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Zuwanderer aus Osteuropa: Zehn Stimmen gegen Seehofers Populismus
privat

Die CSU macht Stimmung gegen angebliche Armutsmigranten aus Osteuropa. Aber wer kommt wirklich in die Bundesrepublik? Und wie empfinden Bulgaren und Rumänen die Debatte? Zehn Zuwanderer berichten über ihr Leben in Deutschland. Zuwanderungsdebatte: Zehn Einwanderer im Porträt - SPIEGEL ONLINE

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Anstossgebender 07.01.2014, 12:01
90. Missverstanden?

Zitat von verinet
gegen Möglichkeit für Bulgaren und Rumänen, ihren Arbeitsplatz in der EU frei zu wählen hat doch auch die CSU nichts, da haben sie etwas missverstanden.
Warum dann nimmt die CSU gerade die seit 01.01. bestehende Arbeitnehmerfreizügigkeit und die bevorstehende EU-Wahl zum Anlass zur Thematisierung?

Glauben Sie etwa tatsächlich an "pure Zufälle"?

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gustavsche 07.01.2014, 12:05
91. Bulgaren sind doch keine Osteuropäer,

sondern Südeuropäer. Man könnte auch von Südosteuropäern sprechen. Was sind eigentlich Polen? Polen sind für mich keine Osteuropäer, sondern Mitteleuropäer.

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milli47 07.01.2014, 12:06
92.

Zitat von GilbertWolzow
...dass es in der FAZ objektivere Artikel zu diesem Thema gibt: SPON versucht ja mit allen Mitteln, das Problem klein zu reden und präsentiert hier eine ausgesuchte, handverlesene Elite. Um was zu zeigen? Dass alle Einwanderer aus RO und BG so toll sind? Ihr lieben Journalisten, geht mal raus ins wahre Leben! Geht dorthin, wo es riecht und müllig ist, geht auf die Ämter in den Kommunen. Verlasst eure hippen Bars und Clubs... dort lernt ihr nix und seht ihr nix vom wahren Leben!
Diese populistische Debatte geht mir auf den Geist. Ich bin Österreicherin, rege ich mich über die größte Zuwanderungsgruppe - die Deutschen auf? Wir haben mehr Zuwanderer aus Deutschland als aus Rumänien, Bulgarien oder der Türkei. Auf allen Skihütten wird heute von einem Kellner aus Ostdeutschland bedient. Rege ich mich über die überfüllten Unis in Österreich auf, weil mittlerweile schon bald mehr Deutsche hier studieren als Österreicher? Ich könnte sagen, sie nehmen uns die Arbeitsplätze im Tourismus weg, weil sie für weniger Geld arbeiten als die Österreicher. Oder die Unis platzen aus allen Nähten weil immer mehr Österreich als Zufluchtsort suchen. Nein ich rege mich nicht auf, mir sind die Deutschen genauso recht, wie der Rest der EU-Bürger. Na schaut doch einmal in die Schweiz, wo mittlerweile ganz massiv gegen Deutsche Einwanderung vorgegangen wird.

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socrateased 07.01.2014, 12:07
93. Widerspruch

Zitat von kdshp
Es ist wichtig das mehr qualifizierte kommen damit die gehälter nicht weiter expoldieren. Gerade bei facharbeitern und höher qualifizierten jobs passiert genau das und das schadet dem wirtschaftsstandort deutschland.
Der "Wirtschaftsstandort Deutschland" ist im Moment und in erster Linie gefährlich für andere und für sich selbst, nachdem er wie nichts Gutes den westlichen Marktradikalismus - unter planmäßiger Zerstörung des echten, aufgeklärten Liberalismus - einfach so durchgelassen hat. Und das weitstgehend ungefiltert, natürlich garniert mit massiven Subventionen für einige, wenige Schlüsselindustrien. Zugleich werden die operativen Hürden für mittelständische Betriebe weiter erhöht, als sei das alles Naturgesetz.

Zitat von kdshp
Auch hier muss mehr wettbewerb auf den arbeitsmakt so wie das auch schon bei den niedrig qualifizierten jobs gemacht wurde.
Das Gegenteil ist der Fall. Der Zustand der sogenannten "Arbeitsgesellschaft" in Deutschland nach 2005 spaltet die Gesellschaft in einem Maß, wie sogar sie es noch vor 20 Jahren nicht für möglich gehalten hätten. Sagen sie doch also bitte auch dazu, daß die Asymmetrie der sensationell niedrigen Lohnstückkosten in Deutschland (im EU-Vergleich) sowie der fast obszön hohen, deutschen Produktivitätssteigerung gegenüber allen anderen EU-Staaten mittlerweile kaum noch hinnehmbar ist.

Zitat von kdshp
Als diese "arbeiter" zugewandert sind um die löhne auf ein normales maß zu drücke hat es auch keinen slchen aufschrei gegeben. Ich meine das gerade die CDU mit frau merkel genau das erkannt hat und deswegen mehr zuanderung zulassen wird UND das ist auch gut so.
Was sie machen, führte doch bislang genau in die Krise, über die sie hier vermeintlich sachlich berichten wollen.

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Wildes Herz 07.01.2014, 12:07
94.

Zitat von dynamohelge
Es geht eben nicht um Rumänen & Bulgaren . Es geht um die sogenannten " Roma ".
"Roma", sofern aus Rumänien und Bulgarien stammend, sind auch genau so "Bulgaren" und "Rumänen" wie alle anderen Inhaber einer bulgarischen oder rumänischen Staatsangehörigkeit...

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kurswechsler 07.01.2014, 12:09
95. Ohne die Spur einer Lösung

Um die Leute, die dieser Artikel zu präsentieren meint zu müssen geht es doch gar nicht, ist es noch nie gegangen. Es geht um das, was da jetzt schon heute aus Osteuropa auf unseren Straßen liegt, bettelt, klaut, Banden bildet und nun auch noch Hartz IV betragen darf und sich verstärkt auf die Socken zu uns machen wird. Dazu dann noch die Flüchtlinge aus Afrika und schon haben wir mit unserer Leistungskultur fertig.

Offensichtlich muss diese Debatte aber genau wie die "Energiewende" zunächst an den Fakten zerbrechen. Also lasset sie zu kommen und schauen wir, wo sich die ersten Bürgererwehren bilden und wann und wo die die Wähler schließlich den Rechtschwenk einleiten.

Denn das es für all dies keine Lösungen gibt, ergibt sich aus dem in Rede stehenden Artikel selber, der gesundbeten will, was lange krank und falsch angelegt ist, ohne die Spur einer Lösung zu offerieren.

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muunoy 07.01.2014, 12:09
96. Die Ausnahmen bereiten wohl die Probleme

Zitat von bronck
Wenn man so durch Duisburg, Oberhausen und andere Städte des Ruhrgebietes kommt, dann hat man den Eindruck in diesem Artikel werden Ausnahmen als Regel verkauft. Wenn man mitbekommen hat wie verzweifelt der Duisburger Oberbürgermeister im lezten Jahr sämtliche Behörden um Hilfe bei der Bewältigung der Probleme wegen der Armutszuwanderer förmlich angefleht hat, dann kann man kaum glauben, dass Armutzuwanderung ein unwichtiges Randproblem sei. Aber eventuell ist das im reichen Hamburg oder dem insolventen Hochglanzberlin ja auch gaaaanz anders.
Die überwiegende Mehrzahl der Mitbürger mit dem sog. Migrationshintergrund (den Begriff finde ich eigentlich super doof) lebt wohl ganz normal in DE. Sprich, man arbeitet und zahlt fett Steuern und Abgaben. Diese Leute nimmt man meistens aber gar nicht wahr. Bulgaren und Rumänen sehen ja noch nicht einmal anders aus. Selbst bei manch Türkischen Kollegen hätte ich Schwierigkeiten, sicher zu behaupten, sie hätten Türkische Wurzeln. Ich habe mal mit einem Türken zusammen gearbeitet, der in seinem Garten sogar Gartenzwerge hatte. Und gerade Bulgaren und Rumänen sprechen dann meistens auch noch super gut Deutsch. Nein, auffallen tun halt immer die Problemfälle, die sich zu allem Überfluss dann örtlich auch noch häufen. Das ist dann wie beim Fußball, wo ein paar wenige Chaoten alle Fußballfans in Misskredit bringen.
Das Gejammere der von Ihnen genannten Kommunen halte ich jedoch für vollkommen daneben. Klar, Sozialmissbrauch findet in Deutschland massenhaft statt (auch von Deutschen). Die Kommunen nutzen aber die rechtlich vorhandenen Möglichkeiten zur Eindämmung des Sozialbetrugs überhaupt nicht aus. Fast jeder mir persönlich bekannte Empfänger von Hartz IV Leistungen verdient schwarz nebenbei was dazu. Kontrollen gibt es nicht. Wenn man die Empfänger von Sozialleistungen nur ein bisschen so kontrollieren würde wie das Finanzamt jeden noch so kleinen Selbständigen unter die Lupe nimmt, könnten die jammernden ihre Ausgaben vermutlich drastisch reduzieren. Vielleicht sollten die Kommunen einfach mal Steuerprüfer fragen wie man das so macht. Ich kann es aber auch sagen, weil ich regelmäßig geprüft werde: Der Prüfer macht einen Termin aus und kommt dann nach Hause. Er schaut dann, ob Wohnungseinrichtung, Auto u. ä. zu dem deklarierten Einkommen passen und lässt sich die Unterlagen der letzten Jahre seit der letzten Prüfung geben (Buchhaltungsjournale, Belege, Kontoauszüge, ...). Im Amt werden dann aller Unterlagen auf Stichhaltigkeit geprüft und ggf. Kontrollmitteilungen an andere Finanzämter verschickt. Über diverse Überwachungssoftware kann dann noch geprüft werden, ob der zu Prüfende ggf. noch Geschäfte im Internet betreibt. Also, warum macht man das nicht einfach auch bei Empfängern von Sozialleistungen?
Aber wie üblich wird nur gejammert, weil man mehr Geld haben möchte.

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Atheist_Crusader 07.01.2014, 12:10
97.

Zitat von sysop
Zehn Zuwanderer berichten über ihr Leben in Deutschland.
Ja, zehn Zuwanderer, die im Schnitt schon ziemlich qualifiziert sind. Und somit auch herzlich wenig mit der befürchteten Massenzuwanderung zu tun haben.

Und die Frau Sozialarbeiterin kann es ruhig mutig finden, wenn Roma aus einem kleinen Dorf ins große Berlin ziehen ohne die Sprache zu sprechen... das heißt nur leider auch in der Konsequenz, dass sie auf dem hiesigen Arbeitsmarkt herzlich wenig tun können. Die einzigen Jobs die man mit diesen Voraussetzungen bekommt, sind miese Ausbeuterjobs. Um die man aber trotzdem noch mit Anderen konkurriert. Nicht nur mit den "Einheimischen", auch andere Zuwanderer aus arbeiten in diesem Segment.
Auch wenn ich der Mehrheit der Migranten durchaus glaube, dass sie arbeitswillig sind - der Wille allein reicht nicht mehr. Wir haben nicht mehr Neunzehnhundertschießmichtot, wo man Massen an Fabriksklaven für simpelste Tätigkeiten benötigt. Da kann man noch so arbeitswillig sein - wer nicht die gefragten Fähigkeiten hat, hat ein Problem.

Der technologische Fortschritt und die Weiterentwicklung der Arbeitsmärkte machen immer höhere Qualifikation vonnöten. Und machen es selbst qualifizierten Zuwanderern oft unmöglich, direkt einzusteigen - ein Medizinstudium in Nigeria oder eine Maurerausbildung in Moldawien kann man halt nicht mit ihren deutschen Namens-Pendants gleichsetzen.
Wenn also schon qualifizierte Leute nicht so einfach auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können - selbst wenn wir voraussetzen, dass sie von Anfang an die Sprache beherrschen würden - wie sieht das dann erst für Leute aus, deren einziges Argument "Ich will arbeiten!" ist? Finster.

Und so rutschen die Leute dann in die Sozialhilfe. Sie kamen vielleicht mit den besten Absichten und Motivationen ins Land, aber dann prallen sie auf die Realität und merken, dass das für die hiesigen Verhältnisse nicht gut genug sind. Was dann folgt ist oft eine Abwärtsspirale aus Demotivation auf der einen und Vorurteilen auf der anderen Seite, die damit endet, dass der anfangs arbeitswillige Migrant sich lieber an Hartz IV gewöhnt, als dass er weiter die täglichen Enttäuschungen der Jobsuche auf sich nimmt.
Und wer hat Schuld? Die Politik? Die Migranten selbst? Die Wirtschaft? Alle irgendwie. Vor allem aber jene die nichts gegen den naiven Glauben tun, dass Wille alleine ausreichen würde, um in einem fremden Land Fuß zu fassen.

Ich sage schon lange, die EU sollte in den Heimatländern ihrer Zuwanderer Werbekampagnen finanzieren, der potentiellen Migranaten klar macht, wieviel ihre naiven Ideen mit der Realität zu tun haben. Der amerikanische Traum "vom Tellerwäscher zum Millionär", "mit Fleiß geht alles" ist selbst in den USA schon seit Langem tot. Und hierzulande zeigt er auch nicht mehr Lebenszeichen.

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ratio_legis 07.01.2014, 12:11
98. Das soll ein Argument sein?

Zitat von Anstossgebender
Warum dann nimmt die CSU gerade die seit 01.01. bestehende Arbeitnehmerfreizügigkeit und die bevorstehende EU-Wahl zum Anlass zur Thematisierung? Glauben Sie etwa tatsächlich an "pure Zufälle"?
Das interpretieren Sie hinein, weil Sie's so verstehen wollen. Das Datum können ja alle nutzen, nicht nur die Arbeitswilligen.

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immertreu 07.01.2014, 12:12
99. Das ertse Mal

Zitat von sysop
Die CSU macht Stimmung gegen angebliche Armutsmigranten aus Osteuropa. Aber wer kommt wirklich in die Bundesrepublik? Und wie empfinden Bulgaren und Rumänen die Debatte? Zehn Zuwanderer berichten über ihr Leben in Deutschland.
Seit ich Spiegel/Spon lese (gute40 Jahre) geht den Leuten in Hamburg die journalistische Luft aus. Ein Jammer mit anzusehen, welche Nachhutgefechte hier geführt werden.

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