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Zugewanderte Mediziner: Kammerchef beklagt schlechtes Deutsch von Ärzten
Corbis

Deutschland gehen die Ärzte aus, deshalb werden sie zunehmend aus dem Ausland rekrutiert. Doch jetzt beklagt der Präsident der Berliner Ärztekammer: Die Mediziner könnten oft kaum Deutsch - das Risiko für Patienten steige. Klage über mangelhafte Deutschkenntnisse von Ärzten - SPIEGEL ONLINE

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zahlenmeister 03.01.2013, 12:51
320.

Zitat von zahlenmeister
Gegen das Besetzen solcher Stellen mit ausländischen Bewerbern ist meiner Meinung nach aus Patientensicht nichts einzuwenden, sofern diese Ärzte die nötige fachliche und sprachliche Qualifikation besitzen. Allerdings erwarte ich als Patient, dass die fachlichen Qualifikationen dieser Bewerber vor der Einstellung sorgfältig überprüft werden und sie erst an Patienten arbeiten dürfen, nachdem sie die nötigen Sprachkenntnisse erworben haben.
Hierzu habe ich gerade diese Meldung über eine Stellungnahme des WL-Kammerpräsidenten Prof. Windhorst gefunden:

Zitat von
Bielefeld (ots) - In drei Schritten will der westfälisch-lippische Ärztekammerpräsident Dr. Theodor Windhorst die Deutschkenntnisse von Ärzten mit Migrationshintergrund verbessern. In der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Donnerstagausgabe) fordert er als Grundlage für die ärztliche Berufserlaubnis ein allgemeinsprachliches Qualifikationszertifikat des Goetheinstitutes mit strengeren Anforderungen. In einem zweiten Schritt sollten die Ärztekammern bei den fachsprachlichen Prüfungen durch staatliche Stellen beteiligt werden. Im dritten Schritt sollte die Erteilung der Berufserlaubnis (Approbation) für Ärzte komplett auf die Kammern übergehen, die dann Ärzte mit einer Ausbildung im Ausland in sprachlicher wie fachlicher Hinsicht prüfen sollen. Windhorst hat angekündigt, das ärztliche Sprachproblem im Januar erneut auf die Tagesordnung der Bundesärztekammer setzen zu wollen. Dort war es im Dezember abgesetzt worden.
Zitat aus der Neuen Westfälischen vom 3.1.2013

Ich kenne Herrn Professor Windhorst zwar nicht persönlich, aber das, was ich bisher von ihm zu gesundheitspolitischen Themen gehört und gelesen habe, hat in mir den Eindruck erweckt, als sei er ein recht vernünftiger und pragmatisch handelnder Ärztefunktionär. Mal sehen, wie die Bundesärztekammer mit seinen Vorschlägen umgehen wird.

Anmerkung hierzu: “Windhorst hat angekündigt, das ärztliche Sprachproblem im Januar erneut auf die Tagesordnung der Bundesärztekammer setzen zu wollen. Dort war es im Dezember abgesetzt worden.“
Da wüsste ich doch gern, weshalb das Thema bei der letzten Sitzung von der Tagesordnung abgesetzt wurde. Hält es die Mehrheit der Kammermitglieder für nicht dringlich?

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doc 123 03.01.2013, 16:13
321. Konsequenzen?

Zitat von diezweitemeinung
Das von ausländischen Ärzten ausgehende Problem hat uns als "Sahnehäubchen" für die ganze Misere eben gerade noch gefehlt. Und wenn das alles mit einem Hinweis auf einen "Ärztemangel" entschuldigt wird, so ist dies eine dreiste Lüge. Es gab nämlich noch nie so viele deutsche Ärzte wie heute. Man muss nur die Rahmenbedingen - nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage - anders gestalten. Würde den Krankenhäusern beispielsweise automatisch die Lizenz entzogen, sobald sie Ärzte mit Patientenkontakt beschäftigen, die sich in einem deutschen Krankenhaus mit deutschen Patienten nicht in deutscher Sprache unterhalten können....Aber der Patient hat eben keine Lobby..
Ich stimme Ihnen in allem uneingeschränkt zu. Natürlich gibt es in Deutschland viel zu viele Ärzte, wenn man sich nur einmal diese gerade absurden Vorsorgeuntersuchungen ohne jeden Sinn und Nutzen ansieht. In der Dermatologie könnte man so lockerst auf 4 von 5 niedergelassenen Hautärzten ohne jeglichste Einschränkung verzichten, wenn man auf dieses groteske Hautkrebsscreening verzichten würde. Genauso in vielen anderen Bereich, wenn ich nur an dieses absurde 2jährige Darmkrebsscreening oder Brustkrebsscreening denke. - Fakt ist jedoch, dass die Masse der deutschen Praxen längstens pleite wären, wenn nicht derartige Absurditäten abgerechnet werden könnten.

Genauso wäre es, wenn man auf vollständig unnötige Operationen verzichten würde, wie Wirbelsäulen-Op, Kniespiegelungen, - TEPs oder diagnostischen Maßnahmen wie MRTs, CTs oder insbesondere auch Herzkatheteruntersuchungen.

Jedoch verdienen an diesem korrupten und kriminellen deutschen Gesundheitssystem immer noch viel zu viele deutschen Ärzte und auch die Politik ist mit den lächerlichsten Gesundheitsministern nicht in der Lage etwas daran zu ändern, von der Pharmaindustrie in diesem Zusammenhang einmal ganz abgesehen.

Der Patient, inbesondere in den privatisierten Krankenhäusern, ist jedoch mittlerweile zu Massenware und Gewinnbringer geworden, der 0,0 Einfluss auf seine tatsächliche Genesung besitzt. Wie schon zigfach geschrieben, ernsthaft kranke Patienten sind sowohl im niedergelassenen Bereich sowie genauso in den Krankenhäusern ein Kostenfaktor, den es allenfalls abzuschieben gibt, da sich dessen Behandlung nicht lohnt, allenfalls noch in den Universitätskliniken, sofern nicht bereits schon privatisiert, um die fachliche Kompetenz zu zeigen, werden ernsthaft kranke Patienten fachlich kompetent behandelt. - Daher z.B. mein "persönlicher Rat", sofern dies bei einer ernsthaften und akuten Erkrankungen überhaupt noch möglich ist, IMMER nur in der Notfallambulanz einer Uni-Klinik vorstellen.

Aus irgendwelchen, zumindest für mich nicht nachvollziehbaren Gründen, gibt es immer noch eine Lobby, dieses geradezu absurde und groteske deutsche Gesundheitssystem aufrecht zu erhalten. Besonders kriminell wird dieser Zustand jedoch, wenn man diese dann mit fachlich vollständig inkompetenten ausländischen Ärzten zu verschleiern versucht, von der sprachlichen Unkenntnis einmal ganz abgesehen.

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