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Vegetarischer Sternekoch: Gemüse ist sein Fleisch
Astrid Knie

Sternekoch und Vegetarier, das ist eine Seltenheit. Paul Ivic ist damit erfolgreich - in der Schnitzelhauptstadt Wien. Im Interview sagt er, warum er Kochen für politisch hält und wieso vegetarische Soßen teurer sind als Fleischprodukte.

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twister-at 11.11.2014, 10:36
50.

Zitat von klugredner
Ich meine, dass es schon damals....naja...geschmacklos war, das Leiden anderer mit dem eigenen Geldbeutel zu rechtfertigen. Und für mich macht es bei Leiden keinen Unterschied, ob es Menschen sind, die versklavt werden, oder Tiere, die versklavt und verramscht werden.
Gut, das ist ein emotionaler Aspekt, der seinen Platz hat. Mir schien nur dieses "zu töten, zu töten, zu töten, zu töten..." so pathetisch durch diese Wiederholung, weniger der Aspekt des Tötens an sich. Natürlich ist es legitim und wichtig, sich auch um ERnährung Gedanken zu machen und um den Umgang mit Tieren im allgemeinen und etwas zu ändern - da bin ich ganz bei dir. Aber imho sollte man eben sich auch fragen, ob etwas realistisch ist bzw. ob nicht auch Zwischenstufen und -töne Platz haben.

In manchen Ecken der Welt ist ein geschlachtetes Tier Essen für drei Wochen, das man sonst nicht hat - hier müsste also dann überhaupt die Frage des Hungers auf der WElt, der Verteilung des Reichtums und des Besitzes, die Bevölkerungsfrage usw. angesprochen werden. Das Ganze ist leider sher komplex, daher finde ich eben, dass es mit dem reinen "Meat is murder" nicht getan ist, sondern es da auch Lösungsansätze geben muss für mehr.

Ich hoffe, so wird es deutlicher.

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twister-at 11.11.2014, 10:39
51.

Zitat von HighFrequency
Da fängt allerdings der offene Schwachsinn an. Ich frage mich, ob das als Tierquälerei bereits ein Straftatbestand ist.
Nein, es gilt nicht als Tierquälerei im Sinne des Gesetzes, sofern durch die Supplemente sichergestellt ist, dass das Tier alles Notwendige erhält.

Ich bin da gespalten - einerseits denke ich, dass das schon nahe an TAblettennahrung kommt, wenn zusammengerührt wird und es heißt "da ist alles Notwendige drin, das reicht", andererseits ist der Haustiernahrungspampf nun, zumindest im günstigen Sektor, auch nichts anderes als REsteverwertung auf z.T. niedrigstem Niveau.

Unsere Tierchen bekommen Rohfleisch und ansonsten jagen sie draußen Mäuse und Co. :)

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twister-at 11.11.2014, 10:46
52.

Zitat von spiegelleser987
das finde ich auch immer wieder lustug, wenn über die Übergewichtigen geredet wird und dann Verursacher McDonalds genannt wird.
Eigentlich soll vegetarische oder vegane Ernährung ja auch nicht nur für sich stehen, sondern gerade auch ein Umdenken mit sich bringen. Wer 1kg Pommes mit Ketchup wegputzt, hat sich auch vegetarisch ernährt, hat jedoch letzten Endes von vegetarischer Ernährung nichts mitgenommen. Da geht es ja auch um Essen als Sinnesfreude und darum, Geschmack wieder zu erleben - den Salat eben nicht in Öl und Salz zu ertränken, Gemüse auch mal unfritiert oder ungekocht zu erleben etc. pp. Und es geht auch darum, neben dem Aspekt, Tiere nicht mehr zu töten natürlich, das Essen wieder als Genuss aber auch als etwas Besonderes zu begreifen, was im Idealfall damit anfängt, dass es selbst zubereitet wird.

Wer sich abends auf seine Stulle das Hyperduperteure Veganzeug schmiert, das mit Geschmacksverstärkern verseucht ist, der hat von der veganen Idee nichts verstanden, der isst zwar dann fleischlos, das war es aber auch.

Die erwähnte Nose-to-Tail-Bewegung z.B. ist eine "alles ist erlaubt"-Ernährungsweise, die aber auch wieder Respekt für z.B. ein Tier einfordert. Nicht nur quasi ein Stück Filet rausrupfen und den Rest einfach ignorieren, sondern wieder beginnen, sofern möglich, selbst ein Tier auszunehmen oder aufzuteilen, aber auf jeden Fall auch mal die bisher als minderwertig angenommenen Teile probieren, die sonst im Tierfutter landen oder sonstwo.

All diesen Bewegungen oder Ernährungsweisen ist aber gemein, dass sie den Menschen insbesondere auch dazu bewegen wollen, wieder mehr bewusst zu essen - nicht nur weil das Essen da ist, sondern weil man essen will. Sich Zeit für das Essen zu nehmen und auch nicht Unmengen in sich reinzuschaufeln sondern ganz bewusst kauen und genießen usw.

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AlaskaSaedelaere 11.11.2014, 12:16
53.

Zitat von realpress
#14 Gestern, 17:32 von realpress: "Esse nichts was deine (Ur)Grossmutter nicht sofort als Nahrung erkannt hätte"
Esse? Das ist eine offene Feuerstelle mit Abzug. Meinen Sie vielleicht "Iß" (rechtschreibdeformiert "Iss")?

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shooop 11.11.2014, 12:19
54.

Zitat von twister-at
Eigentlich soll vegetarische oder vegane Ernährung ja auch nicht nur für sich stehen, sondern gerade auch ein Umdenken mit sich bringen. Wer 1kg Pommes mit Ketchup wegputzt, hat sich auch vegetarisch ernährt, hat jedoch letzten Endes von vegetarischer Ernährung nichts mitgenommen. Da geht es ja auch um Essen als Sinnesfreude und darum, Geschmack wieder zu erleben - den Salat eben nicht in Öl und Salz zu .....
Wieder Mal die lästige Belehrerei, dass vegetarisch und vegan ja DIE gesunde und tollste Art und Weise wäre, sich zu ernähren und alle anderen wüssten ja nicht, wie toll und gesund ein rohes Stückchen Rote Beete ist. Auf so einen Text reagiere ich genervt. Man kann sich auch sehr gut pflanzlich ernähren, ohne immerzu den Veganismus vor sich her zu tragen. Kein Wunder, dass der so einen schlechten Ruf hat, wenn die Leute damit nur missionieren gehen.

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Iggy Rock 11.11.2014, 12:20
55. Unser aller Nahrung

Mich interessiert wirklich brennend, wie man sich als moderner Mensch ernähren kann, ohne dabei Tiere zu töten. Bislang habe ich noch kein Konzept gesehen, dass tote Tiere durch modernen Ackerbau gänzlich ausschließen würde. Selbst wenn ich mich nur von Fallobst und Pilzen ernähren würde, esse ich unfreiwillig immer Insekteneier, Würmer und Maden mit. Sind die nicht drin, haben Pestizide ganze Arbeit geleistet und auch noch mehr Tiere umgebracht, als nötig gewesen wäre.

Defacto ist vegane Ernährung eine Mogelpackung, entstanden aus einem Überangebot an Nachrungsmittel, insbesondere an Fleisch.

Die Idee vegane Küche als alternatives Geschmackserlebnis für alle anzubieten halte ich nicht für verkehrt. Auch wenn Herr Ivic die richtigen Ansichten bezüglich guter Ernährung, insbesondere was Convenienceprodukte betrifft, hat, wirkt die Sache mit der veganen Küche irgendwie plump vorgeschoben.

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vhe 11.11.2014, 12:40
56.

Brokkoli schmeckt viel besser, wenn man ihn vor dem Verzehr durch ein Schnitzel ersetzt...

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a_free_spirit 11.11.2014, 12:41
57. Ganz falsch!

Zitat von A. Tetzlaff
Falsch. Man muss nicht in die Steinzeit zurückblicken um zu sehen, dass die Menschen früher teilweise mehr Fleisch gegessen haben als heute. Im Mittelalter war der Konsum deutlich höher als heute. Das ganze war dann auch regional unterschiedlich. Amerikanische Kolonisten z.B. konnten, durch bessere Bedingungen für die Viehzucht, deutlich .....
Das Thema des Vorforisten war die generelle Verfügbarkeit, gemeint natürlich für alle Bevölkerungsteile (wohl in der BRD). Sie liegen vollkommen falsch, wenn Sie propagieren wollen, dass die Fleischverfügbarkeit und somit der Konsum im Mittelalter höher waren! Einfach absolut falsch!
Auf dem Nahrungsplan der Wohlhabenden gab es mit Sicherheit viel Fleisch, Fisch und Geflügel, und Gemüse war mehr Deko oder Begleitendes. Die große Masse der Bevölkerung war unendlich weit davon entfernt Fleisch dauernd verfügbar zu haben bzw. mehrmals am Tag essen zu können.
Die Nahrung für die Bevölkerung bestand aus Gemüse und Getreide und deren Verwertungen. 1. Vieh- und Viehhaltung waren damals sehr kostspielig. 2. Das einfache Volk durfte nicht einfach jagen gehen. Wie sollte also damals unser heutiges Fleischpensum zustande kommen??? Total daneben...

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vhe 11.11.2014, 12:42
58.

Zitat von principezinho
Also sorry Fisch ist nicht vegetarisch. Wann kapieren das die Leute (vor allem die Köche) endlich mal.
Dann wenn ihr "Vegetarier" euch mal darauf einigen könnt, was das nun ist.
DEINE Meinung ist nicht die einzige und auch die, die Dir grad zustimmen sprechen nicht für alle Vegetarier.

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vhe 11.11.2014, 12:52
59.

Zitat von Iggy Rock
Mich interessiert wirklich brennend, wie man sich als moderner Mensch ernähren kann, ohne dabei Tiere zu töten.
Naja, einfache Kohlehydrate kann man bestimmt synthetisieren, Fette vermutlich auch, bei Proteinen wird's problematisch.
Vitamine (also z.B. B12, das die Veganer schlucken müssen) werden schon länger künstlich hergestellt.

Was dass dann allerdings noch mit gesunder Ernährung zu tun hat, ist mir schleierhaft.

Da die Basis für solche Sachen aber meist Erdöl ist, hast Du dann natürlich die ganzen in Ölteppichen draufgegangenen Fische und Vögel auf dem Gewissen. Und außerdem stecken da jede Menge tote Dinosaurier drin.

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