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Weihnachtsansprache von Edward Snowden: "Wir alle haben Detektoren in unseren Taschen
AFP Photo / Channel 4

Edward Snowden fordert in der Weihnachtsansprache für den britischen TV-Sender Channel 4 ein Ende der Massenüberwachung. Die heutige Situation sei noch schlimmer als die Fiktion in George Orwells berühmten Roman "1984", sagt der US-Whistleblower in dem vorab im Internet veröffentlichten Video. Snowden fordert in Weihnachtsansprache Ende der Massen-Überwachung - SPIEGEL ONLINE

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Stadtguerilla 25.12.2013, 19:35
140.

Zitat von doulos
ich finde jetzt ist definitiv der Moment gekommen, um die sprichwörtliche Kirche im Dorf zu lassen. Von umfassender Massenüberwachung kann keine Rede sein. Nur wer sich der modernen, digitalen Kommunikationsmedien bedient, nimmt in Kauf, dass die dabei generierten Daten durch Analysesoftware laufen. Die nicht-digitale Privatsphäre, die vorangehende Generationen (möglicherweise) kannten, ist unbeschadet. Von Orwell'schen Verhältnissen sind wir Lichtjahre entfernt. In meinen Augen ist Snowden ein bedeutungsloser Wichtigtuer. Zu erwarten, dass die Geheimdienste darauf verzichten werden, die offen zutage liegenden Daten abzugreifen und zu analysieren ist bestenfalls naiv.
Nene bitte.
Ich werfe zu den "nicht-digitalen" Errungeschaften der letzten Jahre mal noch ein:Maut, biometrischer Ausweise, Vorratsdatenspeicherung, Bankdaten, Flugdaten, Handyortung, elektronische Krankenakte(respektive Karte), SEPA, Kontenzwang(quasi), elektronische Steuerkarte, Volkszählung(mit grotesken fragestellungen) uvm.

Das ergibt ein 100%iges Bewegungs, Verhaltens, Gesundheits und Finanz-Profil.
Die gesamte herrschende Klasse (also Banken& Arbeitgeber in kombination mit deren Gewinnmaxierungsgehilfen = Krankenkassen) freut sich darüber einen Pinn in den...

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ir² 25.12.2013, 19:42
141.

Zitat von redwed11
Das Problem mit der NSA ist doch, das diese Organisation die Terrorabwehr nur als Vorwand nimmt, z.B. die Wirtschaft der Bundesrepublik flächendeckend auszuspionieren. Noch ist kein einziger Fall bekannt, bei denen die Informationen der NSA einen Terroranschlag verhindert hätte. Dagegen sind viele Beispiele bekannt, bei denen deutsche Unternehmen aufgrund der NSA Spionage Aufträge an US Unternehmen verloren haben. Letztes Beispiel war der Verlust eines Auftrages der deutschen Ferro-Stahl AG an ein US Unternehmen in Afrika. Wirtschaftsspionage ist die eigentliche Aufgabe der NSA aber nicht die Terrorabwehr. Oder steht Frau Merkel im Verdacht der Betätigung als Terroristin, da ihr Telefon durch die NSA abgehört wurde? Aber naive Gemüter glauben an die Märchen, die von der NSA verbreitet werden. Glauben Sie es weiter. Es handelt sich bei dem Märchen von der Terrorabwehr durch die NSA um reine Desinformation, einem Teil der Geheimdienstarbeit, durch die NSA.
Natürlich betreibt die NSA Wirtschaftsspionage, genau so wie alle anderen Geheimdienste. Wenn man das weiß, stellt man sich darauf ein, und Gut ist's. Wer natürlich naiv und leichtsinnig daher kommt, muss sich nachher nicht wundern; es hat Jahre gedauert, bis man in bestimmten Industrien verstanden hat, dass man den Datenaustausch vor Datenklau schützen muss.

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conglong 25.12.2013, 19:51
142. Michel Foucault lesen!

Es ist schon reichlich langweilig, daß bei einem solchen hochwichtigem Thema immer nur auf George Orwell verwiesen wird, der, abgesehen seiner brillianten schriftstellerischen Darstellung, doch kein struktur- oder systemrelevantes Erklärungsmodell bietet. Man lese besser nach bei Michel Foucault: Surveiller et punir. Naissance de la prison, Paris, Gallimard,‎ 1975. (Deutsch: Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1976.) Da ist akribisch beschrieben und stichhaltig erklärt, wie sich die gegenwärtigen Überwachungs- und Disziplinarstaaten seit dem Ende des 17. Jhd. (zwangsläufig) entwickelt haben, im übrigen ungeachtet jeglicher Ideologie. Man sollte das Buch Herrn Edward Snowden noch nachträglich zu Weihnachten schenken. Es würde ihm sicherlich helfen. Er ist dennoch ein Held der Demokratie! Das ist sicher.

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hubertrudnick1 25.12.2013, 19:55
143. Orwells Visionen

Zitat von danielc.
Im Gegensatz zu Orwells Vision tragen wir heute die Überwachungswerkzeuge freiwillig mit uns herum, weil es ja so bequem ist. Die Welt wirkt auch nicht ganz so trostlos. Ich weiß nicht, wie total die Überwachung durch chinesische, russische oder andere Geheimdienste ist. Ich finde es nicht gut, überwacht zu werden, egal von wem. Leider müssen die freiheitlichen Staaten ebenfalls solche Maßnahmen ergreifen, dabei ist die Frage, wie ein Geheimdienst demokratisch legitimiert überwacht werden kann. Letztendlich verhalte ich mich, wenn ich hier mangelnde Privatsphäre beklage, wie der Reiche, der sich über die Armut in der Welt beklagt, ohne bereit zu sein, etwas dagegen zu tun.
Orwells Visionen sind total umgesetzt worden und unsere Politik hat es als eine Selbstverstänlichkeit in einer Demokratie eingeführt.
Kein Bürger wird mehr ein weißer Fleck darstellen, andere wissen besser über uns bescheid als wir selbst, nur wofür wird das wohl genutzt?
Wird dadurch unser Leben sicherer und friedlicher, oder sind wir nur noch Puppen die an einer Leine von anderen geführt werden?

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IsaDellaBaviera 25.12.2013, 20:06
144. Kürzlich noch im STERN bezeichnete John le Carre die Politiker & Administratoren

Zitat von sysop
Edward Snowden fordert in der Weihnachtsansprache für den britischen TV-Sender Channel 4 ein Ende der Massenüberwachung. Die heutige Situation sei noch schlimmer als die Fiktion in George Orwells berühmten Roman "1984", sagt der US-Whistleblower in dem vorab im Internet veröffentlichten Video.
europäischer Nationen nur als "zweit- oder drittklassiges Personal". Wenn das tatsächlich zutreffen würde, wäre ich extrem geschockt.

Er meinte beispielsweise auch, dass unsere demokratisch gewählten Volksvertreter (egal, wie gut und ehrbar deren Absichten auch sein mögen) leider nicht in der Lage wären, tatsächlich voll und ganz zu verstehen, welches Unheil sich da über uns überhaupt zusammenbraut...

Dann verneigte sich der ehemaliche MI5-Geheimagent und erfolgreiche, lebenserfahrene Buchautor noch mal (verbal) vor dem außergewöhnlichen Mut & der bemerkenswerten Intelligenz Edward Snowden's.

Dem kann ich mich zwar nur in Bewunderung & Bescheidenheit anschliessen. Aber dafür poste ich wenigstens meine Ansicht hier - was für einen eher feigen Normalbürger wie mich ja auch nicht so selbstverständlich ist in diesen unsicheren Zeiten.

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Restharn 25.12.2013, 20:15
145. Ihr Senderlein kommet!

Für einen solchen Sender würde ich hierzulande sogar freiwillig GEZ zahlen. Hochachtung vor diesem Sender. Und was kriegen wir hierzulande stattdessen zu hören und zu sehen?: Salbungsvolles Eskapismusgequatsche und bigott-verlogenes Weihnachtsgeschwurbel.

Tatsächliche Wahrheiten von Snowdenschem Format sind in Schland unerwünscht. Das war ab dem Zeitpunkt klar, als man diesem heldenhaften Augenöffner das politische Asyl in der BRD verwehrte.

Ich wünschte mir, dass wir auch hier aufklärerische Sendeanstalten hätten und nicht nur den gleichgeschalteten, staatsgesteuerten Einheitsfunk.

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bobflag 25.12.2013, 20:18
146. Danke für den Tipp

Zitat von conglong
Es ist schon reichlich langweilig, daß bei einem solchen hochwichtigem Thema immer nur auf George Orwell verwiesen wird, der, abgesehen seiner brillianten schriftstellerischen Darstellung, doch kein struktur- oder systemrelevantes Erklärungsmodell bietet. Man lese besser nach bei Michel Foucault: Surveiller et punir. Naissance de la prison, Paris, Gallimard,‎ 1975. (Deutsch: Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1976.) Da ist akribisch beschrieben und stichhaltig erklärt, wie sich die gegenwärtigen Überwachungs- und Disziplinarstaaten seit dem Ende des 17. Jhd. (zwangsläufig) entwickelt haben, im übrigen ungeachtet jeglicher Ideologie. Man sollte das Buch Herrn Edward Snowden noch nachträglich zu Weihnachten schenken. Es würde ihm sicherlich helfen. Er ist dennoch ein Held der Demokratie! Das ist sicher.
Ich bin kein großer Bücherwurm, Orwells 1984 habe ich das letzte Mal vor 10-15 Jahren gelesen. Es war beunruhigend, aber Fiktion.
Na ja, heute nicht mehr.

Abgesehen von der Überwachung, die ebenfalls freiwillig geschah, bis auf Winston und einige andere, ging es ja auch um Doppeldenk oder Neusprech.

Sowas finden wir heute auch wieder, bei Pofalla z.B. oder ich zitiere Herrn Lobo:

Er (Rogers) vermag innerhalb eines einzigen Satzes die Bürgerüberwachung der NSA gleichzeitig zu leugnen und zu rechtfertigen. Im Oktober hatte Rogers erklärt, dass die Privatsphäre doch gar nicht verletzt würde, wenn das Opfer der Überwachung davon nichts mitbekäme.

Wenn das nicht Doppeldenk ist ;.)

Oder Neusprech, was schon vor langer Zeit begann, mit sozialverträgliches Frühableben oder Kollateralschaden, zwei menschenverachtende Wörter.

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adubil 25.12.2013, 20:29
147. Snowden XIII

Zitat von conglong
Es ist schon reichlich langweilig, daß bei einem solchen hochwichtigem Thema immer nur auf George Orwell verwiesen wird, der, abgesehen seiner brillianten schriftstellerischen Darstellung, doch kein struktur- oder systemrelevantes Erklärungsmodell bietet. Man lese besser nach bei Michel Foucault: Surveiller et punir. Naissance de la prison, Paris, Gallimard,‎ 1975. (Deutsch: Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1976.) Da ist akribisch beschrieben und stichhaltig erklärt, wie sich die gegenwärtigen Überwachungs- und Disziplinarstaaten seit dem Ende des 17. Jhd. (zwangsläufig) entwickelt haben, im übrigen ungeachtet jeglicher Ideologie. Man sollte das Buch Herrn Edward Snowden noch nachträglich zu Weihnachten schenken. Es würde ihm sicherlich helfen. Er ist dennoch ein Held der Demokratie! Das ist sicher.
Der Verweis auf Orwell ist deshalb (erstmal) zielführender, weil da ein gewisser Bekanntheitsgrad vorausgesetzt werden kann.

Kommen Sie jemandem mit Michel who, entscheidet der sich FÜR die NSA. Ist weniger anstrengend.

Man soll die Leute da abholen, wo sie stehen und nicht da wo man sie gerne stehen hätte, weil: da stehen sie nicht.

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immernachdenklicher 25.12.2013, 20:30
148. Das meiste ist geschafft

Zitat von john.do
Vergleicht einfach mal, was bereits alles umgesetzt wird. Der nächste größere Schritt wird vielleicht die Abschaffung des Bargelds sein, natürlich nur zu unserer Sicherheit ;-)
Die Einheitspartei steht auch schon.
Die Kanzlerin hat es schon angemerkt das kein immerwährender Anspruch auf Demokratie besteht.
Die Medien sind größtenteil gleichgesteschaltet.
An Lehransprüche in Schule und Beruf sind auf ein Minimum runtergeschraubt.
Schöne neue Welt.

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redwed11 25.12.2013, 20:31
149.

Zitat von ir²
Natürlich betreibt die NSA Wirtschaftsspionage, genau so wie alle anderen Geheimdienste. Wenn man das weiß, stellt man sich darauf ein, und Gut ist's. Wer natürlich naiv und leichtsinnig daher kommt, muss sich nachher nicht wundern; es hat Jahre gedauert, bis man in bestimmten Industrien verstanden hat, dass man den Datenaustausch vor Datenklau schützen muss.
Damit ist eben nicht gut. Denn diese Spionage gegen die deutsche Wirtschaft wird von Stützpunkten in der Bundesrepublik Deutschland aus betrieben. Wie den Dagger Komplex in Griesheim. Es ist die verdammte Pflicht und Schuldigkeit der Bundesregierung, egal welcher Farbe, diesem gesetzlosen Treiben ein Ende zu bereiten und Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Denn die NSA richtet in diesem Land Schaden an.
Natürlich wird überall Spionage betrieben aber weder der chinesische noch der russische noch sonst ein Geheimdienst hat in diesem Land Stützpunkte von wo aus dieses Land flächendeckend ausspioniert wird. Und das mit der Lüge von der Terrorbekämpfung.
Und Sie schreiben hier mit einer gewissen Naivität, dann müssen sich die Unternehmen darauf einstellen was ja auch stimmt. Aber erst einmal ist es die Pflicht der Bundesregierung, diesem Treiben ein Ende zu bereiten und die Stützpunkte schließen zu lassen.

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