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Verkehr: Blühende Autobahnen

Eine falsche Betonmischung lässt viele in Ostdeutschland neu gebaute Fernstraßen zerbröseln. Die Kosten trägt der Steuerzahler.

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doctor manhattan 11.05.2010, 14:45
1. Braucht man

einen Ingenieurabschluss, oder reichen ein paar geleaste Laster um ein Straßenbauunternehmen aufzumachen? Dann rufe ich mal meine Bank an und hole mir einen Kredit!

Autobahnen und Staatsknete, ich komme!

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lalito 11.05.2010, 14:54
2. okay

Zitat von doctor manhattan
einen Ingenieurabschluss, oder reichen ein paar geleaste Laster um ein Straßenbauunternehmen aufzumachen? Dann rufe ich mal meine Bank an und hole mir einen Kredit! Autobahnen und Staatsknete, ich komme!
aber nur wenn "deutsche Wertarbeit" abgeliefert wird . . . ;-))

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Frank Wagner 11.05.2010, 14:56
3. Also

Da fällt dem Autor immerhin schon auf, dass das Problem schon lange vor der Wende bekannt war, aber er traut sich irgendwie nicht, da mal einen Schritt weiter zu denken.
Wer hätte ein Interesses daran, Pfusch zu produzieren den er dann später, nach Ablauf der Garantie, wieder für gutes Geld ausbesseren darf ?
Ich glaube da nicht an einen Zufall.

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bürger mr 11.05.2010, 14:57
4. Kann doch nicht wahr sein.

Es geht hier nicht um Kleinvieh, diese Geschichte hat die
Dimension uns, meinen Staat, noch weiter in den Untergang zu treiben. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben,
daß "die", schon wissen was sie tun, man sieht es doch überall, hauptsache der Auftrag ist erst einmal gesichert,
dann kann man ja mal schauen was es wirklich kostet und was man dafür tun sollte.
Das ist , so denke ich, ein weiterer Fall von Korruption, die aufblühende Straßenvariante ist mit Sicherheit die wesentlich günstigere in der Herstellung.
Je mehr mir diesbezüglich zu Ohren kommt, desto öfter wünsche ich mir für die Verantwortlichen "chinesisches Strafmaß".

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mexi42 11.05.2010, 15:01
5. Man schaue sich ...

Zitat von sysop
Eine falsche Betonmischung lässt viele in Ostdeutschland neu gebaute Fernstraßen zerbröseln. Die Kosten trägt der Steuerzahler.
die Bunker an der Jütländischen Küste an,
analysiere die Betonmischung.
Die passt auch für unsere Autobahnen,
weil sie hundert Jahre hält.

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Onkel Uwe 11.05.2010, 15:10
6. Gewährleistungsfrist?

Was ich mich dabei schon lange Frage ist, warum man sich bei Nutzung nachweisslich bekannter, falscher Baustoffe auf eine Gewährleistungsfrist berufen kann. Da gehört eine staatsanwaltliche Untersuchung in Bezug auf geplanter Sabotage angestrengt.

Und dann die Verantwortlichen mit Geldstrafen im Rahmen der doppelten Reparaturkosten und Gefängnis unschädlich gemacht.

Dies wäre auch zum Vorteil aller Bauunternehmen, welche bei solchen Machenschaften nicht mitmachen wollen, aber von den Angeboten dann natürlich oftmals das Nachsehen haben, weil die regulären Materialien eben teurer sind.

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Wiedereinaussteiger 11.05.2010, 15:17
7. Ingenieursschluderei -> Redaktionsschluderei

Zitate:

"Nicht Hilters Reichsbetondecke bremst die Caracciolas von heute aus, sondern bundesdeutsche Ingenieursschluderei."

"Dabei sollte der Beton der Einheit eingentlich für die Ewigkeit gegossen werden. "
Wie wärs mal mit "Hilter" -> Hitler, und "eingentlich" -> "eigentlich"?

= = =

Zum Thema: wie die Öffentliche Hand von verantwortungslosen Bauausführern im Verbund mit der Vergabemafia in den Bauämtern geschröpft wird, hat man beim Kölner U-Bahn-Bau gesehen. Mit dem auf preußische Obigkeitstreue erzogenen deutschen Bürger kann man es ja machen. Wir haben fein austarierte Systeme der Unverantwortlichkeit. Auf dem Papier ist vorher planerisch alles in bester Ordnung - wenn aber hinterher was schiefgegangen ist, will es niemand gewesen sein, ist niemand zur Rechenschaft bereit. Eventuelle, selten mal eingeleitete Gerichtsverfahren gehen aus wie das Hornberger Schießen.

Wenn Autobahnen nach Millionenaufträgen Blasen werfen, müsste man den Aufklärungswillen der beteiligten Firmen festigen, indem man den kompletten Vorstand wegen Verdachts auf Betrug an öffentlichen Kassen zum Schaden des Steuerzahlers in Untersuchungshaft nimmt. Wenn nicht so bauausgeführt wird wie beauftragt, ist irgendwo unterwegs in der Kette der ausführenden Unternehmen etwas nicht in Ordnung. Im einfachen Falle Schlamperei, menschliches Versgaen, sehr oft aber Überlastung der Ausführenden,in der Folge systematisch herbeigezwungene Schluderei. Zudem die arge Versuchung, beim Einkauf der Materialien ein bisschen was zu sparen, das merkt ja eh niemand.. Die Verantwortung hierfür liegt beim Vorstand des Unternehmens oder beim Inhaber-Geschäftsführer einer GmbH. Täter sind ganz oftmals auch diese Kaufleute und studierten Betriebswirte, die ständiges Kostensenken anmahnen, aber die Folgen miesen Wirtschaftens immer nur bei den Technikern abladen werden. Man kann sie nur packen, indem man sie persönlich in die Verantwortung nimmt: Untersuchungshaft. Verdunklungsgefahr, Verdacht auf Vertuschung. Die Chefs sind die Täter. sie haten ihre Mitarbeiter an, beim Einsatz von Matereial und Arbeit zu sparen, um den Gewinn zu steigern.

Und rede man nicht von "Mängeln" bei der Überwachung - es muss sauber gearbeitet werden. Das ist erste Voraussetzung. Man kann nicht vorhaben, erstmal was schlampig zu arbeiten, da das dann ja bei Kontrollen auffallen müsse..

Wenn das an Materialien verbaut wird, was geplant wurde, und dann nach genehmigtem Plan bauausgeführt wird, so haftet das ausführende Unternhmen.

Man hat hierzulande jedoch praktisch immer den Eindruck, dass niemand haftet. Die Hohen Herren sind gegen wirtschaftliche Folgen ihres Tuns versichert, sie können sich die besten Anwälte leisten, und in den Knast steckt sie niemand..

Also wird immer und immer so weiter gewirtschaftet, denn für die Mafia aus Auftraggebern und Ausführern ist ja alles in der Besten aller denkbaren Ordnungen - der Steuerzahler wird es zahlen - die Kosten, UND die Millionengewinne.. Also warum sollte man an diesen hübschen Systemen was ändern wollen,. läuft doch alles bestens...

..für die Baumafia im Öffentlichen Auftrage..

Woanders heißt das „Kleptokratie“ - Diebesherrschaft. Hierzulande sieht man den Dieben das nicht an - allenfalls, indem sie in Villen hinter hohen, uneinsehbaren Zäunem leben und mit Kameras ihre Anwesen überwachen. Die dortige Bausubstanz pflegt vom Allerfeinsten zu sein - im Gegensatz zu dem, was sie in Öffentlichem Auftrag auf den Straßen taten.

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dilatanz 11.05.2010, 15:31
8. Naja

Pfusch ist relativ. Durch die Schäden wird natürlich die Betonbauweise in Misskredit gezogen, was wiederum kein Interesse der bauenden spezialisierten Firmen sein kann und ist. Saniert werden diese Strecken dann meist in Asphalt.

Genau genommen handelt der Artikel über zwei Probleme. Die AKR (Alkali-Kieselsäure-Reaktion) im Beton und Blasen in der Sanierungsvariante Asphalt.

Wobei Ersteres meist auf dem Zuschlagstoff zurückgeführt wird. Jedoch ist das nur eine Seite der Medaille. In der Vergangenheit resultierte AKR auch aus dem verwendeten Zement. Aus Gründen der Energieknappheit - zu Zeiten der DDR - wurde ein neuer Zement bei geringerer Sintertemperatur entwickelt. Dieser führte dann zu den AKR-Schäden in den Bahnschwellen. Heute werden viele Zemente ebenfalls bei geringeren Temperaturen hergesttellt als zu Zeiten der Bunker an der Jütländischen Küste. Und zwar aufgrund des kostenintensiven Zertifikatehandels. Ein Zusammenhang muß nicht (kann aber) bestehen.

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Taka-Tuka 11.05.2010, 15:42
9. Gewährleistung

In unserem überregulierten Staat kann ich nicht glauben, daß es keine Normen, Vorschriften etc. für die zu verwendenden Materialien gibt.
Aber selbst wenn Vater Staat hier noch ein Regulierungsloch gelassen haben sollte:
Wie sieht es aus mit "Gewährleistung" ?
Warum recherchiert der Artikel diesen Sachverhalt nicht weiter in dieser Richtung ?

Es kann doch nicht wahr sein, daß Bauunternehmer für Ihren Pfusch nicht haftbar zu machen sind !
Und die Leistungen müssen doch ausgeschrieben werden - da gibt es doch hunderte von Seiten Ausschreibungsunterlagen, in denen das Gewerk haarklein definiert ist - und da steht nichts von Garantie, Gewährleistung, Mindesthaltbarkeit des Belags etc. drin ?

Das kann ich einfach nicht glauben !

Anstatt hahnebüchene Vergleiche aus der Hitlerzeit zu bemühen, hätte ich mir etwas mehr Aufklärungsjournalismus gewünscht !

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