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Vermeintliches Sturmgewehr: Polizisten erschießen 13-Jährigen in Kalifornien
AP/ Lopez Family

Im kalifornischen Santa Rose haben Polizisten einen Schüler erschossen, der vermeintlich mit einem Sturmgewehr unterwegs war. Tatsächlich trug der 13-Jährige lediglich ein Soft-Air-Gewehr bei sich. Der Vorfall löst erneut Kritik an Polizeigewalt aus. USA: 13-Jähriger wegen vermeintlichem Sturmgewehr erschossen - SPIEGEL ONLINE

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der_namenslose 24.10.2013, 14:26
40.

Zitat von jolip
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wären echte Waffen verboten, wäre die Situation nicht so eskaliert.
Hmm, dieses Replik war so verboten - zu mindest in den USA wird bei "Spielzeugwaffen" eine rote Kappe / Hülse an der Mündung gefordert.
Was soll ein Verbot bringen? Meinen Sie, das Verbrecher sich um solche Verbote scheren würden? Die EU-Kommission geht von ca 30 Mio Schusswaffen in Deutschland aus. Davon sind gerade einmal etwa 6 Mio in legalem Besitz. 80% der Waffen würden von einen Verbot nicht erfasst. Also, was sollen sinnlose Forderungen nach Verboten, wenn diese schon im Vorfeld als untauglich erkannt werden müssen?

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hartwurzelholz 24.10.2013, 14:27
41.

Zitat von ohne_mich
Polizisten schießen leider mit *Vorliebe* bei Vedächtigen auf die Beine: Stirnbein, Nasenbein, Schläfenbein...
Ich weiss ja nicht auf was sie schießen würden, wenn jemand eine vollautomatische Militärwaffe auf sie richtet...

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cicero_muc 24.10.2013, 14:29
42. Mit einer offenen Waffe herumlaufen ist gefährlich

Wer in den USA wohnt - und erst recht in Kalifornien - der weiß wie die örtlichen Sitten sind.
Mit einer offenen Waffe herumlaufen ist gefährlich, und das ist bekannt. Wer der Außenwelt irgendwie mitteilt, er könnte möglicherweise Waffengewalt anwenden, der hat ein eventuell ein unmittelbares Problem.
Obwohl in Kaliforniern Schießgewehre offiziell gekauft werden dürfen, dürfen diese (soweit mir bekannt ist) öffentlich nicht getragen werden.

Wer mit seiner Knarre zu einem Schiessplatz fährt, der muss diese gefä
hrlichen Instrumente in speziellen, gesichterten (verschlossenen) Behältern transportieren. Und er darf sei seine Waffe auch nicht ständig spazierenfahren, sprich immer dabei haben. Von zu Hause zum Schießplatz und wieder zurück, that's it.

Da halten sich wohl nicht alle dran, aber immerhin ...
Waffen sind kein Spaß, und Räuber & Gendarm zu spielen ist in den USA geradezu gefährlich. Weil man ja nie weiß ob das Equipment aus Plastik besteht oder ob die Waffe echt ist.
3D-Drucker machen die Sache künftig auch nicht besser.
Ein Hilfssheriff ist eine Hilfskraft, entsprechend schlechter ausgebildet. Die sind ja froh wenn sie selber überleben.
Wenn die sich mit einer AK-47 konfrontiert sehen, dann sind die auch gestresst.
Eine AK-47 ist ein vollautomatisches Gewehr, die spritzt die Kugeln nur so raus. Und die Replika, die der Junge trug, hatte ein verdammt großes Magazin.

In Sekundenbruchteilen muss ein Hilfssheriff also eine Entscheidung treffen, Sekundenbruchteilen, in denen es auch um sein Leben geht.
Eine AK-47 durchdringt aus kurzer Distanz so ziemlich alles, auch Schutzwesten u.ä.

Menschen arbeiten und entscheiden intuitiv mit Hilfe von Mustererkennung. Und wenn ein wahrgenommenes Muster eines Hilfssheriffs dem einer AK-47 entspricht, dann rastet dem eben unmittelbar ein bestimmtes Programm ein.

Wer in den USA von der Polizei angehalten wird,
der lässt ja bekanntlicherweise seine Hände besser am Lenkrad, das ist die Regel.

Warum das so ist, hat der Spiegel hier illustriert.

http://www.spiegel.de/video/schiesse...ghway-in-orego
n-video-1300992.html#ref=vee
Was in Santa Rose passiert ist, ist absolut tragisch.
Jugendliche sind halt von Natur aus nun mal so dass sie auch solche Sachen machen.
Die Amerikaner zahlen ihren Preis für die Freiheit Waffen besitzen zu dürfen. Der Preis ist ziemlich hoch.

Die US-amerikanische Gesellschaft würde es gut tun einen gesellschaftlichen Diskurs über ihre (künftigen) Werte zu führen. Der jetztige politische Streit zeigt das ja auch schon auf.
Wenn ich mir auf meinem Apple TV mal so anschaue, was da an aktuellen Kino-Trailern so angeboten wird, dann spricht das ja auch schon Bände. Nicht gut, so zumindest meine Sicht. Da ist ja ein Werk wie "Gravity" schon Balsam für die Seele.
Ich bin froh, dass in Deutschland Waffen nicht frei verfügbar sind.
Es passiert schon genug mit den Waffen die offiziell registiert sind.
Illegaler Waffenbesitz sollte bei uns noch drastischer und konsequenter verfolgt werden.

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hartwurzelholz 24.10.2013, 14:29
43.

Zitat von Andr.e
Deshalb wäre die nächstliegende Forderung, die Ausbildung zu verbessern... Im Ernst: Der Umstand der sofortigen Liquidierung ist mit Sicherheit zu einem gut Teil dem allgemein gewachsenen Sicherheitsbedürfnis entsprungen. Das ist per se nicht schlecht, zeigt aber ziemlich häufig auch seine Schattenseiten. Ohnmachtsrufe wie der Ihre sind da wenig hilfreich.
Haben sie eine bessere Idee? Wenn jemand ein vollautomatisches Gewehr in ihre Richtung schwenkt, schrumpfen die Optionen nunmal zusammen. Macht es nicht weniger tragisch, aber zunächst liegt die "Schuld" beim Bedroher.

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der_namenslose 24.10.2013, 14:30
44.

Zitat von mcmercy
Putativnotwehr ist in D unzulässig,
Putativnotwehr ist auch in D straffrei. Da gibt's keinen Unterschied zu den USA, bzw. den meisten Bundesstaaten dort.
Zitat von mcmercy
in USA sieht man das lockerer. Der Junge hat ja die Hilfspolizisten nicht wirklich bedroht, es gab gar keine akute Bedrohungssituation. ,
Das konnte der Polizist nicht wissen. Er sah nen Typen mit Sturmgewehr, der der Aufforderung, die Waffe niederzulegen, nicht nachgekommen ist.

Zitat von mcmercy
Einerseits ist ja das Tragen von Waffen in USA offenbar nicht verboten,
"In den USA" gibt es in diesem Zusammenhang nicht, die Regelungen treffen Staaten und auch Kreise / Städte.
Zitat von mcmercy
dieser Zimmermann lief ja auch mit Waffe rum, andererseits hat dann anscheinend der Recht, der zuerst schießt, das war im wilden Westn noch anders, da mussten die Verbrecher zuerst schießen, sonst war es Mord.
Hätte Zimmerman seine Waffe auf einen Polizisten gerichtet, so hätte der Polizist sicher genau so wie hier reagiert.

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juttakristina 24.10.2013, 14:31
45. So schlimm,

tragisch und traurig das ist, vielleicht muss man den Polizisten ihre Reaktion auch ein wenig nachsehen nach den Ereignissen der letzten Tage. Hätten sie auf die Beine schießen können? Es kommt auf die Entfernung an und nicht jeder ist ein Scharfschütze. Kann man andererseits von einem 13-jährigen erwarten, so viel Hirn zu haben, dass ich das dann nicht unverpackt und wie ein normales Gewehr durch die Straßen trage? Ich denke, ja, auch wenn er von der Tat der 12-jährigen nichts gehört haben sollte. Dies gilt umso mehr, wenn zumindest nicht von weiter weg nicht deutlich erkennbar ist, dass es sich um keine echte Waffe handelt.

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pigtime 24.10.2013, 14:39
46.

Zitat von Der Student
Ungeachtet der Rechtfertigung für den Schusswaffeneinsatz finde ich das Verhalten der Polizisten nach Schussabgabe sehr fragwürdig: Da liegt also eine Person kampfunfähig und lebensgefährlich verletzt am Boden und man legt zuerst Handschellen an? Wenn das so in der Ausbildung gelehrt wird, bin ich sprachlos.
Lebensgefährlich verletzt und kampfunfähig sind zwei verschiedene Sachen.
Außerdem, keine Rettungskraft wird in so einer Situation an einen vermeintlichen Straftäter herangehen, wenn der ungefesselt ist.

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juttakristina 24.10.2013, 14:40
47. Willi Wacker,

das steht im Artikel, dass der Junge beim Umdrehen den Lauf auf einen der Polizisten richtete, wenn auch sicher nicht bewusst. Aber das konnten die Beamten nicht wissen.

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BerndBerndsen 24.10.2013, 14:41
48.

Ich weiß ja nicht, was für einer Generation die meisten Forenschreiber entstammen.
Bei uns im Freundeskreis hatte damals jeder zweite eine Softair. Da hat man sich dann im Wald oder in Rohbauten getroffen, Schutzbrille auf und los ging der Spaß.
Da kamen dann auch mal Polizisten. Die haben uns aber nicht erschossen sondern davon gejagt. Das ist der Unterschied zwischen USA und Deutschland. Wenn hier ein 13-jähriger mit so einem Teil rumläuft, geht jeder davon aus, dass es eine Softair o.ä. ist. In den USA geht man davon aus, dass die Knarre echt ist. Wieso bloß? Liegt sicherlich nicht daran, dass jeder Honk da von kleinauf mit scharfen Waffen umzugehen lernt und seine erste Pumpgun zum fünfen Geburtstag bekommt.

Und jetzt kommen dann bezüglich der Vorfälle der vergangenen Tage wieder die tollen Argumente:
Nicht ein Verbot von Waffen hätte dem Lehrer das leben gerettet. Nein, er und am besten der Rest der Klasse hätten auch alle eine Waffe gebraucht um den elfjährigen Schützen stoppen zu können.
Ist schon richtig, Verbote nützen nichts. Wer kriminell ist beschafft sich so oder so eine Waffe. Ich denke, das wäre auch hierzulande so. Jeder Sechstklässler, der Wut auf seinen Lehrer hat, würde mindestens zehn Hehler kennen, bei denen er sich seine Wumme beschaffen könnte...

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