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US-Präsidentschaftswahl: Untergang des amerikanischen Imperiums
REUTERS

Romney als Kandidat der Reichen und Obama als Kandidat des Volks - die Deutschen neigen dazu, die US-Wahl als eine zwischen Gut und Böse zu sehen. Das ist ein Irrtum. Egal wer Präsident ist, in Amerika herrscht der totale Kapitalismus. Er hat die Macht, das Land zu zerstören. US-Wahl: Wie der Kapitalismus das Land zerstört - SPIEGEL ONLINE

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Thomas Schröter 05.11.2012, 16:34
430. Augsteins ideologische Platituden

Zitat von sysop
...... Egal wer Präsident ist, in Amerika herrscht der totale Kapitalismus. .....
Ein bombastischer Titel gefolgt von ideologisch verbrämter heißer Luft, mehr kann der eher durchschnittliche Autor Augstein nicht abliefern - ein Sohn dem die Schuhe des Vaters zu groß sind.

Weder ist er in der Lage den behaupteten "Untergang des amerikannischen Imperiums" auch nur im Ansatz plausibel zu machen, noch kann er das angeblich zerstörerische Pontential des "totalen Kapitalismus" als Ursache des von ihm prognostizierten Unterganges auch nur im Ansatz plausibel erklären.
Wenn in der heutigen USA große Teile der Infrastruktur marode sind liegt das nicht am vorgeblichen "totalen Kapitalismus" sondern an der Tatsache, das nun schon seit Generationen große Teile der amerikanischen Produktion gegenleistungslos über Waffenproduktion und Militäretat als Edelmetallschrott in zu okupierenden Ländern endet, also am, von US-Regierungen im wesentlichen bestimmten, amerikanischen Geschäftsmodell.

Die dadurch verursachte gesamtwrtschaftliche Finanzierungslücke hat man bisher erfolgreich per Handelsbilanzdefizit und Dollaraussenverbindlichkeiten zwischenfinanziert. Unternehmen wie Lemon u.a. haben sich völlig systemkonforn dahingehend verdient gemacht , daß sie dafür gesorgt haben das erhebliche Teile dieser Verbindlichkeiten für die ausländischen Gläubiger uneinbringlich geworden sind, ohne allzu gravierende Folgen für den Schuldner.
Große Teile der europäischen Staatsschulden sind sozialisierte US-Verbindlichkeiten bzw. solche die auch über vom großen Bruder veranlaßte militärische Abenteuer mit angehäuft wurden.
Bisher waren die USA sehr erfolgreich darin den eigenen Untergang ins Ausland zu transferieren, indem man sich z.B. allzu penetranter Gläubiger wie zuletzt Gaddafi einfach mit Waffengewalt entledigte.

Ob nun, wie vom Autor behauptet, der teilweise Verzicht auf eine flächendeckende und unkontrollierte Subvention der Pharmaindustrie ala deutschem "Gesundheitssystem" nun als Indiz für den Untergang der USA ausreichend ist, darf ebenfalls bezweifelt werden. Gesundheitsvorsorge ist immer dann besonders effizient und erfolgreich wenn der einzelne für diese ausreichend verantwortlich gemacht wird und diese Verantwortung eben nicht ala Deutschland sozialisiert wird und damit droht in eine Atmosphäre allgemeiner Verantwortungslosigkeit umzuschlagen.

Was folgt daraus nun für Europa?
Europa muß darauf achten, daß sich Entwicklungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht wiederholen: als der ökonomische Reset über Aufstieg bristisch protegierter Potentaten (Mussolini) und Agenten der US-amerikanischen Hochfinanz (Hitler) im auch damals besetzten Deutschland über Krieg in Europa die internationalen Schuldverhältnisse so zurecht rückte, daß alle anderen, nicht aber die USA, mitsamt ihren ursprünglichen Forderungen untergingen.

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joe sixpack 05.11.2012, 16:37
431. "scheitert ja wohl schon an der Sprache"

Zitat von beobachter999
Also ich kann ganz verschiedene Dinge lesen und hören, kein Problem. Zumal die meisten Deutschen auch des Englischen mächtig sind und sich so zusätzlich informieren können. Jetzt mal umgekehrt, über welche fantastischen Informationen verfügt denn Joe so? Fox News? ....
Stimmt, gibt ja ausser den USA kein einziges anderes Land, wo Englisch gesprochen wird...

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rwschuster 05.11.2012, 16:38
432. Seit über hundert Jahren

schummeln sich die Nordamerikaner aus ihren Wirtschaftskriesen heraus indem sie den Arbeitslosen in der Rüstungsindustrie Arbeitsplätze verschafft, ja was sollen die jetzt machen wenns keine Kriege mehr gibt? Wieder Mais anbauen, zur Harke greifen und ehrlich arbeiten, die Saloons im wilden Westen wieder aufmachen, Buffalos züchten, damit der Wild Bill wieder vom Leder ziehen kann?
hoffentlich gewinnt der Obi gschpritzt, der hat noch menschlichere Ideen und ne hübschere First Lady, den einzigen Vorteil den der Ronny II hat dass er Frauen nicht in die Kirche lasst
den einzigen Vorteil den der

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Leserbrief 05.11.2012, 16:39
433. Beissreflex

Zitat von achim68
Deutschlands Ökonomie erzielt eine, sehr tiefe, Breitenwirkung weil vorwiegend hochwertige Produkte professionell vertrieben werden. Dafür brauchen WIR die USA NICHT. Es gibt genug alternative Abnehmer. Amerikanische Hedgefonds braucht kein Mensch für irgendwas. Das zahlt nämlich immer der Souverän, und dies ist hier zu Lande der Wähler. Sie dürfen also bleiben wo der Pfeffer wächst. ...
Der nationale Beissreflex funktioniert noch bestens, insbesondere im bedeutungslosen Prekariat.
Mit der real existierenden Mannschaft sollte Deutschland weiterhin in der zweiten Reihe spielen - das hat sich bewährt, auch wenn hier im Forum andere Größenphantasien bestehen und Herr Augstein diese bedient.

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joe sixpack 05.11.2012, 16:39
434. "Zu gern würden diese "mutigen" in Deutschland leben"

Zitat von WhereIsMyMoney
Diese Träumerei ist immer wieder schön zu beobachten. Freiheit usw. Nicht nur von Ihnen, sondern von mehreren Foristen. Erstens: Freiheit wie sie es beschreiben und die Amerikaner es lieben ist etwas sehr Gutes, doch er existiert ja nicht. Augstein sagt es doch, dass der Kapitalismus das nicht zulässt. Die Wahlen sind völlig irrelevant, das Volk lebt in (ich sag es mal provozierend) Sklaverei. Zweitens: "die mutigen usw. leben in den USA". Das ist nun völliger Blödsinn. Es gibt kaum ein Volk dass so ängstlich ist wie die Amerikaner. Daher kommt auch all die Wut. Ich kenne da ein paar Leute, die sind in die USA ausgewandert, Brooklyn genauer gesagt. Zu gern würden diese "mutigen" in Deutschland leben, oder überhaupt irgendwo in Westeuropa.
Aber, aber, wir haben Ihre Bekannten ersten nicht gerufen, und Ihre Bekannten werden in Brooklyn doch sicher nicht fest gehalten? Die koennen doch jederzeit wieder gehen.

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lunzo 05.11.2012, 16:41
435. Arroganz

Es scheint eine deutsche 'Tugend' zu sein, auf arrogante Art und Weise über die USA zu urteilen. Wenn Sie dieses Land nicht verstehen, lieber Herr Augstein, dann kommen Sie doch einfach mal rüber & geniessen Sie die Hilfsbereitschaft & Freundlichkeit der Menschen hier. Politik ist eben immer ein schmutziges Business - das gilt auch bei Ihnen in Deutschland. Ich auf jeden Fall kann es kaum erwarten, als Ex - Deutscher meinen US - Pass zu erhalten - dieses Land ist liebenswert, mit all seinen Widersprüchen und Nachteilen. Urteilen Sie bitte nicht über ein Land, das Sie nicht verstehen, wie Sie selber netterweise zugeben.(-:

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+LY 05.11.2012, 16:43
436. Leider ist es genau so!

Zitat von sysop
Romney als Kandidat der Reichen und Obama als Kandidat des Volks - die Deutschen neigen dazu, die US-Wahl als eine zwischen Gut und Böse zu sehen. Das ist ein Irrtum. Egal wer Präsident ist, in Amerika herrscht der totale Kapitalismus. Er hat die Macht, das Land zu zerstören.
Und ich habe schon lange aufgehört, an das Gute in Amerika zu glauben, wenn auch früher nur vom Gefühl her:
am 13.4.1945 eroberten die Amis meinen Heimatort,
ein Toter, Verletzte, kaputte Häuser,
raus aus dem Haus, Notunterkunft bei Verwandten,
Vaters Uhr, Finnmesser, Dolch waren weg.
3 Monate später rückten die Russen ein, gestohlen wurde nichts.
Familiengeschichte.

Heute? Ich bin entsetzt darüber, wieviel Kriege die USA seit 1945 führten, wie sie die alte BRD be- und ausnutzten, den Osten erledigten, in welcher Verfassung sie heute sind.
Freiheitsstatue und ihr Signal?
Hurra Disneyland!

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old-chatterhand 05.11.2012, 16:44
437.

Oh, die USA sind in einer schweren Krise, wer hätte das bloß gedacht? Augstein erzählt uns ja was ganz Neues.

Daraus den Untergang abzuleiten, mag zwar in gewissen Kreisen en vogue sein, hat mit der Realität aber wenig zu tun. Die USA haben weiterhin eine weit geringere Arbeitslosigkeit als die EU. Sie haben den weltgrößten Etat für Forschung, die besten Universitäten, als einziger Staat des westlichen Bündnisses eine wachsende Bevölkerung und eine stabile Alterspyramide. Die USA verfügen auf eigenem Boden über fast alle Rohstoffe und über riesige Ölschiefervorräte, die sie in naher Zukunft zu einem Erdölexportland machen werden. Die Vorräte sind größer als die Kanadas und sogar als die Saudi Arabiens. Der Dollar ist die Leitwährung der Welt, was es ermöglicht, die gigantischen Schulden per exportierter Inflation und Niedrigzinspolitik abzubauen. Die USA sind die uneingeschränkte militärische Führungsmacht der Welt mit full spectrum dominance sowie Stützpunkten und Verbündeten auf dem gesamten Globus. Von den 10 größten Konzernen der Welt kommen die meisten aus den USA. In vielen Schlüsseltechnologien und -fertigkeiten haben sie einen Vorsprung, wie in der IT, Luft-, und Raumfahrt, Militärtechnologie, Exploration von Bodenschätzen, in der Medienwelt, Marketing. Die USA sind immer noch die größte Volkswirtschaft der Welt. Ja, die amerikanische Macht wird sich relativieren, angesichts der Bevölkerungsentwicklung und der globalen Wirtschaftsdynamik ist dies unvermeidlich. Aber untergehen? Was für ein Hirngespinst wird uns hier als Journalismus angeboten?

Den entscheidenden Unterschied habe ich dabei noch gar nicht angesprochen: die "can do" Mentalität der US Bürger. Im Gegensatz zum genussvollen Konsum von Weltuntergangspornos deutscher Provenienz packt der Amerikaner an und macht was, anstatt immer nur zu jammern und zu nörgeln. Die Staaten stehen vor gewaltigen Herausforderungen, soviel ist gewiss. Aber die Amis werden sich nicht ins Bett legen und weinen. Und im Unterschied zu Europa haben sie ein funktionierende Verwaltung und eine handlungsfähige Regierung. Mag sein, dass es den beiden Parteien im Moment an den großen Entwürfen, Plänen und Refromwillen fehlt. In der EU jedenfalls, würden diese nicht mal durchsetzbar sein, selbst wenn einige Regierungen zur Einsicht kommen sollten. Ich schätze daher das US Potential immer noch um etliches höher ein, als das Europäische. Die langfristigen Wachstumsprognosen der OECD sehen das ähnlich. Im Jahr 2050 wird das US BIP gegenüber dem EU BIP per capita um mehr als 40 % zunehmen.

Wenn ich intelligente, differenzierte Kritik anstatt oberflächlich gepimpte Maya Kalender lesen will, dann greife ich hier zu:
- Mitt Romney und das neue vergoldete Zeitalter
Und das es den - ach so gebildeten und sozial fortschrittlichen - Europäern kein Stück besser ergeht als den Amis können sie hier entnehmen:
- Eurorettung: Die Entmachtung des Souveräns

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Torfkopp 05.11.2012, 16:46
438. Hmm.....

Zitat von chinsa
Der Beitrag von Herrn Augstein erinnert mich doch sehr an Lenins Schriften ueber den sterbenden Kapitalismus, die ich ueber mich ergehen lassen musste in der DDR. [...]
Sie meinen einige Wenige, die jederzeit über fast alles verfügen können während der große Rest weniger bis gar nichs hat, oder dafür richtig rackern muss ?
Also irgendwie erscheint mir das, gemessen an dem, was "der Westen" praktiziert, eher wie Kapitalismus bzw. Sozialdarwinismus.....
Irgendwie sind Sie wohl Jahrzehnte der westlichen Indoktrination des "pösen Linken" aufgesessen....

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l.augenstein 05.11.2012, 16:49
439.

Zitat von magetasalex
Indien befindet sich immer noch in der -wie Sie es nennen- in der Steinzeit. Immerhin leben 80% der Inder auf dem Land. Und wie es da ausschaut wissen Sie wohl selbst. Man darf sich nicht von tollen Call-Centern und so blenden lassen.
Ja, das war China vor 40 Jahren auch. Und schauen Sie, wo das Land heute steht! Der weltgrößte Gläubiger der USA! Der weltgröße Lieferant der USA. Und warten Sie doch mal die nächsten 30 - 40 Jahre ab. Mag sein, dass sich Indien durch sein Kastensystem selbst bremst, aber auch das wird sich mit hoher Sicherheit ändern (müssen)!

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