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25 Jahre Mauerfall: Die wahren Revoluzzer
Martin Jehnichen

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Frank Adler 08.11.2014, 14:35
1. Es geht...ohne Technik...nur der Wille ist nötig!

Zitat:"Wie gelingt eine konzertierte Aktion - ohne Handy, Computer und SMS?...".
Doch das geht - wenn sich eine Entwicklung lange vorher aufbaut, viele Menschen den Kanal voll haben, sich einig sind und wenige "Organisatoren des Widerstands" sich finden und über die Stadt hinaus persönlich Kontakte mit anderen Gruppen aufnehmen um die Ziele zu bündeln und den öffentlichen Widerstand vernünftig(!!) organisieren. Das wird aber wieder kommen, denn Internet, SMS und soziale Netzwerke sind jetzt angreifbar, manipulierbar oder abschaltbar. (Der Schwarze Block/die bestellten Kaoten im Netz sind bei jeder Demo dabei) Ich habe damals die Ereignisse als Ostdeutscher selbst miterlebt - hatte am 9.11.89 gerade Spätschicht - keiner bekam etwas mit. Erst im Autoradio auf dem Heimweg musste ich anhalten, weil ich nicht begriff was los war....und am 11.11.89 bin ich zu "Besuch" mit langen Staus auf der A2 in Braunschweig gewesen - noch nie war ich vorher im Westen - die Nacht war kalt, man hatte nichts zu Trinken mitgenommen - aber wir wurden herzlich empfangen und versorgt.

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Kevin Prollmann 09.11.2014, 09:44
2. Damals und heute

Damals gab es zwar kein Internet oder Handy - aber es gab die Westmedien, die über die Proteste berichtet haben. Ein sehr großer Teil der DDR-Bürger haben sich regelmäßig über Tagesschau & Co. informiert. Die Medien hatten aber noch einen anderen Wert: Sie haben den DDR-Bürgern eine alternative Lebensweise aufgezeigt. Es gab Waren im Überfluss, irgendwelchen Luxus, es gab Reisefreiheit ... und viele Dinge, die in DDR keine Selbstverständlichkeit waren.
Die Westmedien haben in der Wendezeit eine wichtige Rolle gespielt.
Heute haben wir zwar Internet usw., Vernetzungen sind sehr einfach. Es gibt aber (im Gegensatz zur Wendezeit) keine Beispiele oder Visionen, wie unsere heutige Gesellschaft positiv verändert werden könnte. Niemand lebt uns eine bessere Gesellschaft beispielhaft vor. Viele Mißstände werden kritisiert, Totalüberwachnung gegen unsere eigenen Gesetzte durch BND/NSA, Vermögensumverteilung von unten nach oben, ein marodes Finanzsystem, ... Viele Medien haben die kritische Distanz zur Politik verloren.
Dazu kommt eine allgemeine Reizüberflutung aller Bürger. Stündlich werden wir mit Horrormeldungen berieselt, nach einer momentanen Betroffenheit ist kurze Zeit später das Thema durch. Kaum jemand läßt sich auf ein Thema vertiefend ein.
Es gibt viele Gründe, warum heute gesellschaftliche Veränderungen mindestens genau so schwer sind, als zur Wendezeit.

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david nuglisch 09.11.2014, 09:59
3. Müde

Ich war 1989 23 Jahre alt, Student, und vom ersten Tag an dabei am Dresdner Hauptnahnhof. Ich fühle mich nicht als Held, wenn die Polizei geschossen hätte, hätten es viele von uns nicht überlebt. Wie auch immer - diese mediale Ausschlachtung nervt nur noch und wird zunehmend unerträglich.

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Werner Sobek 09.11.2014, 10:40
4. frau merkel war nicht dabei

und auch heute zeugt die tatsache, dass sie nichts gegen den milionenfachen verstoss der NSA gegen unssere grundrechte unternimmt, dass sie offensichtlich keinen bezug zu inhalten wie freiheit und gerechtigkeit hat.

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Adam Ende 09.11.2014, 10:44
5. Die Revolution...

...fraß ihre Kinder. Die wirklich beste Zeit war Ende 89 bis zur Wi(e)dervereinigung. Eigentlich nur bis zur Währungsunion. Das war dann der Verkauf der Revolution. Verkauft mit Bananen und leeren Versprechungen. Über gewisse profilierungssüchtige Politiker aus dem Westen wurden die Ideale der Veränderung im Osten verscherbelt. Der Verdurstende in der Wüste gab alles für etwas Wasser. Schade, die DDR war nicht Polen oder Tschechien. Keine Chance auf ein besseres Land mit eigenen Gesetzen, ohne übergestülpte Rechtsformen mittels Paragraph 23.
Wenigstens hatte auch die Bonner Repuplik keinen Bestand mehr und die Ex DDR lag schwer im Magen. Die blühenden Landschaften gründeten sich durch Abriß und Schrumpfung. Noch heute sind die Folgen zu sehen.

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Sascha Lueders 09.11.2014, 11:08
6. West-Berlin

Ich habe 1989 gerade in West-Berlin Abitur gemacht. Die Maurröffnung war keine große Überraschung mehr, vor allem nach der Grenzöffnung Ungarns.

Am 8.November übrigens sind ca 10 West-Berliner über die Mauer geklettert und durch das Brandenburger Tor gelaufen und würden dann von den Grenzsoldaten zurückgeschickt gen Westen. Der Respekt vor den Vopos war schon geringer geworden. Die Geschichte ist wahr.

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Felix Himmel 09.11.2014, 12:04
7. Schlimm

Kein Internet, keine Mobilfons, keine SMS, und vor allem war ja da auch noch alles Schwarz/Weiß, wie man an den Bildern sehen kann.

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Eric Igou 09.11.2014, 12:10
8. Geschichte ...

wird immer in der Gegenwart geschrieben.
Uebrigens, es war nicht alles schwarz-weiss damals. Es gab schon Farbfotos ...
Aber, es ist schon wahr: Es war ein grosses Ereignis. Auch wir im Westen (auch Linke) waren froh, dass es endlich vorbei war.

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jack rayzen 09.11.2014, 12:25
9. Das Foto erinnert mich

an die Polizeigewalt gegen uns Demonstranten in Gorleben oder Stuttgart 21.
Nur ging es da um Atommüll oder einen Bahnhof. Nichts systemrelevantes. Kann man sich ja ausmalen, welche Bilder wir bekämen, wenn wir den Kapitalismus mehrheitlich in Frage stellen.

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