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Von wegen "Jahrhundertfigur": Warum Kohl kein großer Kanzler war
Dirk Dobiey/ Action Press

Über Tote nur Gutes? Geht leider nicht: Helmut Kohl war provinziell, patriarchalisch, abwehrend gegenüber Ausländern, herablassend zu Intellektuellen - und ganz gewiss kein Glücksfall für Deutschland, so unser Autor.

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syracusa 22.06.2017, 20:17
40.

Zitat von Grundrechte
Das Verwerfliche an Ihrer aller Kommentare ist - unabhängig davon, dass ich die rot-grün Ablösung mehr als geschätzt habe - dass dieser Mensch sich nicht mehr wehren kann, und das ist typisch für all diese Posts. Posten, was das Zeug hält, ohne Respekt und Achtung. Auch ein Verstorbener hat Menschenrechte!
Nein, nicht wirklich. Lediglich die Menschenwürde wirkt über den Tod hinaus. Rechtlich sind Verstorbene nur noch Sachen, an denen aber niemand Eigentum erwerben kann. Geschützt sind im Zusammenhang mit Verstorbenen im Wesentlichen nur die Rechte der Angehörigen. Und zum Schluss: die Menschenwürde des verstorbenen Ex-Kanzlers wird durch Kritik nicht verletzt. Selbst scharf formulierte Kritik ist zulässig, solange sie im Zusammenhang einer Auseinandersetzung in der Sache geäußert wird.

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egooist 22.06.2017, 20:47
41. @Grundrechte (#30)

Grundrechte (22.06.2017, 19:13 Uhr): "Das Verwerfliche an Ihrer aller Kommentare ist - unabhängig davon, dass ich die rot-grün Ablösung mehr als geschätzt habe - dass dieser Mensch sich nicht mehr wehren kann, und das ist typisch für all diese Posts. Posten, was das Zeug hält, ohne Respekt und Achtung. Auch ein Verstorbener hat Menschenrechte!"
1. Wenn Ihr "Argument" greifen würde, könnte man sich ja gar nicht mehr kritisch über Verstorbene äußern.
2. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist vom Grundgesetz gedeckt. Jedoch habe ich bisher noch nichts vom Paragraphen "Du darfst dich nicht kritisch über Verstorbene äußern" gehört.
3. Die meisten Kommentare hier scheinen mir, eine Reaktion auf die öffentliche Lobhudelei gegenüber Herrn K zu sein. Das Lobhudeleien meist nach dem Tod der Person stattfinden ist kulturell bedingt und nicht die Schuld der Kommentatoren/Kritiker.
4. Meines Erachtens hat der "respektvolle" Umgang mit Verstorbenen/Leichen (lediglich) Symbolcharakter. Es geht darum, den Hinterbliebenen/Mitmenschen mit Empathie zu begegnen. Zumindest hat sich meines Wissens bisher noch keiner der Verstorbenen persönlich über den Umgang mit seinen sterblichen Überresten oder mit seinen Andenken beschwert.
5. Respekt muss man sich verdienen. Dies gilt nicht nur für Personen, sonders besonders für Ideen, Argumente & Co. Erst wenn diese eine umfassende Kritik durchlaufen und dennoch Bestand haben, kann man anfangen diese zu respektieren. Vorher sollte man Sie diskutieren.
MfG

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willimasoagen 22.06.2017, 22:15
42. Ich habe auch ein Gefühl,

Zitat von MattKirby
allerdings sehe ich Herrn Kohl aus anderen Gründen als eher negative Gestalt der deutschen Nachkriegsgeschichte an. Die Wiedervereinigung war in der Rückschau zu schnell und handwerklich unzureichend vorbereitet. Bei der europäischen Integration und der erzwungenen Einführung des Euro fehlte es in Deutschland an der für derart weitreichende Entscheidungen notwendigen demokratischen Legitimation. Zudem beschleicht mich bei Kohl immer das Gefühl, dass er immer in die "Gechichte" eingehen wollte und dafür auch Nachteile für Deutschland in Kauf genommen hat.
Zitat: H. Kohl.............
Was kümmert es die Eiche,
wenn sich die Schweine daran reiben.

Ich hab das Gefühl, dass sich viele Foristen hier an einer Eiche reiben wollen.
Bleiben Sie immer schön munter und freuen Sie sich über die blühenden Landschaften.

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neutron76 23.06.2017, 07:36
43. Ohne Kohl wäre Deutschland noch von Russland besetzt

Es mag vielleicht auch etwas Imperialismus sein, aber der Schachzug mit Boris Jelzin für, aus heutiger Sicht lächerliche, 20 Mrd DM den Abzug der russischen Soldaten aus Europa zu vereinbaren, war absolut genial. Ein freies Estland und ein unabhängiges Polen wären sonst nicht denkbar gewesen.

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lebensgefährlich 23.06.2017, 07:57
44.

Zitat von wabumske
Die Kohl Politik hat die deutsche Wirtschaft deutlich erfolgreich gemacht. Die Aktienkurse gingen steil nach oben. Die Gewerkschaften hatten satte Lohnsteigerungen errungen. Die Beschäftigten hatten durch Steuersenkungen sehr gute Netto-Einkommen. Das hätte meinetwegen auch so weiter gehen können, aber dann kam der Mauerfall. ...glaube ihm war das nicht Recht. Und wer das bezahlen musste ist unstrittig. Kohl ist nur zufällig Kanzler der Einheit. Wirtschaft Top, der Rest ist/war Mist.
Könnten Sie mir mal erklären, wie ein (Berufs)Politiker überhaupt ein Land wirtschaftlich erfolgreich machen oder gar "Arbeitsplätze schaffen" kann?

Ich dachte immer, daß es Unternehmer und die Arbeiter und Angestellten seien, die Ideen für neure Produkte, Verfahren etc. haben und das ganz von alleine machten.

Was genau machen eigentlich Politiker, besonders solche, die sich nie einen Tag ihres Lebens mal die Hände schmutzig gemacht haben (aber nicht im politischen Sinne ;-)), damit es einem Land als Ganzem wirtschaftlich gut geht?
Und ist es dann tatsächlich EIN einziger Politiker, der das alles alleine reißt oder alle Fäden in der Hand behält?

Steuersenkungen gut - aber das heißt ja im Gegenzug, daß andere Politiker davor genau diese fälschlicherweise(?) erhöht haben.

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ackergold 23.06.2017, 09:05
45.

Zitat von hman2
Ich habe die "geistig-moralische Wende" immer als die Einführung der Korruption in Deutschland verstanden: Flick, die Amnestie-Gesetze, schwarze Kassen und dann das Ehrenwort, das angeblich schwerer wiegt als sogar das Grundgesetz...
Ja, so war sie ja auch gedacht, die "geistig-moralische Wende".

Egozentrismus statt Solidarität, das ist die Essenz auf allen Politikfeldern.

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ackergold 23.06.2017, 09:09
46. Widerspruch!

Zitat von Grundrechte
Das Verwerfliche an Ihrer aller Kommentare ist - unabhängig davon, dass ich die rot-grün Ablösung mehr als geschätzt habe - dass dieser Mensch sich nicht mehr wehren kann, und das ist typisch für all diese Posts. Posten, was das Zeug hält, ohne Respekt und Achtung. Auch ein Verstorbener hat Menschenrechte!
Es ist nicht nötig, dass er sich noch wehrt, denn das hat er ja zu seinen Lebzeiten getan. Hier wird ein Fazit gezogen und das fällt nun mal differenzierter aus, als die bedingungslose Anbiederung seiner Jünger und Speichellecker. Von denen gab und gibt es ja genug und die kommen ja auch zurecht zu Wort. Das schränkt die Menschenrechte nicht ein. Die Menschenrechte werden vielmehr durch die Totalüberwachung eingeschränkt und die ist nicht zuletzt auch eine der dramatischsten Folgen von Kohls "geistig-moralischer Wende".

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ackergold 23.06.2017, 09:10
47.

Zitat von neutron76
Es mag vielleicht auch etwas Imperialismus sein, aber der Schachzug mit Boris Jelzin für, aus heutiger Sicht lächerliche, 20 Mrd DM den Abzug der russischen Soldaten aus Europa zu vereinbaren, war absolut genial. Ein freies Estland und ein unabhängiges Polen wären sonst nicht denkbar gewesen.
Entschuldigung, aber das ist blanke Spekulation, die durch überhaupt gar nichts fundiert wird. Kohl hat seinen Job gemacht... so wie viele Millionen Menschen in diesem Land auch.

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ackergold 23.06.2017, 09:12
48.

Zitat von egooist
Grundrechte (22.06.2017, 19:13 Uhr): "Das Verwerfliche an Ihrer aller Kommentare ist - unabhängig davon, dass ich die rot-grün Ablösung mehr als geschätzt habe - dass dieser Mensch sich nicht mehr wehren kann, und das ist typisch für all diese Posts. Posten, was das Zeug hält, ohne Respekt und Achtung. Auch ein Verstorbener hat Menschenrechte!" 1. Wenn Ihr "Argument" greifen würde, könnte man sich ja gar nicht mehr kritisch über Verstorbene äußern. 2. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist vom Grundgesetz gedeckt. Jedoch habe ich bisher noch nichts vom Paragraphen "Du darfst dich nicht kritisch über Verstorbene äußern" gehört. 3. Die meisten Kommentare hier scheinen mir, eine Reaktion auf die öffentliche Lobhudelei gegenüber Herrn K zu sein. Das Lobhudeleien meist nach dem Tod der Person stattfinden ist kulturell bedingt und nicht die Schuld der Kommentatoren/Kritiker. 4. Meines Erachtens hat der "respektvolle" Umgang mit Verstorbenen/Leichen (lediglich) Symbolcharakter. Es geht darum, den Hinterbliebenen/Mitmenschen mit Empathie zu begegnen. Zumindest hat sich meines Wissens bisher noch keiner der Verstorbenen persönlich über den Umgang mit seinen sterblichen Überresten oder mit seinen Andenken beschwert. 5. Respekt muss man sich verdienen. Dies gilt nicht nur für Personen, sonders besonders für Ideen, Argumente & Co. Erst wenn diese eine umfassende Kritik durchlaufen und dennoch Bestand haben, kann man anfangen diese zu respektieren. Vorher sollte man Sie diskutieren. MfG
So ist es.

Eines muss ich noch ergänzen: Respekt verdient man sich durch Rechtschaffenheit und auch Herr Kohl muss sich an den schlechtesten seiner Taten messen lassen, so wie es der Herrgott vorsieht. Er bezeichnete sich doch als "Christ", oder?

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omop 23.06.2017, 09:19
49. Sie können es nicht lassen..

der Stachel/Neid muss tief sitzen, dass Kohl die linken Intellektuellen einfach gar nicht beachtet hat. Die Vorwürfe sind absurd. Patriarchalisch? Was soll denn dieser dumme Vorwurf..erstens war dies seinerzeit der Mainstream, oder wollen Sie Kohl jetzt auch vorwerfen,dass er keine besch...Genderdebatte geführt hat??

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