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Der Sound der Anderen
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07.03.2008, 13:01
1.

650 Mark waren 1988 keine 2 Monatgehälter, höchstens 2 Lehrlingsgehälter.

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07.03.2008, 13:19
2.

Mit den Monatsgehältern muss ich mich dem Michael anschließen. ich war unter anderem bei den Konzerten von Bob Dylan (Vorgruppe Tom Petty and The Heardbreakers)im Treptower Park und The Boss auf der Pferdebahn dabei. 100000 Zuschauer, war schon höllisch!

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07.03.2008, 14:04
3.

Geheimkonzert ist nicht nur Übertreibung, sondern falsch, gelogen und unglaubwürdig. Der Autor hätte besser daran getan, besser zu recherchieren. Natürlich peppt die Headline so besser und wir wissen ja, der Spiegel braucht die "Story", aber das Konzert als geheim einzustufen, kann auch der Artikel inhaltlich nirgends belegen, widerspricht dieser Aussage vielmehr, denn dieses Konzert wurde für DDR-Verhältnisse wahnsinnig promoted. Geheim war das Konzert nicht - lediglich für den größten Teil der Fans nicht zugänglich...
Und so ist das einzige Geheimnis, wie der investigativ äußerst beschlagene Autor zu dem Schluss kommt, es handelte sich um ein Geheimkonzert?

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07.03.2008, 14:04
4.

Also 2 Lehrlingsgehälter waren das mit Sicherheit nicht. Ich war in der Zeit Lehrling in der DDR. Soo unterschiedlich dürften dort die Lehrlingsentgelte sicherlich nicht gewesen sein. Ein Lehrling im 1. Lehrhalbjahr bekam genau 120,- Mark. Ein Lehrling im 4. Lehrhalbjahr bekam genau 180,- Mark. 650,- Mark waren eher 1/2 Monatsgehalt eines normalen Angestellten. In normalen Produktionsbetrieben gab es tatsächlich Menschen, die nur ca. 800,- Mark bei 43 3/4 Std. Woche verdient haben (z.B. Kombinat TEXTIMA).

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matthias ulrich 07.03.2008, 14:04
5.

Die Überschrift " Geheimkonzert ..." ist ja wohl etwas irreführend! Denn in Ihrem Artikel erwähnen Sie ja schon, das es sich bis "in den letzten Winkel" rumgesprochen hat!
Ich bin damals in Berlin aufgewachsen und bei uns in der Schule wurden Karten verteilt und es wurde gesagt, das es Karten für Depeche Mode sind, also nix von geheim und so ein Quatsch!
Desweiteren wurden Karten von der Jungen Welt verlost(die übrigens ausführlich vorher und nachher darüber berichteten)!
Es mag sein, das es etwas besonderes war, das die Band in der DDR spielte und es natürlich zu wenig Karten gab. Aber immer alles in der DDR zu romatisieren, zu erhöhen und es so zu drehen, das alles ganz toll und ganz extra szenig war, sowieso viel besser - ist gelinde gesagt ein ganz schlechter und mieser Film!
M.Ulrich

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07.03.2008, 14:08
6.

Ein Geheimkonzert war es nicht, denn jeder wusste es und wenn ich mich richtig erinnere, hat DT´64 Ausschnitte im Radio gespielt. Ich war 15, der größte Depeche Mode-Fan schlechthin, saß zu Hause und hab´geheult, denn Chancen auf eine Karte gab es nicht. Schön jetzt, 20 Jahre später, Ausschnitte davon sehen zu können...eine Freundin, die dabei war, meinte auch, dass es eine absolute Sensation war.

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07.03.2008, 15:30
7.

Thanks for the memories, kann ich da nur sagen! Ich war damals 16, hielt mich für einen der größten Depeche Mode Fans und hatte von einer Freundin, die zufällig in Berlin war, davon gehört. In Berlin wusste es sicher jeder, aber im Rest der Republik (in meinem Fall im Eichsfeld) dagegen wohl so gut wie niemand. Auch einige der in der DDR existierenden und sehr aktiven Depeche-Mode-Fanclubs hatten keine Ahnung davon (zumindest nicht in Jena oder Dresden). Und für diese die-hard-fans war es im Nachhinein sehr sehr schlimm zu erfahren (Titel der Jungen Welt am 8.3.), dass in Berlin irgendwelche Systemtreuen, die eben keine richtigen Fans waren, ihre
geliebten "Depeschies" live erleben durften. Ich selbst stand mit einer Bronchitis 4 Stunden im Eisregen und habe jeden angehauen, der in Richtung Seelenbinder-Halle ging. Mit 100 Mark war ich dann doch dabei. Wenn ich jetzt so lese, was andere bezahlt haben, war das ja nix. Aber ich hätte auch 500 Mark gezahlt. Das Konzert habe ich hingegen als weniger spektakulär als die eigentliche Tatsache in Erinnerung. Da war sehr viel playback im Spiel und Dave Gahan war entgegen aller Bravo-Berichte nicht der Beweglichste auf der Bühne und Martin Gore hat schon damals live nicht den Ton halten können...Aber es war ein großer Moment für jeden Depeche Mode-Fan, der dabei war. Und dass es jetzt schon 20 Jahre her ist, wäre mir ohne einestages nicht aufgefallen. Also Danke noch mal!

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07.03.2008, 17:26
8.

Ja, das bringt Erinnerungen zurück. Ich bin in Berlin zur Schule gegangen und unsere Klasse bekam 2 Karten wie übrigens alle Klassen ab 10. aufwärts. Fairerweise wurden die bei uns verlost. Da ich kein besonders großer Depeche Mode Fan war, schlug ich meiner damaligen Freundin vor, daß wir nur gehen, wenn wir beide eine Karte ziehen würden. Ansonsten sollten wir sie dem größten Depeche Mode Fan in der Klasse geben. Das Schicksal bestimmte, daß wir beide zusammen gehen konnten. Es war ein großartiges Erlebnis, die Halle hat tatsächlich gebebt und ich habe nie wieder eine ähnlich ekstatische Stimmung bei einem Konzert erleben dürfen. PS: Auch mir ist das Motorrad auf dem Weg zur Halle angeboten worden, zum Glück habe ich es nicht angenommen!

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07.03.2008, 17:26
9.

Daß die Karten ausschließlich an Berliner Schulen verteilt wurden, ist nicht wahr - zumindest an meiner Schule im ehemaligen Bezirk Potsdam wurden auch welche verteilt. Und daß von dem Konzert bereits Tage vorher jeder wußte, wurde ja schon gesagt. Leider kam ich nicht rein, weil ich bei den Geboten vor der Werner-Seelenbinder-Halle finanziell nicht mithalten konnte. Ich erinnere mich an Gebote wie 500 Mark, oder auch eine Lederjacke für eine Eintrittskarte. Als das Konzert begann, versuchten einige Fans die Absperrungen zu überwinden, was die Polizei jedoch verhinderte.

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07.03.2008, 17:26
10.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass dieses Konzert offiziell bekannt gegeben wurde. Als Gerücht ist es aber selbst in meinem Dorf bei Leipzig gelandet und ich habe Rotz und Wasser geheult, als sich dann am 08.03.1988 herausstellte, dass SIE tatsächlich da waren und ich nicht dabei sein konnte, ich, das Double von Fletch. Und ich hatte das "Glück", einen von der FDJ-Ordnunsggruppe, die Dienst hatte an diesem Abend, kennenzulernen, er "musste" an diesem Abend dahin und hatte eigentlich "etwas Besseres" vor und das Konzert sei ja auch nur mittelmäßig gewesen - seither weiß ich, was HASS ist. Hanka hat insofern also absolut Recht.

Ende 1988 habe ich übrigens 572 DDR-Mark verdient (nach dem Abi und vor dem Studium), meine Eltern irgendwas um 1000 DDR-Mark, insofern ist die Recherche also wirklich nicht korrekt.

DT64 hat keine Ausschnitte gespielt, es gab nur einen kurzen Beitrag auf DDR1 mit nem Konzertschnippsel (Ende von Blasphemous Rumours aus der Werner Seelenbiner Halle mit LP-Fassung hinterlegt bzw. umgekehrt, also mehr LP als live) und ein Interview mit Dave und Alan (die ziemlich dumme Fragen beantworten mussten) und anschließend "? of Time" aus Montreaux, leider nicht ausgespielt.

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