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Die Erfindung der Sozialen Marktwirtschaft: Erfolgsmodell aus der Klosterzelle
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Wirtschaftswunder, Persil und Wohlstand für alle - das verbinden viele Deutsche mit der Sozialen Marktwirtschaft. Doch nicht Ludwig Erhard hat sie erfunden, sondern der Ökonom Alfred Müller-Armack. Unter abenteuerlichen Umständen.

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Eckhard Bollmann 30.08.2017, 08:13
1.

Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen waren nicht die "Erfindung" Adolf Hitlers bereits seine Vorgänger seit Brüning/Papen waren in dieser Hinsicht aktiv. Eine Notverordnung der Regierung Papen umfasste erstmals direkte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Höhe von 135 Millionen Reichsmark, vor allem im Bereich des Verkehrs- und Wasserwesens sowie der landwirtschaftlichen Amelioration. Dazu gehörte auch der Ausbau des Freiwilligen Arbeitsdienstes.

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Andreas Jilg 30.08.2017, 08:33
2. Man verneigt sich

vor der Kühnheit von Erhard und seinen Mitstreitern, die inmitten eines zerstörten Landes und gegen den politischen Mainstream aller Parteien, das unsägliche Ahlener Programm wird erwähnt, eine Wirtschaftsordnung erdacht und durchgesetzt haben, die dieses Land wieder zu Wohlstand und sozialer Gerechtigkeit geführt haben. Hätte nur die derzeitige Kanzlerin ein ähnlich aufgeschlossenes Verhältnis zu den Bedürfnissen der Wirtschaft wie damals diese mutigen Männer!

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Lutz Jansen 30.08.2017, 08:54
3. Und Heute

wird Müller-Armack aus linken Kreisen als übler Neoliberaler beschimpft. Von Leuten, die sich nie wirklich mit der Materie auseinander gesetzt haben, aber einen politischen Kampfbegriff brauchen.
Auch bei SPON verschwimmen hier bisweilen die Grenzen.

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Beat Leutwyler 30.08.2017, 09:21
4. Ein ausgesprochen guter Artikel zur Völkerverständigung

Jetzt weiss ich auch, wieso es in Deutschland überhaupt ein VW-Gesetz geben kann, ein Stuttgart 21, ein BER, ein Elphi, kein Markt in der Politik, den Steuern und den Löhnen, den Vortrieb zu einem Euro, den Drang alles Harmonisieren zu wollen, usw. und damit eben auch die grösste Vermögensungleichheit des Kontinents. Eben alles geplant, nur der Name wurde geändert.

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Tobias Witschke 30.08.2017, 10:06
5. Wie ueblich

Wird in diesem Beitrag verschwiegen , dass zu Armacks und Ludwig Erhards Zeiten die Landwirtschaft hoch subventioniert und geschuetzt wurde , den eigenen Waehlern wollte Erhard Freihandel und Wettbewerb nicht zumuten . Weiter gab es in den 50er Jahren nicht nur in Westdeutschland ein Wirtschaftswunder, sondern in ganz Westeuropa. Ganz abgesehen davon, dass die BRD damals im Vergleich zu heute eine sehr geschlossene Wirtschaft war, wenn Erhard schon den Bauern aus dem Allgau kein Freihandel zutrauen wollte , haette er sicher auch Banken und Sparkassen gerettet. Im uebrigen haben Banken damals vorallem Beteiligungen an Industriebetriebe verwaltet und waren keine Zockerbuden....und dass es in den siebziger Jahren zwei globale Oelkrisen gab ,wird auch nicht erwaehnt .Die uebliche Legendenbildung halt...

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Hans-Gerd Wendt 30.08.2017, 10:21
6. Nationalsozialistische Marktwirtschaft

Unter den Augen der Nazis insbesondere sogar der SS entwickelten hochrangige Ökonomen bereits vor dem Ende des Krieges einen Plan, wie die Wirtschaft nach einer zu erwartenden Niederlage des Faschismus geordnet sein sollte. Darüber gibt es viele Dokumente und Hinweise auch im Net. Der Mythos von den unbelasteten Forschern, die unter Hintanstellung ihrer eigenen Sicherheit die "Soziale Marktwirtschaft" propagierten, hält sich aus Gründen der Selbstbeweihräucherung des Aufschwungs in den 50er Jahren leider auch mit kräftiger Unterstützung der Medien immer noch. Ob nun Ehrhard oder Müller-Arnack, sie alle waren Nazis und arbeiteten mit den Nazis zusammen.

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Richard Wacker 30.08.2017, 12:37
7. Nach Erhards Buch

ging man davon aus, dass die Wirtschaft durch steigende Produktivität stärker wächst als die Bevölkerung. Das ist eingetreten. Folgerichtig könne die Staatsquote sogar sinken, weil die Lasten des Sozialstaats langsamer wachsen, als seine finanzielle Ausstattung - vorausgesetzt S bleibt auf dem Niveau, das ursprünglich definiert wurde. Heute wird jedes gesellschaftliche Problem auf den Staat verlagert. Altenpflege, Kindererziehung, Unterstützung Alleinerziehender und sogar die Rettung gescheiterter Unternehmens. Zudem steigt der Anspruch an die Versorgung. Am deutlichsten spiegelt das unsere Armutsdefinition. Es geht um die Relation zum Durchschnitt. Das zu gewährleisten war nie Teil des Konzepts der sozialen Marktwirtschaft und hat das System in eine Schieflage gebracht. Denn da Eigentum garantiert ist, werden nur Zugewinne und Konsum wirklich besteuert. Wer davon leben muss zahlt ohne Ende. Aber wer es zu wirklichem großen Vermögen gebracht hat, kann sich getrost zurücklehnen und zusehen, wie es weiter wächst. Sprich: Mittlere Einkommen tragen den Staat. Der Rest trägt entweder Rabattmarken zum Discounter oder Nerz in St. Moritz...

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Anton Waldheimer 30.08.2017, 13:06
8. NS Wiederbetätigung

Diese Form der Marktwirtschaft beruht auf einem Forschungsprojekt von Heinrich Himmler der auf der Suche nach einer Altervative zu der von Rüstungsminister Speer betriebenen zentralen Staatswirtschaft war, für die Zeit nach dem Krieg. Und so entwickelte sich in den letzten Kriegsjahren dieses Konzept.

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Jonny Begood 30.08.2017, 17:18
9.

Der wohl wichtigste Satz der seither vergessen, begraben und verleugnet wird ist:

Wohlstand für alle.
Dann braucht man keine Umverteilung, kein Hartz 4. Dieser Satz wurde aus dem Inventar der sozialen Marktwirtschaft ersatzlos gestrichen. Erst wenn dieser Satz wieder seine Berechtigung hat, wird es in Deutschland gerecht zugehen.


rolli

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