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Der Tod des "Wüstenfuchses"
17.12.2008, 17:21
1.

Also eigentlich hatte ich mich bereits letzte Woche hier wegen dem Thema "Hitlers willfährige Truppe" angemeldet und habe meinen Kommentar dann aber doch aus Respekt vor den Opfern zurückgehalten.

Nun muss es aber doch mal raus und dies fällt mir besonders schwer, da ich früher Menschen, die meinen folgenden Gedankengang äußerten, unter schweren Verdacht stellte:

Ich kann es nicht mehr hören!

Dieses Thema wird in der Schule und den Medien dermaßen exzessiv herumgewälzt, dass mir als mitfühlendem Menschen mittlerweile jegliche Empathie abhanden gegangen ist. Es scheint, als müsste das nächste Nazi-Thema quasi zwanghaft in der wöchentlichen Abfolge untrgebracht werden.

Nun trifft es also Herrn Rommel, der sogar von Winston Churchill, der nicht für seine Gutmenschlichkeit bekannt war, in einer öffentlichen Radioansprache als ehrenhafter Gegner und Widerstandskämpfer hochgelobt wurde.

Genüsslich zelebriert man die Äußerungen des Todeskommandos, dass der "Held" in seinen letzten Sekunden schluchtzte und widmet dieser unbelegten Äußerung auch noch eine eigene Überschrift. Ganz abgesehen davon, dass ein solches Verhalten, wenn es denn überhaupt stattfand, nur allzu menschlich wäre.

"Seht her Deutsche, auch euer letzter Held war ein Häufchen Elend!"

Oder was möchte man damit suggerieren?

Alles in Allem halte ich dieses inflationäre Hantieren mit Nazi-Themen für gefährlich und überflüssig.

Oder finden sich solche Artikel in anderen Ländern auf ähnliche Weise? Bei den Russen die Gulags, bei den Amerikanern die Indianer, bei den Briten die Kolonien, bei den Türken die Armenier oder bei all den anderen Völkern dieser Welt, die Millionen Menschen in sinnlosen Kriegen opferten?

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18.12.2008, 10:10
2.

Sehr geehrter Herr Weber,

leider lassen Sie einige wichtige Aspekte in Ihrer Argumentation aus:

Themen sind auf derartigem Niveau sicherlich nicht in der Schulzeit behandelt worden - wird hier doch eher in den Unterstufen an Moral und Ethik appeliert anstatt einer präzisen Aufklärung im historischen Sinne.

Die Auseinandersetzung/Konfrontation einer Gesellschaft mit Ihrer Historie ist zwingend für kulturelle Weiterentwicklung - nicht zuletzt auch um zukünftiger Verblendung etc. vorzubeugen.

Somit ist Ihr Punkt "Behandlung von derartigen Themen ist gefährlich und überflüssig" komplett unangebracht.

"Oder finden sich solche Artikel in anderen Ländern auf ähnliche Weise? Bei den Russen die Gulags, bei den Amerikanern die Indianer, bei den Briten die Kolonien, bei den Türken die Armenier oder bei all den anderen Völkern dieser Welt, die Millionen Menschen in sinnlosen Kriegen opferten?"

Hier widersprechen Sie sich nur selbst; belegt es eben gerade wie weit die Auseinandersetzung in unserer Gesellschaft fortgeschritten ist.

Zudem lassen sich insbesondere in der digitalen Medienwelt Inhalte zu diesem Thema allein durch Lesen der Linküberschrift erkennen und somit durch Nicht-Anklicken simpel umgehen.

Wer übrigens behauptet, mehr als gesättigt von dem Thema "3. Reich" zu sein, hat es weder im Detail noch in der Gesamtperspektive begriffen.

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18.12.2008, 10:10
3.

In der gestrigen Ausgabe der SWR Landesnachrichten war dazu ein kurzer Beitrag zu sehen (aktuell auf der SWR Seite zu finden, wer dies früh genug liest wird sich mit folgenden Link das Video ansehen können [ http://www.swr.de/bw-aktuell/-/id=98428/did=4310188/pv=video/gp1=4310188/nid=98428/1a76gnp/index.html ] )

Wenn ich diesen Beitrag sehe und bemerke, dass der hier veröffentlichte Artikel ein Auszug aus dem Museumskatalog ist so graut es mir daran zu denken, wie denn Berichte über diese Zeit in einigen Jahrzehnten aussehen könnten. Das Video selbst ist zum großen Teil ein Zusammenschnitt der Wochenschauen aus dem Krieg (teils mit originalem Ton) und der Rest ist eine Hervorhebung seines Berühmtheit als ob ein Einführungsvideo für Rommel im Stile einer Geschichts-Version von "Deutschland sucht den Superstar" gemacht werden sollte.

Man bedenke wie Leute reagieren würden wenn ein Mielke in dieser Art und Weise medial verwertet werden würde

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29.10.2012, 11:56
4.

Vor drei Jahren habe ich an einem Multimedia Projekt ueber den Zweiten Weltkrieg gearbeitet. Einer der Zeitzeugen die ich zu diesem Thema interviewt und fotografiert habe war Horst Wenzel der als Schreibkraft in dem Kommando Bunker der Westfront eingesetzt war.

Dieser erzaehlte mir dass an dem Tag als Rommel von einem englischen Tiefflieger angegriffen wurde er von der deutschen Luftueberwachung erfuhr, dass sich kein feindliches Flugzeug in diesem Luftraum aufgehalten hatte.

Seine Schlussfolgerung war dass es sich bei der Maschine die Rommel angriff um eine getarnte deutsche Maschine hielt.

Wollte dass hier erwaehnen da es vielleicht ein wichtiger Teil dieser Geschichte ist.

Das ist der link zu meiner Projekt Webseite: http://www.theshadowofwar.com/

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Kai Bonte 14.03.2014, 12:03
5. Der Tod des "Wüstenfuchses"

Überzeugter Nazi? Widerständler? Unpolitischer Soldat? Erst machte Hitler Afrikakorps-Kommandant Erwin Rommel zum NS-Vorzeigehelden - dann zwang er ihn Gift zu nehmen. Jetzt widmet sich eine Ausstellung in Stuttgart dem Leben, Sterben und Mythos des legendären Generalfeldmarschalls. Von Johannes Häußler

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