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Zwölf Monate ALG I: Wenn das Geld schneller aus ist als die Arbeitslosigkeit
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Die Hälfte seines Lebens wartet der Arbeitslose vergebens: Firmen haben keine Eile mit Bewerbern, drei Monate im Jahr läuft sowieso nichts. Und vor einer Neuorientierung muss erst der Kündigungsschock verarbeitet werden, erklärt Karriereberaterin . Arbeitslosengeld I: Zwölf Monate sind zu kurz - SPIEGEL ONLINE

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geee63 09.12.2013, 20:54
120. ungeschockte Verarbeitung

Zitat von sysop
Die Hälfte seines Lebens wartet der Arbeitslose vergebens: Firmen haben keine Eile mit Bewerbern, drei Monate im Jahr läuft sowieso nichts. Und vor einer Neuorientierung muss erst der Kündigungsschock verarbeitet werden, erklärt Karriereberaterin Svenja Hofert.
Da muss ich wirklich etwas schmunzeln. 3 Monate zur Verdauung der neuen Arbeitslosigkeit bei 67% vom Durchschnittsgehalt des vergangenen Jahres - so laesst es sich doch bestimmt aushalten. Seid 1997 in USA lebend kann ich nur berichten: Hier geht der Prozess gezwungenermassen schneller - Stress oder Schock ueberwindet man am besten schnell - den Arbeitslosengeld, wenn ueberhaupt, gibt es nur fuer 12 Wochen - maximal $413/Woche, unabhaengig vom Gehalt. Krankenversicherung ist dann auch erstmal weg.
Deutschland ist nachwievor Schlaraffenland fuer Arbeitnehmer - Leute, geniesst es, so lange es noch geht !

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b5200 09.12.2013, 21:18
121. ja, was denn nun...

ganz oben steht 'Firmen haben keine Eile mit Bewerbern'. Ja, was denn nun??? Ich dachte immer, das D im n-ten Wirtschaftswunder lebt, wo alle Firmen (ausser EADS, LOL) 'haenderingend' nach 'Fachkraeften' suchen. Wenn sie so verzweifelt waeren, wuerde man doch mit Einstellungen nicht so 'bummeln', oder? Ich frage ja nur...

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stormking 09.12.2013, 21:29
122.

Zitat von lindenbast
Raushauen ist aber das, was verlangt wird.
Dann setzt man sich eben am Monatsanfang einen Tag hin und schreibt fünfzehn 08/15-Bewerbungen für Stellen, die man sowieso nicht haben will. Hauptsache erstmal nachweisen. Dann schiebt man ein paar Tage ne ruhige Kugel und anschließend macht man sich an die ernst gemeinten Bewerbungen. Da kann man sich dann auch für jede eine oder zwei Wochen Zeit nehmen.

Das Spielchen macht man vielleicht zwei-, dreimal, dann sollte es mit dem neuen Job eigentlich geklappt haben.

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interessierter Laie 09.12.2013, 21:29
123. schade...

dass meine Großeltern diesen Artikel nicht mehr lesen können. Die haben die Stunde 0 miterlebt - meine eine Großmutter damals als Flüchtling aus Pommern, die zweite ausgebombt. Die Überlebenden waren alle schwer traumatisiert - sie haben nicht etwas sondern oft alles verloren - Angehörige und Freunde inklusive. Wenn die drei Monate lethargisch dagehockt hätten, gäbe es dieses Land heute nicht mehr. Mann!!! Es gibt im Leben viel schlechtes das passieren kann, aber wenn ein Erwachsener 3 Monate rumsitzt und nichts tut, weil ihn der Verlust seines Arbeitsplatzes so mitnimmt sollte man Teenager mit Liebeskummer am besten gleich in eine geschlossene Anstalt einweisen. Generation Weichei lässt grüßen!

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WHO23 09.12.2013, 21:46
124. 111

Zitat von interessierter Laie
dass meine Großeltern diesen Artikel nicht mehr lesen können. Die haben die Stunde 0 miterlebt - meine eine Großmutter damals als Flüchtling aus Pommern, die zweite ausgebombt.
Wann war denn die Stunde 0?
Meine Großeltern haben beide Weltkriege erleben müssen.
Dann auch aus Polen vertrieben, alles verloren.
Aber hören Sie dich bitte auf mit früher......
Wir haben früher hinter uns, oder leben Sie noch wie früher?

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eu-sklave 09.12.2013, 21:56
125. 39 000 Bewerbungen im Monat mehr

Zitat von b5200
ganz oben steht 'Firmen haben keine Eile mit Bewerbern'. Ja, was denn nun??? Ich dachte immer, das D im n-ten Wirtschaftswunder lebt, wo alle Firmen (ausser EADS, LOL) 'haenderingend' nach 'Fachkraeften' suchen. Wenn sie so verzweifelt waeren, wuerde man doch mit Einstellungen nicht so 'bummeln', oder? Ich frage ja nur...
Bald haben wir 2600 neue Konkurrenten beim Bewerben! ;-)
Allein die 2600 x 15 = 39 000 Bewerbungen im Monat mehr.

Ansonst hat Frau Svenja Hofert die Lage sehr realistisch beschrieben.
Es gibt bei der Agentur nicht nur schlechte, sondern viele hilflose Sachbearbeiter.
Viele Sachbearbeitern beherrschen nicht mal die Jobbörse samt alle Möglichkeiten.
Der Druck der Geschäftsführer ist bei den jüngeren Angestellten dem entsprechend auch größer und wird dann weiter gegeben.

Das habe ich mit 63 Jahren mit fast 2 Jahre Arbeitslosigkeit, und für die Nörglern, ich bin nicht Senil, Faul oder schlecht ausgebildet, erlebt.

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MissMorgan 09.12.2013, 22:10
126. Krank und Bewerbungen

Was soll ich von einem Jobcenter halten, welches in den letzten drei Jahren kein einziges Jobangebot lieferte - und das auch nicht muss, wie mir ein Sozialrichter erklärte. Per EGV sollen fünf Bewerbungen geschrieben werden, bei 20% Schwerbehinderung mit ca. 15 Schmerztagen im Monat (=Arbeitsunfähigkeit). Hey, auf welchen Job soll man sich da bewerben? Welcher Arbeitgeber stellt einen damit schon ein? Alle Weiterbildungsanfragen der letzten Jahre wurden bearbeitet/beantwortet. "Keine Erfahrung mit arbeitslosen Akademikern" wird geantwortet. Dabei fehlt es an Empathie und Fachwissen. Ein Jobcenter in dem über ein Jahr keine Stellenangebote aushingen. Mitarbeiter, die noch nie vom AGG gehört hatten. Persönliche Ansprechpartner die eine Sanktion verhängten und behaupteten, man hätte sich nicht beworben. Weil, wie sich nachher vor Gericht herausstellte, eine allgemeine Info-Mailadresse und ein falscher Ansprechpartner an den Arbeitssuchenden herausgegeben wurde anstatt der richtigen Dame vom Personalbüro und ihrer persönlichen eMail. Da werden Akademiker mit Studium, Zusatzqualifikation und zwei Ausbildungen in Fortbildungskurse gesteckt in denen Kaffeetisch-Eindecken geübt werden soll. Klingt das so, als das Jobcenter sich Mühe gäbe? Die "Förderung" beschränkt sich auf die Zuteilung des Existenzminimums und die teilweise schikanöse Behandlung "Sie sind verpflichtet, JEDEN Job anzunehmen" und sinnlosem Druck (Anzahl der Bewerbungen), gepaart mit schlechter Vorbereitung und null Ideen oder Hilfestellungen. Wieso gibt es z.B keinen Papiershop in den Jobcentern. Da könnte man verbilligt Unterlagen herstellt, ausdrücken und Materialien einkaufen.
Im Prinzip wäre ich aus Kostengründen dafür, zwei Drittel der Mitarbeiter zu entlassen, denn die tun ja sowieso nichts Sinnvolles. Aber dann hätte man ja noch mehr schwer vermittelbare Arbeitslose ...

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MissMorgan 09.12.2013, 22:24
127.

Zitat von FrankH
Nun, es ist trotzdem nicht verboten, auch mal die eigenen Hufe zu schwingen und sich selbst umzuhören/-schauen, Stellenangebote zu lesen etc? Ist mir neu, dass das "sanktioniert" wird.
Nein, es wird nicht sanktioniert. Aber auch nicht unterstützt. Als der UraltPC kaputt ging, wurde kein Kredit gewährt, weil "ein Viertel der Bevölkerung keinen Internetzugang hat" und man sich auch "auf andere Weise bewerben" kann.
Auf die Frage, wie man sich die Zeitungen leisten solle, wurde man auf Cafés verwiesen.

Ach ja, sorry, aber das Existenzminimum für ein Single ist lachhaft. Strom wie Nebenkosten höher als "erlaubt" aber so ist das eben. Auf die Miete muss draufgezahlt werden. Also nix mit sparen und Zeitung kaufen.

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großwolke 10.12.2013, 23:07
128.

Zitat von sternensch
Wissen Sie, was die ARGE von Spielraum hält? Genau so vie: "Oh, Sie sind doch noch reich - da kriegen Sie von uns mal gar nix. Geben Sie Ihr Geld aus, udn dann sehen wir weiter." Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ein Idiot, wer wirtschaftlich dabei denkt. Mit "Spielraum" ist man nicht hilfebedürftig - oder vielleicht auch einfach noch nicht erpressbar genug, um als Leibeigener schon interessant zu sein.
Und genau aus dem Grund hat der von Ihnen zitierte Forist ja die Sache mit dem finanziellen Spielraum vorgeschlagen: erstmal vom eigenen Ersparten leben, bevor man sich vorzeitig und mit allen negativen Folgen der ARGE ausliefert. Freiheit ist eben immer auch die Freiheit, die Konsequenzen zu tragen.

Andersherum haben Sie aber natürlich auch recht: wer weiß, dass er/sie in Sachen Beschäftigungsverhältnis im riskanten Bereich unterwegs ist, der tut gut daran, seinen Verdienst, solange er ihn bekommt, bedingungslos auf den Kopf zu hauen. Weder das Renten- noch das Sozialsystem belohnen Sparsamkeit und Vorsorge, wenn es mal eine Weile schief läuft.

Um aber nochmal auf den Artikel zurückzukommen: auch wenn ich kein Akademiker bin, das mit "Mist verarbeiten" nach einer unerwarteten Kündigung kenne ich zwar auch. Am Schreiben von Bewerbungen von Tag eins an hat mich das allerdings nicht gehindert, gerade weil mir sehr klar war, dass so ein Jahr kein sehr langer Zeitraum ist. Ich hab noch an der Kündigung geknabbert, da hatte ich schon längst wieder Arbeit...

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FrankDr 10.12.2013, 00:42
129.

Also 2 Monate im Sommer arbeitet in Betrieben kein Personalverantwortlcher? Aha.´´
Und man braucht erst Zeit zum verdauen? Aha...Warum nicht bereits in der Kündigungsfrist (wenn es eine gibt) bewerben? Unmöglich?
Und auch so findet man genügend Ausreden,,,

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