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DDR-Wettbewerb: Erst das Kollektiv der sozialistischen Arbeit, dann das Vergnügen
Siegfried Wittenburg

In vielen DDR-Betrieben fand ein Wettbewerb um die Auszeichnung "Kollektiv der sozialistischen Arbeit" statt. Siegfried Wittenburg hat ihn erlebt - als absurde Veranstaltung, bei der es am Ende vor allem um eines ging: feuchtfröhliches Feiern.

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13.10.2015, 18:00
1.

Schon wieder dieses komische Wort "Jahresendfigur".
War mir als ehem. DDR-Bürger bis zur Wende völlig unbekannt.

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hans peter haase 13.10.2015, 18:27
2.

Und was ist heute? Arbeitsschluss Tür zu - jeder kocht sein Süppchen und ist des anderen Feind! Und das soll nun besser sein?

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jochen speck 13.10.2015, 18:36
3. Ein sehr guter Einblick in den Sozialismus wie er real funktioniert !

Wer aufmerksam liest,erkennt auch ,warum der theoretische Sozialismus nie in der Realität funktionierten kann:Die Grundlage ist falsch:"Breschnew plante "neue Menschen"für eine "neue Gesellschaftsordnung" im Sinne des Marxismus-Leninismus heranzuziehen!Und genau das ist der große Irrtum ! Das funktioniert nicht,auich nicht wenn dieProduktionsmittel "in der Hand des Volkes" sind! Die tüchtigen,begabten und innovativen Menschen in der DDR wurden durch den Sozialismus an ihrer Entfaltung und ihren Möglichkeiten gehindert ! Unter gleichen Bedingungen wären heute z.B. Sachsen und Thüringen Geberländer beim Finanzausgleich!Daß sich Menschen wo möglich ,gemütlich (harte aber durch sozialistische Planwirtschaft ineffiziente Arbeit eingeschlossen) Nischen suchten ist verständlich und nicht Verdienst des Systems ,zu dem zwangsläufig Gewalt, Tod,Unterdrückung und Grenzregime gehörten !

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Klaus Taubert 13.10.2015, 19:52
4. Chroniken der Heuchelei

Lieber Herr Wittenburg, der Alltag des Titelkampfes war tatsächlich überall ähnlich, wie Sie ihn beschrieben haben. Ich habe das über zehn Jahre geführte Brigadetagebuch meines Vaters, dessen Kollektiv seit 1959 zu den ersten "Titelkämpfern" gehörte, einmal genauer betrachtet. Vieles darin widerspiegelt tatsächlich Leistungen und Anstrengungen der Leute. Um aber zur begehrten Prämie zu gelangen (bitte nachlesen) waren diese "sozialistischen Geschichtsbücher": Chroniken der Heuchelei http://wp.me/p3pGuo-1hy via @wordpressdotcom

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Thorsten Conrad 13.10.2015, 21:17
5. Kollektiv der sozialistigen Arbeit!

Richtich, jenau so war et! Wat hamwa unsere Leitung beschissen, wat ham wa jelogen! Nur den Titel, den wollte eijentlich keena,den ham´se uns uffjedrengt, weil ohne Jewinner keen Kampf! Und Ohne Kampf? Kein sozialistiger Wettbewerb! Wat war det allet eine Farce!

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M. Hoppe 14.10.2015, 08:09
6. Michael Hoppe

Mensch, mensch, mensch,
da kommen Erinnerungen hoch. Schönen Dank für den Artikel und den Fotos. Zum Frauentag fällt mir noch ein, das man den Eindruck hatte, er beginnt am 08. März und hörte erst am 07. März wieder auf. Zumindest Feiertechnisch betrachtet. Und im damaligen Energiebezirk wurde viel gefeiert und geso..en.

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Katherina Sommer 14.10.2015, 08:35
7.

@ Haase:
Man kann ja manches kritisieren, was die "Wende" dem DDR- Bürger beschert hat. Aber warum um alles in der Welt mussten sie ihre sozialistische Lebensart lassen? Nachbarschaftshilfe, Freundlichkeit, etc kann man auch im Kapitalismus ausleben.

Die Ewiggestrigen beklagen den Verlust einer (vermeintlichen) Idylle, die sie ungestört hätten weiterpflegen können. Warum haben sie nicht?

Kleiner Tipp: Man kann nicht die Welt ändern- man kann nur sich selbst ändern. LEBEN Sie, wovon Sie träumen. Das ist möglich. Es gibt nette Menschen aller Klassen, auch Freaks und Hippies, die es vormachen.

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Jochen Hoffstätter 14.10.2015, 09:26
8. @ K.Sommer

Diese Schrebergarten, Vereinsidylle gab und gibt es im Westen doch auch.
Das soll doch jeder halten wie er will.
Im Osten vielleicht nur verstärkt und "von Oben" gefordert oder auch nur gefördert. Im Westen gabe ausreichende Möglichkeiten bei so etwas nicht mitzumachen. Ob das die größere Individualität der "Wessis" bis heute ausmacht? ich weiß es nicht.

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Max Mockelbeck 14.10.2015, 12:10
9. @Katherina Sommer

Ich glaube Sie unterschätzen den Einfluß kultureller Prägung.

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