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Vegetarischer Sternekoch: Gemüse ist sein Fleisch
Astrid Knie

Sternekoch und Vegetarier, das ist eine Seltenheit. Paul Ivic ist damit erfolgreich - in der Schnitzelhauptstadt Wien. Im Interview sagt er, warum er Kochen für politisch hält und wieso vegetarische Soßen teurer sind als Fleischprodukte.

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shooop 10.11.2014, 17:12
10. Finde das Interview auch gut, aber...

...muss man fleischloses Essen immer gleich als vegetarisch bezeichnen? Der Begriff trägt ein negatives Image mit sich, dass dem Essen einfach nicht gerecht wird. Wir tun heute so, als ob zu jedem Essen Fleisch dazugehören würde und ein Essen ohne Fleisch "abweichend" von der Norm wäre und einen Namen bräuchte. Fleischhaltiges Essen braucht auch keinen extra Namen! Wenn ich zum Beispiel Nudeln mit Pesto esse, dann esse ich das als eigenständiges Gericht, das den Namen vegetarisch überhaupt nicht braucht. Auch sämtliche Gemüsesorten, die man ganz normal zubereiten und essen kann, brauchen den Namen vegetarisch überhaupt nicht. Das sind ganz normale Gerichte, die ganz alleine für sich stehen. Oder Quark mit Pellkartoffeln. Und früher war es völlig normal, dass es nicht zu jedem Essen Fleisch gab. Bloß heute tun die Menschen so, als wäre fleischloses Essen irgendwie komisch.

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anomie 10.11.2014, 17:20
11.

Zitat von docmillerlulu
Und die waschen die raus weil die Maschinen sonst kaputt gehen? Man kann sich die Welt auch schön reden. Vermutlich denkt er bei diesen 82 Nährstoffen an Phosphat, Fluorid, Jod, Brom, Blei, Eisen, Quecksilber, Cadmium, Zink, Chrom und all die ganzen anderen natürlichen Begleitstoffe im rohen Steinsalz. Ich wollte seine 82 Nährstoffe nicht haben. Es wäre schön wenn sich die Leitmedien weniger mit "Nation Building" als denn mit der Tatsache auseinandersetzen würden daß artgerecht gewonnenes Fleisch vom Normalbürger einfach nicht mehr 3x am Tag zu bezahlbaren Preisen erhältlich ist.
"Artgerecht" gewonnenes Fleisch war für den Normalbürger noch nie derart bezahlbar, dass er sich den ungesunden Luxus leisten könnte, dieses drei Mal am Tag zu essen.
Diesen irren Fleischkonsum gibt es erst sein einigen Jahrzenten.
Aus irgendeinem Grund wird dieser Zustand von sehr vielen Menschen jedoch als "das Normale" angesehen.

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twister-at 10.11.2014, 17:25
12.

Zitat von shooop
...muss man fleischloses Essen immer gleich als vegetarisch bezeichnen?
Dankefür diesen fabelhaften Kommentar. Leider denken wohl manche, dass Fleisch für jeden scch immer in ueppigen Mengen zur Verfügung stand bzw. es nie fleischlos ging, dabei gab es oft Fleisch nur in geringen Mengen, z.B. in Eintöpfen usw. Der Großteil des Eintopfes bestand dann aus Kartoffeln und frischem Gemüse oder eingewecktem Gemüse z.B.

Ich finde es auch immer spaßig, wenn heutzutage schon ein Salat als "vegetarisches Gericht" angepriesen wird. Wow, wir essen heute vegetarisch, nein, sogar vegan. Es gibt Pommes mit Ketchup.

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realpress 10.11.2014, 17:32
13. Wäre gut

wenn es ab sofort heisst "Fleischlos" statt Vegan / Vegetarisch.
Nebenbei, wenn man ein Leben lang keine Milch, Eier, Fisch u.ä. essen kann, auf Fleisch nahezu verzichtet und dabei 66 Jahre alt wird, fit wie ein Turnschuh ist und keinerlei wehwechen hat, dann fragt man sich weshalb dies so gut fuktioniert. Milch ?, quatsch ! Fleisch ?, quatsch ! Fisch ?, wenn man es essen kann bestimmt sehr wertvoll ! Eier ?, quatsch ! Gemüse, Früchte usw ? , hervorragend ! Alkohol ? , eigentlich scheisse, aber hin und wieder ein guter Wein ok ! Sport solange es geht !
Last but not least : "Esse nichts was deine (Ur)Grossmutter nicht sofort als Nahrung erkannt hätte" !

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twister-at 10.11.2014, 17:39
14.

Zitat von realpress
Last but not least : "Esse nichts was deine (Ur)Grossmutter nicht sofort als Nahrung erkannt hätte" !
Oh jeh, da wäre mir aber vieles entgangen - von der Avocado bis zu Zitronengras.
Denn ggf. hätte sie es abgelehnt weil unbekannt, auch wenn es essbar aussieht. Manches sieht essbar aus, ist aber ungeeignet, manches umgekehrt.

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rama dev 10.11.2014, 17:39
15.

Zitat von clauswillypeter
Und wieder lesen wir von Luxusproblemen unserer Überflussgesellschaft. Leider wären ohne den Einsatz von Kunstdünger die meisten von uns schon längst verhungert.
Eigenartige Verflechtung von Argumenten: Einerseits eine Beschwerde über die Überflussgesellschaft, andererseits einen Lob auf den Konsumkurbel Kunstdünger.

Ohne Kunstdünger und allerlei weiteren "Fortschritt" wären wir vielleicht weniger Menschen auf diesem Planeten. Das wurde ich willkommen heissen.

Als Menschen haben wir oft nicht mehr von einer Sache nur weil es anscheinend mehr davon gibt. Im Lebensmittelbereich ist Volumen leider oft nicht gleichzusetzen mit mehr Nährstoff, Geschmack oder Genuss.

Wir, die Weltbevölkerung, mit unserem generell niedrigen Bewusstheitsniveau, sind sowieso der Haupterzeuger unser eigenen Misere.

Wir brauchen nicht mehr Nahrung und Rohstoffe für ein maximales Wachstum und eine maximale Bevölkerung, wir brauchen mehr Menschheit für ein optimales Leben auf einem heilen Planeten.

Guten Appetit!

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A. Tetzlaff 10.11.2014, 17:41
16.

Zitat von anomie
"Artgerecht" gewonnenes Fleisch war für den Normalbürger noch nie derart bezahlbar, dass er sich den ungesunden Luxus leisten könnte, dieses drei Mal am Tag zu essen. Diesen irren Fleischkonsum gibt es erst sein einigen Jahrzenten. Aus irgendeinem Grund wird dieser Zustand von sehr vielen Menschen jedoch als "das Normale" angesehen.
Falsch. Man muss nicht in die Steinzeit zurückblicken um zu sehen, dass die Menschen früher teilweise mehr Fleisch gegessen haben als heute. Im Mittelalter war der Konsum deutlich höher als heute.

Das ganze war dann auch regional unterschiedlich. Amerikanische Kolonisten z.B. konnten, durch bessere Bedingungen für die Viehzucht, deutlich mehr Fleisch essen, als die Menschen in Europa.

Die Frage ist, was man als "Fleisch" definiert. Wenn man als Fleisch lediglich das magere Muskelfleisch definiert, dann essen wir heute deutlich mehr. Definiert man als Fleisch, alles was beim Schlachten gewonnen wird (Innereien, Fett, Knochen) und man nachher daraus macht (Wurst, geräuchertes, Speck etc.) dann aßen die Menschen früher mehr "Fleisch".

Und eines darf man nicht vergessen. Die Menschen haben früher auch mehr Fisch gegessen. Heringe z.B. waren Arme-Leute-Essen.

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Gottloser 10.11.2014, 17:42
17. Nudeln

Zitat von realpress
... Last but not least : "Esse nichts was deine (Ur)Grossmutter nicht sofort als Nahrung erkannt hätte" !
Ich glaube in weiten Teilen Norddeutschlands würde man dann heute keine Nudeln mehr essen oder keinen Reis. Von der Qualität des Weins wollen wir erst gar nicht reden.

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twister-at 10.11.2014, 17:45
18.

Zitat von realpress
wenn es ab sofort heisst "Fleischlos" statt Vegan / Vegetarisch.
Da fällt aber das Alleinstellungsmerkmal weg, denn vegan und vegetarisch wird letztendlich auch als Distinktionsmerkmal genutzt, zur Abhebung gegenüber anderen. Der Vegetarier und Veganer verknüpft ja meist mit seiner Ernährung auch eine Gesamtideologie - Massentierhaltung, Pelzverbot, artgerechte Haltung usw. usf. sind da ja Teilbereiche. Z.B. gibt es Veganer, die auch ihre Haustiere vegan ernähren, was dann durch Supplemente möglich gemacht wird.

"Fleischlos" kann auch bedeuten, dass Eier, Honig und Co. enthalten sind, was bei einem Veganer z.B. ein "No Go" ist. So wie Rohköstler z.B. Wein akzeptieren, aber kein Bier etc. pp.
Deshalb muss genau kategorisiert werden damit der Veganer nicht aus Versehen eine Sauce isst, in der Eigelb enthalten ist.

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realpress 10.11.2014, 17:45
19. Besser verwortet

Zitat von anomie
"Artgerecht" gewonnenes Fleisch war für den Normalbürger noch nie derart bezahlbar, dass er sich den ungesunden Luxus leisten könnte, dieses drei Mal am Tag zu essen. Diesen irren Fleischkonsum gibt es erst sein einigen Jahrzenten. Aus irgendeinem Grund wird dieser Zustand von sehr vielen Menschen jedoch als "das Normale" angesehen.
und genauso meinte ich es auch !
Wenn man vorher eine Kürbissuppe z.B. isst, dann steht doch auf der Karte nicht dass diese Suppe vegetarisch ist, oder ?
Der Begriff vegetarisch ist zum kotzen und steckt alle die fleischlos essen kompromislos in eine negative Schublade, igitt, wie kann man nur !
Gruss aus Amsterdam

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