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Wirtschaftsentwicklung: Wie Trump den Niedergang der USA beschleunigt
REUTERS

Unter Präsident Trump sind die USA dabei, ihre ökonomische Vormachtstellung zu verspielen. Der Dollar wird zur Risikowährung, der Euro zum Zufluchtsort für Kapital. Die EU rechnet nun in einem internen Papier ab.

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Denkt mal selber nach 12.09.2017, 10:55
10. Das Imperium Americanum

Sicher es verliert einen Großteil seiner Bedeutung an den neuen starken Spieler aus Asien. Ob das letztendlich ein Niedergang sein wird, das steht in den Sternen. Derzeit wankt das Imperium aufgrund innerer Konflikte, die auch dessen größte Bedrohung sind. Sie sind aber auch hausgemacht, da sie logische Folge des forcierten globalen Industirefeudalismus sind.

Das hindert aber die Entscheider bisher nicht daran auf der Weltbühne zu agieren wie immer. Wenn man selbst nicht stark ist, muss man eben den Rest der Welt schwächen. Was man eltiche Jahrzehnte im nahen Osten erprobt hat, tut man inzwischen auch rücksichtlos in Europa.
Die Ukraine war nur ein Anfang und offenbar wenig druchdacht. 'Besser' überlegt scheint der Schritt zu sein, den man mit unseren östlichen Nachbarn geht.
Pünktlich mit dem Besuch des neues US-Präsidenten in Polen verschärfte sich auch die Tonlage. Das Ziel ist ein aus der Vergangenheit gut erprobtes Mittel. Durch Stärkung der nationalistischen Strömungen wird ein Gegengewicht und Konflikt zum und mit den starken westeuopäischen Mächten geschaffen. In Polen träumt man derweil sicher schon wieder von einem Reich, wie einst Polen-Litauen.

Insbesondere Deutschland ist hier wohl das Ziel der US-Außenpolitik. Dieses hat es in den letzten Jahren, dank seiner neuen Bestrebung wieder Hegemonialmacht in Europa zu sein, geschafft, sich zusehens zu isolieren. Da aber aufgrund deutscher volkwirtschaftlicher Fehlleistung auch die gesamte Weltwirtschaft destruktiv beeinflusst wurde und wird, geht man in Washington nun einen Schritt weiter.
Jahrelang hat man Deutschland ermahnt und auf das Ungleichgewicht hingewiesen, dass es mit seinen Exportüberschüssen verursacht. Doch hierzulande überhörte man dies und feierte sich noch für diese Glanzleistung des ökonomischen Versagens.

Weil die EU nicht in der Lage dazu war, handeln nun wieder einmal andere gegen die deutshce Großmannsucht. Mit allen möglichen Folgen. Das nun wieder ganz offen längt überstanden gelaubte Wunden aufgerissenn werden, zeigt wie gefährlich die Lage inzwischen wirklich ist.

Ein Vorgeschmack auf ein wieder nationalistisches Europa. Polen fordert Reparationen und unterläuft damit den 2+4-Vertrag. Der westliche Nachbar stellt dann natürlich auch die Grenz- und Gebietsfrage in Zweifel. Nach all den Milliarden die in den Jahren zuvor geflossen sind und Polen zu einem Aufschwung verholfen ahben, sogar verständlich und trotzdem gefährlich. Die beste Option wäre wohl, das Großmannsgehabe der Polen einfach zu ignorieren und mit Freundlichkeit zu beantworten.
Das aber schaffte man bisher schon bei König Erdogan nicht, warum sollte man also diesmal schlauer agieren.

In Washington lacht man über die viel zu leichte Manipulierbarkeit der Europäer. Die EU scheint wirklich nicht zu retten und an ihrer Größe zu scheitern. Eigentlich logisch, da spätestens seit der Osterweiterung dieses Gebilde einem Vielvökerstaat gleichkam, dessen Bevölkerung wenig Gemeinsamkeiten hat. Auch wenn dies nur der Deckmantel für eine Freihandelszone war.

Ob man in Wahsington bedacht hat, dass das amerikanische Imperium auch wegen der EU als Partner so lange so mächtig war?

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muellerthomas 12.09.2017, 11:07
11.

Zitat von quazeekizz
Hmmm. Das Diagram im Artikel ist tatsächlich nicht besonders aussagekräftig, da verzerrt und unvollständig. Würde man den Nullpunkt einblenden, sähe es tatsächlich mehr nach einer Seitwärts- denn Abwärtsbewegung aus. Ich bin weder Ökonom noch Statistiker, gebe aber Folgendes zu bedenken: zwischen 2007 und 2016 ist das globale BIP von 58,05 Billionen Dollar .....
ja, Statista verwendet dort das "kaufkraftbereingite BIP". Das ist m.E. grundsätzlich wenig aussagekräftig, weil das stark verzerrt wird, z.B. weil Friseurbesuche in Entwicklungsländern billiger sind als in wohlhabenden Ländern. Daher taugt das allenfalls etwas für einen Vergleich der pro-Kopf-Niveaus, um so eine ungefähre Ahnung vom Wohlstandsunterschieden zu erhalten. Über die Wirtschaftskraft von Volkswritschften sagt das aber nichts aus. Dafür muss man das nominale BIP verwenden, also die reinen, unveränderten Zahlen.

Und da sehen wir eben seit 40-50 Jahren eine tendenzielle Seitwärtsbewegung. Das alleine ist aber schon überraschend genug, angesichts des Aufstiegs Chinas. Letztlich konnten die USA ihren Anteil am Welt-BIP annähernd stabil halten, China (und andere asiatsiche Länder) ihren Anteil deutlich ausbauen - zu Lasten von Westeuropa und Japan. Insofern ist es eingiermaßen absurd, wenn hier ein Niedergang der USA herbeigeredet wird, obwohl tatsächlich Westeuropa an Bedeutung verloren hat.

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archangel357 12.09.2017, 11:55
13. White people...

Gerade für mich als Person of Colour ist es faszinierend, mit ansehen zu dürfen, wie sich der tief sitzende Rassismus der weißen Amerikaner immer wieder zum Nachteil für ihr eigenes Land, das sie angeblich so lieben, auswirkt.
Nehmen wir den Bürgerkrieg. Schätzungsweise besaßen "nur" ca. 10% der Südstaatler Sklaven; indes war für die arme weiße Landbevölkerung der späteren Konföderierten der Konkurrenzkampf gegen unbezahlte Arbeitskräfte absolut ruinös. Allein, es wurde ihnen das Gefühl gegeben, auch als ärmster, ungebildedster Weißer mehr wert zu sein als jeder Schwarze - und nur, um dieses Gefühl beizubehalten, zogen sie in einen Krieg gegen ihre eigenen Landsleute, zugunsten derer, die ihre eigene Armut verschuldet hatten.

Eine wenige bekannte Episode der US-Geschichte ist der Versuch Trumans, kurz nach dem Krieg eine gesetzliche Krankenversicherung in den USA einzuführen: Dieser Versuch scheiterte nicht etwa an der Lobbyarbeit der Pharmakonzerne, sondern primär daran, dass die weiße Landbevölkerung zwar nichts gegen eine gute Gesundheitsversorgung hatte, aber sich vehement gegen den bloßen Gedanken integrierter Krankenhäuser wehrte. Man stelle sich das einmal vor, wes Geistes Kind eine Einstellung sein muss, nach der man eher an einer Blinddarmentzündung stirbt, als sich ein Krankenhauszimmer mit einem Menschen anderer Hautfarbe zu teilen... Wobei, man braucht sich das nicht vorzustellen: Genau diese Gesinnung hat der Welt Donald Trump und seine Rassistenbande im Weißen Haus beschert.

NICHTS fürchtet der mittelmäßige weiße Amerikaner mehr als Chancengleichheit; das Land und die Bodenschätze wurden der Urbevölkerung gewaltsam entrissen, und niedere Arbeiten brauchte man nicht zu machen, es gab ja schließlich Schwarze (und dann Chinesen, und dann Latinos...). Und jetzt, als diese Chancengleichheit in greifbare Nähe gerückt schien, kam die Rache all derer, die acht Jahre lang, viele zum ersten Mal in ihrem Leben, sich von einem "N-word" etwas sagen lassen mussten.

Schön, liebe Rassisten: Euer Messias hat gewonnen, und nun will er 800.000 Menschen deportieren, die als Zweijährige ins Land gekommen sind, lobt Nazis als "very fine people" und Menschen aufgrund ihrer Religion aus dem Land fernhalten. Und ganz nebenbei richtet er das Ansehen und die Wirtschaft eures Landes zugrunde, weil seine Stammwählerschaft die "Rolling Coal"-Faktion ist, während der Rest der Welt in Riesenschritten in Richtung erneuerbare Energie und Elektroautos schreitet. Aber: Er gibt Jim Bob McInbred das Gefühl, stolz auf seine Sturmgewehre und seine Flagge sein zu dürfen. Hurra.
Rassismus macht dumm. Und als Kind hat mir mein Vater beigebracht, dass Dummheit Konsequenzen haben muss. You made your bed, now lie in it.

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rudi_ralala 12.09.2017, 14:26
14.

Zitat von muellerthomas
.... Insofern ist es eingiermaßen absurd, wenn hier ein Niedergang der USA herbeigeredet wird, obwohl tatsächlich Westeuropa an Bedeutung verloren hat.
Weshalb ist das absurd, wenn die USA das lokale BIP ständig künstlich aufbläht, also frisiert? Das tatsächliche BIP der USA liegt unter 15 Billionen US$ und das sind keine alternativen Fakten, so wird es von seriösen Ökonomen eingeschätzt und auch belegt.
Alternative Fakten sind die offiziellen Statistiken.
Manche Ökonomen gehen sogar davon aus, dass bis zu 1/3 des BIP fiktiv ist. Mit der Einführung des Systems of National Accounts (SNA) in den USA 1993, kam der Einstieg in die Bilanzfälschung. Freie Festlegung der Preise für Konsumgüter und die hedonische Berechnung sind nur ein Teil der Bilanzierungstricks. Im Übrigen wurde das nur eingeführt, weil man damit das Verhältnis zu den Staatsschulden bestens verschleiern kann. Was Sie ja immer wieder als Tatsachen verkaufen.

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mhuz 12.09.2017, 17:39
15. auch wieder

Das haben sie von der Türkei auch schon geschrieben.

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Cluedo 12.09.2017, 21:12
16. Und für mich faszinierend: Trump als das angebliche ....

Zitat von archangel357
Wobei, man braucht sich das nicht vorzustellen: Genau diese Gesinnung hat der Welt Donald Trump und seine Rassistenbande im Weißen Haus beschert.
...Sprachrohr der "weißen Mittel- und Unterschicht" ist gleichzeitig im Moment der weltgrößte "Jammerlappen": unentwegt erklärt er, die anderen Staaten der Welt hätten die USA übers Ohr gehauen, ausgetrickst, schlecht behandelt. Diese Mischung aus unqualifiziertem Protzen bei gleichzeitigem Klagen, Jammern, Rumnölen über die "ungerechten" Anderen, von Mexiko über China bis zur EU: diesen Eindruck der Schwäche vermittelt der Möchtegern-Präsident als wesentlichen Eindruck von den USA. Nichts mehr von Führung und Weltmacht, stattdessen quengelnder Außenseiter, der beim Football beleidigt vom Feld geht, weil er den Ball nicht bekommen hat. Trump ist in jeder Beziehung die Verkörperung des Niedergangs seines Landes. Die Anderen machen derweil Politik.

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