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Das Pförtnerhaus der Neuen Welt
Martin Hagenspiegel 09.10.2012, 13:24
1.

Ein X auf die Schulter malen, Familien mit kranken Kindern auseinanderreißen, Kranke abweisen, beim Treppensteigen aussortieren...
Das erscheint mir als eine Art "Rampe".

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Jens Habermann 09.10.2012, 14:50
2.

>Ein X auf die Schulter malen, Familien mit kranken Kindern auseinanderreißen, Kranke abweisen, beim Treppensteigen aussortieren...
>Das erscheint mir als eine Art "Rampe".

Die USA sind halt ein reines Auswandererland, die klar sagen: Wenn Du nicht fit bist, darfst Du hier nicht leben, weil wir Dich nicht unterhalten können/möchten.

Das ist so nicht zu beanstanden. Davon klar abzugrenzen ist das Asyl, aber das ist eine ganz andere Sache.

Deutschland leistet sich aufgrund seiner Geschichte halt den Umstand, hier quasi niemanden abzuweisen.

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Christoph Koch 09.10.2012, 14:50
3.

>Ein X auf die Schulter malen, Familien mit kranken Kindern auseinanderreißen, Kranke abweisen, beim Treppensteigen aussortieren...
>Das erscheint mir als eine Art "Rampe".

Respekt, gleich der erste Beitrag packt die Nazikeule aus, scheinheilig verpackt in Anführungszeichen.

Schon mal über die Einwanderungsbestimmungen in Australien oder Kanada informiert? Kein Land der Welt möchte sich Kranke oder Ungebildete als Einwanderer holen, man möchte ja schließlich irgendeinen Mehrwert generieren. Eine Bekannte ist mit einem Bosnier verheiratet und hat vor einiger Zeit die bosnische Staatsangehörigkeit angenommen. Selbst die Bosnier verlangen von Einwanderern Gesundheitszeugnis, Sprachkenntnisse etc.

Aber halt, ein Land kenn ich doch wo die größten Versager, Nichtsnutze und Taugenichtse mit offenen Armen empfangen werden, während man Hochqualifizierte lieber draußen läßt...

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Olaf Nyksund 10.10.2012, 12:20
4.

Diese "ich sag doch nix"-NS-Keule im ersten Posting ist ein Armutszeugnis für den Schreibenden "Martin Hagenspiegel". Einfach nur zum Kopfschütteln. Mehr Zynismus und mehr Verachtung den Opfern der NS-Diktatur gegenüber kann man wohl kaum äußern, ohne sich in D strafbar zu machen.

Kurz: entgegen Ihrem gefärbten sprachlichen Usus (kennt man ja) wurde dort niemand "auseinandergerissen" oder "aussortiert". Alle, die zur Ellis-Island kamen, taten dies freiwillig und wussten wenigstens im Ansatz, was sie erwartet. Die meisten durften danach einreisen. (Warum hab ich den Eindruck, Sie hätten den Artikel gar nicht gelesen, sondern nur flüchtig nach Ihren Lieblings-Reizworten gescannt?)

Dass Leute, denen es gesundheitlich nicht gut geht, direkt zurück nach Hause geschickt wurden, ist nicht nur verständlich, sondern auch medizinisch nachvollziehbar.

Aber Hauptsache bashen?

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10.10.2012, 15:54
5.

Nachdem ich nach meinem Abitur 2003 für einige Zeit auf Ellis Island, genauer gesagt im American Family Immigration History Center (der Ort, an dem alle digitalisierten Einwanderungsdokumente eingesehen werden können), einen Freiwilligendienst gemacht habe, muss ich leider zwei Fehler im Text klarstellen:

Zum einen wurden die Namen der Einwander keinesfalls auf der Insel verändert, da die Einwanderungsdokumente (ship manifests) im jeweiligen europäischen Hafen erstellt wurden. Hier kam es durchaus zu fehlerhafter Schreibweise einiger Namen, jedoch wurden die Angaben auf Ellis Island lediglich gegehgecheckt.

Zum anderen waren auf den ship manifests neben dem Namen und der Herkunft auch die Angaben zu Gesundheitszustand, Kriminalität etc. eingetragen. Deren Richtigkeit musste die Reederei gewährleisten. Somit waren die Reedereien in der Regel für Einwanderungsablehnungen auf Ellis Island verantwortlich und mussten deshalb auch für die Rückfahrt nach Europa aufkommen.

Interessanterweise kann man auf www.ellisisland.org in den alten Dokumenten stöbern. Leider sind nicht alle Einwanderungsdokumente erhalten bzw. digitalisiert (was übrigens die Mormonengemeinschaft in mühevoller Kleinarbeit übernommen hat). Albert Einsteins erster Besuch der USA im Jahre 1921 zum Beispiel lässt sich aber mühelos finden (obwohl dieser Ellis Island wahrscheinlich nie betreten hatte). Auch lassen sich die Passagierlisten der Titanic (Ziel: New York) mit etwas Aufwand finden.

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Kai Bonte 14.03.2014, 12:00
6. Das Pförtnerhaus der Neuen Welt

Zwölf Millionen Menschen strömten seit 1892 über Ellis Island in die USA. Für die meisten war die legendäre Einwanderungsinsel die Tür zum Glück, für andere die Endstation ihres Lebens. Seit Jahrzehnten verfällt ein Teil des Nationaldenkmals, aber genau deshalb ist es immer noch ein Paradies - für Fotografen. Von Linus Geschke

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