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Der stumme Papst
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Barbara Bouffier 17.10.2013, 09:08
1.

Bedeutender Unterschied. Er war nicht stumm, sondern wollte nicht protestieren. Weswegen auch immer. Wohlmöglich aber, weil ihm die Judenverfolgung und Vergasung ganz recht war...

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Lothar Przybyla 17.10.2013, 09:08
2.

ab 24.06.1943 war v. Weizsäcker deutscher Botschafter am hl. Stuhl. Ist etwas davon bekannt wie er sich als angeblicher Unterstützer des Widerstandes verhalten hat?? Konnte er von den Deportationen nichts wissen??

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Dieter Wolf 17.10.2013, 09:44
3.

Pius XII hatte doch schon vorher von den Taten Hitlers Kenntnis. Er war Nuntius in Berlin bevor er Papst wurde, von ihm war nie eine Hilfe zu erwarten .

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Fridtjof Gerstein 17.10.2013, 09:46
4.

Es bedarf des geheimen Schriftstücks zum Beleg der bewussten Untätigkeit dieses Papstes nicht im geringsten: Theaterstücke, ein Kinofilm und eine Vielzahl an Büchern belegen, dass Hilfeersuchen zugunsten der verfolgten Juden ins Leere liefen: Hochhuths "Der Stellvertreter", Saul Friedländer etc. Aus historischer Sicht kann kein Zweifel bestehen, dass der Papst informiert und um Hilfe geben wurde. Die bevorstehende Seeligsprechung möge sich hoffentlich auf andere "gute" Taten beziehen.

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Jens Schuetz 17.10.2013, 09:47
5.

Was wenn die Nazis den Papst weggebracht haetten? Macht hatten sie genug. Mit welcher Armeee haette er sich wehren sollen? Klar das er sch versteckt.
Historisch waere es natuerlich interessanter wen er es auf Konfrontation angelegt haette. Haetten alle Christen fuer ihn gekaempft und die Nazis hinweggefegt oder haetten sich alle in ihr Schicksal ergeben?

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Wolfgang Graf von Ballestrem 17.10.2013, 10:13
6.

Der Artikle scheint mir der Persönlichkeit und des Handelns Pius XII. nicht gerecht zu werden. Warum verweist der Artikel nicht zumindest in Fußnoten auf das, was er für Juden getan hat bzw. wie er sich als eine der wenigen Stimmen in Kontinental-Europa gegen Hitler und seine NSDAP geäußert hat?
Spiegel-online selbst scheint ahnungslos zu sein, wie Pius XII. in dieser Situation hätte rettend eingreifen können. Das wird verschwiegen!
Wer derartige Kritik übt, ohne die (sofern man damals den Überblick hatte) richtigen Wege zur Rettung der zu Deportation und Mord durch uns Deutsche ausgesuchten Juden nennen kann, sollte sich in seinem Urteil mäßigen und versuchen möglichst objektiv bleiben! Aber darauf kommt es spiegel-online vermutlich gar nicht an!

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Michael Hesemann 17.10.2013, 16:22
7.

Kühlwein hat wieder einmal bewiesen, dass ihm jedes Mittel recht ist, er alle historischen Fakten konsequent ignoriert und verschweigt, wenn es dem Zweck dient, Papst Pius XII. in ein schlechtes Licht zu rücken. Kein Wunder, dass der Freiburger Theologe und Sozialpädagoge in Historiker-Kreisen nicht ernst genommen wird.
Auch in diesem Beitrag verschweigt Kühlwein das Schlüsseldokument zum 16. Oktober 1943, nämlich die Aktennotiz des österreichischen Bischofs Alois Hudal, Rektor der deutschen Nationalstiftung Santa Maria dell'Anima, in deren Archiv es unter der Inventarnummer 373 verwahrt wird. Diesem Dokument zufolge hat Papst Pius XII. nicht etwa untätig zugeschaut, wie Roms Juden nach Auschwitz verschleppt wurden - sondern hat mit Erfolg die Deportation gestoppt!

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Norman Rickov 18.10.2013, 13:47
8.

E. v. Weizsäcker am 28.Okt. 1948 an das
Auswärtige Amt
Berlin:
"... Der Papst hat sich ...zu keiner demonstrativen Äußerung gegen den Abtransport der Juden aus Rom hinreißen lassen.
... hat er auch in dieser Frage alles getan, um das Verhältnis zu der Deutschen Regierung ... nicht zu
belasten."

Auswärtiges Amt
Inl II A 3085 g
eing. 10. Nov. 1943 --

Siehe auch Poliakov/Wolf:
Das Dritte Reich und seine Diener
Ullstein 1983

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Norman Rickov 18.10.2013, 14:35
9.

>Kühlwein hat wieder einmal bewiesen, dass ihm jedes Mittel recht ist, er alle historischen Fakten konsequent ignoriert und verschweigt, wenn es dem Zweck dient, Papst Pius XII. in ein schlechtes Licht zu rücken. Kein Wunder, dass der Freiburger Theologe und Sozialpädagoge in Historiker-Kreisen nicht ernst genommen wird.
>Auch in diesem Beitrag verschweigt Kühlwein das Schlüsseldokument zum 16. Oktober 1943, nämlich die Aktennotiz des österreichischen Bischofs Alois Hudal, Rektor der deutschen Nationalstiftung Santa Maria dell'Anima, in deren Archiv es unter der Inventarnummer 373 verwahrt wird. Diesem Dokument zufolge hat Papst Pius XII. nicht etwa untätig zugeschaut, wie Roms Juden nach Auschwitz verschleppt wurden - sondern hat mit Erfolg die Deportation gestoppt!


Hudal hatte vor allem Angst, dass die Verurteilung der Deportationen durch den Papst "als Waffe gegen uns Deutsche dienen" würde.

Siehe auch Poliakov/Wolf:
Das Dritte Reich und seine Diener
Ullstein 1983 S. 83

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Alexander Dittrich 18.10.2013, 15:51
10.

>Kühlwein hat wieder einmal bewiesen, dass ihm jedes Mittel recht ist, er alle historischen Fakten konsequent ignoriert und verschweigt, wenn es dem Zweck dient, Papst Pius XII. in ein schlechtes Licht zu rücken. Kein Wunder, dass der Freiburger Theologe und Sozialpädagoge in Historiker-Kreisen nicht ernst genommen wird.
>Auch in diesem Beitrag verschweigt Kühlwein das Schlüsseldokument zum 16. Oktober 1943, nämlich die Aktennotiz des österreichischen Bischofs Alois Hudal, Rektor der deutschen Nationalstiftung Santa Maria dell'Anima, in deren Archiv es unter der Inventarnummer 373 verwahrt wird. Diesem Dokument zufolge hat Papst Pius XII. nicht etwa untätig zugeschaut, wie Roms Juden nach Auschwitz verschleppt wurden - sondern hat mit Erfolg die Deportation gestoppt!




Vielen Dank für Ihren Hinweis, auf dessen Grundlage ich eine weitere Recherche angestellt habe. Danach scheint es tatsächlich so, daß Kühlwein hier Kübel voll Dreck über einen angeblich stummen Papst ausgießt, der in Wahrheit, in Tränen aufgelöst, alles ihm mögliche zur Rettung der römischen Juden unternommen hat und der hinsichtlich der ca. eintausend Deportierten noch lange Hoffnung hegte, weil er sie in einem Arbeitslager wähnte. Und man sollte nicht vergessen, daß Krieg war und Rom besetzt, und daß Hitler und Himmler sicherlich keine besonders großen Hemmungen gehabt hätten, den Vatikan hinwegzufegen, wenn sie Anlaß dazu gesehen hätten.

Ich empfehle hierzu noch folgende Lektüre, ohne natürlich für die Richtigkeit dieser Darstellung zu bürgen:

http://www.kath.net/news/43295

Dieses sollte man auch bis zum Ende lesen, da heißt es dann u.a.:
"Laut dem Zeitzeugen und israelischen Holocaust-Forscher Michael Tagliacozzo (1975) erhielten 4238 Juden in 155 römischen Klöstern Asyl, während 477 von ihnen auf vatikanischem Territorium versteckt wurden. Für rund 3000 Juden wurde zudem die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo geöffnet. Während dort die meisten Flüchtlinge auf Treppen und Steinböden schliefen, stellte man die wenigen Betten Kranken zur Verfügung. In rund 40 Fällen brachten schwangere Frauen ihre Kinder im Schlafzimmer des Papstes zur Welt; sie bedankten sich nicht selten, indem sie ihre Söhne ?Eugenio? oder ?Pio? nannten. In keinem von den Nazis besetzten Land Europas überlebte ein so hoher Prozentsatz an Juden wie in Italien, in keiner Stadt waren es so viele wie in Rom ? Dank Pius XII. und seiner klugen Initiative."

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