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Vorsicht Geldfalle: Warum sich Banken so gern zu ihren Gunsten verrechnen
Joanna Nottebrock / DER SPIEGEL

Ein paar Euro hier, ein paar da: Viele Bankkunden werden mit falsch kalkulierten Sollzinsen abgezockt. Wer prüft schon jede Buchung mit Taschenrechner und Zinstabelle? Für die Banken ist das ein gutes Geschäft.

doitwithsed 19.06.2017, 11:54
1. "Systematisches Versagen der Banken"

Bei einer Quote von 80% ist doch nur schwerlich von einem "systematischen Versagen der Banken" zu sprechen. Versagen beinhalted einen andersorientierten Willen, der sich eben nicht so wie gedacht realisieren ließ. Ich unterstelle an dieser Stelle, dass der Tatentschluss exakt so gefallen ist. Ich halte das ganz klipp und klar für strafrechtlich relevanten Betrug und Untreue.

Wie lange noch sollen sich Verantwortliche noch mit "upps, da ist uns ein Fehler unterlaufen" herausreden können? Wie würde sich diese "Fehlerquote" entwickeln, wenn die ersten Veramtwortlichen wegen gewerbsmäßigen Betrugs eine Haftstrafe ohne Bewährung antreten müssten?

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marcus_tullius 19.06.2017, 13:15
2. Täglich

wirklich: praktisch jeden Tag versucht irgendeine Firma (Online-Versender, örtlicher Einzelhandel, Telefon- und Stromanbieter, Banken), eine Organisation oder wer auch immer, selbst der Staat, mich um einen - jeder für sich eher unbedeutenden - Betrag abzuzocken. Das ist wie der Überlebenskampf in einem Dschungel. Man muss permanent auf der Hut sein, grundsätzlich skeptisch gegenüber auch den bekanntesten Namen und eigentlich renommierten Organisationen und immer bereit, sich gegen jeden Mist energisch zu wehren. Da macht sich eine Haltung in den Firmen breit, ihre Kunden nur noch als potenzielle Deppen zu betrachten. Und bei den Kunden die Einstellung, sämtliche Geschäftspartner unter einen Generalverdacht zu stellen. Eine völlige Verrohung der Sitten. Spaß macht das nicht.

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vitalik 19.06.2017, 13:42
3.

So bitter es sein mag, aber die Frau hat bereits jetzt schon verloren unabhängig davon, ob Sie am Ende Recht hat oder nicht. In manchen Situationen muss man einfach mal die Reißleine ziehen, bevor man seine Gesundheit opfert. Mit den 10 TEuro wird man sich da nicht heilen können.
Auf der anderen Seite ist es der Alltag für die Anwälte der Bank, eine weitere Fallnummer im Regal.

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Thorkh@n 19.06.2017, 14:13
4. Da kann man ...

... den Kunden dieser Volksbank im Harz eigentlich nur raten, ihre Unterlagen zeitnah einer Prüfung unterziehen zu lassen und im Falle positiver Ergebnisse gemeinsam auf dem juristischen Wege ihre Rechte einzufordern. Da würde selbst die Rechtsabteilung der Volksbank gehörig ins Rotieren kommen.

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gudrege 19.06.2017, 16:17
5. Kleinvieh...

Illegale Abbuchungen. Wie für die immer unverlangt zugesandten Kontoauszüge, Sparkasse Köln/Bonn. Als ich nach Jahren reklamierte, wurde das Geld für EIN Jahr erstattet. Entschuldigung? Fehlanzeige!
Im Folgejahr wurde wieder gesetzeswidrig abgebucht. Wieder verlangte ich die Rückerstattung, diesmal mit Androhung, das Institut nach über 40 Jahren zu verlassen. So wird es wohl kommen: Der Kunde mit ganzjährig 5-stelligem Betrag auf dem Konto ist einfach nicht wichtig genug, sich gesetzeskonform zu verhalten.
Von den abertausend anderen Kunden, die nur schon bzgl. Zusendung der Auszüge entsprechened abgezockt werden, ganz zu schweigen.

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Newspeak 19.06.2017, 19:20
6. ...

Diese Zahlen werden doch heutzutage (hoffentlich) per Algorithmus bestimmt. Dabei ist die Fehlerquote natuerlich auch nicht gleich Null, aber wenn sowas vermehrt vorkommt, dann kann man der Bank wohl kein Versagen vorwerfen, sondern Absicht. Das nennt sich dann auch nicht Abzocke, Trickserei oder sonstwie verharmlosend umgangssprachlich, sondern das ist gewerbsmaessiger Betrug bzw. organsisiertes Verbrechen. Es ist eine Sache, der Bank das nachzuweisen, und eine andere, dann auch noch Recht zu bekommen, aber den Buergern waere schon sehr geholfen, wenn die Presse nicht immer so verharmlosend berichten wuerde. Es gibt in den deutschen Medien anstelle der Unschuldsvermutung eine Naivitaetsvermutung, nach der der groesstmoegliche Dieb doch bitteschoen so boese gar nicht sein kann, die Verbrecher haben das immer nur verwechselt, haben von nichts gewusst, oder ein schlechtes Gedaechtnis. Siehe Panama Papers, siehe Football Leaks, siehe VW Skandal oder vor Jahren Siemens. Es ist immer das gleiche Schema, in dem die Medien keine gute Rolle spielen.

Ich finde, man sollte die Unschuldsvermutung eigentlich umdrehen, und zwar grundsaetzlich dann, wenn es kein Individuum, sondern ein Kollektiv oder eine Institution betrifft. In einem Land, in dem noch das kleinste Detail genormt ist und ueberwacht wird, gibt es auf dieser Ebene keine Zufaelle.

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