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Zugewanderte Mediziner: Kammerchef beklagt schlechtes Deutsch von Ärzten
Corbis

Deutschland gehen die Ärzte aus, deshalb werden sie zunehmend aus dem Ausland rekrutiert. Doch jetzt beklagt der Präsident der Berliner Ärztekammer: Die Mediziner könnten oft kaum Deutsch - das Risiko für Patienten steige. Klage über mangelhafte Deutschkenntnisse von Ärzten - SPIEGEL ONLINE

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criticus antistuss 31.12.2012, 12:59
30. ... Kammerchef beklagt schlechtes Deutsch von Ärzten

Zitat von sysop
Diese Überschrift direkt über "Die USA haben noch bis Mitternacht" hat was. ;)

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baumuster 31.12.2012, 13:03
31.

Aus Psychiatrien hört man auch schlimmes. Auch da großer Bedarf an Ärzten. Bei dieser Fachrichtung kommt es ja besonders auf die Sprache an.

Aber auch ein großer Teil der Patienten weist einen Migrationshintergrund auf und hat auch von der Seite oft sprachliche Verständigungsschwierigkeiten.

Deutschland hat sich auch in diesem Bereich mal wieder überfordert. Erst werden die Leute aufgrund des großen Leistungsdruckes und der häufig empfundenen Sinnlosigkeit im Beruf krank und dann können sie nicht mal bestens versorgt werden.

Trotzdem jaben wir immer noch ein gutes Krankenversorgungssystem.
Aber es wird nicht immer gut bleiben, wenn wir nichts machen.

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kuac 31.12.2012, 13:05
32. Abgeschoben

Zitat von sysop
Deutschland gehen die Ärzte aus, deshalb werden sie zunehmend aus dem Ausland rekrutiert. Doch jetzt beklagt der Präsident der Berliner Ärztekammer: Die Mediziner könnten oft kaum Deutsch - das Risiko für Patienten steige.
Persönlich kenne ich auch Beispiele, wo ausländische Studenten ihr Medizinstudium hier in DE erfolgreich abgeschlossen hatten, aber bekamen keine Arbeitserlaubnis. Die geltende Gesetze sehen das so vor.

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chris345 31.12.2012, 13:06
33. Gutes Deutsch reicht nicht

Wenn ich erfahrene ausländische Ärzte mit deutschen Patienten kommunizieren sehe, graust es mir oft. Die Unterhaltung findet meist auf ganz verschiedenen Ebenen statt. Weder Patient noch Arzt verstehen, was der andere sagen will. Ich würde daher sogar soweit gehen, dass gutes Deutsch in den meisten Fällen für die Arzt-Patienten Beziehung nicht ausreichend ist. Ein Nicht-Muttersprachler wird immer Schwierigkeiten haben, die eigentlichen Aussagen seines Gegenübers verstehen.

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Oelteichscheich 31.12.2012, 13:06
34. Das stimmt so nicht ganz

Zitat von GHBerlin
Statt die Arbeitsbedingungen und die Gehälter der Ärzte entsprechend der Qualifikation an (west-)europäische Verhältnisse anzupassen, beklagt man sich nun darüber, dass die in Deutschland für viel Geld ausgebildeten Ärzte nun fehlen! Die entstandenen Lücken werden natürlich nicht von amerikanischen, französischen, britischen oder niederländischen Ärzten geschlossen, was sollten die auch hier? Neben der im Vergleich zur freien Wirtschaft (oder Banken!) eher durchschnittlichen Entlohnung hat Deutschland ein antiquiertes, unverändert hierarchisch organisiertes und unglaublich ineffizientes System zu bieten, in dem eine überbordende Bürokratie jeden Rest von Begeisterung für die Medizin absterben lässt. Den Ärzten aus Osteuropa und dem arabischen Raum fehlt oft neben fundierten Fachkenntnissen auch die Bereitschaft, sich in das "Arbeitssystem" eines anderen Landes zu integrieren. Ziel sollte nicht sein, die Bedingungen für Zugewanderte zu verbessern (die sind im Vergleich zu ihren Herkunftsländern hier ohnehin viel besser), sondern die teuer ausgebildeten deutschen Ärzte im Land zu halten!
Ausländer müssen besser integriert und gefördert werden. Beispiel Kanada. Da funktioniert das super. Du kommst als Ausländer da an ohne das du von Behörde zu Behörde gejagt wirst. Es geht da familiärer zu. Du wirst in einem ehrenamtlichen Kreis der kanadischen Provinz mit aufgenommen.

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Oelteichscheich 31.12.2012, 13:11
35. Richtig. Seit 01.05.2011 ist ja der Arbeitsmarkt offen.

Zitat von Hafenschiff
Damit muss man leben. Wenn deutsche Ärzte zunehmend ins Ausland abwandern, weil sie dort bessere Arbeitsbedingungen haben und mehr verdienen, dann muss man halt die Lücken mit ausländischen Ärzten füllen, wo die Arbeitsbedingungen noch schlimmer sind als hier. Bei Ingenieuren und Naturwissenschaftlern ist es oft dasselbe Spiel. Die können ebanfalls im Ausland wesentlich mehr verdienen und viele, die nicht familiär oder örtlich gebunden sind, gehen dann halt einfach. Es gibt in Deutschland keinen Mangel an Fachkräften, sondern nur einen Mangel an billigen Fachkräften. Würde man die Leute richtig bezahlen, dann würden die meisten davon auch nicht ins Ausland gehen. Bei Ärzten, vor allem bei Klinikärzten, kommt dann noch die enorme Arbeitsbelastung dazu. 24- oder in Ausnahmefällen sogar 48-Stunden-Schichten sind nunmal nicht jedermanns Sache. Im Sinne der Patienten sind solche Dinge auch nicht. Ich will jedenfalls in der Notaufnahme nicht von einem Arzt behandelt werden, der seit 24 Stunden oder länger nicht geschlafen hat.
In Zeiten der Globalisierung müssen wir offen für neue Dinge sein. Ich finde ausländische Ärzte auch sehr "interessant". Viele wenden auch Homöpathie an und verlassen sich nicht nur auf die Chemiekeule sprich Tabletten. Indische Psychotherapeuten bzw. Fachärzte gehen da meist ganz anders heran.

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j.vantast 31.12.2012, 13:12
36. Irrglaube

Zitat von Oelteichscheich
Das hat auch was mit Qualifikation zu tun und die letzten PISA-Ergebnisse sind sehr besorgniserregend. Da insbesondere Asiaten besser abschneiden und auch immer besser werden. Da China und Japan auf dem Vormarsch sind müssen wir uns langsam damit abfinden immer mal häufiger von einem Polen, Tschechen, Rumänen, Araber, Ägypter, Chinesen oder Japaner behandelt zu werden. Fachlich sind sie sehr gut, es hapert nur noch sprachlich. Unlängst ist längst bewiesen das Osteuropäer, Chinesen und Japaner bessere Schulnoten und bessere Studienabschlüsse schaffen als Deutsche. Von daher empfange ich die Asiaten und Osteuropäer eher mit Begeisterung wie so einige auch hier als mit Furcht.
Was haben denn die letzten PISA Ergebnisse damit zu tun? Die Ärzte, die heute hier arbeiten haben ihre Schulausbildung vor Jahrzehnten gemacht.
Und weil China und Japan (?) auf dem Vormarsch sind, müssen wir uns nun öfter von einem Polen oder Tschechen behandeln lassen?
Das ist eine sehr eigentümliche Logik.
Wenn die Schulausbildung der Einwanderer so gut ist, dann sollten sie auch die Sprache des Landes beherrschen, in das sie auswandern.
Und wenn die Einwanderer angeblich so viel besser sind, warum lassen sich dann so viele Ausländer in deutschen Krankenhäusern behandeln?

Es geht hier nicht um eine gute Schulausbildung in Geschichte oder Geographie, sondern um eine gute Qualifikation während des Studiums.
Und es ist belegt dass die Ausbildung von Ärzten im Ausland oft nicht ansatzweise mit der deutschen zu vergleichen ist.

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whocaresbutyou 31.12.2012, 13:12
37. Sprache ist nicht gleich Verständniss

Als ob das in anderen Bereichen anders wäre...

Gibt es noch deutsch sprechende Elektriker? ... Heizungsmonteure? ... Maurer? Bei unseren Auftragnehmern spricht in der Regel nicht mal mehr der Vorarbeiter brauchbares Deutsch.

Sprache ist dann allerdings auch nicht alles... dem durchaus hochdeutsch auftretenden Facharzt, der die Panikattacken meiner Freundin nicht erkannt hat und sie statt dessen stationär einweisen wollte, nutzen auch seine Sprachkenntnisse wenig... Die Hausärztin hat`s dann gerichtet...

Vor mir an der Kasse stand heute morgen eine Chinesin, die das genuschelte "neunfünfundsiebzig" trotz mehrmaligem Nachfragen irrtümlich für neunhunderfünfundsiebzig hielt.

Das Missverständnis hat dann der Hauptschüler aus der zweiten Bildungsreihe aufgeklärt. Die Chinesin war erleichtert und hat sich sehr höflich bedankt, die Apothekerin war angepisst und ich bekam weder einen "guten Morgen" noch einen "guten Rutsch"...

... nur eine dreistellige Rechnung...

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syldron 31.12.2012, 13:13
38. merkwürdig...

Und hier in Norwegen arbeiten massenhaft deutsche Ärzte. Wie kommt das nur? Wären die Arbeitsbedingungen andere in deutschen Krankenhäusern, gäbe es auch das im Artikel geschilderte Problem bei weitem weniger.

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ihawk 31.12.2012, 13:13
39. Hauptproblem

Viele Ärzte sollten in das Land gehen, das ihre Ausbildung bezahlt hat !
Wenn wir denn einen Ärztemangel haben, dann sollten wir sie besser bezahlen, damit junge Ärzte nicht abwandern - das ist das eigentliche Problem. Die Schweiz freut sich über die gut ausgebildeten Ärzte aus Deutschland und zahlt Spitzengehälter!
10 Jahre zum Facharzt studieren und für einen Hungerlohn unter extremen Stress arbeiten - das läuft halt nicht ... ihr lausigen Finanzhaie in den Krankenhaus-Verwaltungen und Versicherungs-Management Etagen.

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