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DDR-Kultfilme "Olsenbande": Sie hatten immer einen Plan
imago/ United Archives

Im Westen ein Flop, im Osten Kult - vor 50 Jahren lief erstmals die "Olsenbande" im Kino. Die dänischen Krimikomödien um das Gaunertrio Egon, Kjeld und Benny haben bis heute eine verblüffend treue Fangemeinde.

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Swanhild Bernstein 21.09.2018, 12:36
1. Auch ich bin ein Olsenbanden-Fan

Warum die Olsenbande in der DDR so erfolgreich war wird im Beitrag schön erklärt. Es gibt aber noch etwas, was die DDR-Variante einzigartig macht und das ist die liebevolle Synchronistation und insbesondere der Synchronsprecher (Karl Heinz Oppel) von Egon ab der 3. Folge. Erst dann ist Egon wirklich "erschaffen" und auch die Synchronsprecherinnen geben Yvonne das gewisse Etwas. Ohne dem wäre die Olsenbande niemals so erfolgreich geworden.

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Mac Spon 21.09.2018, 12:47
2. Kindheit

Beim Lesen Ihres Artikels kommen sehr viele Jugend- und Kindheitserinnerungen hoch. :-) Vielen Dank dafür!
Allerdings vertauschen Sie im Text und auch in den Bildunterschriften öfters mal die Namen von Benny und Kjeld, besonders dann, wenn auch die Rede von ihren Darstellern ist. Benny = Morten Grunwald, Kjeld = Poul Bundgaard
Trotzdem ein gut gelungener Rückblick.

Grüße,
Mac

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René Töpfer 21.09.2018, 12:47
3.

Wunderbarer Artikel und eine Liebeserklärung an die Olsenbande! Ich kann jeden Satz unterstreichen und finde die Olsenbande nachwievor faszinierend. Jeden dieser Filme habe ich bestimmt zweistellig gesehen. Angefangen im Kino, wo ich mich darüber amüsiert habe, wie er mit einem Legomobil und Erbsen die Alarmanlage einer Versicherung ausschaltet. Aber auch, wie er den Wachhund einer Bank mittels "Feinem alten Olsen" aus dem Haus des Wachmanns verjagen läßt.
Tolle Erinnerungen!

Ich glaube, daß die Olsenbande zeitlos ist. Ihre Filme zeigen ein Stück heile Welt, zeigen, daß man mit drei Streichhölzern, 50 cm Bindfaden und einem Zollstock vielles schaffen kann. Die Bösen sind auch nicht wirklich böse. Die Polizei ist auch ein wenig tollpatschig unterwegs. Man erinnere sich mal an Kommissar Hansen, welcher mit den abstrusesten Erklärungen seinem neuen Kollegen die Polizeiarbeit nahebringt ("Die Polizei ist nicht dazu da, die Verbrechen aufzuklären, sondern die Reichen zu beschützen." - Hm...)

Die schönste Szene der gesamten Reihe ist für mich aber, wenn Egon feststellt, daß sein Plan droht fehlzuschlagen, weil die DSB den Winterfahrplan eingeführt hat, er aber alles auf Sommerfahrplan geplant hat. Aber auch hiervon läßt sich Egon nicht unterkriegen und jongliert die Bande über die Gleise ("Die Olsenbande stellt die Weichen").

Man muß auch einmal die liebevollen Details beachten: Männer haben IMMER eine Kopfbedeckung auf. Auch die Ausleuchtung der Szenen zeigt Detailarbeit, es gibt nur dort Schatten, wo sie für die Szene notwendig sind.

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Hans-Hasso Stamer 21.09.2018, 12:47
4. Die Filme...

...die auch ich geliebt habe, trafen das DDR-Lebensgefühl und gaben den Leuten die Gewissheit, doch nicht so weit vom Westen entfernt zu sein, wie es nach dem Westfernsehen den Anschein hatte. Der Alltag wurde auch in den Filmen nie „westlich komfortabel“ dargestellt, außerdem war er so unpolitisch wie der Alltag der meisten DDR-Bürger. Da war jede Menge Identifikationspotenzial.

Es war die Schwejksche Geschichte vom kleinen Mann, der mit Tricks, Einfallsreichtum und Bodenständigkeit versuchte, sein kleines Glück zu erreichen – und in den meisten Fällen doch immer wieder scheiterte. Genau das war DDR-Alltag: es war ja nicht so, dass man als DDR-Bürger mit den Verhältnissen zufrieden war, sondern man versuchte stets, ihnen ein Schnippchen zu schlagen. Dazu waren die Filme urkomisch und die Synchronisation hat tatsächlich Kultpotential. „Mächtig gewaltig, Egon“ ist noch heute einen Spruch, der unter Älteren in Ostdeutschland verbreitet ist.

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Rudolf Sikorsky 21.09.2018, 12:51
5.

Wer die Olsenbande nicht liebt ist ein geborener Ignorant . Nicht böse gemeint....

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Andreas Meinhold 21.09.2018, 12:54
6. sehr schöner Artikel! ??

Danke dafür! Am besten ist immer noch die Theaterszene aus "Die Olsenbande sieht rot", legendär und oscarverdächtig!

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Peter Müller 21.09.2018, 14:01
7. Es gibt mit Sicherheit noch ein Fan der Olsenbande

Ich hatte erst letztlich wieder eine Folge der Olsenbande auf RBB gesehen. Ich bin mir sicher, auch der Schöpfer der schrecklich netten Familie, muss ein Fan der Olsenbande sein. Peggy Bundy ist doch eine Kopie von Yvonne.

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Martin Hagenspiegel 21.09.2018, 14:34
8.

Als Kind fand ich das immer spannend und lustig. Allerdings war es dann immer ärgerlich, wenn daß es am Ende wegen irgendeiner Dummheit schief ging und Egon wieder einfuhr. Ich hätte mir so gerne ein Happy End gewünscht.
Immerhin, der Humor wurde gut umgesetzt und wirkte nicht zu platt, auch wenn Egon nach dem Entfernen des Knebels seinen Stumpen wieder aus der Mundhöhle hervorzauberte.

Vor etlichen Jahren habe ich das nochmal gesehen. Da wirkte es wie deprimierender Shice. Ein paar alternde Ganoven kommen mit der neuen, schnellen Zeit nicht mehr zurecht. Die Folge mit dem Computerexperten spricht Bände, wo egon aus purer Boshaftigkeit sein eigenes Teammitglied sabotiert. Daß das die Verwundbarkeit der Computertechnik zeigen soll (Büroklammer ins Gehäuse geworfen) fand ich dann doch etwas erzwungen.
Diese "Alte-Leute sind zu nichts zu gebrauchen"-Atitüde war schon von Anfang an Thema, weil Egon eben nur die alten Franz-Jäger-Berlin knacken konnte. Das wurde immer schlimmer. Die letzten Teile mit dementen Egon und Kjelt im Rollstuhl waren dann zwar realistisch, aber in einer Komödie will man sowas nicht sehen. Die Schauspielerische Leistung, vor allem die Mimik waren da völlig erloschen.

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Michael Schmidt 21.09.2018, 14:34
9. Auchn erfolgreich, weil

es wenig Gewalt gab...gut, die wiederholten Versuche, Egon um zubringen....aber da war ja klar, das er nicht stirbt. Ich glaube, es gab überhaupt keinen Todesfall....etwas, womit ja heute nicht mal mehr ne Vorabendkrimiserie auskommt. Und es ging nie gegen Nachbarn oder arme oder normale Menschen.....Egon war immer darauf aus, den Großen was draufzuhauen.

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