Forum: Blogs
Von wegen "Jahrhundertfigur": Warum Kohl kein großer Kanzler war
Dirk Dobiey/ Action Press

Über Tote nur Gutes? Geht leider nicht: Helmut Kohl war provinziell, patriarchalisch, abwehrend gegenüber Ausländern, herablassend zu Intellektuellen - und ganz gewiss kein Glücksfall für Deutschland, so unser Autor.

Seite 1 von 15
ackergold 22.06.2017, 16:37
1. Gute Charakterisierung!

Provinziell, ja hinterwäldlerisch und patriarchalisch, das sind die treffenden Charaktereigenschaften des Verblichenen, der nun wahrlich nicht zu den hellsten Lichtern dieses Landes gehört hat. Das Elend der "geistig-moralischen Wende", hin zu mehr Egozentrismus und Kapitalismus total, hat die grassierende Ungleichheit in diesem Lande zur Folge, in der es längst nicht mehr um "Leistung" geht, sondern nur noch um den Parteiensumpf.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
oikosnomos 22.06.2017, 16:49
2. Danke

für diesen Artikel, dem ich in allem Zustimmen kann. Gut, dass Michael Sontheimer gegen den Strom der großen Kohl-Bejubelung schwimmt. Kohl war kein Glückfall für Deutschland! Dass Macht auch anders geht, zeigt niemand besser als Angela Merkel. Welche Ironie, dass ausgerechnet das "Mädchen aus dem Osten" ihn vom Sockel gestossen hatte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
stefan.p1 22.06.2017, 16:56
3. Ganz Richtig

Seh ich genauso. Kohl konnte nichts für die Wiedervereinigung! Deutschlands Glück war,das es im ,Gegensatz zu heute. in den USA und der UdSSR
vernünftige Staatsführer gab. Handwerklich war die Wiedervereinigung ein auf Lügen basierende Katastrophe (blühende Landschaften).
Da wurden die Rentenkassen für völligen Blödsinn geplündert,da wurde Volkseigentum verramscht ,das wir die Auswirkungen noch heute spüren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
flo_bargfeld 22.06.2017, 17:00
4. Danke, Herr Sontheimer ...

Danke, Herr Sontheimer, für diese sachliche Bewertung. Sehr wohltuend in diesen Tagen der bigotten Kohl-Besoffenheit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Dr._Copy 22.06.2017, 17:07
5. Der gleiche Blödsinn wir bei Reagan

Der wurde seltsamer weise in Amerika auch im Nachgang zum Säulenheiligen erhoben.
Obwohl er in Wahrheit ein erzreaktionärer Turbokapitalist war der damit die Verlagerung von zig Arbeitsplätzen der US-Wirtschaft nach Fernost angekurbelt hat und das habgierige Gezocke an den Aktienmärkten erst hoffähig gemacht hat. Oliver Stones "Wall Street" stammt nicht umsonst aus der Reagan-Ära und beschreibt die "Ethik" in den damaligen USA perfekt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ichbindannmalfort 22.06.2017, 17:09
6. Leider die Wahrheit

Es heißt ja immer, über Tote sollte man nichts Schlechtes sagen, aber das kann ja nicht ernsthaft bedeuten, dass man anfängt, hemmungslos zu lügen, wenn über den Verstorbene gesprochen wird. Sontheimer hat leider recht, wenn er sagt, dass Kanzler Kohl durch und durch provinziell, patriarchalisch und herablassend zu allen Intellektuellen war. Fakt ist auch, dass es in den letzten 50 Jahren wohl keinen Kanlzler in Deutschland gab, der so aggressiv und verächtlich mit bestimmten Pressevertretern umgegangen ist. Wer sich so verhält, zeigt deutlich, dass er Probleme mit grundlegenden Prinzipien der Demokratie hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
decathlone 22.06.2017, 17:11
7. Was noch zu sagen war...

... sie haben es auf den Punkt gebracht. Ich weiss bis heute nicht, was mit 'geistig-moralischer Wende' gemeint war. Das war ein Vakuum, dass während der 16 Jahre Kohl (und meiner Jugend- und Studentenzeit) herschte. Und die Uhren liefen rückwärts. Unwürdig der Abgang und vor allem sein Verhalten im Ruhestand. Nur Kleinkrieg und Bezichtigungen. Der Mann war mein Landsmann und den Rheinland-Pfälzern sagt man nach, dass sie gemütliche und harmlose Menschen sind, die keinen Wert auf Scherereien legen. Kohl war wohl auch da eine Ausnahme. Immerhin machte ihn sein Zungenschlag mir sympathischer. Über meine Aussprache muss ich mir anderswo in Deutschland auch Witze anhören....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nathan13 22.06.2017, 17:13
8. Bravo...

...dem ist nichts hinzuzufügen. Und ein besonderes Kompliment an den Autor, der den Schneid hat sich nicht in die übliche Heiligensprechung Verstorbener einzureihen. Das ist wahre Größe. Dieses Ritual der Schönfärberei der Vergangenheit einer Person kurz nach deren Ableben ist unerträglich und scheinheilig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hman2 22.06.2017, 17:14
9.

Zitat von ackergold
Provinziell, ja hinterwäldlerisch und patriarchalisch, das sind die treffenden Charaktereigenschaften des Verblichenen, der nun wahrlich nicht zu den hellsten Lichtern dieses Landes gehört hat. Das Elend der "geistig-moralischen Wende", hin zu mehr Egozentrismus und Kapitalismus total,
Ich habe die "geistig-moralische Wende" immer als die Einführung der Korruption in Deutschland verstanden: Flick, die Amnestie-Gesetze, schwarze Kassen und dann das Ehrenwort, das angeblich schwerer wiegt als sogar das Grundgesetz...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 15