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Wertewandel: Die Hausfrau stirbt aus
Corbis

Bügeln, waschen, Kinder erziehen, damit kann man locker seine Tage füllen. Immer weniger junge Frauen wollen das, ein gut bezahlter Job ist ihnen wichtiger. Das passt auch den Männern: Sie mögen nicht mehr die Alleinverdiener sein, zeigt eine Studie. Studie: Männer wünschen sich keine Hausfrau mehr - SPIEGEL ONLINE

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henrywotton 11.09.2013, 11:50
140. ich weiß nicht ...

... was daran gut sein soll, wenn sich frauen über ihre kinder selbst verwirklichen statt über den beruf. ich bin sohn einer "nur"-hausfrau und habe alle kinder beneidet, deren mütter arbeiteten gingen, weil die haustürschlüssel bekamen und nicht dauernd kontrolliert wurden. diese kinder waren auch viel früher selbstständig und lebensfähig als ich, der sich immer für alles und jedes von muttern erlaubnis einholen musste. mütterlicher perfektionswahn wegen kompletter wirtschaftlicher abhängigkeit ist für ein kind die hölle.
darüberhinaus sind frauen i.d.r. denkende wesen. warum zur hölle unterstellt man ihnen, von der intelligenz keinen gebrauch machen zu wollen, außer zum spielzeugbasteln? es gibt männer, die sehr kinderlieb sind, und frauen, die keine kinder wollen. all das ist natürlich und sollte respektiert werden. wer sich in familien also in welchem maße um wen kümmert, ist ausschleißlich verhandlungssache zwsicehn den paaren und sollte nicht an irgendeinem blöden chromosom festgemacht werden. generell bleibe ich aber dabei: zumindest teilzeit sollten beide arbeiten. 24/7 am kind zu kleben schadet dem kind.

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peddersen 11.09.2013, 11:51
141.

Zitat von evalo
....Wer sagt denn, dass Kinder berufstätiger Frauen einen Schaden davon tragen? Ich möchte keiner Frau sagen, dass sie nicht als Hausfrau leben soll. Wessen Erfüllung das ist, der kann dieser gern nachgehen, aber mir persönlich wäre das viel zu langweilig, ich würde sterben und mein Gehirn vor Unterforderung vermutlich eingehen. Ich freue mich bereits darauf, in ein paar Jahren mich viel meinem Kind zu widmen, aber dies jahrelang?? Was, wenn alle ausgezogen sind oder in die Schule gehen......
Das "Phänomen" , daß sich jemand hauptsächlich um die Kinder kümmern kann, ist ja auch gerade mal ein/zwei Generationen alt. Das wurde durch die Phase ermöglicht, in der Haushaltarbeit extrem erleichtert UND ein Lohn für alle genügte. Vorher musste man sich die Zeit fürs Kind genauso abknapsen - eben "nur" von der Haus- und Heimarbeit statt von der Fremdarbeit. Das einzige, was da positiver war, war die räumliche Nähe - auch incl. Großeltern.


Langweilig jedenfalls war meiner Mutter nie. Hätte sie nur die Kinder gehabt - sicher - da geb ich Ihnen recht.

Im übrigen gibts auch bei Kindern m.E. den Punkt, wo sie nicht mehr nur ihre Eltern bespielen wollen. Ein Mutter/Vater, der ständig um einen rum ist, dürfte so ab 8 so ziemlich das letzte sein, was ein Kind will.

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dr.u. 11.09.2013, 11:57
142. verzerrtes Weltbild

Zitat von atech
die Antwort berufstätiger Eltern darauf: selbstverständlich erziehen wir selbst. Schicken Sie Ihre Kinder nicht in die Schule?
Schule ist eine Bildungseinrichtung und keine Kinderbetreuungs-/ Erziehungsanstalt. Darüber hinaus sollten Sie sich mal kundig machen, wie angewiesen (Grund)Schulen auf elterliche Unterstützung für einen angemessenen Bildungsbetrieb sind. Da geht es um Begleitpersonen bei Ausflügen, Unterstützung beim Schulsport, Schul- oder Sportfesten, Projektwochen, Klassenfahrten, Förderunterricht, etc.. Derartiges findet während normaler Arbeitszeiten statt und die Doppelverdiener nehmen es nur allzuoft als selbstverständlich hin, dass sich schon jemand um ihren Nachwuchs kümmern wird. Lehrer oder bezahlte Kräfte können das aber nicht immer Leisten; bzw. können nicht im erforderlichen Maße finanziert werden. Die (Grund)schulen in unserem ländlich/kleinstädtischen Bereich würden ohne ehernamtliche Unterstützung durch "Hausfrauen /-männer" und ihren Bildungsauftrag nur ungenügend erfüllen können. Und jetzt kommen Sie und schwadronieren von der Gesellschaft auf der Tasche liegen...
Behalten Sie nur ihre Scheuklappen auf. Es könnte Sie sonst unangenehm berühren und ihr Weltbild erschüttern, was Sie außerhalb ihres gewohnten Sichtfeldes erblicken


Zitat von
es sind maximal 40 h pro Woche, die Kinder von zwei berufstätigen Eltern "fremdversorgt" werden müssen. Und die verbringen Kinder im Schulalter überwiegend in der Schule. Die Kinder von Hausfrauenehepaaren übrigens auch. Also was soll das?
Das soll, dass Ihre 40h i.d.R. die Netto-Arbeitszeit ist. Mit Pausen, Anfahrt und Abfahrt werden da auch ganz schnell 60h draus. Zeitstunden wohlgemerkt. Die Schüler haben 30-36 Schulstunden á 45 Minuten, mit meist moderaten Anfahrzeiten. Und wenn Mama und Papa dann geschlaucht nach Hause kommen, muss erst mal der Haushalt gewuppt werden. Nicht viel Zeit, sich mit den Kindern zu beschäftigen, oder?
Für ein gemeinsames Abendessen mag es ja noch reichen. Schönes Familienleben!


Zitat von
was soll die Hetze gegen Eltern, die den Unterhalt für sich und ihre Kinder selbst verdienen und es nicht darauf anlegen, dass ein Partner mit seinem Nachwuchs der Gesellschaft zur Last fällt, wenn der Alleinverdiener in der Hausfrauenehe wg. Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfall, Scheidung oder Tod ausfällt?
Sie haben meinen Beitrag entweder nicht gelesen oder nicht verstanden. Ich hatte bereits den Umstand angeprangert, dass allzuoft beide Einkommen nötig sind, um über die Runden zu kommen. Ein gesellschaftliches Problem einer Welt, in der dreistellige Millionenbeträge für den Vereinswechsel eines Fußballers gezahlt werden können, aber ein Krankenschwester am Existenzminimum existieren muss.

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ilek 11.09.2013, 11:59
143. Aus den Händen geben

Zitat von krautrockfreak
u...Keine Säugetiermutter gibt ihr Junges mehr als notwendig in andere Hände und das aus guten Gründen.
Dazu gibt es doch zahlreiche Beispiele, u.a. Schimpansen, Elefanten, Wale, Löwen... Dazu noch jede Menge Beispiele, wo sich auch die Männchen an der Beaufsichtigung der Jungen beteiligen.

Zitat von
Nur bei uns Menschen hier in der westlichen Welt meint man seit 30 Jahren oder so (irre lang in der Menschheitsgeschichte), dass das nun das richtige "Modell" wäre. Nicht für die Kinder, das ist Fakt.
Nein, das "Modell" gab es wenn überhaupt nur ein paar Jahrzente und oft auch nur in bestimmten Schichten.

Die größte Zeit unserer Kulturgegeschicht war die Mehrheit Bauern, mit dem Modell, dass die Frauen auf dem Hof mitgeholfen haben und solange die Kinder von anderen betreut wurden.
Das klassische Betreungsmodell bei Bauern, aber auch später bei Arbeitergesellschaften (schauen Sie z.B. annektotisch mal bei Zilles "Milliö" rein) ist, dass sich vom Zeitbudget her vorwiegend die Großeltern oder ältere Geschwister um die Erziehung gekümmert haben, oder die Kinder einfach im Verband mit den anderen Kindern des Dorfes oder des Viertels auf der Straße oder Feld/Wald unterwegs waren.
Das Modell reine Hausfrau mit Vollzeitbeschäftigung für Haushalt und Kinder gibt es eigentlich erst seit den 50ern.

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ilek 11.09.2013, 12:04
144. Reallohn ist mit Teurungsrate und Inflation

Zitat von neoncyber
@ Plasmabruzzler Dann schau dir mal die Teurungsrate und Inflation für Deutschland an...dann weißt du warum man Heute keine Familie allein ernähren kann und das alles bei gleichbleibenden Löhnen.
Hat er (#65) doch gemacht. Reallohn ist schon mit Teurungsrate und Inflation (das ist eigentlich doppelt gemoppelt, weil im Prinzip das gleiche). Bitte nicht auf Gefühl achten - dazu gibts Statistik. Aber ich weiß ja, ist eh alles gefälscht.

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atech 11.09.2013, 12:21
145.

Zitat von dr.u.
wie angewiesen (Grund)Schulen auf elterliche Unterstützung für einen angemessenen Bildungsbetrieb sind.
ich habe bereits erwachsene Kinder und zu meiner Zeit haben die Grundschulen/Gymnasien zwar auch immer gerne die Eltern dazu aufgefordert, dass sie sich doch an den Festen, Schulausflügen, etc., beteiligen sollten. Es hat sich aber damals schon niemand von den Eltern gefunden, der mitgegangen wäre. Unsere Kinder haben alle Abitur und studieren, denen fehlte also nix.
Zitat von
Doppelverdiener nehmen es nur allzuoft als selbstverständlich hin, dass sich schon jemand um ihren Nachwuchs kümmern wird.
ja, denn dafür bezahlt man schliesslich die Erzieherinnen und dafür zahlen wir Steuern.
Zitat von
Lehrer oder bezahlte Kräfte können das aber nicht immer Leisten.
zu meiner Zeit konnten sie das, es war schliesslich ihr Job. Nach Schulschluß waren wieder wir Eltern dran.
Zitat von
Und jetzt kommen Sie und schwadronieren von der Gesellschaft auf der Tasche liegen.
nochmal: (Alters-)Armut ist weiblich. Und wenn die Mütter arm sind, dann sind auch meist die Kinder arm dran.
Zitat von
Ich hatte bereits den Umstand angeprangert, dass allzuoft beide Einkommen nötig sind, um über die Runden zu kommen. Ein gesellschaftliches Problem einer Welt, in der dreistellige Millionenbeträge für den Vereinswechsel eines Fußballers gezahlt werden können, aber ein Krankenschwester am Existenzminimum existieren muss.
Sie haben völlig Recht, dass die Gehälter von Krankenschwestern, Erzieherinnen, etc., zu niedrig sind. Junge Frauen wollen aus diesem Grund diese Berufe ebenso wenig ergreifen wie junge Männer. Die werden lieber Ärztinnen, Rechtsanwältinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, etc.

In diesen anspruchsvollen Berufen wiederum ist ein jahrelanges Aussteigen einfach nicht drin. Die Akademikerinnen können oft noch nicht einmal auf halbtags reduzieren, weil sie sonst "draussen" sind. Da ist die Berufstätigkeit - abgesehen davon, dass diese für Männer wie Frauen umso erfüllender ist, je anspruchsvoller der Beruf ist - dann zwar keine finanzielle Frage mehr, aber eine Existenzfrage. Denn ein Ausstieg kommt der kompletten Aufgabe des erlernten Berufes gleich.

imho steht Männern und Frauen beides zu - Beruf und Familie. Den Kindern schadet dies übrigens nicht im geringsten. Die Kinder von Akademikerinnen enden selten als sozial und beruflich gescheiterte Existenzen, die sind alle selbst wieder sehr erfolgreich.

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kfp 11.09.2013, 12:23
146.

Zitat von dr.u.
Ich brauche keine Kinder in Welt zu setzen, wenn ich sie 90% ihrer Wachzeit Fremdversorgt und Fremderzogen haben will. Wer so wenig Interesse am eigenen Nachwuchs hat, sollte sich ein Tamagotchi zulegen.
Ach ja? Wieviel Prozent der Wachzeit kümmern Sie sich denn um Ihre Kinder? Warum ist es in Ordnung, wenn Sie Nachwuchs zeugen und sie dann den ganzen Tag Ihrer Arbeit nachgehen (weil Ihre Frau Ihnen netterweise den Rücken freihält)? Aber eine Frau darf das nicht tun... (Weil die meisten Männer keinen Bock auf Rücken-Freihalten haben, weil die dt. Arbeitswelt keinerlei Verständnis und Unterstützung für gleichmäßige Beteiligung beider Elternteile an Kinderbetreuung und Haushalt übrig hat, weil "Fremdversorgung" der Niedergang unserer Kultur ist, usw.)

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southwestgirl 11.09.2013, 12:44
147.

Zitat von Seraphan
Wer Kinder in die Welt setzt und sie nach einigen Monaten weggibt, um arbeiten zu gehen, ist nicht reif genug, Kinder zu haben.
Jahrtausende lang wurden Kinder reicher Eltern gleich nach der Geburt der Amme übergeben und das nicht, damit die Mutter arbeiten ging, die hatte höchstens "gesellschaftliche Verpflichtungen" (bis auf die wenigen regierenden Herrscherinnen). Waren die auch alle nicht reif?

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sofiabeo 11.09.2013, 12:55
148. sehe ich ganz genauso!

Zitat von wohin
....aber es geht eben doch mehr verloren, als gewonnen wird. Kaum eine junge Frau kann noch kochen. Schon eher die Männer. Das wiederum ist aber wichtig, wenn "Frau" kleine Kinder hat. Nur Fastfood ist da Körperverletzung. Den Frauen gehen auch einige - in Jahrtausenden erworbenen - weibliche Eigenschaften und Fähigkeiten ab, die sie Kindern nicht mehr weitervermitteln können. Beispiele kennt jeder sicher selbst. Berufsleben (wenn es nicht erfüllend ist, und für die meisten Frauen ist es n i c h t erfüllend u. befriedigend, wenn sie ehrlich sind. Ausgenommen sind Berufe mit wirklicher "Berufung") Streß im Beruf macht Frauen häßlich, hart und verbiestert, also unweiblich.
Und die sog. Retraditionalisierung wird noch (hoffentlich) kommen, denn sonst wird sich ein Teil der Männer eben künftig Frauen aus dem Ausland suchen, die - obwohl selbstbewusst, oft sehr gut gebildet und nicht auf der Suche nach einem Ticket ins "gelobte Land - eben doch gern "Frau" sind.
Das bedeutet feminin, gern Mutter und eben nicht auf eine vollkommene Neutralisation der Unterschiede zw. den Geschlechtern ausgerichtet.
Für mich eher die Frage: welcher Wertewandel hat sich hier eigentlich verfestigt, der jede Frau dazu anstachelt, sich in dieses Hamsterrad "Karriere" zu begeben und solche, die sich dagegen und für Familie entscheiden, als rückständig und abnormal zu definieren?

Ich verstehe Frauen, die Karriere machen wollen und fördere das in meinem Job sogar, weil sie oft richtig gut sind.
Nur würde ich keine Frau verurteilen, die Prioritäten anders setzt.

Wichtig ist Wertschätzung - gelebte wohlgemerkt - auch für einen traditionellen Lebensentwurf.

Das Gegenteil ist in Deutschland Mainstream - leider!

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oktave 11.09.2013, 13:27
149. Es gibt viele Parameter

Zitat von Plasmabruzzler
Der Reallohnindex hat sich seit etwa 25 Jahren nicht signifikant geändert. Von daher war es damals wie heute möglich oder unmöglich, eine Familie mit einem Gehalt zu ernähren. Also zählt das Argument nicht. Nachzulesen auf den Seiten des statistischen Bundesamtes.
Mit Statistiken versucht man heute alles zu erklären. Das können wir tagtäglich in den Medien verfolgen. Sicher, wer einen guten Arbeitsplatz hat, kann auch heute gut verdienen, das ist richtig. Nur wird dabei gerne übersehen, dass es heute ungleich schwieriger ist, überhaupt einen guten Arbeitsplatz zu bekommen. Ich nehme an, Sie sind Beamter. Dann wissen Sie hoffentlich auch, dass Sie damit inzwischen zu den Privilegierten hierzulande gehören. Als Beamter müssen Sie sich nämlich keine Sorgen machen, weder um Ihren Arbeitsplatz und Ihre Besoldung, noch um Ihre vergleichsweise üppige Pension. Das sind unübersehbare Vorteile, die sich nicht so einfach wegdiskutieren lassen. Ich möchte Sie etwas fragen: Ich weiß nicht, ob ich das jetzt richtig verstanden habe, aber wenn sich der Reallohnindex, wie Sie sagen, seit 25 Jahren nicht signifikant geändert hat, bedeutet dass dann nicht eigentlich Stillstand bzw. eklatanter Rückschritt? Und noch etwas: In der letzten Sendung von Frank Plasberg, "Rente, Arbeit, Mindestlohn - wer sorgt für Gerechtigkeit?" vom 9. September, konnten wir anhand von Statistiken (!) erfahren, dass insbesondere im Osten Deutschlands Stundenlöhne im Handwerks- und Pflegebereich weit unter 6,00 Euro für Vollzeitarbeitskräfte nicht die Ausnahme sind, sondern eher die Regel. Der eigentliche Skandal daran ist doch, dass ausgerechnet der Staat mit der Agenda 2010 die Rahmenbedingungen dafür geschaffen hat, dass es heutzutage immer mehr Menschen in der freien Wirtschaft gibt, die von ihren Löhnen nicht mehr leben können. Was sagen Ihre Statistiken denn eigentlich zur immer schneller auseinander klaffenden Einkommensschere?

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