verstandesorientierter Beurteilung.
Man kann im Rahmen der sich aus der Schulpflicht ergebenden Verpflichtung zu Unterricht und Lehre durchaus darüber diskutieren und auch gesamtgesellschaftlich beschließen, Religionsunterricht den jeweiligen Religionsgemeinschaften als deren Angelegenheit zu überlassen und im Sinne eines Allgemeinbildungsauftrages von Schule einen verpflichtenden Ethikunterricht einzuzführen, der Überblick gebend keine Religionsgemeinschaft mehr bevorzugt.

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immerfreundlich 05.09.2013, 11:19
147.

[QUOTE=Juro vom Koselbruch;13657898]QUOTE]
Sie schreiben wirr.
Seit der Aufklärung hat es keine christlich-religiös motivierten Kriege mehr gegeben. Die Lügen der US-Regierung in Sachen Irak waren KEINE christlichen Lügen um einen christlichen Krieg anzufangen.
Die Tatsache, dass muslimische Extremisten 2900 US-Bürger bei Terroranschlägen getötet hatten war der Grund, nein besser Vorwand um mit dem Typ der Papa töten wollte abzurechnen.

Mit dem Christentum hat das aber nix zu tun gehabt. Es gibt keine Bekehrungsversuche im Irak. Christen lebten unter Hussein besser als heute. Verwechseln Sie nicht Politik mit Religion. Bei den intoleranten muslimisch geprägten Staaten (Scharia als Mitwirkung der Religion in der Politik) ist dies anders. Der IRan droht Israel auch wegen der Feindschaft mit "den Juden" . SaudiArabien unterstützt die Rebellen in Syrien weil man mit den nichtsunnitischen Restbürgern abrechnen will und einen gottesfürchtigen radikal-muslimischen Staat errichten möchte. In dem - wie überall in diesen Ländern - andersgläubige ermordet, gefoltert und vertrieben werden.

Wenn also friedlich passive Muslime ihre Religion ausleben ist dies absolut in Ordnung. Wer aber "seinen" Glauben vorantreiben möchte um - was der Islam leider im Kern beinhaltet - die Ungläubigen zu bekehren (oder abzuschlachten) der muss bekämpft werden. Mit allen legalen Mitteln dieses Staates. Übrigens auch und besonders von den anderen guten Muslimen (die 99%+X der Religionsgruppe stellen)

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jüttemann 05.09.2013, 11:25
148.

Zitat von Juro vom Koselbruch
Es ist der Schule selbstverständlich unbenommen, ihren Religionsunterricht zu machen, aber sie darf nicht einen Schüler anderen Glaubens zum christlichen Religionsunterricht zwingen oder ihn abweisen. Das geben die 20 % eben nicht her. 20 ist nicht 80..
Öffentliche Schulen haben doch das gleiche Problem mit strengchristlichen Familien, die ganze Unterrichtsinhalte wie Sexualkunde oder Evolutionslehre ablehnen, oder muslimischen Eltern, deren Töchter nicht an Klassenfahrten oder am Sportunterricht teilnehmen dürfen.

Bleiben Sie bei ihrer Aussage, dass Schulen Schüler mit solchen Weltanschauungen nicht zu der Teilnahme an einem diesen Anschauungen zuwiderlaufendem Unterricht zwingen dürfen?
Zitat von Juro vom Koselbruch
Laut Lehre der katholischen Kirche dürfte es überhaupt keine Fälle dieser Art in der Kirche geben. Das ist der Punkt. Die katholische Kirche will nicht weniger ungut sein als andere sondern schlichtweg das Gute an sich..
Das Wissen um die erbärmliche Schwäche und Unzulänglichkeit des Menschen ist eines der Kernstücke so ziemlich jeder Religion.
Und der Anspruch der Religionen, ideales, menschliches Verhalten zu beschreiben und zu fordern und dafür jedes Fehlverhalten zu verurteilen, ist eines der Hauptangriffspunkte der Religionskritiker.

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tubolix 05.09.2013, 11:26
149. düdel

Zitat von thaddeus_flint
Staat und Religion gehören sauber getrennt. Wer am Gottesdienst teilnehmen will, kann gern am Sonntag in die Kirche gehen. In einer Schule haben solche Zeremonien nichts verloren.
solange der staat mitgliedsbeiträge für den christlichen verein eintreibt sehe ich diese trennung nicht. von daher ist es nur logisch, daß der staat auch in diesem fall kath. interessen vertritt.

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